Gartenreise nach Mecklenburg, Vorpommern und Rügen

Anfang August begab sich eine Gruppe Garten- und Reiselustiger auf die Spuren Elisabeths von Arnim. Ziel der viertägigen Reise waren Gärten in Mecklenburg, Vorpommern und auf Rügen.k-IMG_5062

Als erstes steuerten wir die Schaalsee-Region an. Formschnitt war das Thema im Garten des Ehepaares Sokolowski, den die beiden rund um die Nebengebäude eines ehemaligen Gutshauses angelegt hatten. Frau Sokolowski entschuldigte sich für den Zustand des Gartens, der durch den vielen Regen in diesem Sommer bedingt war. Gleichwohl waren die Mitreisenden durch die vielen exakt geschnittenen Eibenfiguren zutiefst beeindruckt, und die Fotos, die vor der Instandsetzung der Gebäude und der Gestaltung des Gartens aufgenommen worden waren, machten das ganze Ausmaß der Arbeit deutlich, die in dem Projekt steckte.k-IMG_4997

In „Haus Botanica“ erwartete uns nicht nur ein Garten voller seltener Gehölze, sondern wir wurden auch durch jede Menge Durch- und Ausblicke in diesem in viele Räume aufgeteilten Garten überrascht. Die verlockende Auswahl selbstgebackener Torten, die Frau Wilken auch noch liebevoll verziert hatte, trug ihren Teil dazu bei, dass sich die Reisegruppe ausgesprochen wohl fühlte in diesem sehr individuellen Garten.k-IMG_5012

Jana Kohlschmidt hatte uns bereits im Vorfeld gewarnt, dass ihr Garten nach dem vielen Regen in diesem Jahr besonders feucht sein würde. Dennoch boten sich uns bei ihr am nächsten Morgen eine große Blütenpracht und viele interessante Pflanzenkombinationen. Von den selbst vermehrten Stauden in der kleinen Gärtnerei fand so manche ein neues Zuhause im Garten einer Mitreisenden.k-IMG_5025

Das Ehepaar Reich betreibt in der Nähe von Bad Doberan auf einem historischen Fachwerkhof eine Töpferei und pflegt einen traditionellen Bauerngarten, der zur Selbstversorgung dient. Die beiden führten uns nicht nur durch den Garten, sondern zeigten uns auch den Holz befeuerten Brennofen, in dem auf traditionelle Weise salzglasiertes Steingut hergestellt wird.k-IMG_5040

Am Nachmittag statteten wir dem Pfarrgarten in Starkow einen Besuch ab. Hier bekamen wir eine kurzweilige und ausgesprochen informative Führung von Herrn Dr. Albrecht, der uns die Geschichte des Pfarrgartens nahe brachte, die bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht. Es ist schon beachtlich, was hier nur durch ehrenamtliches Engagement für ein Garten entstanden ist.k-IMG_5070

Am folgenden Tag machten wir einen Ausflug nach Rügen, wo wir zunächst dem Schlosspark von Putbus einen Besuch abstatteten. Der Park von Fürst Malte zu Putbus war quasi die Keimzelle der kleinen klassizistischen Stadt mit ihrem runden Platz, dem Cirkus, der architektonisch eine Besonderheit darstellt.k-IMG_5077

Von Putbus aus ging es ganz in den Südosten der Insel auf die Halbinsel Mönchgut nach Groß Zicker. In dem kleinen ehemaligen Fischerdorf statteten wir dem Pfarrwitwenhaus mit seinem heiteren Sommerblumengarten einen Kurzbesuch ab, bevor wir uns mit Blick auf die Trockenrasen der „Zickerschen Berge“ in einem Restaurant stärkten.k-IMG_5085

Am Nachmittag suchten wir den Gutspark von Klein Kubbelkow auf. Hier hatten die Besitzer des heute als Hotel und Restaurant betriebenen Gutshauses vom Anfang des 20. Jahrhunderts liebevoll für uns die Kaffeetafel im Freien gedeckt, bevor wir den Gutspark mit seinem imposanten Baumbestand erkundeten.k-IMG_5106

Unser vierter Tag, an dem wir die Rückreise antraten, stand wieder ganz im Zeichen der Stauden. Im Garten von Bea Schöttke-Penke und ihrem Mann Dietmar konnten wir nicht nur üppige Staudenkombinationen bewundern, sondern uns auch mit einem liebevoll vorbereiteten Mittagsimbiss stärken.k-IMG_5141

