Uphuser Tietjenapfel – Apfel des Jahres 2017

Der Tietjenapfel aus Uphusen, einem Ortsteil der südlich an das Bremer Stadtgebiet angrenzenden Stadt Achim, wurde im Februar 2017 in Hamburg zum Apfel des Jahres ernannt. Die Apfelsorte mit dem süßsäuerlichen Geschmack und der typischen, leicht holzigen Note wurde Ende des 19. Jahrhunderts von dem Heimatdichter und Lehrer Friedrich Seebode in den Achimer Dünen gefunden und von ihm zusammen mit seinen Schülern im Schulgarten vermehrt. Bei dem Ursprungsbaum handelte es sich vermutlich um einen Zufallssämling, also einen nicht gezielt gezüchteten und angepflanzten Baum. Seebode Sortenportraet Tietjenapfelbenannte die Sorte nach seiner Frau, einer geborenen Tietjen. Da der Tietjenapfel robust und reich tragend ist und auch auf schlechten Sandböden wachsen kann, wurde er in einer Sortenliste der Landwirtschaftskammer Hannover von 1907 zum Anbau empfohlen und erlangte so eine gewisse Verbreitung im Achimer Raum.

Über die Jahre geriet der Tietjenapfel in Vergessenheit, und Ende der 90er Jahre wusste niemand, der sich für alte Obstsorten interessierte, ob noch letzte Bäume des Tietjenapfels existierten. 1999 kam Eckart Brandt auf die Idee, den Tietjenapfel anlässlich eines Apfelmarktes, den der BUND veranstaltete, über einen Zeitungsaufruf zu suchen. Tatsächlich meldete sich ein Herr Mühlenbruch, in dessen elterlichem Garten in Mahndorf, einem Bremer Stadtteil, der an Uphusen grenzt, noch zwei Exemplare der Sorte standen. Als sich noch eine weitere Person auf den Aufruf hin mit übereinstimmenden Früchten einfand, wurde klar, dass es sich bei beiden Muehlenbruchs&TietjenapfelFruchtproben offenbar um die gesuchten Tietjenäpfel handelte. Kurze Zeit später besuchte ich die Familie Mühlenbruch und ließ mir die Bäume in ihrem Garten zeigen.

Dass es den Tietjenapfel überhaupt noch gibt, haben wir Menschen wie den Mühlenbruchs zu verdanken. In ihrer Familie war es üblich, dass erwachsene Kinder, die das Haus verließen und eine eigene Familie gründeten, einen Apfelbaum mit auf den Weg bekamen. In ihrem Fall war das der selbst veredelte Tietjenapfel.

Nun, da wieder Originalbäume der Sorte gefunden worden waren, konnte aus geschnittenen Reisern neue Bäume gezogen werden, so dass die Sorte inzwischen wieder in einigen Baumschulen angeboten wird.

Auch auf meiner Obstwiese wachsen seit dieser Zeit Tietjenäpfel und tragen fast jedes Jahr zuverlässig. Die in der Literatur beschriebene Robustheit des Apfels hat sich bestätigt: selbst in ausgesprochen feuchten Jahren leidet die Sorte kaum unter Pilzerkrankungen wie Schorf.Uphuser Tietjenapfel

Eine schöne Zusammenfassung der älteren und jüngeren Geschichte des Tietjenapfels findet sich im Jahresheft des Pomologen-Vereins, Jahrgang 2016, von Uwe Ciesla, das hier zu beziehen ist.

 

 

Gartenreisen 2017

Haben Sie Lust auf eine Reise ins Mekka aller Gartenliebhaber? Möchten Sie lieber wenig bekannte Gärten in Skandinavien entdecken? Oder steht Ihnen der Sinn nach ländlichen Gärten in Deutschlands Nordosten?

