Garten- und Kulturreise ins Elsass und an den Oberrhein

Anfang Juni startete in diesem Jahr unsere, das heißt Nicola Hahns und meine, erste Garten- und Kulturreise. Das Ziel war die Region beidseits des Oberrheins, also sowohl auf deutscher als auch auf französischer Seite. Besonders im Elsass verbinden sich die Einflüsse beider Länder in der Architektur, den Traditionen, der Küche und der Sprache zu einer eigenen kulturellen Identität und machen die Region daher besonders interessant, so dass wir es uns zum Ziel gesetzt hatten, diese zu entdecken.

Die Altstadt von Colmar

Am ersten Tag der Reise führte unser Weg bis ins hessische Seligenstadt, direkt an der bayrischen Grenze gelegen, wo wir das gleichnamige Benediktinerkloster mit seinem hervorragend restaurierten Barockgarten besichtigten. Während einer kenntnisreichen Führung durch die Gebäude und den Garten erfuhren wir interessante Details über die Geschichte dieses Ortes und das Leben seiner Bewohner. Unsere erste Nacht verbrachten wir mitten im Zentrum des idyllisch am Ufer des Mains gelegenen Ortes.

Der Kräutergarten im Kloster Seligenstadt

Am folgenden Morgen ginng es weiter bis nach Colmar, wo wir für die nächsten Tage unser Quartier im Hotel Maison Turenne bezogen, das direkt am Rande der Altstadt gelegen ist. Auf dem Weg dorthin machten wir zunächst jedoch noch Halt in zwei Gärten. Bei dem ersten der beiden handelte es sich um den circa einen Hektar großen Garten der Familie Schott mit zahlreichen seltenen und ungewöhnlichen Gehölzen. Karl-Martin Schott führte uns kenntnisreich durch sein Schott-Land genanntes Arboretum, während seine Frau Ulrike für uns ein Buffet mit vielen unterschiedlichen Salaten bereitstellte, bei denen die meisten Zutaten aus dem eigenen Garten stammten.

Das Tor zu Schott-Land

Jenseits der französischen Grenze im Naturpark Ballon des Vosges besuchten wir den auf 600 m Höhe gelegenen Jardin de Trapelune von Madame Eyermann Boul, den sie mit vielen besonderen Gehölzen und Stauden um das ehemalige Haus eines Bauern und Bergarbeiters angelegt hat.

Im Garten Trapelune

Am Abend erreichten wir dann Colmar, wo wir uns in einem traditionellem Lokal mit der elsässischen Küche vertraut machten.

Fachwerkhäuser an der Lauch in Colmar

Der nächste Morgen führte uns zurück nach Deutschland ins Breisgau, wo wir Ursulas Garten in Niedertal besuchten. Hier hat die Gärtnerin einen staudenreichen Garten nach ihren ganz persönlichen Vorstellungen angelegt, in dem es zahlreiche Sitzplätze für unseren Mittagsimbiss aus gartenfrischem Salat und einer köstlichen Gemüsequiche gab.

in Ursulas Garten

Am Nachmittag sollte es eigentlich in die Fondation Beyeler nach Basel gehen, doch erwies sich der Besuch dort als Enttäuschung, so dass wir kurzerhand den Piet Oudolf Garten auf dem Vitra-Gelände in Weil am Rhein besuchten mit seinen für den niederländischen Gartengestalter so typischen großzügigen Staudenpflanzungen. Zurück in Colmar probierten wir uns im Caveau Saint Pierre weiter durch die elsässische Küche.

der Piet Oudolf Garten auf dem Vitra-Gelände

Am folgenden Tag ging es in die entgegengesetzte Richtung hoch in die Vogesen, wo wir von kühlem nebeligen Wetter empfangen wurden, wie es in diesen Höhenlagen auch im Juni nicht selten ist. Wir besuchten den auf gut 1200 Höhenmetern gelegenen Jardin d’altitude du Haut Chitelet, einen botanischen Garten, in dem charakteristische Pflanzen aus den Vogesen, aber auch aus anderen Gebirgen der Welt in einer schön gestalteten und gut gepflegten Anlage versammelt sind.

über dem Jardin d’Altitude lag ein feiner Nebelschleier

Die nächste Station an diesem Tag war die Maison du Munster, wo wir alles über die Herstellung des gleichnamigen, für das Elsass so typischen Käses mit der charakteristischen Rotschmiererinde erfuhren und ihn in unterschiedlichen Reifestadien natürlich auch verkosten konnten. Zurück in Colmar begaben wir uns noch auf eine Kahnfahrt auf der Lauch und lernten die Stadt mit ihren zahlreichen Fachwerkhäusern aus dieser ungewöhnlichn Perspektive kennen.

Kahnfahrt auf der Lauch

Am folgeden Tag stand ein Ausflug nach Straßburg auf dem Programm. Hier bekamen wir eine kenntnisreiche Führung von Holger Schneider, der uns an Orte führte, die auch für Straßburgkenner wenig bekannt sind. Er hatte für uns viele interessante Informationen aus der Geschichte der Stadt parat – nicht zuletzt auch über die beiden imposanten Gingko-Bäume am Place de la République.

einer der beiden Gingkos am Place de la République

Auf dem Rückweg nach Colmar besuchten wir noch den Parc et Jardin de la Romance, einen liebevoll gestalteten Privatgarten im elsässischen Ohnenheim. Hier sorgte der Kontrast zwischen dem eher formal gestateten Gartenteil vor dem Haus zu dem informell gehaltenen parkähnlichen Gartenteil hinter dem Haus für eine interessante Spannung.

im parkartigen Teil des Jardin de la Romance

Bevor wir Colmar wieder erreichten, gab es an diesem Tag noch eine Weinprobe in der nach Demeter-Standards bewirtschafteten Domaine Freyburger. Hier lernten wir die klassischen elsässischen Rebsorten kennen, wie Riesling und Gewürztaminer, und durften uns durch die verschiedenen Weine probieren, die auf diesem Familienweingut gekeltert werden.

im Weinkeller der Domaine Freyburger

Der letzte Abend in Colmar wurde dann noch einmal zu einem kulinarischen Höhepunkt mit dem Besuch des Restaurants l’Arpege, wo wir perfekt zubereitete Köstlichkeiten serviert bekamen. Hier waren nicht nur die zubereiteten Gerichte von außergewöhnlicher Qualität, sondern auch das fantasievoll gestaltete Interieur des Restaurants und das freundliche Personal machten den Abend zu einem besonderen Erlebnis.

Blick in das l’Arpege

Am nächsten Morgen verließen wir Colmar und fuhren wieder zurück gen Norden, nicht jedoch ohne noch zwei Gärten im Elsass zu besuchen. Eine echte Überraschung für uns war Le Jardin de Marguerite, ein englisch inspirierter Garten mit einer großen Pflanzenvielfalt und einem Kiesgarten vor dem Haus.

im Jardin de la Marguerite

Weit über die Grenzen des Elsass hinaus bekannt ist die Ferme Bleue, der Blaue Hof. Rund um das im Hanauer Blau gestrichenen Hofgebäude, das für die protestantischen Dörfer des Elsass so typisch ist, haben Alain Soulier und Jean-Louis Cura verschiedene Gartenräume angelegt und thematisch sehr unterschiedlich gestaltet.

Im Hof der Ferme Bleue

In der Ferme Bleue durften wir neben dem schönen Garten auch noch einen vielfältigen Sonntags-Brunch genießen, der den Gartenbesuch aufs Schönste abrundete.

Brunch in der Ferme Bleue

Nach einer Übernachtung in Schriesheim bekamen wir am nächsten Vormittag von Chefgärtner Sean Caroll eine Führung durch den im Nachbarort Weinheim gelegenen, weithin vor allem für seine Präriepflanzungen bekannten Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof, bevor wir uns endgültig auf den Rückweg nach Bremen machten.

im Hermannshof führte uns Chefgärtner Sean Caroll

Rauwollertag in Clüverswerder

In diesem Jahr fand die traditionelle Herdbuchaufnahme mit Körung des neuen Jahrgangs der Pommerschen Landschafe in Niedersachsen das erste Mal auf dem Gut Clüverswerder bei Achim statt. Von Jens Rummel und vielen weiteren ehrenamtlichen Helfern perfekt vorbereitet, war es mit vielen Gästen und zahlreichen interessierten Züchtern ein schöner Auftakt für weitere zukünftige Schaftage an diesem passenden Ort.

Jährlingsbock Karl auf der Körbrücke (Foto: Karsten Klama)

Für mich war die Veranstaltung außerdem ausgesprochen erfolgreich: Ich konnte mich nicht nur darüber freuen, dass zwei meiner Jährlingsschafe in zwei von vier Altersklassen von den Preisrichterinnen Anke Mückenheim und Gunda Jung als das jeweils beste weibliche Schaf bestimmt wurden. Mein Jählingsbock Karl (Vater: Kasper aus der Zucht von Nils Supthut, Mutter: Maite) wurde außerdem bester Bock der Veranstaltung und darüber hinaus auch gleich noch Wollsieger über alle dort aufgetriebenen Schafe.

Die besten Böcke der Veranstaltung, ganz rechts Karl (Foto: Karin Höller)

Eine neue Wirkungsstätte wird Karl in einer Hütehaltung Pommerscher Landschafe in Dessau finden.