Von hier aus ging es zur Staudengärtnerei von Sylvia Göbel. Angesichst der Fülle interessanter Stauden, die sich alle im norddeutschen Klima bewährt hatten, und der Präsentation in gekonnt kombinierten Staudenrabatten wurden etliche der Mitreisenden noch einmal schwach, und der Bus füllte sich mit Tüten und Kartons voller Pflanzentöpfe.k-IMG_5152

Bevor es nun endgültig wieder zurück nach Hause ging, machten wir noch eine Stippvisite im Kräutergarten neben der Klosterkirche in Rehna, wo sich Heil, Duft- und Bibelpflanzen in hochsommerlicher Fülle präsentierten.k-IMG_5155

Die Fahrtzeit wurde durch das Vorlesen aus zwei Büchern von Elisabth von Arnim verkürzt, die darin nicht nur die Anlage eines Gutsgartens in Pommern Ende des 19. Jahrhunderts beschreibt, sondern auch eine Reise mit der Kutsche nach Rügen – und das alles auf ausgesprochen unterhaltsame Weise.

Steine, Bienen und grüne Daumen – ein kurzer Bericht

Am 23. Juli fand meine zweite diesjährige Garten-Tagesfahrt statt. Ziel waren diesmal drei ausgesprochen kontrastreiche private Gärten in der näheren Umgebung Bremens.

Den Anfang machte der Garten Hinse in Wittorf. Wir hatten Glück mit dem Wetter, denn der Regen hörte auf, kurz bevor wir Wittorf erreichten. Dort wurden wir von Herrn und Frau HInse freundlich empfangen und durch den großzügigen, staudenreichen Garten geführt, der immer wieder schöne Ausblicke über die Getreidefelder der Umgebung bot.Hinse Skulptur

Frau Hinse beantwortete geduldig alle Fragen zu ihren Bienen, und wir wurden auf Köstlichste mit Honigbrot, Kaffee, Tee und Gebäck bewirtet.Hinse Pavillon

Unser zweites Ziel war der Garten von René Schönfeld in Söhlingen. Beim Betreten des Garten meinte man, in eine gänzlich andere, ein wenig verzauberte Welt einzutreten. René Schönfelds Garten ist ein wahrer Steingarten, ist doch bearbeiteter Stein in diesem Garten omnipräsent.Schönfeld ingang

Dabei haben Besucher an keiner Stelle das Gefühl, dass die Tröge, Mühlsteine, Steinsockel und anderen Elemente willkürlich verteilt sind, sondern alles ist wohlüberlegt postioniert und darüber hinaus sehr einfühlsam mit Pflanzen kombiniert. Der kleine Trödelladen, das Steinlager und der Pflanzenverkauf stellten für einige Mitreisende eine enorme Versuchung dar, der sie nicht widerstehen konnten.Garten Schönfeld

Als dritten Garten besuchten wir schließlich das Reich von Ruth und Uli Alt in Stapel. Das Wetter mit Sonnenschein und einem leichten Lüftchen bei angenehmen Temperaturen meinte inzwischen richtig gut mit uns. Das waren die idealen Voraussetzungen, um diesen vielgestaltigen Garten mit seiner entspannenden Atmosphäre und den beeindruckenden Ausmaßen so richtig genießen zu können.Alt Blick aufs Haus

Das wurde uns durch die Bewirtung mit Kaffee, Tee und Kuchen sowie erfrischenden Kaltgetränken besonders leicht gemacht, zumal zahlreiche Sitzplätze, die im Garten verteilt sind , zum Genießen mit allen Sinnen einluden. Besonders beeindruckend in diesem Garten ist, wie intensiv gestaltete Rabatten mit naturhaften Partien abwechseln.Alt Blick auf Teich

Auf diese Weise hat das Auge immer wieder die Gelegenheit, sich zu erholen und sich auf den nächsten visuellen Eindruck vorzubereiten. Auch Ruth bot kleine Ableger und Sämlinge ihrer Pflanzenschätze an, wovon die Mitreisenden gern Gebrauch machten.

Voll der Eindrücke kehrten wir nach Bremen zurück, und allen Mitreisenden ist deutlich geworden, dass das Gute und Schöne manchmal sehr nah liegt.