Für die Gartenreise-Saison 2017 plane ich 3 Reisen:dscn7925-klein

  • die erste Reise wird vom 25. Mai bis zum 1. Juni  stattfinden und Cornwall zum Ziel haben. Weitere Informationen zu dieser Reise finden Sie hier.
  • die zweite Reise findet vom 27.06. bis zum 04.07. nach Schweden statt. Ausführliche Informationen finden Sie hier.
  • die dritte Reise wird vom 03.08. bis zum 06.08. nach Mecklenburg-Vorpommern und Rügen führen. Ausführliche Informationen zu dieser Reise finden Sie hier.

Alle drei Reisen finden in Zusammenarbeit mit dem Reiseunternehmen Schmätjen statt. Weitere Informationen zu den Gartenreisen folgen in Kürze. Berichte von meinen Gartenreisen 2016 finden Sie hier.

Gartenkunst und Gartenlust in Potsdam und Berlin – ein kurzer Bericht

k-IMG_3879Meine letzte diesjährige Gartenreise führte uns vom 11. bis zum 14. August nach Potsdam und Berlin. Bereits auf dem Weg dorthin machten wir einen ersten Gartenbesuch bei Frau Warnat in Geitelde bei Braunschweig. Das Wetter war noch grau und kühl, aber der reich bestückte Staudengarten von Frau Warnat, der sich über zwei Grundstücke mitten im Dorf erstreckte, ließ das bald vergessen, zumal die Gartenbesitzerin und ihr Mann uns zu unserem mitgebrachten Picknick mit Kaffee und Tee versorgten.

k-IMG_3900Der nächste Garten am Rande von Spandau rief die Geschichte der deutsch-deutschen Trennung in Erinnerung, liegt er doch in der ehemaligen Exklave Eiskeller, und man erreicht ihn nur über den ehemaliegen Grenzpatroullienweg. Das Ehepaar Lüdke hat auf mehreren Wochenendgrundstücken einen vielfältigen Garten voller Besonderheiten angelegt. Beeindruckend waren vor allem die vielen Phloxe, deren Hauptblütezeit zwar vorbei war, die aber immer noch den Garten bestimmten.

In Potsdam bezogen wir am Abend unser Hotel, das inmitten der Altstadt gleich gegenüber dem Holländischen Viertel gelegen war und dessen Lage abendliche Spaziergänge durch die historischen Straßen Potsdams ermöglichte.

k-IMG_3941Am nächsten Morgen besuchten wir zunächst den Garten des Ehepaares Näser und bekamen das Lebenswerk zweier Gartenenthusiasten zu sehen, die ihre Gärtner-Laufbahn vor vielen Jahren in der nahe gelegenen Foersterschen Gärtnerei als Praktikanten begonnen hatten. Dr. Näser ist Staudenexperte und hat selbst etliche Sorten gezüchtet. Seine Frau ist eine große Liebhaberin von Fuchsien, die in über 100 prächtigen Exemplaren in Kübeln im ganzen Garten verteilt waren.

k-IMG_3952Nicht weit davon entfernt befindet sich der Garten von Karl Foerster mit seinem berühmten englisch inspirierten Senkgarten auf, der sich in hochsommerlicher Pracht zeigte. In der Staudengärtnerei gleich nebenan wurde manche Mitreisende schwach, so dass sich der Gepäckraum des Busses zunehmend mit Stauden füllte.

k-IMG_3966Den Park von Sanssouci mit dem Lustschloss Friedrichs II. und den berühmten Weinbergsterrassen nutzten wir für eine ausgedehnte Mittagspause. Danach gab es  genügend Zeit, den barocken Park mit den darin verteilten Schlossgebäuden sowie den ausgedehnten von Peter Josef Lenné gestalteten Landschaftsgarten zu erwandern .

k-IMG_4002Zum Abschluss des Tages ging es noch auf das Belvedere auf dem Pfingstberg, das von Friedrich Wilhelm IV. geplant worden war und – wenn auch in deutlich bescheideneren Ausmaßen – von Wilhelm I. vollendet wurde. Der Pfingstberg ist einer der weniger bekannten Orte in Potsdam, und das Belvedere wurde erst Ende der 90er Jahre vollständig restauriert. Von hier aus hat man einen wundervollen Blick auf die Stadt und die Havellandschaft.