Bestes weibliches Schaf der Veranstaltung wurde ein sehr schönes, helles Jährlingsschaf von Nils Supthut.

Das weibliche Siegerschaf von Nils Supthut (Foto: Karin Höller)

Die Preise für die Siegertiere wurden dann mit einer Kutsche von Hardy Marienfeld transportiert, die ganz stilvoll von zwei seiner Schafböcke gezogen wurde.

Die von zwei Pommernschafböcken gezogene Kutsche von Hardy Marienfeld (Foto: Karin Höller)

Dieses erfreuliche Ergebnis passt gut zu meinem diesjährigen Jubiläum von 30 Jahren Herdbuchzucht Pommerscher Landschafe.

(Zwei Zeitungsartikel zu der Veranstaltung finden sich hier: Achimer Kurier, Achimer Kreisblatt)

Gartenreise nach Schottland

Nachdem meine letzte Gartenreise nach Schottland mittlweile 14 Jahre zurückliegt, war es endlich einmal wieder an der Zeit, dieses Land und seine Gärten ganz im Norden Großbritanniens aufzusuchen. Dass viele Garteninteressierte auf eine Gartenreise nach Schottland gewartet hatten, zeigte sich in den vielen Anmeldungen.

Am 5. Juli starteten wir von Bremen zum Fährhafen Amsterdams nach Ijmuiden, von wo uns die Nachtfähre ganz bequem in den Norden Englands nach Newcastle bringen sollte. Vorher unterbrachen wir die Anreise jedoch mit dem Besuch des Beukenhofs in der niederländischen Provinz Gelderland.

eine Staudenrabatte im Beukenhof

Hier beeindruckten die perfekt in Form geschnittenen Buchenhecken, die dem Garten seinen Namen geben und ihn in einzelne Räue gliedern, die mit einer großen Staudenvielfalt angefüllt sind. Die weitere Busfahrt nutzte ich, um, wie auf allen meinen Reisen, durch Vorlesen von Kurzgeschichten schottischer Autoren einen kleinen Einblick in die Literatur unseres Reiseziels Schottland zu geben.

Mach einer angenehmen, ruhigen Überfahrt erreichten wir am nächsten Morgen Newcastle upon Tyne, von wo uns der Weg entlang der Küste weiter gen Norden führte. Unser erstes Ziel an diesem Tag lag gerade noch in England: Holy Island mit Castle Lindisfarne, einst Klosterinsel, später ein miltärisch wichtiges Fort zur Verteidigung gegen die Schotten und schließlch von Arts & Crafts-Architekt Edwin Lutyens zu einem Ferienhaus umgebaut.

Castle Lindisfarne

Natürlich durfte selbst an diesem unwirtlichen Ort ein (kleiner) Garten nicht fehlen, in diesem Falle von keiner geringeren entworfen als der Arts & Crafts-Gartengestalterin Gertrude Jekyll. Vom Busparkplatz musste zunächst ein kleiner Fußweg zurückgelegt werden, der zusammen mit der Fahrt über den Gezeitendamm (die Insel ist nur bei Niedrigwasser ohne Boot erreichbar) den Eindruck des Entrücktseins dieses Ortes noch verstärkte.

der kleine Garten von Lindisfarne Castle

Am Nachmittag statteten wir Floors Castle am Grenzfluss Tweed noch einen Besuch ab. Hier waren wohl alle Mireisenden von der Üppigkeit der Staudenrabatten und den Ausmaßen des im Küchengarten angebauten Gemüses schwer beeindruckt. Die Frage, die sich allen stellte, lautete denn auch, welcher Dünger hier wohl verwendet würde.

Das Sommerhaus im Garten von Floors Castle

Abends erreichten wir unser Hotel in Edinburgh, das auf dem Campus der Universität direkt am Holyrood-Park lag, eine Lage, die zu morgendlichen Spaziergängen mit Panortamablick auf die Stadt geradezu einlud.

Blick auf Edinburgh

Der folgende Tag bescherte uns zunächst den Besuch von Shepherd House Garden.

Shepherd House Garden

Dieses intime Gartenkleinod am Stadtrand von Edinburgh, das ein Kaufmannshaus aus dem 17. Jahrhundert im niederländischen Stil umgibt, ist das Lebenswerk von Charly und Anne Fraser, beide bereits in den 90ern aber immer noch voller Energie, wenn es um ihren Garten geht. Nach einer Stadterkundung per Bus und zu Fuß hatten alle dann freie Zeit, um die Stadt im eigenen Rythmus und nach eigenen Bedürfnissen weiter erlaufen.

Charly und Anne Fraser

Am nächsten Morgen brachen wir weiter Richtung Norden auf. Unser erstes Ziel war der Garten von Hospitalfield House, heute eine private Kunstschule. Die Gestaltung des Gartens mit dem Kräutergarten knüpft an die Vergangenheit des Ortes im Mittelalter als Benediktiner-Spital an.

Hospitalfield House

Beeindruckend war vor allem die soziale Arbeit, die hier mit dem Garten gemacht wird. Der sinnliches Eindruck des Gartenbesuchs wurde aufs Angenehmste durch ein köstliches Lunch-Buffet im Glashaus Café ergänzt, zumal die meisten der Rohstoffe für die Gemüsequiches und Salate direkt aus dem Garten oder, im Falle der delikaten Erdbeertötchen, aus der näheren Umgebung stammten.

Zucchini-Quiche in Hospitalfield Garden

Bevor es weiter zu unserem Hotel in den Highlands ging, besuchten wir noch den Garten von Pitmuies House mit seinen überwältigenden Staudenrabatten, der sich ganz natürlich in die leicht hügelige Landschaft der Grafschaft Angus schmiegt.

Blick in den Garten von Pitmuies House

Für die nächste Nacht bezogen wir das Atholl Palace Hotel in Pitlochry, das mit seinem viktorianischen Charme, den dicklen Teppichböden und zahlreichen Polstermöbeln im Foyer in eine andere Zeit gehörte.

Das Atholl Palace Hotel

Der folgende Tag führte uns ganz an die Westküste Schottlands. Auf dem Weg dorthin standen zwei in Schottland sehr bekannte, dabei komplett unterschiedliche Gärten auf unserem Programm. Zunächst besuchten wir in Perth Branklyn Garden, den einstiegen Garten der Pflanzensammler John und Dorothy Renton, den sie in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts angelegt hatten. Der Garten weist eine enorme Artenfülle auf und befindet sich dank des National Trust for Scotland in einem hervorragenden Pflegezustand.

Branklyn Garden

Für eine Mittagspause machten wir Halt in dem kleinen Örtchen Muthill, wo wohl niemand der Mitreisenden ein so ausgezeichnetes Restaurant wie den Coorie Inn erwartet hätte, der uns nicht nur mit einem ausgesprochen gemütlichen Interieur, sondern auch mit einem ausgezeichneten Mittagessen überraschte.

Blick in den Coorie Inn

Drummond Castle Garden dagegen beeindruckte vor allem durch seine großzügige formale Gestaltung, die zwar aus dem 19. Jahundert stammt, jedoch Bezug auf die Geschichte des Gartens seit dem 16. Jahrhundert nimmt.

Drummond Castle Garden

Unser Hotel für die kommende Nacht befand sich in Oban, dem wichtigsten Fährhafen zu den Hebriden, das sich als lebhafte Hafenstadt mit interessanten Pubs präsentierte.

Blick auf Oban und McCaig’s Tower

Hier besuchten wir eine der ältesten Destillerien Schottlands und erfuhren viele Details über die Herstellung des schottischen Lebenswassers – nichts anderes bedeutet das aus dem Gälischen stammende Wort Whisky.

Oban Distillery

Welches Pflanzenvielfalt das milde Klima der Westküste trotz der nördlichen geografischen Breite ermöglicht, konnten wir in Arduaine bestaunen: Rhododendren von imposanten Ausmaßen und mit beeindruckend großen Blättern sowie zahlreiche andere Arten, die bei uns allenfalls in Gewächshäusern kultiviert werden können, gediehen hier ganz offensichtlich ohne Probleme.

Arduaine

Daneben bezauberte die Lage des Gartens mit einem wundervollen Blick auf die Küste und die vorgelagerten Inseln, der sich bei einem abschließenden Cream Tea noch genießen ließ.

Cream Tea mit Blick aufs Wasser

Nach einer Übernachtung in Falkirk brach bereits unser letzter Tag in Schottland an. Den krönenden Abschluss schottischer Gärten machte der Rosengarten von Carolside House. Die hier befindliche nationale Sammlung von Gallica-Rosen stand noch in voller Blüte, und so konnten wir abschließend im Rosenduft schwelgen, bevor es weiter Richtung Newcastle ging, wo die Nachtfähre auf uns wartete, die uns zurück auf den Kontinent bringen sollte.

Rosenfülle in Carolside House Garden

Nach wiederum ruhiger Überfahrt erreichten wir am nächsten Morgen Ijmuiden, von wo aus wir uns zu einem letzten Gartenbesuch dieser Reise im niederländischen Frieland aufmachten. Im Bokkeshuske, der ehemaligen Ziegenbockstation des Ortes, wurden wir sehr herzlich von den Gartenbesitzern und ihrer Familie begrüßt, die für uns zudem einen kleinen Lunch vorbereitet hatten. Alle Fragen, die wir zu ihren vielfältigen Staudengarten hatten, beantworteten Jan und Jannie van der Mossel gern. und es war ganz offenbkundig, dass sie sich ganz über unseren Gartenbesuch und die Wertschätzung ihres Gartens sehr freuten.

der Teich im Garten von ‚t Bokkeshuske

Am Abend erreichten wir dann voller Eindrücke, die erst einmal sortiert werden mussten, Bremen, den Ausgangsort unserer Reise.