 

Gärten im Vechtetal – ein kurzer Bericht

Am 18. Juni führte uns ein Tagesausflug in das niederländische Vechtetal direkt hinter der Grenze bei Meppen. Zu welch‘ unterschiedlichen Ergebnissen die GDe Kikkerhoek Eingangsbereichartenleidenschaft  verschiedener Menschen führen kann, stellten die drei besuchten Gärten eindrucksvoll unter Beweis. Den Anfang machte Marian und Jan van den Heuvels Garten ‚De Kikkerhoek‘. An der gelungenen Raumaufteilung und den Proportionen der einzelenen Gartenräume konnten Besucher gleich ablesen, dass der grundlegende Entwurf dieses Gartens von einem Profi gemacht worden war. Die makellose Bepflanzung  zeugte nicht nur von der Liebe der beiden Besitzer für ihren Garten, sondern auch davon, dass Jan van den Heuvel als Betreiber einer kleinen Gärtnerei selber vom Fach ist.

‚Jetske’s Tuin‘, Jetskes Tuin Teichnur wenige Kilometer entfernt, präsentierte sich völlig anders: auf nur 2000 qm erwatete uns eine Fülle unterschiedlicher Pflanzen. Jetske Kelder, eine leidenschaftliche Gärtnerin und Pflanzensammlerin, empfing uns auf’s Freundlichste und sorgte dafür, wass wir uns in ihrem grünen Paradies, das wir für ein Mittagspicknick nutzten, wie zu Hause fühlten.

Einen weiteren kompletten Szenenwechsel bedeutete der Besuch des dritten Gartens an diesem Tag. Ben Bakker hat für die große Fläche rund um ein Bauernhaus aus den Dreißiger Jahren eine höchst individuelle Gestaltung gefunden. Die Unterteilung des großen Gartenraumes durch schwingende Hecken, welche einzelne Gartenräume zwar fließend De Oude Lindeandeuten, aber nicht komplett gegeneinder abgrenzen und gleichzeitig den Blick in die umgebendeLandschaft freigeben, lag ebenfalls in den Händen eines Fachmanns. Die Bepflanzung der großen Staudenbeete mit einer Vielzahl von Stauden und Gräsern spiegelte dagegen allein die Vorlieben des Besitzers wider. Angesichts der Temperaturen und der intensiven Sonneneinstrahlung waren die bereitgestellten Getränke und der Sitzplatz im Schatten genau das richtige, um die Atmosphäre dieses sehr persönlichen Gartens zu genießen, bevor es zurück nach Bremen ging.

Gärten, Kunst und Landschaft in Cornwall – ein kurzer Bericht

Meine erste diesjährige Gartenreise führte auf vielfachen Wunsch nach Cornwall, dem Mekka aller Liebhaber (englischer) Gärten, mit seiner Jahrhunderte alten Gartentradition, seiner atemberaubenden Landschaft und seiner lebendigen Kunstszene.

Da der Weg nach Cornwall weit ist, legten wir ihn in mehreren EtapIn liefde Bloyendepen zurück. Durch Gartenbesuche unterwegs wurde die Fahrt unterbrochen und der Weg zum Ziel. Ein erster Garten erwartete uns bereits zur Mittagspause in der Nähe von Utrecht. Hier haben sich Jelke Jan und Loes de With einen ganz persönlichen Garten mit einer ruhigen Ausstrahlung, einem weiten Blick und einer großen Blumenwiese geschaffen, wobei der ältere Gartenteil unter Mithilfe der berühmten Gartendesignerin Mien Ruys entstanden ist.

Brüge AltstadtUnsere erste Übernachtung fand in Brügge statt. Das Hotel im historischen Zentrum gab uns die Mögichkeit, noch einen Spaziergang durch die malerische Altstadt Brügges zu unternehmen.

Am nächsten Morgen ging es nach Calais und von dort mit der Fähre nach Dover. Nach einer Fahrt durch Great Compdie Grafschaft Kent erreichten wir mittags Great Comp Garden. Um ein Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert hatte hier das Ehepaar Cameron von 1957 an bis zu seinem Tode einen Garten voller seltener und interessanter PflanzeDartington Liegenden angelegt, der heute durch eine Stiftung weiter erhalten wird.

