Gartentagesfahrt ‚Landidyll und Blütenfülle‘

Am 14. Juli war es endlich einmal wieder so weit, und es ging unter dem obigen Motto zu einem Tagesausflug los Richtung Osnabrücker Land und Teutoburger Wald.

Unseren ersten Stop machten wir im naturnahen Garten von Birgit Kaufmann bei Bramsche, wo wir sehr herzlich empfangen wurden. Die Gartenanlage gruppiert sich um den großen Schwimmteich mit seinen natürlich wirkenden Uferzonen. Der Garten war voll von Leben, seien es nun die zahlreichen Frösche im Teich, Libellen oder Schmetterlinge, die auch die anderen Gartenteile bevölkerten wie den Nutzgarten, der den Vier-Generationen-Haushalt mit Gemüse und Salaten versorgt. Zahlreiche Sitzplätze luden zum Genießen des Gartens ein, und manch Mitreisender wünschte sich, noch einmal Kind zu sein und in solch einem Garten aufzuwachsen.

einer der vielen lauschigen Sitzplätze in Frau Kaufmanns Garten

Der Landhausgarten von Klaus Wagenhuber und Jan Leßmeier, der eine alte westfälische Hofanlage umgibt,  war schier überwältigend in seiner Fülle und seinem Ideenreichtum. Klaus Wagenhuber machte mit uns eine Führung, und man merkte ihm die Leidenschaft an, ohne die ein solcher Garten nicht existieren könnte. Neben viel Einfühlungsvermögen für die Historie des Ortes waren immer wieder auch Inspirationen aus englischen Gärten zu bemerken. So erinnerte das üppige Topf- und Kübelpflanzenarrangement um das Deelentor an die Eingangssituation in Christopher Lloyds Garten Great Dixter.

vor dem Deelentor geht es tropisch zu

Zum Abschluss des Besuches war für uns eine Kaffeetafel vorbereitet, die keine Wünsche offen ließ. Kein Wunder, dass es schwierig war, die Reisegruppe von diesem einladenden Ort wieder loszueisen.

Zum Abschluss und quasi als Kontrast besuchten wir als drittes den Garten des Ehepaares Faber. Auch wenn die vielen Historeichen Rosen um diese Jahreszeit natürlich verblüht waren, so zeigte der Garten dennoch eine überbordende Blütenfülle, insbesonder im neueren Garteteil auf der „Wunderwiese“. Hier verwoben Stauden und Sommerblumen sich zu einem zarten Blütengewebe und lockten Bienen, Hummeln und Schmetterlinge in Mengen an.

als Insektenmagnet erwies sich die „Wunderwiese“

Auch hier gab es eine herzliche Aufnahme und Bewirtung, so dass die Gruppe gut gestärkt und voller Eindrücke die Rückreise antreten konnte.

Gärten, Landschaft und Kultur in der Provence und an der Côte d’Azur

… lautete das Thema meiner ersten diesjährigen Gartenreise, die ich zusammen mit Nicola Hahn organisiert und durchgeführt habe.

der Papstpalast in Avignon

Vom 21. bis zum 28. Mai 2022 ging es also in den Süden Frankreichs. Startpunkt war die historische Papststadt Avignon, in deren Umgebung wir uns zunächst einmal mit den Besonderheiten des Bodens in der Haute Provence vertraut machten. Das bedeutete in diesem Falle einen Besuch der Ockerminen von Bruoux, wurde dieses Erdpigment dort doch seit dem 19. Jahrhundert für Anstriche, Malfarben und andere Verwendungszwecke abgebaut und prägte mit seinen Farbschattierungen den Anblick vieler provencalischer Dörfer. Auf der kurzweiligen Führung durch die Minen lernten wir vieles, so z. B. dass in den Minen Linkshänder besser bezahlt wurden als Rechtshänder, da sie in der Minderzahl waren, für das Vorantreiben der Stollen aber unabdingbar.

Eingang zu den Ockerminen

Der zweite Farbton neben dem Rotbraun des Ockers, der wohl jedem beim Gedanken an die Provence in den Sinn kommt, ist das Violett des Lavendels. Also durfte der Besuch einer Lavendeldestillerie nicht fehlen, auch wenn die Felder zum Zeitpunkt unserer Reise noch nicht blühten und uns die Technik des Destillierens daher nur theoretisch erklärt werden konnte. Auch hier gab es eine Menge zu lernen über unterschiedliche Lavendelarten und -sorten und ihre jeweilige Verwendung.

