Ländliche Stauden- und Rosenfülle

Am 15. Juni ging es in diesem Jahr das erste Mal auf einen Tagesausflug in Gärten der Umgebung Bremens. Diesmal hatten wir es nicht weit, um uns drei sehr individuelle private Gärten anzusehen. Als erstes stand das „Grüne Wohnzimmer“ von Carola und Hans Ahrens in Hemsbünde auf unserem Programm. Zu Beginn des Besuches erläuterte uns Carola kurzweilig die Geschichte ihres Gartens, berichtete von Ideen, Fehlschlägen, neuen Ideen und Erfahrungen, die letztendlich zu dem Garten geführt haben, wie wir ihn bestaunen konnten. Rund um das Siedlungshaus aus den 60er Jahren haben die beiden einen arten- und sortenreichen Stauden- (und Gehölz-) Garten angelegt und dabei die unterschiedlichen Bereiche geschickt für Pflanzen mit ganz unterschiedlichen Standortansprüchen genutzt. So ist auf 1300 qm ein enorm vielgestaltiger Garten entstanden, der durch die vielen Sitzplätze eine schöne Aufenthaltsqualität besitzt und von der Reisegruppe in aller Ausführlichkeit plaudernd und mit der Gärtnerin fachsimpelnderweise genossen wurde. Das eine oder andere Staudenschätzchen, das Carola aus ihrem Garten vermehrt hatte, fand am Ende auch noch einen neuen Besitzer.


im Garten von Carola und Hans Ahrens

Von Hemsbünde ging es dann nach Bülstedt, wo zwei weitere Gärten auf uns warten. Annegret Puvogel erzählte uns, wie sie zu ihrem Garten rund um die historische Wassermühle gekommen ist. Nachdem das Mühlengebäude aus dem 19. Jahrhundert – bei der Grundstücksübernahme nicht mehr als eine Ruine – saniert worden war, konnte sich Annegret – ohne jedewege Vorkenntnisse – dem Garten zuwenden. Sie bekannte freimütig, dass ihr Pflanzennamen auch heute noch weitgehend ein Graus sind und dass sie pflanze, wie es ihr gefalle und richtig erscheine. So tastete sie sich, vom Haus ausgehend, Stück für Stück in die Außenbereiche des malerischen Grundstücks vor, und damit ist sie noch lange nicht fertig. Herausgekommen ist auf dem Gelände rund um die Mühlenteiche ein romantischer Rosengarten mit vielen ergänzenden und harmonisch gruppierten Stauden.


Puvogels Garten rund um die alte Wassermühle

Die dritte und letzte Station des Tages war der Garten von mir und meiner Mitbewohnerin. Der Startschuss für unseren Garten war im selben Jahr gefallen wie der für Puvogels Garten, nämlich 1992. Entstanden ist rund um das alte Backstein-Bauernhaus ein durch Hecken in einzelen Räume gegliederter Garten, in dem im Juni die Alten Rosen mit einer Vielzahl von Stauden – darunter einige Spezialitäten, die ich von meinen Gartenreisen mitgebracht habe – um die Wette blühen. Im Kräuterrondell  vertrömten die Zitronen einen betörenden Duft, und hier war es vor allem eine Nachtkerze, die das Interesse vieler Gartenbesucher weckte. Neben Stauden und Blütengehölzen spielen auch die Tiere in unserem Garten eine wichtige Rolle, wie z. B. die Hühner mit ihren Küken und die Lämmer auf der Obstwiese mit der Sammlung alter Obstsorten, die sich hingebungsvoll kraulen ließen. Da inzwischen auch die Sonne das Ihre zum Gelingen dieses Garten-Tagesausflugs beitrug, konnte der Besuch bei Kaffee, Tee und Kuchen in aller Gelassenheit ausklingen.


interessierte Fragen im Kräutergarten

Gartenreise an die Loire

Unter dem Thema „Gärten, Schlösser, Landschaft und Kultur an der Loire“ fand meine erste diesjährige Gartenreise vom 18. bis zum 25. Mai statt. Los ging es mit dem Bus ab Bremen, und da der Weg an die Loire weit ist, haben wir den Weg zum Ziel gemacht und bereits unterwegs einige Gärten angeschaut.