k-IMG_4013Der dritte Tag unserer Reise führte uns nach Berlin, wo wir zunächst die ‚Gärten der Welt‘ in Marzahn besuchten. Für viele Mitreisende dürfte es eine Überraschung gewesen sein, am Rande einer Plattenbausiedlung diesen Park mit seinen zahlreichen überzeugenden Beispielen von Gärten anderer Kulturen vorzufinden. Besonders beeindruckend waren der Islamische Garten, der Chinesische Garten, der Japanische Garten und der Koreanische Garten.

k-IMG_4081Der Weg von Marzahn nach Dahlem bot uns die Möglichkeit einer Stadtrundfahrt, auf der die Ausdehnung und die Unterschiedlichkeit der einzelnen Stadtteile Berlins deutlich wurden. In Dahlem besuchten wir den weitläufigen Botanischen Garten mit seinen großen Gewächshäusern und dem BotanischenMuseum.

k-IMG_4104Danach ging es in die gleich nebenan gelegene ‚Königliche Gartenakademie‘ von Gabreiella Pape. Hier gab es neben qualitätsvollen Gerätschaften für den Garten auch interessante Schaupflanzungen und -gärten zu sehen, wie den erst kürzlich angelegten Japanischen Garten, und nicht zuletzt ein verlockendes Angebot von Pflanzen für den eigenen Garten zu Hause. Im Schatten alter Bäume stärkte sich die Gruppe abschließend bei Kaffee und Kuchen im Gartencafé, bevor es zurück ins Hotel ging.

k-IMG_4121An unserem letzten Tag besuchten wir zunächst noch den Garten des Gatrenhistorikers und Landschaftsarchitekten Clemens Alexander Wimmer in Potsdam. Herr Dr. Wimmer hat hinter seinem historischen Haus einen Garten mit vielfältigen historischen Anklängen angelegt, dessen Gestaltungsideen er uns eingangs erläuterte.

k-IMG_4129Von hier aus ging es noch zur Villa und zum Garten von Max Liebermann am Wannsee, die der Maler in vielen seiner Bilder festgehalten hat. Die Max-Liebermann-Gesellschaft hat sich große Mühe gegeben, insbesondere den Garten in den Zustand zurück zu versetzen, den die Bilder Max Liebermanns zeigen.

Danach brachen wir voll der unterschiedlichsten Eindrücke wieder zurück nach Bremen auf, und mancher Reisegast mag sich gefragt haben, ob wir wirklich nur vier Tage unterwegs waren.

Sommeräpfel

Inzwischen ist die Zeit der Pflaumen, ersten Birnen und Sommeräpfel gekommen, und von letzteren gibt es mehr, als die meisten Menschen denken. Den Klarapfel oder Augustapfel kennt fast jeder, aber Schöner aus Bath und Irish Peach, die fast gelichzeitig oder kurz danach reifen, sin wohl nur dn Wenigsten bekannt.

Mittlerweile sind schon die etwas späteren Sommeräpfel reif, wie z. B. die dänische Sorte Skovfoget (Waldvogt), der Englische Scharlachpepping (wenn überhaupt ein Apfel die Farbbetzeichnung ‚Scharlach‘ verdient hat, dann dieser), Duchess Favourite, ebenfalls aus England, und der Sommergoldpepping, der für einen Sommerapfel erstaunlich aromatisch ist. Sommeräpfel

Es gibt also auch bei den Sommeräpfeln eine erstaunliche Vielfalt zu probieren und außerdem endlich wieder die Gelegenheit, nach Herzenslust mit Äpfeln zu kochen und backen, wie z. B. das folgende englische Dessert

Apfelschnee (apple snow)

Zutaten: ca. 750 g säuerliche Äpfel (um diese Jahreszeit z. B. Klaräpfel, Englischer Scharlachpepping, Filippa, Gravensteiner), 1/2 Zimtstange, Zucker nach Belieben, 2 Eiweiß, etwas Sahne oder Joghurt nach Belieben

Die Äpfel schälen und das Kerngehäuse entfernen, mit Zimtstange und Zucker nach Belieben zu Mus kochen (je säuerlicher die Äpfel sind, desto besser geht das), evtl. noch etwas glatt rühren. Die Eiweiß zu steifem Schnee schagen und unter die Äpfel ziehen. Nach Belieben noch etwas steif geschlagene Sahne oder (etwas weniger kalorienreich) Joghurt unterziehen. Zusammen mit Löffelbiskuits, Amaratti oder Cantiuccini als Dessert sevieren.