Nach einer Übernachtung in Somerset galt unser nächster Gartenbesuch Dartington Hall. Hier riefen Leonard und Dorothy Elmhurst nach dem Kauf des mittelaterlichen Herrenhauses und des umliegenden GrundbesitzOld Lady of Dartingtones ein umfassendes Bildungs-, Kunst-, Restaurierungs-  und Gartenprojekt ins Leben. An der Gestaltung des Gartens hat u. a. die amerikanische Gartengestalterin Beatrix Farrand mitgewirkt, und Henry Moores „Liegende“, die das Freilufttheater des Gartens überblickt, wurde einem der Schulleiter von Dartington von dem Bildhauer als Geschenk  übergeben. Eine besondere Faszination auf alle Mitreisenden übte „The Old Lady of Dartington“aus , eine an die 2000 Jahre alte Eibe, aus deren Holz im Mittelalter die bei den Franzosen gefürchteten Langbögen der Engländer hergestellt worden waren.

Cotehele-2Unser erster Garten in Cornwall war Cotehele, ein ebenfalls mittelalterliches Herrenhaus, das heute vom National Trust erhalten wird und inmitten eines ausgedehnten terrassierten Gartens liegt der das Tal des Tamar überblickt.

Am Abend kamen wir in unserem Hotel in der Nähe von Falmouth an. Niemand hätte sich wohl eine passendere UnMeudon Hotelterkunft auf einer Gartenreise vorstellen können: das Meudon-Hotel liegt selbst in einem wunderbaren Garten, der jeden Morgen und Abend einen längeren Spaziegang durch das schmale Tal bis ans Meer möglich machte.

Die „Lost Gardens of Heligan“ sind weit über die Grenze Cornwalls hinaus als ein mutiges und erfolgreiches Garten-Restaurations-Projekt bekannt geworden. Der Niederländer Tim Smit hat hier mit eiHeliganner Gruppe von Freunden einen großen Landhausgarten des 19. Jahunderts aus dem Dornröschenschlaf geweckt und ihm neues Leben eingehaucht, wobei es in Heligan alles vom viktorianischen Küchengarten mit Ananas-Treibbeeten und Melonenhäusern bis hin zum DschungelgMarsh Villaarten mit gigantischen Rhododendren zu bestaunen gibt.

Am Nachmittag besuchten wird den privaten Garten von Marsh Villa. Hier wird allen Mitreisenden sicherlich das reizende Besitzer-Ehepaar Stephens in lebhafter Erinnerung bleiben. Die Rüstigkeit und Tatkraft der beiden jung gebliebenen „plantspersons“ die einen faszinierenden Gatren entstehePoppy Cottagen ließen, wird jedem Gärtner Mut gemacht und bestätigt haben, dass Gärtnerinnen und Gärtner ein hohes Alter erreichen.

Ein weiterer privater Garten erwartete uns am nächsten Tag. Poppy Cottage hatte gerade die Besitzer gewechselt, und es war ermutigend zu sehen, dass das junge Ehepaar Kinsey diesen Garten voller besonderer Stauden und Gehölze mit neuer Tatkraft weiter betreiben wird.

BosvigoIn Bosvigo House bekamen wir nicht nur einen wunderbaren Garten mit einer gekonnten Balance zwischen dem Formalen und Informellen zu sehen, sondern wir wurden von Wendy Perry auch durch das historische Haus geführt, wobei die Führung im SchlafzimmerSt Michaels Mount endete, wo sich ausgewählten Personen hin und wieder der Geist des ehemaligen Besitzers aus dem 17. Jahrhundert zeigt.

Unser nächster Reisetag führte uns an beide Küsten Cornwalls. An der Südküste statteten wir St. Michaels Mount einen Besuch ab. Es war schon atemberaubend, was für ein Garten fast senkrecht an dBarbara Hepworthen Klippen dieser alten Abtei-Insel, des Gegestücks zum französischen Mont Saint Michel, hier entstanden ist.

Danach ging es zur Nordküste in den Künstlerort St. Ives. Zwar galt unser Besuch vor allem dem Barbara Hepworth Museum mit dazugehörigem Garten, den die Bildhauerin zu ihren Lebzeiten hier angelegt hat, doch nutzten viele die Gelegenheit, auch die Tate-Gallery in St. Ives zu besuchen und durch die engen und ziemlich vollen Gassen des Städtchens zu bummeln.

Hanham Court lunchAm nächsten MorHanham Courtgen hieß es dann, Abschied zu nehmen von Cornwall. Um die lange Rückreise auf angenehme Art zu unterbrechen, machten wir eine Mittagspause im Garten von Hanham Court in der Nähe von Bristol. Hier erwartete uns nicht nur ein stimmungsvolles, köstliches und liebevoll angerichtetes Mittagspicknick, sondern außerdem ein Garten, der in seiner PerfektionFahner und „Englishnes“ kaum zu übertreffen war. Schade nur, dass die Fähre (nicht) auf uns wartete, so dass wir viel zu bald wieder aufbrechen mussten.