Im Garten von Djoeke van Zwetselaar…

Unseren ersten Besuch machten wir im Garten von Djoeke van Zwetselaar in der Nähe von Utrecht. Frau van Zwetselaar ist Bildhauerin, und etliche Inspirationen zu ihren Tierskulpturen bezieht sie aus ihrem sehr entspannt wirkenden Garten rund um die alte Remise, die einst ihr Großvater aufgekauft und zu einem Wohnhaus umgebaut hatte. In diesem Garten wirkt nichts gezwungen, und die sorgsam arrangierten Pflanzungen erweckten den Eindruck, als wären sie ganz ohne das Eingreifen einer ordnenden Hand enstanden.


…wirkt alles ganz natürlich

Nach einer ersten Übernachtung in der historischen Altstadt von Leuven trafen wir am nächsten Tag in Senlis mit Nicola Hahn zusammen, die bereits seit einigen Jahren gemeinsam mit mir die Frankreich-Reisen organsiert und durchführt und mich mit ihren Sprach- und Landeskenntnissen unterstützt. Bevor wir unser zweites Hotel in Montargis aufsuchten, statteten wir noch den Gärten des Grand-Courtoiseau einen Besuch ab.


die Eibenhecken geben dem Garten Struktur

Hier empfing uns der Besitzer, der ein altes Landgut aus dem 17. Jahrhundert mit zugehörigem Herrenhaus instand gesetzt und vor allem auch den Garten behutsam restauriert hat und ihn gänzlich ohne den Einsatz von Pestiziden pflegt. In einem Rahmen aus perfekt geschnittenen Eibenhecken konnten wir unterschiedliche Gartenräume mit verschiedenen Themen durchwandern, wie den Italienischen Garten, den Exotischen Garten und den Obstgarten.


der Italienische Garten im Grand-Courtoiseau

Ein weiteres Herrenhaus stand am nächsten Morgen nach einer Übernachtung in Montargis auf unserem Reiseprogramm. La Javelière stammt aus derselben Epoche wie der Grand-Courtoiseau, und auch hier gab es unterschiedliche Themengärten zu bewundern, die hinter dem Herrenhaus und geschickt in den Park aus dem 19. Jahrhundert integriert waren.


der japanisch anmutende Garten in La Javelière

Ergänzt wurde das Ganze durch eine ausgedehnte Sammlung von Wildrosen, die rund um einen großen Teich auf der anderen Seite des Herrenhauses angepflanzt waren. Trotz des kühlen und etwas feuchten Wetters beeindruckte dieser Garten sehr durch seine Gestaltung.


Rosa harisonii in der Wildrosensammlung

Weiter ging es in die Sologne zum Jardin de Chantal, der allein aufgrund seiner bescheideneren Größe aber auch wegen seiner sehr persönlichen Gestaltung einen Kontrast zu den beiden bislang besuchten Domänengärten darstellte. Die Besitzerin, Chantal, hat auf einer Fläche von 2400 m² mehr als eintausend Pflanzenarten und -sorten versammelt, darunter über 200 Rosensorten.


im verwunschenen Jardin de Chantal

Das prägende Element in ihrem Garten stellten um diese Jahreszeit die zahlreichen Schneeballarten und -sorten dar. Chantals Garten ist – nicht zuletzt weil auch sie gänzlich auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichtet – ein Paradies für zahlreiche Vogelarten, die unseren Besuch mit ihrem Gesang untermalten.


einer der zahlreichen Schneebälle

Bevor wir unser Hotel in Saumur aufsuchten, begaben wir uns noch auf eine Weinprobe zur Domaine de Montcy, wo Laura Semeria nach biodynamischen Grundsätzen typische Weiß-, Rot- und Schaumweine der Loire produziert und uns den jährlichen Zyklus der Reben erläuterte sowie die Prinzipien der Weinherstellung. Eine Besonderheit war ihr AOC Cour Cheverny aus der autochthonen Weißweinrebsorte Romorantin, die ausschließlich in dieser Region auf nicht mehr als 60 ha ihre weltweite Anbaufläche hat.  Neben Wein stellt Laura Konfitüren aus zahlreichen Früchten her, die sie aus unterschiedlichsten Regionen Frankreichs bezieht, wobei sie Wert darauf legt, dass es sich ebenfalls ausschließlich um biologisch produzierte Früchte handelt.


Laura Semeria erläutert uns den biodynamischen Weinanbau

Von Saumur aus, wo die Lage unseres Hotels direkt in der Altstadt es uns erlaubte, nach dem Abendessen noch Spaziergänge durch die Stadt oder hinauf zum Schloss zu unternehmen, unternahmen wir die nächsten vier Tage Ausflüge zu weiteren Gärten entlang der Loire.