Tipp: die meisten alten Apfelsorten von der Streuobstwiese haben so viel Säure, dass man sich den in vielen Rezepten empfohlenen Zitronensaft sparen kann.

‚Stauden- und Gräserfülle rund um den Plöner See‘ – ein kurzer Bericht

Mein dritter diesjähriger Garten-Tagesausflug führte uns in die Holsteinische Schweiz, wo drei Gärten in und um Plön unser Ziel waren.

k-IMG_3801Zunächst ging es zu Marion Heine, deren 1200 qm großer Garten sich auf einem ansteigenden Gelände hinter dem Haus befindet. Den heftigen Regenguss zu Beginn unseres Besuches überbrückte die Gastgeberin mit interessanten Informationen über Plön und die Geschichte ihres Gartens. Glücklicherweise ließ der Regen bald nach, so dass wir den Garten bei schönstem Sonnenschein genießen konnten, bevor uns ein weiterer Schauer zum Aufbruch drängte. Durch eine geschickte Gliederung hat Marion Heine auf dem schmalen Grundstück einen abwechslungsreichen Garten mit vielen Überraschungen und einer großen Pflanzenvielfalt angelegt.

k-IMG_3849Unser zweites Ziel war der Garten von Fenna Graf, der inzwischen durch zahlreiche Publikationen in Gartenmagazinen bekannt ist. Der über 10.000 qm große Garten, der aus zahlreichen Gartenräumen besteht, die sich um eine historische Hofanlage gruppieren, liegt wie eine Insel in der sanft hügeligen holsteinischen Landschaft. Die Gärtnerin vermittelte uns bei einem kurzen Gang durch den  Garten ihre Gestaltungsideen, danach konnte jeder den Garten selbst erkunden. Die Zeit reichte kaum, um die vielen Gartenräume zu betrachten und die ganze Vielfalt des Gartens aufzunehmen. Fenna Grafs Herkunft schlägt sich deutlich in ihrem Garten nieder, in dem sich die Besucher eher in Holland als in Deutschland wähnen. Charakteristisch ist ihre Verwendung großzügiger Gruppen ‚gut funktionierender‘ Stauden- und Gräsersorten. Dabei handelt es sich mehrheitlich nicht um Raritäten, sondern um Pflanzen, die durch ihre Formen, Strukturen oder Farben wirkungsvoll einen Beitrag zur Gestaltung des Gartens leisten.

Am Nachmittag statteten wir schließlich Gut Stockseehof einen Besuch ab, wo unser Augenmerk vor allem den ‚Kleinen Gärten‘ galt, Schaugärten, die jedes Jahr unter einem bestimmten Thema von Gartengestaltern angelegt werden und sik-IMG_3858ch den kritischen Augen einer Jury und der Besucher stellen. Es fiel angenehm auf, dass die Gärten trotz fortgeschrittener Jahreszeit in einem guten Pflegezustand waren – was bei solchen Schaugärten keineswegs selbstverständlich ist. Unter den vielfältigen Beiträgen befand sich auch ein Entwurf von Fenna Graf. Dieser überzeugte durch seine großzügige Verwendung von Gräsern und duftiger Prachtkerzen, Gaura, um ein formales Wasserbecken.

Bericht von der Garten-Tagesfahrt ‚Holländische Garten-Leckerbissen‘

Garten Inez van SchooneveldtMein zweiter diesjähriger Garten-Tagesausflug führte uns am 10. Juli wieder einmal nach Holland in die Provinz Groningen. Hier gibt es so viele interessante Gärten zu entdecken, dass die Auswahl beinahe schwer fällt. Auch dieses Mal standen sehr unterschiedliche Gärten auf dem Programm.