Gartenreisen 2026

Für dieses Jahr habe ich zwei Gartenreisen geplant. Vom 2. bis zum 8. Juni werden Frau Hahn und ich eine Gartenreise an den Oberrhein anbieten, auf der wir Gärten, Kunst und (Ess)kultur im Elsass und diesseits der deutsch-französischen Grenze genießen wollen.

  • Wir starten am 02.06. ab Bremen und fahren bis nach Seligenstadt, wo wir im ganz zentral gelegenen historischen Hotel zu den 3 Kronen übernachten werden. Hier ist eine Führung durch das Benediktinerkloster Seligenstadt und seinen ausgedehnten barocken Klostergarten


    Barockgarten des Klosters Seligenstadt

    mit dem seltenen Beispiel einer Schwanenhals-Orangerie geplant.


    Orangerie des Klosters Seligenstadt
  • Von Seligenstadt aus geht es am nächsten Morgen in die „Hauptstadt des elsässischen Weines“, nach Colmar, wo wir vier Nächte im charmanten und zentral gelegenen Hotel Maison Turenne untergebracht sein werden. Unsere Abendessen werden wir in typisch elsässischen Restaurants genießen und so die Spezialitäten der Region kennenlernen.


    der typische Elsässer Kugekhopf
  • Von Colmar aus, das wir auf einer Kahnfahrt näher kennenlernen werden, erkunden wir die Oberrheinregion dies- und jenseits der deutsch-französischen Grenze.


    Colmar
  • So ist ein Stadtbesuch in Strassbourg mit einer Stadtführung oder Zeit für die indiviuelle Erkundung der Stadt geplant.


    Strassbourg
  • Weiterhin ist der Besuch einiger Gärten im Elsass geplant wie der Ferme bleu, des Jardin de Berchigranges, desJardin d’Altitude de Chitelet und desJardin de Marguerite.


    im Garten der Ferme Bleue
  • Neben der Verkostung regionaler Spezialitäten soll auch die Kunst auf dieser Reise nicht zu kurz kommen. Geplant ist ein Besuch der Fondation Beyeler in der Nähe von Basel.


    das von Renzo Piano entworfene Museumsgebäude der Fondation Beyeler
  • Am 07.06. machen wir uns auf den Weg zurück mit einer Zwischenübernachtung im Hotel Scheid in Schriesheim. Auch auf dem Rückweg unserer Reise werden wir noch einige Gärten entlang des Reisewegs besuchen, bevor wir am 08.06. abends wieder Bremen erreichen.

Der Reisepreis für diese Reise beträgt 1890 € mit Übernachtung im Doppelzimmer. Der Einzelzimmerzuschlag beträgt 355€. Im Reisepreis inbegriffen sind:

  • die Fahrt im Reisebus mit Bordküche, Klimaanlage und WC, 
  • Stornoschutz mit 20% Selbstbehalt, 
  • 6 Übernachtungen mit Frühstück in den oben genannten Hotels, 
  • die Abendessen in den Hotels in Seligenstadt und Schriesheim sowie 4 Abendessen in typischen elsässischen Restaurants in Colmar, 
  • das ausführliche Reisejournal mit Beschreibung aller besuchten Gärten und Orte und vielen Hintergrundinformationen 
  • die Reiseleitung durch mich und Frau Hahn.

Für diese Reise können Sie sich ab sofort beim Reiseunternehmen Schmätjen (bustouristik@schmaetjen.de, Tel.: 0 42 88 – 2 34) anmelden.


Die zweite Reise in diesem Jahr wird auf vielfachen Wunsch wieder einmal Schottland zum Ziel haben. Auch nördlich des Hadrianswalls gibt es zahlreiche interessante Gärten und eine wildromantische Landschaft zu entdecken. Diese Reise wird vom 5. bis zum 12. Juli stattfinden.

Wir starten am Sonntag, 05.07.26, morgens in Bremen und machen uns auf den Weg nach Ijmuiden, wo wir die Nachtfähre nach Newcastle besteigen werden. Auf dem Weg dorthin werden wir wie gewohnt einen Garten in den Niederlanden besuchen. Damit die Überfahrt rundum zu einem Genuss wird, habe ich auf der Fähre Außenkabinen gebucht. So werden wir ganz bequem über Nacht in den Norden Englands gebracht, wo wir am nächsten Morgen im Hafen von Newcastle das Schiff verlassen werden.

Von hier aus geht es entlang der Ostküste weiter in Richtung schottischer Grenze. Unser erster Besuch wird Lindisfarne Castle auf der Gezeiteninsel Holy Island gelten. Auf dieser Insel, deren Zuwegung zweimal am Tag von der Nordsee überspült wir, hatte der irische Mönch St. Aidan im 7. Jahrhundert ein Kloster gegründet. Die zu Tudorzeiten errichtete Burg wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von dem berühmten Architekten Sir Edwin Lutyens zu einem komfortablen Arts & Crafts Wohnhaus umgebaut. Trotz der exponierten Lage gibt es auf Holy Island einen Garten zu besichtigen: ein kleiner aber feiner Blütengarten, der 1911 von keiner geringeren als Gertrude Jekyll angelegt worden ist.

Lindisfarne Castle (Copyright Ken DIXON)

Unser nächster Halt auf dem Weg nach Edingurgh ist der Garten von Floors Castle. Dieses imposante Haus liegt direkt an der englisch-schottischen Grenze am Grenzfluss Tweed. Die Gärten sind vor allem bekannt für den viktorianischen Küchengarten, die ausgedehnten Staudenrabatten und die Gewächshäuser mit Pfirsichen, Wein und Tomaten.

im viktorianischen Küchengarten von Floors Castle

Die nächsten beiden Nächte verbringen wir in Edinburgh im Hotel The Scholar, das direkt neben dem Holyrood Park liegt. Hier besuchen wir am nächsten Morgen den am Stadtrand gelegenen privaten und sehr persönlichen Garten  Shepherd House, der seit 1957 von  Charles und Ann Fraser gestaltet und gepflegt wird, bevor uns die schottische Hauptstadt bei einem Stadtrundgang gezeigt wird und wir den restlichen Nachmittag freie Zeit zum Bummeln haben.

Der Eingang in Shepherd House Garden

Von Edinburgh aus geht es weiter nach Norden. Hier gilt unser Besuch dem Garten von Hospitalfield House, einst Standort eines mittelalterlichen (und bis heute namensgebenden) Krankenhauses, heute eine Kunstschule. Der ummauerte Garten ist kürzlich von dem innovativen Gartendesigner Nigel Dunnett neu gestaltet worden. In Hospitalfield Garden werden wir exklusiv (der Garten ist an diesem Tag für Besucher geschlossen) mit einem Mittagsbuffet sowie Tee und Gebäck empfangen und durch den ummauerten Garten geführt, der das neogotische Arts and Crafts Haus umgibt.

Hospitalfield House

Als zweiter Programmpunkt an diesem Tag steht der Besuch des zauberhaften Gartens von Pitmuies House auf unserem Programm, dessen Geschichte bis in das 18. Jahrhundert zurückreicht. Berühmt ist der Garten für seine Rittersporne, die auf Londoner Ausstellungen wiederholt Preise gewonnen haben.

Der Garten von Pitmuies House

Von Pitmuies House aus geht es auf in die Schottischen Highlands nach Pitlochry, wo wir eine Nacht im prächtigen Atholl Palace Hotelverbringen werden. Mit dem Bau des palastartigen Gebäudes wurde 1874 begonnen, als der Ort für seine Hydrotherapie bekannt war.

Das Atholl Palace Hotel

Am folgenden Tag werden wir Schottland bis an die Westküste durchqueren und dabei wundervolle Eindrücke von der bisweilen wildromantischen, bisweilen kargen Landschaft bekommen. Wir besuchen auf dem Weg zunächst Branklyn Garden bei Perth, der seine Pflanzenfülle den Exkursionen schottischer „Plant Hunter“ verdankt, die im 19. und 20. Jahrhundert zahlreiche Pflanzen und Samen vor allem aus Asien nach Schottland brachten.

Branklyn Garden

Unser nächster Besuch gilt den spektakulären Gärten von Dummond Castle, die zu den bedeutendsten formalen Gärten Schottlands zählen und auf eine fünfhundertjährige Geschichte zurückblicken Die Gärten waren Schauplatz des Films Rob Roy, der u. a. hier 1995 gedreht wurde.

Drummond Castle Gardens

Am Abend dieses Tages erreichen wir die Hafenstadt Oban, Hauptfährhafen für die Inneren und Äußeren Hebriden, wo wir das direkt am Wasser gelegene im Art-Déco-Stil errichtete Muthu Oban Regent Hotel ansteuern werden.

Auf einer Schottlandreise darf der Besuch in einer Whisky-Destillerie nicht fehlen. Wir werden unseren Aufenthalt in Oban nutzen, um uns eine der kleinsten Destillerien Schottlands anzuschauen, der Oban Whisky Distillery, deren Geschichte bis in das 18. Jahrhundert zurückreicht. Nach einer Führung durch die Destillerie werden wir drei unterschiedliche Whiskies dieses Traditionshauses verkosten.