Blick auf die Loire vom Schloss in Saumur

Als erstes standen die weltberühmten Garten des Schlosses Villandry auf unserer Agenda. Die Gärten, die 1906 von Dr. Jochim Cavallo zum Teil nach historischem Vorbild neu angelegt und von seinen Nachfahren erweitert wurden, präsentierten sich in einem makellosen Pflegezustand.


der Potager nach alten Vorlagen

Erfreulich, dass auch der Potager, der formale Küchengarten, der direkt aus dem architektonischen Buch Les plus excellents Bastiments de France von Du Cerceau aus dem 16. Jahrhundert zu stammen scheint, inzwischen komplett organisch bewirtschaftet wird.


Detail des Küchengartens

Nach diesem Gartenbesuch konnten wir uns auf dem Ziegenhof Le Vazereau vergewissern, dass die französische Käsekultur ihren ausgezeichneten Ruf zu Recht besitzt. Gatien Laurent Vazereau zeigte uns nicht nur seine Ziegen, die sich offensichtlich sehr wohl fühlten, sondern erläuterte uns auch die Besonderheiten des herkunftsgeschützten Sainte Maure de Touraine, eines Rohmilch-Ziegenkäses in Rollenform mit dem charakteristischen Strohhalm im Zentrum.


die Ziegen von Le Vazereau

Danach ließ er uns seine köstlichen Produktionen ausgiebig verkosten. Außerdem erfuhren wir ganz nebenbei, dass die Tradition der Ziegenhaltung und Käsebereitung in dieser Region auf die Araber zurückgeht, die hier nach der Niederlage ihres Heeres im Jahr 732 bei Poitiers ihre Frauen und Haustiere zurückließen und aus deren Sprache sich wahrscheinlich auch der Familienname der Hofbetreiber ableitet.


die Ziegenkäsespezialitäten von Le Vazereau konnten auch Skeptiker überzeugen

Im Park und in den Gärten des Château du Riveau stellten Rosen und Märchen die Hauptthemen dar. In 14 Märchengärten, wie dem Gemüsegarten von Gargantua, dem Garten von Rapunzel und dem Zauberwald wurden die Themen traditioneller Märchen und fantastischer Erzählungen facettenreich umgesetzt.


fantasievolle Figuren bevölkern die Märchengärten von Château du Rivau

Die über 450 Rosensorten waren leider noch nicht auf dem Höhepunkt ihrer Blütezeit, doch konnten wir bereits einigen Nasen voll der köstlichen unterschiedlichsten Rosendüfte genießen und uns an der Bepflanzung aus Stauden und Zwiebelpflanzen erfreuen.


Eremurus macht den Schlosstürmen Konkurrenz

Der folgende Tag war ganz dem Internationalen Gartenfestival von Chaumont sur Loire gewidmet und reichte doch kaum aus, um hier alles zu sehen. Vor der Kulisse des historischen Loire-Schlosses präsentierten sich die Ausstellungsgärten, die in diesem Jahr unter dem Motto „Paradies“ standen, und zahlreiche Interpretationen dieses Begriffes boten. Das Ausstellungsgelände präsentierte sich in einem mehr als perfekten Pflegezustand, doch wurde unser Erleben dadurch getrübt, dass wir Zeuge wurden, auf welche Weise dieser Zutand offenbar erreicht wird: die Begleitpflanzungen werden vollständig in Kunststoff-Gewebesäcken vorkultiviert und bei Bedarf ausgelegt und wieder eingesammelt. Dieses alles andere als nachhaltige Zugeständnis an einen minimalen Pflegeaufwand vor Ort ist nur unter Einsatz von enormen Mengen Kunststoff möglich und stand im Widerspruch zur Problematisierung des Themas „Plastik“ in einem der Ausstellungsgärten.


einer der Ausstellungsgärten problematisierte das Thema Plastik

Versöhnt wurden wir durch den wunderschönen Park rund um das Schloss mit Blick auf die Loire und einem beeindruckenden Baumbestand, der zahlreiche Landart-Kunstwerke beherbergt.


im Park von Chaumont

Am nächsten Morgen wurde es mit dem Besuch der Pilzhöhle Le Saut aux Loups noch einmal kulinarisch. Hier erfuhren wir nicht nur viele interessante Einzelheiten zur Pilzkultur, sondern auch viele Details zur Gewinnung des Kalksteins, aus dem an der Loire Schlösser, Kirchen und Häuser gebaut sind.