Unsere Rückreise durch die Niederlande fand noch einmal eine angenehme Unterbrechung in der Staudengärtnerei Fahner, wo alle, die sich bislang noch keine Pflanzen mitgebracht hatten, dies ausgiebig nachholen konnten, mit dem Ergebnis, dass wohl jeder freie Platz im Gepäckraum des Busses bei unser Ankunft in Bremen ein Gartenschätzchen beherbegte.Hanham Court Eingang

Garten-Tagesfahrten 2017

Auch in diesem Jahr gibt es wieder die Möglichkeit, mit mir auf Entdeckungstour in Gärten der näheren und weiteren Umgebung Bremens zu gehen und mit den GartenDe Witte Wolkbesitzern vor Ort zu fachsimpeln, die Atmosphäre in den Gärten zu genießen und vielleicht auch die eine oder andere Pflanze für den eigenen Garten mitzubringen. Auf den Tagesausflügen, die in Bremen bzw. Grasberg starten, werden wir jeweils drei verschiedene Gärten besuchen.

Folgende Ziele werden wir ansteuern:

  • Der erste Ausflug am Sonntag, 18. Juni, hat drei Gärten im niederländischen Vechtetal zum Ziel.
  • Am Sonntag, dem 23. Juli, werden wir uns davon überzeugen, wie Steine, Bienen und Grüne Daumen für abwechslungsreiche und spannende Gärten im Landkreis Rotenburg sorgen..
  • Am Sonntag, dem 20. August, geht es dann noch einmal Richtung Niederlande in den Raum Groningen zum Finale im Präriegarten.

Weitere Einzelheiten zu den Fahrten sowie ein Anmeldeformular finden Sie hier.

Uphuser Tietjenapfel – Apfel des Jahres 2017

Der Tietjenapfel aus Uphusen, einem Ortsteil der südlich an das Bremer Stadtgebiet angrenzenden Stadt Achim, wurde im Februar 2017 in Hamburg zum Apfel des Jahres ernannt. Die Apfelsorte mit dem süßsäuerlichen Geschmack und der typischen, leicht holzigen Note wurde Ende des 19. Jahrhunderts von dem Heimatdichter und Lehrer Friedrich Seebode in den Achimer Dünen gefunden und von ihm zusammen mit seinen Schülern im Schulgarten vermehrt. Bei dem Ursprungsbaum handelte es sich vermutlich um einen Zufallssämling, also einen nicht gezielt gezüchteten und angepflanzten Baum. Seebode Sortenportraet Tietjenapfelbenannte die Sorte nach seiner Frau, einer geborenen Tietjen. Da der Tietjenapfel robust und reich tragend ist und auch auf schlechten Sandböden wachsen kann, wurde er in einer Sortenliste der Landwirtschaftskammer Hannover von 1907 zum Anbau empfohlen und erlangte so eine gewisse Verbreitung im Achimer Raum.

Über die Jahre geriet der Tietjenapfel in Vergessenheit, und Ende der 90er Jahre wusste niemand, der sich für alte Obstsorten interessierte, ob noch letzte Bäume des Tietjenapfels existierten. 1999 kam Eckart Brandt auf die Idee, den Tietjenapfel anlässlich eines Apfelmarktes, den der BUND veranstaltete, über einen Zeitungsaufruf zu suchen. Tatsächlich meldete sich ein Herr Mühlenbruch, in dessen elterlichem Garten in Mahndorf, einem Bremer Stadtteil, der an Uphusen grenzt, noch zwei Exemplare der Sorte standen. Als sich noch eine weitere Person auf den Aufruf hin mit übereinstimmenden Früchten einfand, wurde klar, dass es sich bei beiden Muehlenbruchs&TietjenapfelFruchtproben offenbar um die gesuchten Tietjenäpfel handelte. Kurze Zeit später besuchte ich die Familie Mühlenbruch und ließ mir die Bäume in ihrem Garten zeigen.

Dass es den Tietjenapfel überhaupt noch gibt, haben wir Menschen wie den Mühlenbruchs zu verdanken. In ihrer Familie war es üblich, dass erwachsene Kinder, die das Haus verließen und eine eigene Familie gründeten, einen Apfelbaum mit auf den Weg bekamen. In ihrem Fall war das der selbst veredelte Tietjenapfel.