Hofeinfahrt in Lourmain

Zur Mittagspause bot sich an diesem Tag das pittoreske Dörfchen Lourmarin an.

Erläuterungen zum Lavendelanbau

Zum Abschluss des ersten Tages besuchten wir den Privatgarten Pavillon de Galon von Guy Hervais, der international als Gartendesigner tätig ist. Sein Garten überzeugte durch das vorherrschende Blau und die sanften Formen der Hecken und Formgehölze, die die Farben und Formen der umliegenden Hügel der Haute Provence aufnahmen. Über 300 Jahre alte Platanen am Haus sorgten zusammen mit dem gereichten Aperitif für eine unnachahmliche Atmosphäre dieses sehr individuellen Gartens.

Aperitif im Pavillon de Galon

Unser nächster Besuch am folgenden Tag galt dem Weingut Val Joanis, das neben ausgedehnten Rebflächen auch über einen typisch französischen Potager verfügt, der sich in perfektem Pflegezustand präsentierte. Neben Formschnittgehölzen, Spalierobst und Gemüse waren es hier auch die vielfältigen Beetbegrenzungen und Hecken, die Inspiration für den eigenen Garten zu Hause boten.

klare Formen im Garten Val Joanis

Nach einer Mittagspause im durch die vielen Studenten ausgesprochen lebendigen Aix-en-Provence empfing uns am Nachmittag Madame Darlington-Duval in der Domaine d’Orvés. Hier bekamen wir nicht nur die intimistischen Bilder ihres Vaters zu sehen, sondern auch eine Führung durch den ausgedehnten Garten, der eine Vielzahl seltener Gehölze aufweist. Auf der Terrasse beschlossen wir unseren Besuch mit einem Aperitif und genossen die entspannte Atmosphäre im Schatten der hochen Bäume.

Domaine d’Orvés

Der folgende Tag war (fast) ganz dem Thema ‚Düfte‘ gewidmet. Am Morgen besuchten wir den Garten des Parfümeriemuseums in der Nähe der Parfümstadt Grasse. Hier wurden uns auf einer Führung verschiedene Duftpflanzen präsentiert, deren ätherische Öle als Grundlage für die Parfümproduktion dienen.

im Garten des Parfümeriemuseums

Über Mittag statteten wir der Ölmühle von Opio einen Besuch ab und ließen uns in die Geheimnisse der Pressung von Olivenöl einweihen. Abgerundet wurde dieser Besuch mit der Verkostung verschiedener Öle, Oliven und Tapenaden.

in der Ölmühle von Opio

Am Nachmittag waren wir dann in der Bastide Isnard zu Gast. Die Familie Isnard ist bereits seit ca. 1000 Jahren in der Region Grasse ansässig und heute eine der letzten, die auf ganz traditionelle Weise Öle unterschiedlichster Duftpflanzen destilliert und daraus Parfüms herstellt. Nach einer Führung zu den Zentifolien, dem Jasmin, den Pomeranzen (Bigaradier) und anderen Duftpflanzen wurden uns die Parfümkreationen des Hauses Isnard vorgestellt.

M. Isnard neben dem Destillierapparat

Am Folgetag stand mit der Villa Fort France wieder ein privater Garten auf unserem Besuchsprogramm. Heute im Besitz der Malerin Valerie de Courcel, die uns kenntnisreich durch ihren Garten führte, wurde dieser ursprünglich von Lady Fortescue angelegt, die durch ihren Roman ‚Perfume of Provence‘ bekannt geworden ist. Im Garten von Fort France sind die Terrassen, die für die Olivenkultur in der Provence so charakteristisch sind, heute mit einer Vielzahl interessanter Pflanzen bestanden.

die Villa Fort France

Von hier aus ging es nach Cannes, wo wir die Fähre zur Île Saint-Honorat bestiegen. Die Insel befindet sich im Privatbesitz der Mönche einer Zisterzienserkongregation, die hier ausgedehnte Rebflächen kultivieren. Das bot uns die Gelegenheit zu einer Verkostung der Weine, die hier von den Mönchen nach Richtlinien des biologischen Landbaus hergestellt werden. Bevor uns das Schiff zurück nach Cannes brachte, hatten wir noch Gelegenheit, diese stille und dem Alltag entrückte Insel bei einem Spaziergang zu erkunden.