Erläuterungen zum Abbau von Kalkstein

Nach einer Mittagspause in Tours statteten wir dem weltberühmten Schloss Chenonceau mit den Gärten von Katharina de Medici und Diane de Poitiers, dem Park mit dem Labyrinth und dem Blumen- und Gemüsegarten einen Besuch ab.


Blick über den Garten von Diane de Poitiers auf das Schloss

Die einmalige Lage dieses in harmonischen Proportionenerbauten Schlosses als Brücke über dem Cher übt auf Besucher einen unwiderstehlichen Reiz aus.

Am nächsten Tag machten wir uns wieder auf den Rückweg in Richtung Deutschland und besuchten als letzten französischen Gaten den Jardin de Roquelin. Hier in seinem Garten voller üppiger Rosensträucher und Stauden, belebt von zahlreichen gefiederten Bewohnern, empfing uns Besitzer Stephane Chassine gastfreundich mit einem Picknick.


der Rad schlagende Pfau passt harmonisch zur Bepflanzung

Sandwiches, Käse, selbstgebackene Pithiviers-Torte und ein Glas Wein sorgten für einen rundum angenehmen Aufenthalt an diesem wahrhaft paradiesischen Ort.


Picknick im Jardin Roquelin

Nach einer letzten Zwischenübernachtung in Metz stand als letzte Station unserer Reise der Garten Hortvs von Peter Janke auf unserem Programm. Ganz offensichtlich angeregt von den Erfahrungen, die er im Garten der „Grand Old Lady“ der englischen Gartenkultur, Beth Chatto, sammeln konnte, hat Peter Janke in Hilden bei Düsseldorf seine ganz eigene Interpretation ihrer Maxime der „right plant right place“ umgesetzt und zahlreiche kreative Stauden- und Gehölzkombinationen entwickelt.


der Kiesgarten in Peter Jankes Hortvs

Im Hinblick auf Staudenreichtum und Einfallsreichtum bei deren Verwendung bildete dieser Garten zum Abschluss noch einmal einen Höhepunkt unserer Reise.


im Silbergarten

 

Trauriges Ereignis bei den Schafen

Am 30. April fanden mein derzeitiger kanadischer Wwoofer Javaid und ich mein Leitschaf Lotti tot auf der Weide. Ich war vollkommen überrascht, denn noch zwei Tage zuvor hatte Lotti die ganze Herde wie gewohnt angeführt, als wir die Weide wechselten. Auch am nächsten Morgen war noch alles in Ordnung, und Lotti kam wie immer als erste an den Zaun.

Da sie offenkundig kerngesund war, drängt sich der Verdacht auf, dass sie sich vergiftet hat – allerdings ist mir vollkommen unklar womit. Eine Kontrolle der gesamten Weide brachte keine Erkenntnis.

Lotti war ein ungewöhnliches Schaf, die von Jugend an zeigte, dass sie bereit war, die Herde anzuführen. Sie hatte offenkundig Spaß an „besonderen Aufgaben“ und stand immer sofort vor mir, wenn ich mit der Leine zur Weide kam.

Nun sind ihre beiden Lämmer mutterlos zurückgeblieben. Wenigstens sind sie alt genug, um auch ohne Milch überleben zu können. Für Lotti einen Ersatz als Leitschafun zu finden, wird sicher nicht einfach, und auch sonst fehlt sie einfach inder Herde.

 

Lammzeit

Mitte März fing in diesem Jahr die Lammzeit bei mir an – wenn ich das eine Lamm nicht rechne, das von Mutterschaf Grid einen Monat früher außer der Zeit geboren wurde, da sie im Herbst bereits gedeckt zu mir gekommen war. Vom 15. März an ging es dann Schlag auf Schlag, und keine zwei Wochen später tollten bereits 30 kleine schwarze Lämmer über die Weide. Einige Eindrücke von der diesjährigen Lammzeit folgen:


Tilda war in diesem Jahr eine der Ersten.


Während bei Liese die Geburt beginnt…


…ist Momos erstes Lamm schon da.


Lieses Erstgeborenes sucht bereits nach dem Euter…


…da hat Momo schon ihr zweites Lamm geboren.


Doch auch bei Liese gibt es noch ein zweites Lamm…


…und bei Momo schließlich drei.


Magda ist sehr besorgt um ihre Lämmer.