Die Oban Distillery

Von Oban aus begeben wir uns nach Süden in Richtung Loch Melfort. Gegenüber der Insel Luing gelegen befindet sich Ardmaddy Estate mit einem Garten, der ganz zauberhaft in einer hufeisenförmigen Bucht gelegen ist. Der ummauerte Garten aus dem 18. Jahrhundert wurde Ende des 20. Jahrhunderts mit vielen Stauden ganz neu gestaltet. Von hier aus geht es zur Übernachtung nach Falkirk ins 4-Sterne MacDonalds Inchyra Hotel.

Am folgenden Tag geht es nach Süden Richtung Newcastle, von wo aus wir Großbritannien wieder verlassen werden – nicht jedoch ohne einen weiteren besonderen Garten zu besuchen: Carolside House, das berühmt für seine Sammlung historischer Rosen ist.

Die Nachtfähre bringt uns von Newcastle aus im Schlaf zurück in die Niederlande, wo wir auf dem Rückweg nach Bremen am Sonntag, 12.07., einen letzten privaten Garten auf dieser Reise besuchen werden.

Der Reisepreis für diese Reise beträgt 2.660 € mit Übernachtung im Doppelzimmer. Der Einzelzimmerzuschlag beträgt 765 €.

Im Reisepreis inbegriffen sind:

  • die Fahrt im Reisebus mit Bordküche, Klimaanlage und WC, 
  • Stornoschutz mit 20% Selbstbehalt, 
  • Fährüberfahrt mit der Nachtfähre Ijmuiden – Newcastle – Ijmuiden mit Übernachtung in Außenkabinen
  • 4 Übernachtungen mit Halbpension in den Hotels in Edinburgh, Oban und Falkirk 
  • 1 Übernachtung mit Frühstück in Pitlochry
  • Mittagessen in Hospitalfield Garden
  • Stadtführung in Edinburgh
  • alle Eintritte in die Gärten
  • Führung und Verkostung in der Oban Distillery
  • ausführliches Reisejournal mit Beschreibung aller besuchten Gärten und Orte und vielen Hintergrundinformationen 
  • Reiseleitung durch mich .

Bitte beachten Sie, dass Sie für diese Reise eine elektronische ETA-Einreisegenehmigung benötigen (Kosten ca. 20 €) und einen gültigen Reisepass. Für diejenigen, die im vergangenen Jahr mit mir in Irland waren und für diese Reise bereits eine ETA beantragt hatten, entfällt die Neubeantragung, da die ETA zwei Jahre Gültigkeit besitzt.

Auch für diese Reise können Sie sich ab sofort beim Reiseunternehmen Schmätjen (bustouristik@schmaetjen.de, Tel.: 0 42 88 – 2 34) anmelden.

Eine ausführliche Beschreibung dieser Reise finden Sie hier. Für weitere Rückfragen zu den beiden Reisen stehe ich selbstverständlich gern zur Verfügung.

Michael Ruhnau

Gartenreise nach Irland

Auf vielfachen Wunsch habe ich neben der Parisreise in diesem Jahr auch eine Gartenreise nach Irland und Nordengland angeboten.

Gestartet sind wir Anfang Juli nach Rotterdam, von wo aus wir die Nachtfähre nach England genommen haben. Auf dem Weg dorthin hatten wir die Gelegenheit, uns den Garten Erve Ordinc in der Provinz Twente in den Niederlanden anzuschauen . Hier empfingen uns Kees und Inge Stapel und erzählten uns etwas zur Geschichte der historischen Hofanlage, die heute in einen staudenreichen Garten eingebettet ist.

Den historischen Bauernhof von Erve Ordinc umgibt ein schöner Garten

Von Rotterdam aus brachte uns die Nachtfähre ganz bequem bis nach Hull, von wo aus wir England und Wales durchquerten. Unterwegs besuchten wir den Garten von Tatton Park mit seinem interessanten Baumbestand und dem weithin bekannten japanischen Garten.

Der japanische Garten von Tatton Park

Weiter ging es entlang der Nordküste von Wales bis nach Holyhead, von wo uns die Fähre nach Dublin brachte.

Ankunft in Dublin

In Irlands Hauptstadt waren wir ganz zentral untergebracht, so dass wir die Stadt vom Hotel aus bequem zu Fuß erkunden konnten. Zunächst ging es jedoch mit dem Reisebus in einen südlich gelegenen Vorort, wo wir eine Verabredung mit Alfred Cochrane in Corke Lodge hatten, der rund um eine Villa aus dem 19. Jahrhundert einen Garten im mediterranen Stil angelegt hatte.

Corke Lodge

Zweite Station an diesem Tag waren Airfield Estate Gardens, heute ein Bildungszentrum, welches das Ziel verfolgt, nachhaltige und regenerative Anbaumethoden auszuprobieren und bekannt zu machen, aber auch sehr schöne Staidenrabatten aufweist.

Airfield Estate Gardens

Im Zentrum des Garten konnten wir uns im alten Herrenhaus über die ehemaligen Besitzerinnen des Anwesens, Overend-Schwestern, informieren, die für ihre philantropische Arbeit, ihre Liebe zum Garten und zu klassischen Automobilen bekannt waren.

Letitia und Naomi Overend liebten Automobile

Der weitere Nachmittag stand in Dublin zur freien Verfügung und ließ genügend Zeit für Parkbesuche, Shopping-Aktivitäten oder einen Besuch im Trinity College – je nach persönlichen Vorlieben.

Dublin ist eine Stadt der Gegensätze

Am nächsten Morgen starteten wir von Dublin aus Richting Südwesten, wobei wir zunächst Hunting Brook Gardens, die Gärten von Jimi Blake, am Rande der Wicklow Mountains besuchten. Jimi Blake ist in der irischen und britischen Gartenszene weithin bekannt für seine frabenfrohen Pflanzenkombinationen und die vielen Raritäten, die er in seinem Garten kultiviert und teilweise selbst auf Pflanzenexkursionen gesammelt hat.

Jimi Blake inmitten seiner farbenfrohen Staudenpflanzungen

Zur Mittagszeit machten wir einen Stopp in Burtown House Gardens, wo wir zunchäst im Green Barn Restaurant aufs Köstlchste mit Gerichten bewirtet wurden, für die die Zutaten zum großen Teil aus dem Küchengarten des Anwesens oder von umliegenden Farmen stammten.

Die Zutaten für die Gerichte im Green Barn Restaurant stammen zum Groteil aus dem Garten

Danach blieb noch genügend Zeit, den Garten dieses ehemaligen Quaker-Hauses zu erkunden.

Im Garten von Burtown House

Weiter ging es dann nach Glengarriff, das in der malerischen bantry Bay an der Südwestküste Irlands im County Cork liegt.

Die malerische Bantry Bay

Hier, in der malerischen Bantry Bay, bezogen wir unser Quartier im historischen Eccles Hotel, das bereits seit 1745 Gäste beherbergt und den Charme eines typisch irischen Landhotels versprüht.

Im Foyer von Eccles Hotel empfing uns ein Kaminfeuer

Am nächsten Morgen ging es zu Fuß zum Fähranleger der Harbour Queen, die uns vorbei an einer Robbenkolonie zur Gartenisnel Garnish Island brachte.

Die Harbour Queen

Auf dieser einst unwirtlichen Insel, die auch unter dem Namen Ilanacullin, Stechpalmeninsel, bekannt ist, ließ Anfang des 20. Jahrhunderts der Schottische Parlamentsabgeordnete Annan Bryce durch den englischen Architekten Harold Peto einen Arts & Crafts-Garten im italienischen Stil anlegen, der Besucher noch heute mit seiner südländischen Atmosphäre verzaubert.

Ilnacullin vermittelt südländisches Flair

Zurück auf dem Festland brachte uns unser Reisebus über den landschaftlich spektakulären Ring of Kerry Zu Muckross House. Ein kurzer Zwischenstopp an der Ladies‘ View ließ uns auf den Spuren der Hofdamen von Königin Viktoria wandeln, die hier die grandiose Aussicht genossen, als diese zu Besuch in Muckross House weilte.

Der Blick von der Ladies‘ View

Muckross House selber beeindruckt durch seine Lage am Rande des Killarney National Park und durch seine viktorianischen Gärten, bei denen besonders das Arboretum hervorzuheben ist.

Von Muckross House hat man einen wunderbaren Blick auf den Killarney National Park

Am nächsten Morgen machten wir uns auf die Rückreise Richtung Dublin. Einen Zwischenstopp machten wir in der Ballymaloe Cookery School nicht weit von Cork, wo uns Gründerin Darina Allen empfing, etwas über die Philosopie der Cookery School erzählte und uns schließlich auf die Vorteile des Haltens von Hühnern hinwies (!). Auf einem Rundgang wurden uns die ausgedehnten Nutzgärten ebenso gezeigt wie die Gartenteile, die allein zum Vergnügen angelegt waren. Im Hofladen konnten wir einige der hervorragenden Produkte erwerben, die alle aus biologisch angebauten Zutaten hergestellt werden.