die Abtei Saint Honorat

An unserem fünften Tag in der Provence war die kurz vor der italienischen Grenze gelegene Stadt Menton unser Ziel. In der Citronneraie kultiviert François Mazet die echte Zitrone von Menton, eine Zitronensorte mit besonderen Geschmacks- und Geruchseigeneschaften, die von Sternenköchen nachgefragt wird.

in der Citronneraie wachsen nicht nur Zitronen

Menton selbst mit seiner Markthalle aus der Zeit der Wende zum 20. Jahrhundert präsentierte sich sehr gepflegt und mit seinen zahlreichen Lokalen ausgesprochen angenehm für eine Mittagspause.

Menton wirkt schon sehr italienisch

So nahe an der italienischen Grenze wäre es schade gewesen, nicht den Sprung nach Italien zu machen und im nahe gelegenen Ventimiglia die Botanischen Gärten Hanbury zu besuchen, wo Pflanzen aus tropischen und subtropischen Regionen der ganzen Welt kultiviert werden.

in den Botanischen Gärten Hanbury herrscht ein subtropisches Klima

An unserem letzten Reisetag an der Côte d’Azur ging es noch einmal nach Menton. Dort war der Garten La Serre de la Madone von Major Lawrence Johnston, dem Schöpfer von Hidcote Manor Gardens in den Cotswolds, unser Ziel. Auch in diesem Garten rund um ein provenzalisches Landhaus, eine Bastide, die Johnston zunächst im Winterhalbjahr nutzte, bis er in den er sich in den letzten Jahren seines Lebens sein ausschließlicher Wohnsitz wurde, sind, ebenso wie in Hidcote Manor, die charakteristischen Merkmale der Arts & Crafts-Bewegung zu erkennen.

die Bastide von Serre de la Madone

Bevor es dann zu unserem Hotel nach Aix-en-Provence ging, bildete der Besuch der Villa Ephrussi den krönenden Abschluss unseres Besuchsprogramms. Nach einem Mittagessen im Speisesaal konnte die Villa selbst und die von der Baronin Béatrice de Rothschild hier zusammengetragenen Kunstschätze bewundert werden, bevor es in den Garten ging, wo zahlreiche Themengärten auf uns warteten, welche die kunstsinnige Baronin hier auf einer schmalen Landzunge mit wunderbarem Blick auf das Meer anlegen ließ.

Rosa war die Lieblingsfarbe der Baronin Rothschild

In Aix-en-Provence konnten wir unser Abendessen bei angenehmen sommerlichen Temperaturen im Garten des Hotels genießen, bevor es am nächsten Tag mit dem Zug wieder gen Norden ging, wo uns dank der Schafskälte ganz andere Temperaturen erwarteten.

Lammzeit

Es ist wieder Lammzeit auf der Schafweide, und jeden Morgen gibt es neue kleine Lämmer.

Die Erste ist in diesem Jahr Tilda, die ein kräftiges Bocklamm zur Welt gebracht hat

Tilda mit ihrem kräftigen Bocklamm

Eline hat in diesem Jahr das erste Mal ein Lamm bekommen. Es ist schon erstaunlich wie sehr die Schafe ihren Müttern ähneln, und damit meine ich nicht nur das Äußere, vor allem das Gesicht. Auch im Verhalten gibt es auffallende Übereinstimmungen zwischen Mutter und Tochter: Eline ist genauso ängstlich mit ihrem Lamm wie ihre Mutter Elise mit all‘ den Lämmern, die sie bereits bekommen hat. Das fängt schon damit an, dass sich Eline für ihre Geburt ganz weit von den anderen entfernt und einen Platz weit unten auf der Weide ausgesucht hat. Auch nach der Geburt ist sie stets besorgt um ihr Kind und mag es nicht aus den Augen lassen, eine echte Helikopter-Mutter eben.