Auch das gehört zur Lammzeit: Annika sammelt die Nachgeburten ein.


Lottis zweites lamm ist winzig.


Entspannen in der Heuraufe.

Doch es gibt nicht nur schöne Momente in der Lammzeit. So hat eines von Momos Drillingen  leider nicht überlebt, und auch bei zwei anderen Schafen gab es Totgeburten. Aber auch das gehört dazu, und man muss lernen, sich an den Lämmern zu freuen, die es schaffen und springlebendig über die Weide tollen.

 

Das erste Lamm

Etwas unerwartet kam in diesem Jahr das erste Lamm. Schon am 12. Februar lag das kleine schwarze Etwas im Schafunterstand. Ich selber war an dem Tag nicht zu Hause, aber Wwoofer Tom hatte alles im Griff.

Die Mutter ist ein Schaf, das ich von einem Freund übernommen habe. Als sie zu mir kam, ließ sie sich von meinem Zuchtbock nicht decken. Die naheliegende Erklärung war, dass sie bereits gedeckt war. Das hat sich nun bestätigt. Bis die anderen Lämmer ab Mitte März geboren werden, wird die Kleine schon deutlich gewachsen sein und den anderen als große Schwester zeigen können, wo es langgeht.

Tom mit dem kleinen Lamm

 

Gartenreisen 2019

Dreimal haben Sie die Gelegenheit, 2019 mit mir auf Gartenreisezu gehen:

Vom 18.05.19 bis zum 25.05.19 werden Frau Hahn und ich in bewährter Zusammenarbeit wieder gemeinsam eine Reise nach Frankreich durchführen. Diesmal werden die Gärten und Schlösser, die Landschaft und die (Ess-)Kultur an der Loire unser Thema sein. Die Landschaft um Tours wird nicht umsonst der „Garten Frankreichs“ genannt. Einzelheiten zum Ablauf dieser Reise finden Sie hier.

Blick auf den berühmten Küchengarten von Schloss Villandry

Meine zweite Reise wird wieder einmal England zum Ziel haben. Vom 23.06.19 bis zum 30.06.19 werden wir uns Gärten und Häuser der Arts & Crafts-Bewegung anschauen, einer Bewegung, die in England einen bis heute andauernden Einfluss auf die Gestaltung von Gärten ausübt. Selbst so bekannte Gärten wie Vita Sackville Wests Sissinghurst Castle Garden weisen die typischen Merkmale eines Arts und Crafts-Gartens auf. Die wichtigste und einfluussreichste Gartengestalterin dieser Bewegung ist Gertrude Jekyll. Auf dem Programm stehen nur selten zugängliche Privatgärten und einige der wichtigsten bis heute erhalten gebliebenen Arts und Crafts-Häuser. Für diese Reise können Sie sich die Details zum Ablauf hier ansehen.

Im Garten von Rodmarton Manor

Eine dritte Reise wird vom 8. – 11.08.19 stattfinden und unter dem Titel Gartenperlen in Limburg die niederländische Stadt Maastricht zum Ziel haben, in deren Umgebung wir uns sowohl auf der niederländischen als auch auf der belgischen Seite zahlreiche wenig bekannte Gärten anschauen werden. Einzelheiten zu dieser Reise finden Sie hier.

Im Garten von Dina Deferme

Alle Reisen finden in Kooperation mit dem Reiseunternehmen Schmätjen statt, wo Sie sich bei Interesse bitte direkt anmelden.

Ein Informationsfaltblatt zu meinen Gartenreisen 2019 finden Sie hier.

Winterbirnen

Der warme und sonnenreiche Sommer wirkt noch bis in die Weihnachtszeit nach: in meinem  Obstlager erreichen die letzten Winterbirnen ihre Genussreife, wie z. B. die Pastorenbirne. So schön gefärbte Früchte dieser Sorte, die auch den sehr viel suggestiveren Namen Winter-Cuisse Madame trägt, also Winter Damenschenkel, habe ich noch nie ernten können.

Beim Verzehr offenbart die Birne dann aber, dass sie trotz des schönen Aussehens eher eine Birne für die Küche ist: also doch eher züchtiges Birnenkompott für den Pfarrer als eine sinnlich schmelzende Birne zum Frischverzehr.