Nun, da wieder Originalbäume der Sorte gefunden worden waren, konnte aus geschnittenen Reisern neue Bäume gezogen werden, so dass die Sorte inzwischen wieder in einigen Baumschulen angeboten wird.

Auch auf meiner Obstwiese wachsen seit dieser Zeit Tietjenäpfel und tragen fast jedes Jahr zuverlässig. Die in der Literatur beschriebene Robustheit des Apfels hat sich bestätigt: selbst in ausgesprochen feuchten Jahren leidet die Sorte kaum unter Pilzerkrankungen wie Schorf.Uphuser Tietjenapfel

Eine schöne Zusammenfassung der älteren und jüngeren Geschichte des Tietjenapfels findet sich im Jahresheft des Pomologen-Vereins, Jahrgang 2016, von Uwe Ciesla, das hier zu beziehen ist.

 

 

Gartenreisen 2017

Haben Sie Lust auf eine Reise ins Mekka aller Gartenliebhaber? Möchten Sie lieber wenig bekannte Gärten in Skandinavien entdecken? Oder steht Ihnen der Sinn nach ländlichen Gärten in Deutschlands Nordosten?

Für die Gartenreise-Saison 2017 plane ich 3 Reisen:dscn7925-klein

  • die erste Reise wird vom 25. Mai bis zum 1. Juni  stattfinden und Cornwall zum Ziel haben. Weitere Informationen zu dieser Reise finden Sie hier.
  • die zweite Reise findet vom 27.06. bis zum 04.07. nach Schweden statt. Ausführliche Informationen finden Sie hier.
  • die dritte Reise wird vom 03.08. bis zum 06.08. nach Mecklenburg-Vorpommern und Rügen führen. Ausführliche Informationen zu dieser Reise finden Sie hier.

Alle drei Reisen finden in Zusammenarbeit mit dem Reiseunternehmen Schmätjen statt. Weitere Informationen zu den Gartenreisen folgen in Kürze. Berichte von meinen Gartenreisen 2016 finden Sie hier.

Gartenkunst und Gartenlust in Potsdam und Berlin – ein kurzer Bericht

k-IMG_3879Meine letzte diesjährige Gartenreise führte uns vom 11. bis zum 14. August nach Potsdam und Berlin. Bereits auf dem Weg dorthin machten wir einen ersten Gartenbesuch bei Frau Warnat in Geitelde bei Braunschweig. Das Wetter war noch grau und kühl, aber der reich bestückte Staudengarten von Frau Warnat, der sich über zwei Grundstücke mitten im Dorf erstreckte, ließ das bald vergessen, zumal die Gartenbesitzerin und ihr Mann uns zu unserem mitgebrachten Picknick mit Kaffee und Tee versorgten.

k-IMG_3900Der nächste Garten am Rande von Spandau rief die Geschichte der deutsch-deutschen Trennung in Erinnerung, liegt er doch in der ehemaligen Exklave Eiskeller, und man erreicht ihn nur über den ehemaliegen Grenzpatroullienweg. Das Ehepaar Lüdke hat auf mehreren Wochenendgrundstücken einen vielfältigen Garten voller Besonderheiten angelegt. Beeindruckend waren vor allem die vielen Phloxe, deren Hauptblütezeit zwar vorbei war, die aber immer noch den Garten bestimmten.

In Potsdam bezogen wir am Abend unser Hotel, das inmitten der Altstadt gleich gegenüber dem Holländischen Viertel gelegen war und dessen Lage abendliche Spaziergänge durch die historischen Straßen Potsdams ermöglichte.

k-IMG_3941Am nächsten Morgen besuchten wir zunächst den Garten des Ehepaares Näser und bekamen das Lebenswerk zweier Gartenenthusiasten zu sehen, die ihre Gärtner-Laufbahn vor vielen Jahren in der nahe gelegenen Foersterschen Gärtnerei als Praktikanten begonnen hatten. Dr. Näser ist Staudenexperte und hat selbst etliche Sorten gezüchtet. Seine Frau ist eine große Liebhaberin von Fuchsien, die in über 100 prächtigen Exemplaren in Kübeln im ganzen Garten verteilt waren.