In den Gärten der Ballymaloe Cookery School

Ein weiterer Besuch an diesem Tag galt Tinode Garden, der Schöpfung von Jimi Blakes Schwester June. Genau wie ihr jüngerer Bruder verwendet sie Stauden in kräftigen Farben, doch bedient sie sich eines komplett anderen Gartenstils.

farbenfrohe Staudenkompositionen in Tinode Garden

Nach einer weiteren Übernachtung in Dublin ging es am nächsten Morgen in aller Frühe los zur Fähre nach Wales. Nach einer Fahrt entlang der zum Teil spektakulären Nordküste von Wales erreichten wir den Garten und die Gärtnerei von Stonyford Cottage. Letztere ist auf seltene, feuchtiogkeitsliebende Pflanzen spezialisiert, die auf dem wasserdurchzogenen Grundstück ideale Bedingungen finden.

in Stonyford Cottage Garden wächst alles üppig, da es nie an Wasser mangelt

Nach einer wiederum ausgesprochen entspannten nächtlichen Überfahrt von Hull zurück nach Rotterdam, galt unser letzter Gartenbesuch dem am Reiseweg liegenden Garten De Roos van Hijken von Luc und Petra ter Bek in der niederländischen Provinz Drenthe. Die beiden haben auf dem ehemals landwirtschaftlich genutzen Anwesen ihr kleines Paradies mit einer Fülle von Stauden geschaffen, aber auch einem Nutzgarten, der zur Selbstversorgung beiträgt.

De Roos van Hijken

Gärten, Kunst und (Ess)Kultur in Paris

Meine erste diesjährige Reise, die ich zusammen mit meiner Kollegin Nicola Hahn durchgeführt habe, war in mehrerlei Hinsicht eine Besonderheit. Zum einen standen Gärten bei dieser Fahrt nicht allein im Fokus, sondern auch die Architektur und Geschichte von Paris und – last but not least – die französische Küche, zum anderen hatten wir vor, uns in Paris mit öffentlichen Verkehrsmitteln fortzubewegen, da ein Reisebus in der Stadt eher hinderlich gewesen wäre.

Blick auf die Île de la Cité

Hin ging es daher mit dem Zug, und wider Erwarten klappte alles ohne Probleme, so dass wir am Abend unser zwar zentral, aber dennoch ruhig gelegenes Hotel Rosalie in der Nähe der Place d’Italie beziehen konnten. Bei unserem ersten Abendessen im Restaurant l’Entracte konnten wir uns gleich von der hohen Qualität der typischen Pariser Bistrot-Küche überzeugen.

Hotel Rosalie

Am nächsten Morgen starteten wir zu unserer Stadterkundung. Als erstes stand der Besuch der zwischen 1922 und 1926 im maurischen Stil erbauten Großen Moschee mit ihren Gärten auf unserem Plan, ein Ziel, das sicherlich nur von wenigen Paris-Touristen aufgesucht wird.

Das Minarett der Großen Moschee

Von hier aus begaben wir uns zum Jardin des Plantes und machten dabei einen Abstecher in eines der ältesten Bauwerke von Paris, die Arena von Lutetia. Dieses ehemalige römische Amphitheater ist heute ein höchst lebendiger Ort, wird es von den Kindern und Jugendlichen der umliegenden Viertel doch für Ballspiele aller Art genutzt.

einer der Gärten der Großen Moschee

Im Jardin des Plantes beeindruckten neben den bis zu 400 Jahre alten Bäumen und den botanischen Sammlungen vor allem die großen Gewächshäuser.

im Jardin des Plantes

Nach einer Mittagspause auf dem Marché de la Bastille machten wir einen Abstecher zum Blumenmarkt auf der Île de la Cité, durchquerten das Quartier Latin, das Universitätsviertel, und gingen zum Jardin du Luxembourg, einem der beliebtesten Parks von Paris, dessen Ursprünge bis in den Anfang des 17. Jahrhunderts zurückreichen.

Medici-Brunnen im Jardin du Luxembourg

Am Abend dieses ausgefüllten ersten Tages hatten wir uns das Abendessen im traditionsreichen Restaurant le Marty mit klassischer Pariser Küche auf hohem Niveau mehr als verdient.

Im Viertel Mouzaïa

Am folgenden Vormittag stand eines der charmantesten und zugleich unbekanntesten Stadtviertel von Paris auf unserem Programm: La Mouzaïa. Hier, wo einst die Arbeiter der umliegenden Steinbrüche und Gipsminen wohnten, sind die kleinen Straßen heute mit zauberhaften Gärten gesäumt, aus denen die Kletterpflanzen schier über die Mauern und Zäune quellen.

der Park Buttes Chaumont

Ganz in der Nähe liegt der erste Landschaftspark von Paris, der Parc des Buttes Chaumont, der auf eben jenen Gipsminen angelegt worden ist und daher spektakuläre Höhenunterschiede aufweist.

Blick auf den Louvre von den Tuilerien aus

Am Nachmittag machten wir einen Spaziergang durch die Tuilerien, den Schlosspark des Louvre und einen der ältesten Parks von Paris, bis zum Musée de l’Orangerie, wo wir in den Genuss von Monets eindrucksvollen wandfüllenden Seerosenbildern kamen.

an der Seine

Von dort ging es über die Place de la Concorde zum Schiffsanleger an der Seine, von wo aus unsere Bootsrundfahrt mit Abendessen an Bord startete.

Street Art im Viertel Butte aux Cailles

Der nächste Vormittag stand zur freien Verfügung. Für alle, die Interesse daran hatten, bot Nicola daneben eine kleine Führung durch das in der Nähe unseres Hotels gelegene Viertel Buttes aux Cailles mit seiner bewegten Geschichte zur Zeit der Pariser Commune und vielen Streetart-Wandbildern.

im Garten des Musée Rodin

Das Programm unseres dritten Paristages sah einen Besuch des Musée Rodin vor mit seinem weitläufigen Garten, in dem viele Skulpturen Rodins platziert sind.

einer der vielen Gärten im Marais-Viertel

Danach durchstreiften wir das Marais-Viertel, eines der wenigen, das von der Hausmannschen Umgestaltung der Stadt weitgehend verschont geblieben ist. Hier waren die teils sehr versteckten Gärten der hôtel particuliers, der Adelsstadtpläste aus dem Mittelalter und der Renaissance, unser Ziel. Im Marais suchten wir dann auch unser Restaurant für diesen Abend auf.

Das Orangerieparterre in Versailles

Auf einer Gartenreise nach Paris darf Versailles nicht fehlen. Der ganze folgende Tag war den imposanten Gartenanlagen des Sonnenkönigs gewidmet. Die Gärten präsentierten sich in einem perfekten Pflegezustand, und auch das Wetter spielte mit. Unser Mittagessen nahmen wir im La Petite Venise, einem ausgezeichneten italienischen Restaurant, im ehemaligen Wohnbezirk der italienischen Gondoliere im Park ein, die zu Zeiten Ludwigs XIV. ihre Gondeln über den Grand Canal steuerten.

im Hameau de la Reine von Versailles

Nach dem großen Park von Versailles bekamen wir noch eine Führung durch den weit weniger bekannten Potager du Roi, den Küchengarten des Königs, der heute von einer Hochschule für Garten- und Landschaftsbau gepflegt wird und mit kunstvollen Obstspalieren beeindrucken kann, die z. T. bereits um 1800 gepflanzt worden sind.

der Potager du Roi

Am folgenden Tag machten wir, nun mit dem Reisebus, einen Ausflug in die nördliche Umgebung der Stadt. Hier stand zunächst der staudenreiche Garten von Madame Becq auf unserer Besuchsliste, der sich im Naturpark Vexin befindet.

im Jardin de Campagne von Madame Becq

Nach einem köstlichen Mittagessen im Chemin des Peintres in Auvers-sur-Oise, dem Ort wo van Gogh begraben liegt, galt unser zweiter Gartenbesuch an jenem Tag der ehemaligen Zisterzienserabtei Royaumont, deren friedvolle Atmosphäre alle Mitreisenden trotz des ausgesprochen warmen Wetters in ihren Bann schlug.

im Kloster Royaumont

Am nächsten Morgen hieß es dann schon wieder Abschied nehmen von Paris, das alle Mitreisenden, die länger nicht dort gewesen waren, durch die vielen neu geschaffenen Grünflächen ebenso beeindruckt hatte wie durch die zahlreichen Radfahrer. Unser erstes Ziel an diesem Tag war das zauberhafte Rosendorf Gerberoy in der Picardie. Hier gibt es gleich zwei besondere Gärten: den des Impressionisten Henri le Sidaner auf den Überresten einer ehemaligen Burg …

im Garten von Henri le Sidaner

… und den Jardin des Ifs, den Eibengarten, in dem sich ein vielfach ausgezeichnetes Restaurant befindet.

auf der Terrasse des Restaurants im Jardin des Ifs

Hier genossen wir bei schönstem Sommerwetter auf der Terrasse des Restaurants unser Abschiedsessen mit Köstlichkeiten, die mit Kräutern aus dem Garten aromatisiert waren.

die Speisen im Restaurant des Jardin des Ifs waren nicht nur schön anzusehen…

Nach einer Übernachtung in Valenciennes kurz vor der Grenze zu Belgien unterbrachen wir unsere Rückreise am folgenden Tag noch einmal für einen letzten Gartenbesuch im privaten Garten von Diana und Rob Kohlen in Limburg, den die bekannte Gartengestalterin Dina Deferme angelegt hat. Neben einem herzlichen Empfang erwarteten uns hier köstliche Sandwiches als Mittagsstärkung.