Cuisse Madame hat übrigens einem typisch norddeutschen Gericht seinen Namen gegeben. Da dieser französische Name der ländlichen Bevölkerung im Norden nun doch zu fremd war, wurde dem Reisbrei mit gekochten Birnenspalten (der eine Kostbarkeit war und nur zu besonderen Anlässen serviert wurde) kurzerhand die Bezeichnung „Quetschmadam“ zuteil. Da in dem Rezept Erdbeersaft (oder Pürree) verwendet wird, handelt es sich offensichtlich nicht um ein Winterrrezept (auch die Birne war wohl meist nicht die winterliche Pastorenbirne, sondern das sommerliche Pendent Frauenschenkel, ein Name, mit dem freilich verschiedene frühe Birnensorten bezeichnet werden).

Da es vielleicht noch einige sommerliche Erdbeeren in der Gefriertruhe gibt, folgt hier dennoch das Rezept:

Quetschmadam

Zutaten: 4 Pastorenbirnen (oder eine andere Sorte, möglichst mit etwas Säure), etwas Zucker nach Geschmack, Saft einer Zitrone, 1 Teel. Butter, 1/2 l Milch, 1 Stück der Zitronenschale, 1 Pr. Salz, 100 g Milchreis, 75 g brauner Zucker, Zimt, tiefgefrorene Erdbeeren, ca. 1 Essl. Zucker

  • Die Birnen schälen, das Kerngehäuse entfernen und in Spalten schneiden. In wenig Wasser mit Zitronensaft und etwas Zucker weich dünsten.
  • Für den Milchreis die Butter schmelzen, die Milch und 2 Esslöffel Zucker dazu geben und zusammen mit einem Stück Zitronenschale und der Prise Salz zum Kochen bringen. Den Reis einrieseln und unter Rühren ausquellen lassen.
  • Die Birnenstücke unter den Milchreis heben. Mit dem Saft der aufgetauten Erdbeeren oder Erdbeerpüree (mit etwas Zucker nach Belieben gesüßt) garnieren und nach Belieben mit Zimt und Zucker bestreuen.

Neue Lämmer in Arbeit

Bei den Schafen ist Deckzeit, und in diesem Herbst ist Jockel der diensthabende Deckbock in meiner Herde.


Deckbock Jockel

Jockel ist im besten Alter und wohnt normalerweise an der Nordseeküste bei Cuxhaven bei einer Züchterkollegin. Bei mir ist er nur zum Deckeinsatz. Mit seiner ausgeprägten Mähne und dem männlichen Profil ist er eine beeindruckende Erscheinung.
Bevor Jockel zu den Mutterschafen durfte, musste er erst einmal eine Woche lang bei den Bocklämmern zubringen. Die „Jungs“ fanden den „gestandenen Mann“ offenbar sehr attraktiv und umringten ihn gleich. Aufmüpfig wurde aber keiner von ihnen, denn die Kräfteverhältnisse waren doch zu eindeutig.


Jockel bei den Jungböcken: jung und alt finden sich offenbar gleichermaßen anziehend

Auch die Schafdamen mochten ihn anscheinend gleich, denn schon nach einer Woche waren drei Viertel der Schafe gedeckt – gut sichtbar am blauen Fleck auf der Kruppe. Jockel „hakt“ die Damen quasi „ab“, die er bereits begattet hat, und bringt eine blaue Markierung an. Das tut er allerdings nicht bewusst, sondern er trägt ein Deckgeschirr. Das ist ein farbiger Wachsblock, der mit Hilfe von Gurten auf seiner Brust fixiert ist, so dass sich die Farbe beim Aufspringen in der Wolle der Schafe abzeichnet. So kann ich (bis auf ca. eine Woche genau) ausrechnen, wann die Lämmer geboren werden, denn die Tragzeit bei Schafen beträgt ziemlich genau 145 – 153 Tage.


eheliche Pflichten machen augenscheinlich etwas müde

Jockel selbst braucht die Markierung allerdings nicht um zu wissen, ob ein Schaf schon gedeckt ist. Er prüft mit Hilfe seiner Nase, ob die Schafe brünftig sind oder nicht. Sobald er sich einem Schaf nähert, setzt dieses Urin ab, dessen Geruch er mit geschürzten Lippen einsaugt. Dieses Flehmen sieht für menschliche Betrachter immer etwas merkwürdig aus, weil der Bock ganz entrückt wirkt. Ist ein Schaf erst einmal gedeckt, so ist es das in diesem Jahr mit dem Sex gewesen, denn es ist nicht mehr bereit, sich noch einmal vom Bock bespringen zu lassen.