Eline, die Vorsichtige, hat sich ganz weit von den Anderen entfernt

In diesem Jahr liegt die Lammzeit bei mir etwas später als sonst, aber es ist eigentlich egal, wie ich das plane: es wird immer kalt und ungemütlich zur Lammzeit. So gab es auch in diesem Jahr echte Schneelämmer, wie z. B. das von Molly. Nur gut, dass die Kleinen mit ihrer dichten schwarzen Wolle so gut gegen Witterungsunbilden geschützt sind. Außerdem bekommen sie gleich nach der Geburt die nahrhafte und stärkende Milch ihrer Mütter – einen wahren Zaubertrank, der ihnen genügend Energie gibt, um auch bei starkem und unangenehmen Ostwind nicht zu frieren.

die im Sturm umgefallene Fichte bietet Molly und ihrem Lamm ein wenig Schutz

Judy ist ebenfalls zum Ersten Mal Mutter geworden. Sie legt ihr Kind schon bald nach der Geburt ab und geht erst einmal grasen, Danach kehrt sie aber zuverlässig zu ihrem Lamm zurück und säugt es.

Judy findet, dass ihr Lamm auch mal alleine sein kann

Auch Liese hat inzwischen gelammt und Zwillinge zur Welt gebracht. Sie ist eine erfahrene Mutter, die alles ganz souverän erledigt.

Liese ist ganz die souveräne Mutter

Am Sonntag-Morgen hat Agnes gerade ein Lamm auf die Welt gebracht, als wir zum Füttern auf die Weide kommen.

Agnes Lamm kommt an einem schönen aber frostigen Morgen zur Welt

Noch während sie damit beschäftigt ist, das Lamm trocken zu lecken, setzen die Wehen erneut ein und es kommt ein zweites Lamm. Wer sich diese Geburt anschauen möchte, kann das hier tun.

Eine gute Viertelstunde später stehen sind beide Lämmer bereits auf den Beinen und suchen nach der Milchquelle.

keine 20 Minuten später stehen beide Lämmer neben ihr

Musikalische Schafe

Im Oktober war der NDR auf meiner Schafweide zu Besuch. Anlässlich eines Kurzporträts meiner „Hofhelferin“ Margret, die Instrumentenbauerin ist, probierte sie u. a. aus, ob sich Schafe für Musik, speziell für Blockflöten interessieren. Das Ergebnis kann gibt es hier zu sehen.

Viel Spaß beim Anschauen!

Venetien und Venedig

Reise zu Gärten Landschaft, historischen Städten und der Architektur von Andrea Palladio

Nach eineinhalb Jahren Corona bedingter Enthaltsamkeit freuten sich alle Mitreisenden sicherlich genauso wie ich, dass es Ende August endlich einmal wieder auf Gartenreise ging. Ziel der Reise war diesmal Venetien, die Region Norditaliens zwischen dem Gardasee und der Lagune von Venedig. Dabei ging es auf dieser Reise nicht ausschließlich um Gärten, sondern auch um die Landschaft, die historischen Städte und um die Architektur Andrea Palladios. Das Ganze konnte bei wunderschönem Wetter und angenehmen Temperaturen stattfinden.


Basilica Palladiana von Andrea Palladio in Vicenza

Am Anfahrtstag ging es mit dem Zug zunächst bis nach München und von dort mit dem Reisebus bis nach Salurn in Südtirol. Leider begann der erste Tag gleich mit einem kleinen Fehlstart: auf den Autobahnen zwischen München und Salurn herrschte so viel Verkehr, dass wir den geplanten Stopp beim Weingut Lageder leider ausfallen lassen mussten. Die geplante Weinprobe wurde dann abends im Hotel mit einigen typischen Weinen der Region nachgeholt.


Villa Barbaro von Andrea Palladio in Maser

Am nächsten Morgen ging es dann durch das Sugana-Tal zu unserer ersten Besichtigung: der Villa Barbaro in Maser. Diese von Andrea Palladio geplante Villa zeigt alle Merkmale, welche für die Villen Venetiens charakteristisch sind: als Zentrum eines Landgutes weist sie nicht nur ein repräsentatives Wohngebäude auf, sondern auch alle für die Bewirtschaftung des Landes notwendigen Nebengebäude. Das Besonderes an der Villa Barbaro: im Inneren ist sie mit Fresken des Palladio-Zeitgenossen Paolo Caliari, genannt Il Veronese; ausgeschmückt.