im Tuin in de Mehre

Gartenreise „Kunst und Gartenkultur in Gelderland“

Die Niederlande sind von Norddeutschland schnell erreichbar, und so lässt sich auch für eine nur viertägige Gartenreise ein volles und abwechslungsreiches Programm zusammenstellen. Ziel dieser Reise, die Anfang August stattfand, war die niederländische Provinz Gelderland, und hier die Stadt Zutphen mit ihren vielen historischen Häusern und verwinkelten Gassen.

in den Gassen von Zutphen

Da der Anfahrtsweg gar nicht lang war, konnten wir auch gleich am ersten Tag in aller Ruhe zwei Gärten besuchen. Als erstes hießen uns Ton und Ria Bruns in ihrem attraktiven Garten nicht weit von Nordhorn gleich hinter der deutsch-niederländischen Grenze willkommen. Dass Ria Bruns eine Ausbildung in Gartengestaltung absolviert hatte, zeigte sich deutlich, denn in ihrem Garten sind die einzelnen Gartenräume wohlproportioniert, Farben weden zurückhaltend und bewusst eingesetzt, es gibt eine schöne Spannung zwischen akkurat geschnittenen Hecken und der lockeren Bepflanzung der Rabatten, und immer wieder sind Ausblicke in die schöne Twente-Landschaft bewusst mit eingeplant.

Garten von Ton und Ria Bruns mit Blick in die Twente-Landschaft

Nach diesem gelungenen Auftakt bot unsere zweite Station einen deutlichen Kontrast. Der Garten des ehemaligen Jagdschlosses von Wilhelm von Oranien in der Nähe von Apeldoorn, Het Loo, ist sicherlich der bekannteste und, was seine Restaurierung betrifft, detailgenaueste Barockgarten der Niederlande.

Blick auf die Broderie-Parterres im Königinnengarten

Auch in den Niederlanden eiferte man in dieser Zeitepoche Versailles nach, wenn auch in kleinerem Maßstab, da es sich ja „nur“ um einen Sommersitz des niederländischen Statthalters und englischen Königs für gelegentliche Aufenthalte handelte. Besonders schön die kunstvollen Laubengänge im Garten der Königin, die der Monarchin ein Lustwandeln im Freien ermöglichten, ohne dass ihr geschätzter blasser Teint darunter litte.

Hainbuchen-Laubengang im Königinnengarten

Deutlich wurde in Het Loo außerdem, welche Rolle Obstbäume in barocken Gärten spielten: einerseits stellte eine große Obstsortenvielfalt ein wichtiges Statussymbol dar, andererseits leisteten die kunstvollen Spalierformen einen wichtigen dekorativen Beitrag in diesen Gärten.

Birnenspalier

Am Abend erreichten wir die alte Hanestadt Zutphen, und damit unseren Standort für die nächsten drei Nächte. Die zentrale Lage des historischen Hotels s’Gravenhof direkt neben der imposanten Walburgis-Kirche war ideal für einen kleinen Spaziergang durch die Gassen der historischen Altstadt.

Hotel s’Gravenhof in Zutphen

Am nächsten Tag besuchten wir zunächst das Kröller-Müller Museum im ausgedehnten Nationalpark Hoge Veluwe. Helene Kröller Müller hat zwischen 1908 und 1922 eine beeindruckende Sammlung von Gemälden zusammengetragen, deren Höhepunkt die Gemälde und Zeichnungen von Vincent van Gogh bilden.

Korb mit Äpfeln von Vincent van Gogh (möglicherweise die Sorte ‚Weißer Winterkalvill‘)

In den Sechziger Jahren wurde die Gemäldesammlung durch einen Skulpturenpark ergänzt, der inwischen eine Fläche von über 25 ha einnimmt. Wenngleich einige Regenschauer die Erkundung des Nationalparks einschränkten, so gab es doch genügend ausgedehnte Regenpausen, in denen sich die Skulpturensammlung, die sich aufgrund der feuchten Witterungs auf üppig grünem Gras besonders vorteilhaft präsentierte, erwandern ließ.

Skulpturenpark im Kröller-Müller Museum

Nach dem Museumsbesuch folgten an diesem Tag noch Gärtnerei und Garten De Boschhoeve von Dineke Logtenberg, der vor inzwischen fast vierzig Jahr angelegt wurde. Nach Kaffee/Tee und Kuchen in der großen Scheune konnte das Außenglände erkundet werden. Hier beeindruckte besonders der um diese Jahreszeit überbordende Gemüse- und Blumengarten, in dem neben zahlreichen Stauden und Sommerblumen auch die Nutzpflanzen eine dekorative Funktion haben.

Im Gemüsegarten von De Boschhoeve

Am Samstag ging es nach Winterswijk, wo wir zunächst zwei kleinere private Gärten besuchten. Im Liebhabergarten von Lidy und Tonie Bull beeinruckten vor allem die sich hoch auftürmenden Staudenrabatten vor exakt geschnittenen Buchenhecken, bei denen angesichts der perfekten Höhenstaffelung von vorne nach hinten kaum zu glauben war, dass sie auf komplett ebenen Gelände angelegt worden waren.

Staudenrabatten im Liebhabergarten

Janneke Hellmanss Garten De Morgenzunne bot dagegen eine lockere Vielfalt von Zier- und Nutzpflanzen auf einem geschickt gestalteten Gartengrundriss, der zum Erkunden der einzelnen Gartenbereiche einlud. Der Blick in ein ausliegendes Buch der Gärtnerin machte deutlich, mit wie viel Fantasie hier quasi aus dem Nichts ein wohlproportionierter und abwechslungsreicher Garten entstanden ist.

Blick in den Garten De Morgenzunne

Da die beiden Gärten hinsichtlich ihrer Größe überschaubar waren, konnten wir an diesem Tag mit Rosenhaege noch ein drittes Gartenziel ansteuern, wo im Garten zunächst ein kleines Picknick auf uns wartete. In Rosenhaege sind auf einer Fläche von über vier Hektar eine Reihe von Mustergärten angelegt worden, die Gartenbesuchern unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten aufzeigen sollen vom Cottagegarten über einen klassisch angelegten Gartenteil bis zu einem von der Land-Art inspirierten Designergarten. Ergänzt wird das Ganze durch einen British Shop mit einer Kollektion irischer und englischer Bekleidung.

im Cottage-Garten von Rosenhaege

Nach unserer Rückkehr nach Zutphen gab es dann noch die Möglichkeit für einen kurzen Stadtbummel oder den Besuch eines Konzertes auf der größten niederländischen Orgel der Spätrenaissance bzw. des Frühbarock in der Walburgiskirche.

Der mächtige Turm der Walburgiskirche

Am folgenden Tag ging es bereits wieder zurück Richtung Deutschland, doch auch an diesem Tag ließ uns der verhältnismäßg kurze Fahrtweg genügend Zeit für zwei Gartenbesuche. Am Morgen empfingen uns Tilly Vriend und ihr Partner Ab aufs Herzlichste in ihrem Garten Vriendenhof, dessen Name sich nicht nur auf den Nachnamen der Gärtnerin bezieht, sondern auch auf die Tatsache, dass hier Freunde jederzeit willkommen sind. Nach einer kurzen Stärkung mit Kaffee/Tee und Gebäck wurden wir in zwi Gruppen durch den Garten geführt, wobei beide Besitzer sich als kenntniseiche Gärtner erwiesen, die uns viel über die besonderen Stauden- und Gehölzsorten in ihrem Garten erzählen konnten.

der Präriegarten im Vriendenhof

Rechtzeitig zum Mittag erreichten wir danach, bereits kurz vor der deutschen Grenze gelegen, unseren letzten Garten, den Hoofdmeesterstuin, den Schulmeistergarten. Nach einem liebvoll vorbereiteten Mittagsimbiss ließ es sich Ronald Nijmijer-Koopman nicht nehmen, uns durch den mit viel Fingespitzengefühl angelegten, noch vergleichsweise jungen Garten zu führen. In einigen Gartenbereichen war es für uns Besucher kaum zu glauben, dass hier im vergangenen Jahr noch nichts von einem Garten zu sehen gesewen ist.

Blick auf den Teich im Hoofdmeesterstuin

Voll von Eindrücken erreichten wir bereits am frühen Abend wieder Bremen, und auch wenn die Sonne ruhig etwas häufiger hätte lachen dürfen, haben wir insgesamt doch Glück gehabt mit dem Wetter.

Gärten, Landschaft, Kunst und Kultur in der Picardie

Vom 8. bis zum 15. Juni 2023 fand die erste diesjährige Gartenreise statt, die eine wenig bekannte Region im Norden Frankreichs zum Ziel hatte: die Picardie. Selbst von vielen Franzosen wird die Region zwischen Paris und dem Ärmelkanal nur wenig beachtet und als langweilig und rückständig gering geschätzt (bekannt geworden ist die Gegend durch den Film „Willkommen bei den Schtis“), dabei hat sie in der Geschichte Frankreichs eine wichtige Rolle gespielt und kulturell sowie unter Gartenaspekten einiges zu bieten. So ist hier die Wiege der gotischen Kathedralen zu finden, deren Besuch auch auf unserem Reiseprogramm stand.