Den Anfang machte der Hausgarten von Inez van Schooneveld. Mit vielen Ideen und guten Pflanzenkombinationen hat sie vor einigen Jahren begonnen, ihren etwa 1000 qm großen Garten umzugestalten. Inez hatte zum offenen Gartentag eingeladen, und so kamen neben unserer Gruppe auch noch einige weitere Gäste, die, genau wie wir, mit Kaffee, Tee und Kuchen empfangen wurden.Im Wintergarten zeigte Inez außerdem eigene Keramikarbeiten.

Garten De Witte Wolk-2Mit 4000 qm um einiges größer war der Garten ‚De Witte Wolk‘ von Theo und Nirad Verbeek-Hemskerk. Die weitläufige Anlage unter großen Bäumen lud zum Meditieren ein und bot gleichzeitig überraschende Gestaltungsideen. Nirad führte uns durch den Garten und erläuterte ihre ganz persönliche Herangehensweise an die Gartengestaltung.

Den Abschluss unseres Ausflugs machte der Garten von Jan F. Nauta und Sible de Blauuw, der sich mit seiner klaren architektonischen Struktur deutlich von den beiden bisher besuchten Gärten abhob. Dabei fehlten in diesem Garten keineswegs blütenreiche Pflanzen und üppige Stauden-Kombinationen, die durch die exakt geschnittenen Formschnittelemente den passenden Rahmen erhielten.Garten Nauta en Blaauw

Bericht von der Garten-Tagesfahrt ‚Rosen, Buchs und Staudenfülle‘

Am 18. Juni fand meine erste diesjährige Garten-Tagesfahrt statt. An diesem Tag mussten wir nicht weit fahren, um drei ausgesprochen schöne Gärten zu besuchen.IMG_3555

Den Anfang machte der Garten des Ehepaares Henke / Jung in Achim. Auch wenn die Rosenblüte zu Renate Jungs Bedauern ihren Zenit überschritten hatte, präsentierte sich der Garten mit seinen klaren Linien, den unterschiedliche, immer wieder anders gestalteten Bereichen von formal bis naturhaft und der wunderbaren Lage auf  das Schönste. Hier war die Zeit fast ein wenig knapp, um alle Einzelheiten dieses Gartens angemessen zu würdigen.IMG_3561

Aber, es standen ja noch zwei weitere Gärten auf dem Programm. Im zweiten Garten von Lieselotte Schulze war der prägende sinnliche Eindruck der betörende Duft der vielen Rosen, welche die ganze Leidenschaft seiner Besitzerin sind und den Bauerngarten rund um das alte Hofensemble in ihrer ganzen Vielfalt ausfüllten.Rosengarten Schulze

Der dritte Garten machte den Besuchern deutlich, was im Garten alles möglich ist. Anregungen für die unterschiedlichen Gartenräume wie den Senkgarten, den Gräsergarten und den Bauerngarten hat sich das Ehepaar Scheele in Engand geholt, doch die Umsetzung im eigenen Garten ist auf eine sehr persönliche Weise geschehen. Zum Abschluss dieses Gartenbesuches gab es frischen Butterkuchen und frisches Brot aus dem Holzbackofen, der extra für die Gruppe angeheizt worden war.Gräsetrgarten

Impressionen von der Gartenreise „Frühling in der Toskana“

Bereits im April fand meine erste diesjährige Gartenreise mit Ziel Toskana statt, auf der eine Vielzahl historischer Gärten und Villen sowie Städte wie Florenz, Lucca und Siena, eine liebliche Landschaft und nicht zuletzt die hervorragende Küche der Region auf dem Reiseplan standen.

Mit dem Zug ging es zunächst nach München und von dort aus mit dem Bus über die Alpen, wo wir am ersten Abend den Garten im Schatten des Paradeis des Weingutes Lageder erreichten. Diesen Gartenbesuch schlossen wir mit einem Gläschen ausgezeichneten Weines ab und stimmten uns so auf die weitere Reise ein.