Les Paradis des Papillons

Nach einer Mittagspause in dem Städtchen Castelfranco Veneto besuchten wir am Nachmittag noch Michele Calore und seine Partnerin Anna in ihrem Garten in der Nähe von Padua. Beide sind als Gartengestalter tätig und haben sich bei der Anlage ihres stauden- und gräserreichen Gartens eher von Gärten nördlich der Alpen inspirieren lassen als von typisch Italienischen Gärten.


Rathaus in Padua

Am Abend bezogen wir dann für die nächsten drei Nächte unser Hotel in Padua. Seine Lage im Zentrum der Stadt ermöglichte es allen, die abends noch Lust auf einen Spaziergang hatten, sich das historische Zentrum dieser überaus angenehmen Studenten- und Pilgerstadt anzuschauen.


Eingangstor zum Garten Valsanzibio

Der nächste Tag war zwei historischen Gärten gewidmet: Valsanzibio und dem Garten der Villa da Schio. Der erste Garten ist eines der wenigen Beispiele eines barocken Gartens, der so vollständig erhalten ist, dass er sich noch komplett „lesen“ lässt. In diesem Falle war es nämlich das Anliegen des Besitzers, Kardinal Gregorio di Barbarigo, dass Besucher bei ihrem Gang durch den Garten durch das Betrachten der unterschiedlichen Statuen und Gartenelemente, wie dem Labyrinth, geläutert werden und eine höhere Stufe des Bewusstseins erlangen. Ob das bei den Mitreisenden erfolgreich war, wage ich nicht zu beurteilen. Doch folgten alle interessiert den Ausführungen unserer Führerin durch den Garten mit seinen fast 400 Jahre alten Buchshecken.


Garten der Villa da Schio

Im zweiten Garten führte uns der Conte da Schio selbst durch Garten und Villa und zeigte uns auch den bemerkenswerten Weinkeller. Den Abschluss dieser Besichtigung bildete eine Weinprobe mit den Weinen des Gutes.


Blick in einen venezianischen Garten

Der folgende Tag war ganz dem Besuch Venedigs gewidmet. Hier bekamen wir eine kenntnisreiche Führung in einige der verborgenen Gärten der Serenissima, von denen es erstaunlicherweise ca. 500 gibt. Unsere Führerin waren Mariagrazia Dammica und Claudia Bonifacio, die sich als Mitglieder des Wigwam-Clubs für historische Gärten um ebendiese in der Lagunenstadt bemühen. Der Nachmittag stand für eine Erkundung Venedigs auf eigene Faust zur Verfügung.


Canareggio in Venedig

Tag fünf unserer Reise stand ganz im Zeichen des Renaissance-Architekten Andrea Palladio, der wie kaum ein anderer die abendländische Architektur geprägt hat. Dazu fuhren wir zunächst in die Stadt Palladios, nach Vicenza, wo wir uns die Basilica Palladiana und das Teatro Olimpico anschauten, beides bemerkenswerte Bauwerke Palladios. In der Mittagszeit gab es die Gelegenheit, die überaus angenehme Stadt Vicenza zu erkunden und sich von den kulinarischen Fähigkeiten der Vicentiner Restaurants zu überzeugen.


Teatro Olimpico in Vicenza

Am Nachmittag statteten wir einer weiteren Palladio-Villa einen Besuch ab, der direkt vor den Toren der Stadt gelegenen Villa Almerico, bekannter unter dem Namen La Rotonda. Hier hatte ich für die Reisegruppe einen Exklusiv-Besuch arrangiert, so dass wir uns ganz allein auf dem Gelände und in der Villa umsehen konnten.


Blick in die Kuppel der Villa Almerico, genannt ‚La Rotonda‘

Ganz in der Nähe der Rotonda liegt die Villa Valmarana ai Nani, die über einen kleinen Garten verfügt, aber vor allem für ihre Fresken von Giambattista und Giandomenico Tiepolo berühmt ist. Von hier aus ging es dann weiter zu unserem Hotel am Gardasee.


Fresko von Giandomenico Tiepolo in der Foresteria der Villa Valmarana

Vom Gardasee ist es nicht weit nach Verona, wo der Garten Giusti auf dem Programm stand. Von diesem Garten, der bereits im 16. Jahrhundert angelegt wurde und an die Renaissancegärten der Toskana erinnert (die Giusti, Wollfärber, kamen tatsächlich aus Florenz) hat man einen wundervollen Blick auf die Silhouette der Stadt am Etsch.