k-IMG_3952Nicht weit davon entfernt befindet sich der Garten von Karl Foerster mit seinem berühmten englisch inspirierten Senkgarten auf, der sich in hochsommerlicher Pracht zeigte. In der Staudengärtnerei gleich nebenan wurde manche Mitreisende schwach, so dass sich der Gepäckraum des Busses zunehmend mit Stauden füllte.

k-IMG_3966Den Park von Sanssouci mit dem Lustschloss Friedrichs II. und den berühmten Weinbergsterrassen nutzten wir für eine ausgedehnte Mittagspause. Danach gab es  genügend Zeit, den barocken Park mit den darin verteilten Schlossgebäuden sowie den ausgedehnten von Peter Josef Lenné gestalteten Landschaftsgarten zu erwandern .

k-IMG_4002Zum Abschluss des Tages ging es noch auf das Belvedere auf dem Pfingstberg, das von Friedrich Wilhelm IV. geplant worden war und – wenn auch in deutlich bescheideneren Ausmaßen – von Wilhelm I. vollendet wurde. Der Pfingstberg ist einer der weniger bekannten Orte in Potsdam, und das Belvedere wurde erst Ende der 90er Jahre vollständig restauriert. Von hier aus hat man einen wundervollen Blick auf die Stadt und die Havellandschaft.

k-IMG_4013Der dritte Tag unserer Reise führte uns nach Berlin, wo wir zunächst die ‚Gärten der Welt‘ in Marzahn besuchten. Für viele Mitreisende dürfte es eine Überraschung gewesen sein, am Rande einer Plattenbausiedlung diesen Park mit seinen zahlreichen überzeugenden Beispielen von Gärten anderer Kulturen vorzufinden. Besonders beeindruckend waren der Islamische Garten, der Chinesische Garten, der Japanische Garten und der Koreanische Garten.

k-IMG_4081Der Weg von Marzahn nach Dahlem bot uns die Möglichkeit einer Stadtrundfahrt, auf der die Ausdehnung und die Unterschiedlichkeit der einzelnen Stadtteile Berlins deutlich wurden. In Dahlem besuchten wir den weitläufigen Botanischen Garten mit seinen großen Gewächshäusern und dem BotanischenMuseum.

k-IMG_4104Danach ging es in die gleich nebenan gelegene ‚Königliche Gartenakademie‘ von Gabreiella Pape. Hier gab es neben qualitätsvollen Gerätschaften für den Garten auch interessante Schaupflanzungen und -gärten zu sehen, wie den erst kürzlich angelegten Japanischen Garten, und nicht zuletzt ein verlockendes Angebot von Pflanzen für den eigenen Garten zu Hause. Im Schatten alter Bäume stärkte sich die Gruppe abschließend bei Kaffee und Kuchen im Gartencafé, bevor es zurück ins Hotel ging.

k-IMG_4121An unserem letzten Tag besuchten wir zunächst noch den Garten des Gatrenhistorikers und Landschaftsarchitekten Clemens Alexander Wimmer in Potsdam. Herr Dr. Wimmer hat hinter seinem historischen Haus einen Garten mit vielfältigen historischen Anklängen angelegt, dessen Gestaltungsideen er uns eingangs erläuterte.

k-IMG_4129Von hier aus ging es noch zur Villa und zum Garten von Max Liebermann am Wannsee, die der Maler in vielen seiner Bilder festgehalten hat. Die Max-Liebermann-Gesellschaft hat sich große Mühe gegeben, insbesondere den Garten in den Zustand zurück zu versetzen, den die Bilder Max Liebermanns zeigen.

Danach brachen wir voll der unterschiedlichsten Eindrücke wieder zurück nach Bremen auf, und mancher Reisegast mag sich gefragt haben, ob wir wirklich nur vier Tage unterwegs waren.

Sommeräpfel

Inzwischen ist die Zeit der Pflaumen, ersten Birnen und Sommeräpfel gekommen, und von letzteren gibt es mehr, als die meisten Menschen denken. Den Klarapfel oder Augustapfel kennt fast jeder, aber Schöner aus Bath und Irish Peach, die fast gelichzeitig oder kurz danach reifen, sin wohl nur dn Wenigsten bekannt.