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eine beeindruckende weiße Wisteria beim Weingut Lageder

Am nächsten Morgen fuhren wir weiter nach Süden. Im toskanischen Apennin machten wir einen Mittagsstopp im Agrituriosmo Massoserpente, wo wir bei einem reichlichen Mittagessen eine erste Begegnung mit der ausgezeichneten toskanischen Küche hatten.

Massoserpente

„Pranzo toscano“ – Mittagessen auf toskanische Art

Danach stand ein Besuch der Villa Gamberaia mit ihrem überaus harmonischen Garten mit dem berühmten Wasser-Parterre auf dem Programm.

Villa Gamberaia

Das berühmte Wasserparterre der Villa Gamberaia“

Der nächste Tag stand ganz im Zeichen der Medici-Villen und führte uns nach Florenz. Der erste Besuch galt der Villa Medicea di Castello mit ihrer enormen Sammlung an Zitrusfrüchten in Terracotta-Kübeln und dem ursprünglich von Tribolo geplanten Rennaissance-Garten.

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eine historische Zitrussorte aus der Agrumi-Sammlung der Villa Medicea di Castello

In der etwas oberhalb gelegenen Medici-Villa La Petraia waren es vor allem das Innere der einst von König Vittorio-Emmanuele bewohnten Räume und die Garten-Darstellungen von Giusto Utens, die den Besuch hier so spannend machten.

La Petraia

Der mit einem Glasdach überspannte Innenhof der Villa La Petraia

Nach diesen Gartenbesuchen machten wir einen Abstecher zum Weingut La Fattoria di Bacchereto, wo uns Besitzerin Rossella Bencini in ihrem Haus aus dem 17. Jahrhundert mit einem köstlichen Mittagsimbiss empfing und voller Begeisterung über ihre Weine, den Carmignano und den Vin Santo, erzählte, bevor wir uns von ihrer ausgezeichneten Qualität selbst überzeugen durften.

Fattoria di Bacchereto

Blick auf die Olivenöl-Krüge der Fattoria di Bacchereto

In der Nähe von Lucca liegt die Villa Reale di Marlia, in der einst die Schwester Napoleons, Elisa Baciocchi, residierte und zusätzlich zu der vorhandenen barocken Anlage einen Landschaftsgarten anlegen ließ.

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Die Grotte des Pan im Garten der Villa Reale di Marlia

Der Nachmittag stand dann für einen ausgiebigen Stadtbesuch in Lucca zur Verfügung. Hier genossen die Reiseteilnehmer nicht nur den Sonnenschein in Palazzo und Giardino Pfanner, sondern auch den Bummel durch die historische Stadt mit ihren vollständig erhalten gebliebenen Stadtmauern.

Palazzo Pfanner

Palazzo Pfanner in Lucca

Mit dem Zug erreichten wir am Folgetag Florenz, wo wir nach einer Stadtführung den am Arnohang liegenden Giardino Bardini besuchten, von dem aus man einen atemberaubenden Blick auf den Dom und die Altstadt von Florenz hat.

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Blick vom Giardino Bardini auf den Dom von Florenz

Danach ging es in den Giardino di Boboli, der einst für Eleonore von Toledo, die Frau Cosimo I. de‘ Medici, angelegt worden war.

Boboli

Der mit Zitrustöpfen bestandene Isolotto im Giardino di Boboli

Von unserem Hotel aus noch einmal in Richtung Lucca liegt die Villa Torrigiani, deren Garten ebenso wie die einstmals schlichte Renaissance-Fassade im 17. Jahrhundert von ihrem Besitzer nach dem Geschmack des französischen Barock umgestaltet worden war.

Villa Torrigiani

Die Villa Torrigiani mit ihrer barocken Fassade

Nach einem wiederum köstlichen – und typisch toskanischen – Mittagsimbiss wurden wir im Gartenbaubetrieb Oscar Tintori bewirtet. Danach wurde uns die ganze Vielfalt der historischen Zitrussorten präsentiert, die in den Gärten der Medici eine so bedeutende Rolle gespielt hat. Wohl kaum einer der Mitreisenden hatte mit einer solche Sortenvielfalt in dieser Pflanzengruppe gerechnet.