Zunächst einmal haben wir auf dem Reiseweg den Garten des Ehepaares Cluyssen-Pohlmans in Belgien besucht. Auf 2500 m2 haben die beiden viele unterschiedliche Gartenzimmer angelegt und diese mit etlichen besonderen Gehölzen und Stauden gefüllt. Dabei sind gekonnte und teils überraschende Kombinationen entstanden und insgesamt ein sehr individueller Garten, der die besonderen Vorlieben seiner Besitzer widerspiegelt.

Am Abend erreichten wir dann Amiens, die Hauptstadt der Picardie, deren Altstadt von ihrer beeindruckenden gotischen Kathedrale überragt wird. Hier trafen wir unsere Dolmetscherin Nicola, die aus Paris angereist war und mit der ich die Frankreichreisen immer gemeinsam organisiere. Unser Hotel war die alte Priorei der Kathedrale, so dass einige Mitreisende von ihren Hotelzimmern sogar einen Blick auf das imposante Bauwerk hatten.

Nach der langen Fahrt stärkten wir uns am Abend erst einmal im Restaurant Le Quai, wo uns – wie auch an den folgenden Abenden – typisch picardische Spezialitäten serviert wurden.

Am nächsten Morgen brachen wir dann auf, um die Region südlich von Amiens zu erkunden. Unser erster Garten war die Domaine de Verderonne. Hier gab es nicht nur einen charmanten Garten mit einem holländischen Gewächshaus aus dem 19. Jahrhundert zu entdecken, sondern auch ein barockes Theater, das noch original erhalten ist.

Ein fester Bestandteil unserer Frankreichreisen ist der Besuch von Produzenten landestypischer Spezialitäten wie Wein, Käse oder anderer regionaler Produkte. In der Picardie stand eine Brauerei auf unserem Programm, denn das Klima und die Nähe zu Belgien bringen es mit sich, dass Bier hier das typische Getränk ist. Pascal, der inzwischen stolz darauf sein kann, dass er das französische Parlament mit seinen handwerklich gebrauten Bio-Bieren beliefert, zeigte uns seine kleine Brauerei und ließ uns unterschiedliche Biere verkosten.

Entsprechend beschwingt ging es weiter zum Potager des Princes, einem Garten auf dem Gelände der historischen Fasanerie von Schloss Chantilly. Neben dem großen ornamentalen Gemüse- und Spalierobstgarten gab es hier eine Reihe von thematisch unterschiedlichen Gärten zu bestaunen und außerdem zahlreiche Tiere wie Geflügel, Kaninchen, Schafe und Ziegen.

Den folgenden Tag widmeten wir ganz der Stadt Amiens, die viel Interessantes zu bieten hat. Wir starteten mit einer Bootsfahrt durch die Hortillonages, die einzigartigen von Wasserläufen umgebenen Gärten am Rand der Stadt. Diese heute als Erholungsrort genutzten Kleingärten befinden sich auf einem Gelände, auf dem einst an die 1000 Gärtner Gemüse anbauten, das auf den Märkten der Stadt und bis nach Paris verkauft wurde. Heute gibt es nur noch eine Handvoll Hortllons, wie diese Gärtner heißen, und man muss auf dem Wochenmarkt in der Stadt gezielt nach vor Ort kultiviertem Gemüse Ausschau halten.

Der Nachmittag stand in Amiens zur freien Verfügung und wurde von den meisten Mitreisenden zunächst einmal für den Besuch der Kathedrale, der größten Frankreichs, genutzt.

Eine weitere Kathedrale stand am nächsten Morgen auf unserem Besuchsprogramm: die Kathedrale von Beauvais bzw. ihr Chor und das Querschiff. Die komplette Kirche wurde nie fertiggestellt, nachdem der offenbar zu hoch geplante Turm 1573 zusammengestürzt war.

Von hier aus suchten wir das zauberhafte Dorf Gerberoy auf, dessen Häuser über und über mit Rosen überwachsen sind, die gerade auf dem Höhepunkt ihrer Blüte waren.

Im Zentrum des Dorfes befindet sich der Jardin des Ifs, der Eibengarten, der so heißt, weil er von jahrhundertealten Formschnitteiben geprägt wird.

Unseren Mittagshalt machten wir bei der Bio-Käserei Beaudoin, die an diesem Tag ihr Hoffest feierte. Hier gab es köstliche, typisch picardische Käsesorten wie Bray Picard und Tomme au Cidre.

Zum Abschluss dieses Tages besuchten wir noch den Privatgarten Les Couleurs de l’Instant – die Farben des Augenblicks. Der Name des Gartens ist treffend gewählt, denn sowohl Farben als auch Stimmungen in diesem Garten wechseln stündlich mit dem sich ändernden Einfall des Lichtes.

Am folgenden Morgen nahmen wir dann Abschied von Amiens. Unser Weg führte uns an die Küste nach Le Tréport. Auf dem Weg dorthin schauten wir zunächst im Blumengarten von Digeon vorbei. Rund um einen Musterbauernhof aus der Zeit Napoleons III. und das kleine Schloss aus dem 19. Jahrhundert haben die heutigen Besitzer einen stimmungsvollen Garten angelegt. Insbesondere der Potager beeindruckte auf einer Fläche von 4000 m2 mit seiner alles andere als steif wirkenden Ordnung.

Le Jardin de LY, der Garten von Lisette und Yves (daher der Name), den wir danach aufsuchten, ist eine höchst individuelle Schöpfung mit häufig asiatischen Anklängen, und das nicht nur wegen der beeindruckenden Bonsai-Sammlung.

Le Tréport, der Badeort an der Küste, der für die nächsten Tage unser Standort sein sollte, ist bekannt für seine Kreidefelsen Europas, die die höchsten Europas sind. Als wir ankamen, war davon jedoch leider nichts zu sehen, denn die Felsen wurden von Seenebel verdeckt. Das änderte sich zum Glück in den nächsten Tagen, so dass wir nicht nur die weiße Kreideküste, sondern auch die bunten Häuser des benachbarten Mers-le-Bains bewundern konnten.

Beim Abendessen in der nahegelegenen Brasserie de la Côte wurden uns fangfrischen Meeresspezialitäten serviert, selbstverständlich auch hier typisch picardisch zubereitet.

Unter Gartenaspekten vielleicht der Höhepunkt unserer Reise war der Besuch der Gärten von Maizicourt am nächsten Tag, der durch seinen Ideenreichtum, die Harmonie der Pflanzenkombination und seine friedliche und entspannte Stimmung gleichermaßen beeindruckte.

Ganz anders dagegen die Gärten von Séricourt, mit ihren zahlreichen Formschnittgehölzen und bisweilen fantasievollen Kombinationen in den einzelnen Gartenteilen.

Am nächsten Tag erkundeten wir die Region nordöstlich von Le Tréport und besuchten die Gärten der Abtei von Valloires, die von dem international bekannten Gartendesigner Gilles Clémont gestaltet wurden. Im ausgedehnten Rosengarten konnten die unterschiedlichsten Sorten bestaunt werden. Auch hier hatten wir den richtigen Zeitpunkt perfekt abgepasst, blühten sie doch „aus allen Knopflöchern“.

Nach diesem Gartenbesuch machten wir einen Ausflug in das international bedeutende Vogelschutzgebiet Parc du Marquenterre. Hier, im Mündungsgebiet der Somme rasten und nisten viele bedrohte Vogelarten, und wir konnten aus nächster Nähe eine Lachmöwen- und eine Löfflerkolonie beobachten.

Auf der anderen Seite der Somme-Mündung befindet sich der pittoreske Küstenort Saint-Valéry-sur-Somme. Hier git es einen kleinen, von einem Verein betriebenen Kräutergarten an den Stadtmauern der historischen Stadt. Diese Mauern schaffen das perfekte Kleinklima für die wärmeliebenden Kräuter.

Nach dieser an Eindrücken reichen Woche hieß es am nächsten Morgen schon wieder Abschied zu nehmen. Als letzten Besuchspunkt hatten wir aber noch den niederländischen Garten De Goede Gard auf dem Reiseweg und unterbrachen unsere lange Fahrt auf das Angenehmste mit Käsebaguette und Törtchen aus einer Konditorei in Le Tréport. Unsere Gastgeber steuerten Tee und Kaffee sowie weiteren Kuchen dazu bei, und so bildete dieser letzte Besuch in dem noch jungen Garten mit herrlichem Blick über die Maas eine schönen Abschluss unserer Reise.

Schafe in der Lokalzeitung

Im August war Saskia Harscher von der Zevener Zeitung bei mir auf der Schafweide zu Besuch, um einen Beitrag über meine Schafe für die Rubrik der Zeitung zu alten Haustierrassen zu machen. Folgender, sehr schöner Bericht ist dabei entstanden:

Text und Fotos: S. Harscher, Zevener Zeitung; Foto Transhumanz: M. Ruhnau

Gartenreise an den Bodensee und nach Freiburg

Der Bodenseeraum ist, genau wie die Umgebung Freiburgs, eine klimatisch begünstigte Region, und so gibt es hier nicht nur viel interessante Gärten zu entdecken, sondern auch eine Reihe alteingesessener Staudengärtnereien.