Mittlerweile sind schon die etwas späteren Sommeräpfel reif, wie z. B. die dänische Sorte Skovfoget (Waldvogt), der Englische Scharlachpepping (wenn überhaupt ein Apfel die Farbbetzeichnung ‚Scharlach‘ verdient hat, dann dieser), Duchess Favourite, ebenfalls aus England, und der Sommergoldpepping, der für einen Sommerapfel erstaunlich aromatisch ist. Sommeräpfel

Es gibt also auch bei den Sommeräpfeln eine erstaunliche Vielfalt zu probieren und außerdem endlich wieder die Gelegenheit, nach Herzenslust mit Äpfeln zu kochen und backen, wie z. B. das folgende englische Dessert

Apfelschnee (apple snow)

Zutaten: ca. 750 g säuerliche Äpfel (um diese Jahreszeit z. B. Klaräpfel, Englischer Scharlachpepping, Filippa, Gravensteiner), 1/2 Zimtstange, Zucker nach Belieben, 2 Eiweiß, etwas Sahne oder Joghurt nach Belieben

Die Äpfel schälen und das Kerngehäuse entfernen, mit Zimtstange und Zucker nach Belieben zu Mus kochen (je säuerlicher die Äpfel sind, desto besser geht das), evtl. noch etwas glatt rühren. Die Eiweiß zu steifem Schnee schagen und unter die Äpfel ziehen. Nach Belieben noch etwas steif geschlagene Sahne oder (etwas weniger kalorienreich) Joghurt unterziehen. Zusammen mit Löffelbiskuits, Amaratti oder Cantiuccini als Dessert sevieren.

Tipp: die meisten alten Apfelsorten von der Streuobstwiese haben so viel Säure, dass man sich den in vielen Rezepten empfohlenen Zitronensaft sparen kann.

‚Stauden- und Gräserfülle rund um den Plöner See‘ – ein kurzer Bericht

Mein dritter diesjähriger Garten-Tagesausflug führte uns in die Holsteinische Schweiz, wo drei Gärten in und um Plön unser Ziel waren.

k-IMG_3801Zunächst ging es zu Marion Heine, deren 1200 qm großer Garten sich auf einem ansteigenden Gelände hinter dem Haus befindet. Den heftigen Regenguss zu Beginn unseres Besuches überbrückte die Gastgeberin mit interessanten Informationen über Plön und die Geschichte ihres Gartens. Glücklicherweise ließ der Regen bald nach, so dass wir den Garten bei schönstem Sonnenschein genießen konnten, bevor uns ein weiterer Schauer zum Aufbruch drängte. Durch eine geschickte Gliederung hat Marion Heine auf dem schmalen Grundstück einen abwechslungsreichen Garten mit vielen Überraschungen und einer großen Pflanzenvielfalt angelegt.

k-IMG_3849Unser zweites Ziel war der Garten von Fenna Graf, der inzwischen durch zahlreiche Publikationen in Gartenmagazinen bekannt ist. Der über 10.000 qm große Garten, der aus zahlreichen Gartenräumen besteht, die sich um eine historische Hofanlage gruppieren, liegt wie eine Insel in der sanft hügeligen holsteinischen Landschaft. Die Gärtnerin vermittelte uns bei einem kurzen Gang durch den  Garten ihre Gestaltungsideen, danach konnte jeder den Garten selbst erkunden. Die Zeit reichte kaum, um die vielen Gartenräume zu betrachten und die ganze Vielfalt des Gartens aufzunehmen. Fenna Grafs Herkunft schlägt sich deutlich in ihrem Garten nieder, in dem sich die Besucher eher in Holland als in Deutschland wähnen. Charakteristisch ist ihre Verwendung großzügiger Gruppen ‚gut funktionierender‘ Stauden- und Gräsersorten. Dabei handelt es sich mehrheitlich nicht um Raritäten, sondern um Pflanzen, die durch ihre Formen, Strukturen oder Farben wirkungsvoll einen Beitrag zur Gestaltung des Gartens leisten.

Am Nachmittag statteten wir schließlich Gut Stockseehof einen Besuch ab, wo unser Augenmerk vor allem den ‚Kleinen Gärten‘ galt, Schaugärten, die jedes Jahr unter einem bestimmten Thema von Gartengestaltern angelegt werden und sik-IMG_3858ch den kritischen Augen einer Jury und der Besucher stellen. Es fiel angenehm auf, dass die Gärten trotz fortgeschrittener Jahreszeit in einem guten Pflegezustand waren – was bei solchen Schaugärten keineswegs selbstverständlich ist. Unter den vielfältigen Beiträgen befand sich auch ein Entwurf von Fenna Graf. Dieser überzeugte durch seine großzügige Verwendung von Gräsern und duftiger Prachtkerzen, Gaura, um ein formales Wasserbecken.