Oscar Tintori

bei Oscar Tintori hängt der Himmel voller Zitronen

Danach führte uns der Weg durch die wunderschöne Landschaft des Chianti in Richtung Siena. Auf dem Weg statteten wir dem Terracotta-Fabrikanten Cotto-Ref einen Besuch ab und ließen uns die Kunst der Herstellung von Terracotta-Kübeln zeigen, bevor wir unser Hotel am Fuße der historischen Festung von Monteriggioni bezogen.

Cotto Ref

die Terracotta-Ausstellung von Cotto Ref in Impruneta

Am nächsten Morgen galt unser Besuch der Villa Chigi in Cetinale. Hier beeindruckte die Reisenden nicht nur die steile Treppe und der grandiose Ausblick von der hoch über dem Garten gelegenen Einsiedelei, sondern auch der perfekt gepflegte Garten, in dem sich Stilelemente italiensicher Renaissancegärten mit solchen aus englischen Gärten des 20. Jahrhunderts auf harmonische Weise mischen.

Villa Chigi

im Garten der Villa Chigi in der Nähe von Siena

Danach besuchten wir Siena mit seinem hufeisenförmigen Hauptplatz, der Piazza del Campo, und dem beeindruckenden Dom.

Siena

Piazza del Campo in Siena

Am nächsten Morgen statteten wir zunächst Monteriggioni einen Besuch ab. Die Festung war einst von den Sienesen zur Verteidigung gegen die Florentiner gebaut worden.

Monteriggioni

Blick auf die Festungsmauern von Monteriggioni

Danach fuhren wir nach Fiesole und hatten von der Villa Medici aus einen grandiosen Blick auf Florenz, genauso wie es der Architekt der Villa, Michelozzi, bereits im 15. Jahrhundert geplant hatte.

Villa Medici Fiesole

Villa Medici in Fiesole mit atemberaubender Lage

Nach einer ausgiebigen Mittagspause und der Gelegenheit, in einem der zahlreichen Restaurants bei schönstem Sonnenschein unter freiem Himmel noch einmal die toskanische Küche zu genießen, ging es mit Zwischenstopp in Verona über München zurück nach Bremen, wohin wir (zumindest für den folgenden Tag) ein wenig toskanischen Sonnenschein mitbrachten.

Weitere Einzelheiten zum Reiseablauf der Reisen finden Sie unter Termine.

Neues aus dem Garten

Bis spät in den Herbst des letzten Jahres hinein verrichtete der Buchspilz, Cylindriocladium buxicola, bei mir im Garten sein Zerstörungswerk. So musste fast der gesamte Buchs aus dem Garten weichen. Den Rahmen um meinen Kräutergarten hatte ich bis auf die beiden Kugeln am Eingang bereits Jahr davor entfernt.

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Im Herbst mussten dann auch diese weichen, so dass der Kräutergarten nun gänzlich ohne Rahmen war.

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Auch die große „Buchswolke“ vor dem Haus bot seit dem Sommer keinen schönen Anblick mehr.

geschaedigter-Buchs

Hier war das Roden ein geradezu historisches Ereignis, hatte ich diesen Buchs doch bereits bei meinem Einzug vor 24 Jahren im Garten vorgefunden.

Niels rodet den Buchs

Niels gräbt den Buchs aus

Inzwischen ist die Buchsumrandung des Kräutergartens durch Zwergeiben ersetzt worden.

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Ist der neue Rahmen auch noch klein, so ist die Wirkung doch ganz erstaunlich.

Kraeutergarten-mit-Eibe-von-oben

So machte es auch wieder Freude, im Kräutergarten zu arbeiten und Neus zu pflanzen. Das Ergebnis ist sehr befriedigend.

Kraeutergarten Juni 2016

der Kräutergarten im Juni