Los ging es am 24. Juli, und da es von Bremen in den Süden weit ist, machten wir den Weg zum Ziel, indem einige Gärten auf dem Reiseweg besucht wurden. Als erstes stand der Gaupeler Landgarten im Münsterland auf unserem Reiseprogramm. Christine Bendix und Matthias Wasserschaff empfingen uns in ihrem großen naturnahen Garten, den die beiden um einen alten westfälischen Hof angelegt haben. Dabei ist es ihnen wichtig, der Natur Raum zu lassen und ihr mit der Gartengestaltung sogar etwas zurückzugeben.

im Gaupeler Landgarten

Gegen Abend erreichten wir unser erstes Etappenziel, das hübsche kleine Fachwerkstädtchen Seligenstadt am Main, das um eine alte Benediktinerabtei entstanden ist. Der mit großer Akribie restaurierte barocke Klostergarten mit seinen Zwergobstbäumen und dem ausgedehnten Arzneipflanzengarten wirkte an diesem heißen Sommertag zwar etwas müde, aber die ganze Anlage verströmte eine einladende und friedvolle Atmosphäre.

Apothekergarten in der ABtei Seligenstadt
früh am Morgen wirkte der Apothekergarten wieder frisch

Wer am nächsten Morgen vor dem Frühstück zu einem Spaziergang aufbrach, hatte auch noch die Gelegenheit das wiederhergestellte Orangeriegebäude aus dem 18. Jahrhundert mit seiner prägnanten Schwanenhalsform zu bestaunen, lag unser Hotel doch visavis zum Klosterportal.

Unsere Fahrtstrecke am nächsten Tag führte uns über die Schwäbische Alb, wo wir in Trochtelfingen eine Pause beiim Nudelhersteller Alb-Gold machten. Der Grund hierfür war weniger, dass uns der Sinn nach Spätzle stand, sondern die Tatsache, dass Alb-Gold einen bemerkenswerten Kräutergarten engelegt hat, dessen Ernte im betriebseigenen Restaurant Verwendung findet.

Alb-Gold Naturgarten
der Kräutergarten der Firma Alb-Gold

Danach steuerten wir noch die Gärtnerei Gaißmayer an, die sich seit vielen Jahren unter Staudenliebhabern einen Namen gemacht hat. Besonders beeindruckend ist, dass alle Pflanzen nicht nur selbst gezogen werden, sondern dass dies nach Bioland-Richtlinien, also ohne den Einsatz von synthetischen Pestiziden und Kunstdünger erfolgt. Leider setzte uns die Hitze an diesem Tag besonders zu, so dass in den sehr interessanten Schaugärten die Schattenpartien eine besonders große Anziehungskraft auf die Mitreisenden ausübten.

Gaißmayer
Schaugarten bei der Staudengärtnerei Gaißmayer

Am Abend erreichten wir schließlich den Bodensee, wo wir in Überlingen unser Hotel mit wunderbarem, Seeblick bezogen.

Bodenseeblick
der Blick vom Hotelzimmer auf Überlingen und den Bodensee

Unser dritter Reisetag begann mit einer kleinen Seefahrt, stand doch die für ihr besonders mildes Klima bekannte Insel Mainau auf unserem Besuchsprogramm. Es war gut, dass wir bereits so früh auf der Insel ankamen, füllte sich diese doch schnell mit zahlreichen Besuchern. Beeindruckend waren die inzwischen über 150 Jahre alten Baumriesen im Arboretum, aber auch die Staudenpflanzungen fanden Anklang in der Reisegruppe.

Mainau
Staudenpflanzung auf der Insel Mainau

Von der Mainau aus ging es dann an den Untersee zum ehemaligen Wohnhaus von Hermann und Mia Hesse. Die heutige Besitzerin, Frau Eberwein, gab uns eine lebendige Einführung in die Geschichte des Hauses und des sehr einfühlsam restaurierten Gartens unter der Kastanie vor dem Haus. Und wenn es auch immer noch bezaubernde Blicke aus dem Garten auf den See gibt, so ist es heute doch schwer vorstellbar, dass das Haus einst in vollkommener Alleinlage vor dem Dorf Gaienhofen erbaut worden war, ist es inzwischen doch dicht von anderen Häusern umstellt.

Blick aus dem Hesse-Garten auf den Untersee

Am nächsten Tag hieß es schon wieder, Abschied nehmen vom See, führte unsere Reiseroute nun doch nach Freiburg. In Umkirch besuchten wir zunächst die Spezialitätengärtnerei Franks Salvias. Der Name ist hier Programm, bilden Salbeiarten und -sorten, sowohl die winterharten als auch die als Kübelpflanzen geeigneten frostempfindlichen, doch den Schwerpunkt des Sortiments von Frank Fischer. Dieser gab uns eine lebhafte Einführung in die Entstehungsgeschichte seiner Gärtnerei, die bis vor kurzem noch ein Ein-Mann-Betrieb war, und erläuterete uns, was ihn motiviert hat, sich auf diese Pflanzengattung zu konzentrieren. Dabei wurde allen Mitreisenden klar, dass er für sein Thema brennt, und seine Kenntnisse und Anregungen gern weitergibt. Angesichts immer trockener werdender Sommer und der auch an diesem Tag hohen Temeperaturen, wurde uns überdeutlich vor Augen geführt, wie wichtig es ist, bei der Gartengestaltung auf trockenheitsverträgliche Pflanzen zu setzen, die mit wenig oder sogar ohne Bewässerung überdauern. Hier konnte uns Frank Fischer wertvolle Hinweise geben, und allen wurde klar, wie wichtig es ist, dass es neben den heute üblichen Gartencentern mit ihren zugekauften und hochgetriebenen Pflanzen auch noch solche Enthusiasten gibt, die wichtige Impulse für zukünftige Grten geben.

Schaubeete bei Franks Salvias

Am Nachmittag waren wir zu Besuch in der Herrenmühle in Bleichheim, wo uns Hanjörg Haas durch seinen gekonnt gestalteten Garten mit Wasserbecken, Pergola und Senkgarten vor dem Haus führte, der das historische Gebäude, das ehemalige Jägerhaus, harmonisch ergänzt. Eine große Vielfalt an Gehölzen und Stauden trägt durch Blüten genauso wie durch ihr interessantes Laub zur Wirkung deses sehr persönlichen Gartens bei.

im Garten der Herrenmühle

Von unserem Hotelstandort Freiburg aus besuchten wir am Folgetag eine weitre Traditionsgärtnerei: die Staudengärtnerei Gräfing von Zeppelin in Laufen, die immer noch ein enorm großes Staudensortiment mit vielen Spezialitäten anbietet.

die malerisch gelegene Staudengärtnerei Gräfin von Zeppelin

Von hier aus ging es bis an die Grenze zur Schweiz nach Weil am Rhein. Dort besuchten wir das Gelände des Designmöbelherstellers Vitra, für den Piet Oudolf vor zwei Jahren einen Garten angelegt hat. Die ausgedehnten Stauden- und Gräserpartien fügten sich harmonisch zur modernen Architektur der Werksgebäude und wirkten besonders aus der oberen Etage des Vitra-Hauses wie ein farbenfroher Teppich.

der Oudolf-Garten vom Vitra Haus gesehen

Am Nachmittag steuerten wir dann das vor allem für seine Rosen weithin bekannte Landhaus Ettenbühl an, wo wir zunächst einen typisch englischen Cream Tea genossen. Das Gartengelände des Landhauses hatte jedoch nicht nur Rosen zu bieten, sondern einige ausgesprochen interessant gestaltete Gartenräume, und die Ausmaße der Mammutbaumalle ließen ob ihrer gerade einmal 50 Jahre einige Mitreisende staunend zurück.

Landhaus Ettenbühl
Staudenrabatte im Landhaus Ettenbühl

Auch unsere Rückweg nach Norden machten wir zu einem Teil der Reise, indem wir am nächsten Tag zunächst der hübschen Stadt Weinheim an der Bergstraße und dem dort befindlichen Schau- und Sichtuingsgarten Hermannshof einen besuch abstatteten. Eine Gärtnerin fürhte uns kundig durch die Anlagen und erläuterte uns die Gestaltungsprinzipien.

Führung durch den Hermannshof

Die zweite Station an diesem Tag war der pflanzereiche Garten des Ehepaares Völker in Bockenheim, wo wir aufs Freundlichste empfangen und mit Sekt, Weißwein und Knabbereien herzlich bewirtet wurden, so dass wir uns ganz wie zu Hause fühlen konnten.

im Garten Völker

Nach einer Übernachtung in Wiesbaden traten wir schließlich die letzte Etappe unserer Reise an. Unser letzter Garten auf dem Reiseweg war der mit vielen Raritäten bepflanzte Privatgarten von Frau Rave in der Nähe von Borken. Man merkte Frau Rave die Freude an, die sie erfüllte, wenn eine Gruppe Garteninteressierter bei ihr zu Besuch kommt. Auch wenn die Mitreisenden durch die vielen Garteneindrücke der vergangenen Woche vielleicht ein wenig erschöpft waren, so sorgte dieser mit viel Leidenschaft angelegte Garten mit seinen besonders interessanten Schattenpartien doch noch einmal für großes Interesse, und der liebevoll vorbereitete Mittagsimbiss tat das Seinige dazu, dass sich Alle hier mehr als willkommen fühlten.

ein schattiges Plätzchen im Garten Rave

Zurück in Bremen angekommen, hieß es nun, von den Mitreisenden Abschied zu nehmen und die auf der Reise erworbenen Pflanzenschätze sicher im eigen Garten unterzubringen.