Giardino Giusti in Verona

Auch in Verona war eine längere Mittagspause mit freier Zeit eingeplant, so dass alle Mitreisenden selbst entscheiden konnten, ob sie lieber dem Haus (und Balkon) der Julia einen Besuch abstatten oder lieber mit viel Muße eines der zahlreichen Restaurants der Stadt aufsuchen wollten.


Stadtsilhouette von Verona vom Garten Giusti aus gesehen

Am Nachmittag beschlossen wir unser Tagesprogramm mit einem Besuch des wunderbar gepflegten Gartens Pojega beim Weingut der Guerreri-Rizzardi, den wir mit einer Verkostung der dort und am Gardasee angebauten Weine der Besitzer beendeten.


Giardino di Pojega

Am folgenden Tag blieben wir am und ganz in der Nähe des Gardasees. Zunächst besuchten wir die Limonaia in Torri del Benaco, wo vom 18. bis ins 20. Jahrhundert Zitronen angebaut wurden, die bis nach Deutschland, Polen und Ungarn gehandelt wurden.


Die Limonaia am Scaligerkastell von Torri del Benaco

Als ein Höhepunkt der Reise ging es dann mit dem Boot auf die Isola del Garda mit ihrem Schloss und Garten, die beide aus einem Märchen aus den Tausendundein Nächten entsprungen zu sein scheinen. Mit einem Gläschen Roséwein, einigen Oliven und der Verkostung des direkt am See erzeugten Olivenöls klang der Besuch der Insel auf das Angenehmste aus.


Die Villa auf der Isola del Garda

Den Abschluss dieses Tages und auch des gesamten Besuchsprogramms dieser Reise machte ein weiterer privater Garten: der Garten des Ehepaares Biasi nicht weit von Garda. Frau Biasi führte uns begeistert durch den gut eineinhalb Hektar großen Garten mit vielen botanischen Raritäten und wurde nicht müde , uns die Namen ihrer Pflanzenschätze zu nennen. Wie hätte der Tag angenehmer enden können als mit einem Aperitivo, bestehend aus Prosecco, selbstgebackenen Pizza-Happen und regionaltypischen Gebäckspezialitäten aus einer kleinen Konditorei im Ort. Nach einem herzlichen Dankeschön der Reisegruppe an das Ehepaar Biasi machte sich die Gruppe schweren Herzens wieder auf den Weg.


Garten Biasi

Unsere Rückfahrt nach Bremen sorgte zumindest ab München wegen des Bahnstreiks zwar für einige Aufregung, verlief letztendlich jedoch unspektakulär und problemlos, so dass alle Mitreisenden am Abend wieder wohlbehalten und voller Eindrücke zu Hause ankamen. Ein kleiner Trost war es, dass wir etwas von dem guten Wetter offenbar mit im Gepäck hatten, so dass die Wiedereingewöhnung nicht zu schwer fiel.


Blick in den Garten der Villa Valmarana

 

Streuobstwiesen-Rundgang

Anfang September bekam ich Besuch von der Gingko-Gruppe Bremen des Kiwanis Clubs. Dreizehn Obst-Interessierte wollten gern mehr über regionale Alte Obstsorten und ihre Geschmacksvielfalt erfahren.

Die Frage, mit welchen Obstarten sich Pomologen beschäftigen, wurde mit einem kleinen Exkurs in die Welt der Zitruspflanzen in meinem Garten verdeutlicht.

Als nächstes drehte sich alles um das Thema, welch die Merkmale sind, an denen Pomologen unterschiedliche Sorten erkennen.

Danach gab es in meiner kleinen Baumschule eine kleine Einführung in unterschiedliche Veredlungsverfahren.

Beim anschließenden Gang über die Streuobstwiese durfte dann nach Herzenslust probiert werden, denn es waren bereits etliche Frühsorten an den Bäumen reif. Begleitend dazu gab es Informationen über die Geschichte und Herkunft der einzelnen Sorten.

In der Abschlussrunde machte die Gruppe einen kleinen Ausflug in die pomologische Literatur. Dabei konnten historische Abbildungen mit den eben geernteten Früchten verglichen werden. Diese Runde wurde von einer Verkostung unterschiedlicher Apfelsäfte von meiner Obstwiese begleitet, und auch hierbei war es für einge überraschend, wie groß die Geschmacksvielfalt von Apfelsäften sein kann und wie groß der Unterschied zum Standardsaft aus dem Geschäft ist.