Jockel beim Flehmen – mit etlichen Schafen ist er offenbar schon fertig

Der Traum von England

Unter dem Motto ‚Der Traum von England‘ fand vom 16. bis zum 19. August meine letzte diesjährige Gartenreise ins Dessau-Wörlitzer Gartenreich statt. Dort hat der Fürst Franz von Anhalt-Dessau Ende des 18. Jahrhunderts den ersten englischen Landschaftsgarten auf dem europäischen Kontinent anlegen lassen und damit seinen Traum von England verwirklicht.

Der Wörlitzer Park mit dem Schloss

Doch es gig auf dieser Reise nicht nur um historische Parks und Gärten, sondern wir besuchten am Anreise- und Rückreisetag auch einige zeitgenössische private Gärten. Gleich unser erstes Ziel entpuppte sich zu einem Höhepunkt unserer Reise: auf dem Gelände der ehemaligen Friedhofsgärtnerei in Hannover-Ricklingen hat das Ehepaar Klaffke einen bezaubernden und höchst individuellen Garten angelegt. Kaspar Klaffke und Gesa Klaffke-Lobsien ließen die alten Frühbeetkästen und Geächshausfundamente nicht etwa abtragen, sondern nutzten sie geschickt für die Gestaltung ihres Gartens. In dem blüten- und fruchtreichen Garten fühlte sich dei Reisegruppe nicht zuletzt dank des herzlichen Empfangs der beiden leidenschaftlichen Gärtner ausgesprochen wohl.

zauberhafte Stimmung im Garten Klaffke

Von hier aus ging es weiter nach Gilzum in die Nähe von Braunschweig, wo uns die beiden Garten-Nachbarinnen Frau Pohl und Frau Germer mit Kaffee und Kuchen einen freundlichen Empfang in ihren direkt nebeneinander liegenden Gärten bereiteten.

im Garten von Frau Pohl

Obwohl die Gärtenrinnen bedauerten, dass viele Pflanzen wegen des heißen Wetters bereits verblüht waren oder unter der Trockneheit gelitten hatten, gestltete sich der Besuch hier am Rande des Elm unter den schattigen Garenbäumen sehr angenehm.

…und bei ihrer Nachbarin Frau Germer

Am Abend errichten wir dann mit Wörlitz unser Ziel, wo wir im Landhaus Wörlitzer Hof direkt neben dem Park untergebracht waren.

Am nächsten Tag erkundeten wir den Landschaftsgarten in Wörlitz mit dem dazugehörigen Schloss. Auch mit diesem Gebäude hatte der Fürst Franz und sein Architekt Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff Neuland beschritten, indem sie das erste klassizistische Gebäude auf dem Kontinent errichteten, das von einigen Zeitgenossen wegen seiner Schlichtheit etwas abschätzig als „Fabrikantenvilla“ bezeichnet wurde.

Das Wörlitzer Schloss

Dem Park war die Hitze und Trockenheit dieses Rekordsommers deutlich anzumerken, wies der See doch einen historisch niedrigen Wasserstand auf. Dennoch beeindruckten die geschickt angelegten Sichtachsen mit Tempeln, Kirchen, Häusern und Statuen als Fokuspunkte, die in diesem Garten mehr als eine bloße Staffage sind, sondern in der Regel für das Bekenntnis des Fürsten zu England, der klassischen Antike oder seinen erstaunlich toleranten Geisteshaltung stehen.

Der sogenannte Toleranzblick mit Kirche, Synagoge und Warnungsaltar

Am Nachmittag konnten wir den Park bei Kaffee und Kuchen vom Boot aus genießen und damit aus einer ganz anderen Perspektive noch einmal wahrnehmen.

Kaffeetrinken auf demWörlitzer See

Der folgende Tag führte uns zunächst einmal zurück in die Gartengeschichte mit einem Besuch des Barockgartens von Schloss Oranienbaum, das der Großmutter des Fürsten, Henriette-Catharina gehörte. Hier war besonders die große Orangerie beeindruckend, in der inzwischen wieder eine ausgedehnte Sammlung an Zitrusfrüchten überwintert wird, die den Sommer über den Garten schmücken. Aus der Zeit von Fürst Franz stammt der Chinesische Garten, der ein einzigartiges Zeugnis der Gartengeschichte in Deutschland darstellt.

Die chinesische Pagode in Oranienbaum

Von Oranienbaum ging es nach Schloss Mosigkau, ein Rokokoschloss mit einem Gatren aus derselben Epoche, das eine Tante des Fürsten bewohnte und das noch original eingerichtet ist.