Mit vielen neuen Erkenntnissen  (und einigen kg Äpfeln sowie etlichen Flaschen Apfelsaft) machten sich die Kiwanier wieder auf den Heimweg.

Liese als Covergirl

Mein inzwischen acht Jahre altes Schaf Liese, das ich seit einigen Jahren regelmäßig melke, hat es auf den Titel des neu erschienenen Buches „Schaf und Mensch“ von Nina Sieverding und Anne Huntemann geschafft.

Grundlage für die Neuerscheinung war Nina Sieverdings gleichnamige Masterarbeit an der Hochschule für Künste, Bremen, im Studienfach Integriertes Design, die sie 2017/2018 geschrieben hat. Im Rahmen ihrer Recherchen für diese Arbeit besuchte sie mich und machte ein Interview mit mir und etliche Fotos von meinen Schafen – u. a. auch von Liese.

Lotti und ich; Foto: Nina Sieverding

Eine befreundete Buchhändlerin machte mich vor kurzem auf die Neuerscheinung aufmerksam, und ich war nicht wenig überrascht, als mir Liese auf dem Buchtitel ganz vesonnen entgegenblickte.

Das Buch beleuchtet sehr schön die unterschiedlichen Facetten der Beziehung zwischen Mensch und Schaf und ist ein Muss für alle Schafliebhaber. Weitere Informationen zu diesem Buch gibt es hier.

 

19. Gartenlesung: Erlesene Blütensträucher

Der Sommer neigt sich dem Ende zu, und im Garten ist schon Vieles verblüht. Auch wenn wir uns in den nächsten Wochen noch an den Herbstblühern wie Astern erfreuen werden können, gibt es um diese Jahreszeit doch meist eine „Blühlücke“ in den Rabatten.


Bartblume – Caryopteris

Aus diesem Anlass hat Vita Sackville-West, Gärtnerin und Schriftstellerin, die in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zusammen mit ihrem Mann, Harold Nicolson, einen der berühmtesten Gärten Englands angelegt hat, sich in Ihrer Observer-Kolumne mit dem Thema spätsommerblühende Gehölze befasst und einige Anregungen zusammengetragen.

Die Passage, die ich vorlese, ist dem Buch „Aus meinem Garten“ entnommen, das als Ulstein-Taschenbuch erschienen ist.

Viel Freude beim Zuhören

 

18. Gartenlesung: Schöne Waffe gegen Schnecken

In meiner aktuellen Gartenlesung geht es um die Kermesbeere, Phytolacca acinosa, aus der sich laut Gartenbuch-Autor Jürgen Dahl möglicherweise ein Mittel gegen Schnecken gewinnen lässt.


Kermesbeere (Phytolacca acinosa)

Wer dazu mehr erfahren möchte, kann sich die Lesung hier anhören.

17. Gartenlesung: Äpfel

Nach den Birnen in der vergangenen Woche sind diesmal nun die Äpfel dran. Bei der Suche nach einem passendenText zu diesem Thema bin ich wieder bei Johannes Roth in seiner ‚Gartenlust‘ fündig geworden. Das Kapitel, das ich vorlese heißt ‚Solche und andere Äpfel‘.


Goldparmäne

Tatsächlich reifen in diesem heißen Sommer viele Sorten auf meiner Obstwiese früher als gewohnt. Den Gravensteiner musste ich bereits pflücken ebenso wie den Moringer Rosenapfel, den Sommerprinzen, Langtons Sondergleichen und Martens Sämling. Auch andere Sorten, die sonst im September geerntet werden, folgen bald. Die heißen Tage sorgen allerdings nicht nur dafür, dass das Obst schneller reift, sondern haben leider auch zur Folge, dass die Früchte schlecht gefärbt sind – für rote Streifen und Backen fehlen einfach die kühlen Nächte. Nicht umsonst heißt es bei den Obstbauern: der Mond färbt die Früchte; denn nur in klaren Nächten, wenn der Mond zu sehen ist, kühlt es für eine gute Fruchtfärbung ausreichend ab.

Viel Vergnügen beim Zuhören wünscht