Mosigkau mit den beiden Orangerien als Eingangsgebäude

Den Abschluss des Tages bildete der Besuch des bezaubernden Schlösschens Luisium, das vor allem die Frau des Fürsten, Louise, bewohnte. Leider war der Besuch des Parkes durch zahlreiche Baumaßnnahmen zum Hochwasserschutz getrübt. Eine Entschädigung bot (vor allem auch angesichts der immer noch hohen Tmeperaturen) der Besuch einer nahegelegenen Eisdiele mit kötlichem Eis.

Schloss Luisium

Bevor wir uns am Sonntag auf die Rückreise machten, statteten wir noch dem Bauhaus in Dessau einen Besuch ab, das ebenso wie das Wörlitzer Schloss Architekturgeschichte geschrieben hat und daher nicht unbedingt auf das Besuchsprogramm gehörte, auch wenn es hier keinen Garten zu bestaunen gab. Anschließend ging es zum Mittag in das Ausflugslokal Kornhaus, das vom Bauhaus-Architekten Carl Fieger entworfen wurde und direkt an der Elbe gelegen ist.

Das Bauhaus in Dessau

Auf dem Rückweg hatten wir dann abschließend noch einen höchst angenehmen Aufenthalt im Garten von Frau Hirschberger in Braunschweig, die uns mit einer Tasse Kaffee empfing. Wer hätte hier hinter einem Bürogebäude am Rande der Innenstadt einen dermaßen schönen und individuell gestalteten Garten erwartet? Nur widerwillig machte sich die Gruppe voller Eindrücke auf, um nicht zu spät am Abend wieder in Bremen anzukommen.

im Garten von Frau Hirschberger

Ein Obstsommer der Extreme

2017 habe ich in meinem Resüme des Obstjahres festgestellt, dass der Sommer durch wenig Sonne und viel Regen gekennzeichnet war. In diesem Jahr trifft das genaue Gegenteil zu: Sonne ohne Ende und fast kein Regen. Dieser Extremsommer hat die Obstbäume auf eine harte Probe gestellt.

Obstbäume, nicht in der Provence, sondern in Bülstedt

Dabei fing alles so gut an: nachdem sich die Bäume im letzten Jahr erholt hatten, weil sie frostbedingt so gut wie gar keine Früchte ernähren mussten (und dafür umso besser wachsen konnten), hatten sie naturgemäß reichlich Blüten angesetzt. Pünktlich zur Obstblüte wurde das Wetter schön und gleich so warm, dass Birnen, Pflaumen, Kirschen und Äpfel fast gleichzeitig blühten. Auch die Hummeln und Bienen mochten das warme Wetter, so dass eine gute Bestäubung und Befruchtung sichergestellt waren.

Hummel auf Apfelblüte

Beste Voraussetzungen also für eine reiche Obsternte. Aber man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, denn auch ein reicher Fruchtansatz kann zunichte gemacht werden, wenn es fast überhaupt nicht regnet, wie es bei uns seit Mai der Fall war.

Die Kirschen mussten unter der Trockenheit noch nicht leiden, und so wird 2018 als das Jahr in unsere Obstchronik eingehen, in dem es reichlich Kirschen gab (und merkwürdigerweise keine Stare, die sie von den Bäumen holten, denn die waren auf einmal verschwunden – wahrscheinlich, um irgendwo anders Kirschen zu ernten). So konnten wir doch tatsächlich einmal wieder Kirschen einmachen und sogar trocknen.

zum Trocknen vorbereitete Süßkirschen

Auch das übrige Steinobst profitierte von dem ungewöhnlich warmen und trockenen Wetter. ‚Oullins Reineclaude‘ war bei uns wohl einen ganzen Monat früher reif als in anderen Jahren. Nicht anders verhielt sich der Pfirsich ‚Kernechter vom Vorgebirge‘, der sich zudem über die mediterranen Verhältnisse freute und uns eine Menge prächtiger Früchte bescherte.

der ‚Kernechte vom Vorgebirge‘ freute sich über die viele Sonne

Aber die Trockenheit hielt an, und von dem reichen Fruchtansatz an Äpfeln und Birnen fiel Etliches zu Boden, nicht zuletzt, weil es in diesem Jahr auch reichlich Obstmaden gibt. Ich habe mich gewundert, wie lange die Bäume die Trockenheit aushielten, ohne irgendwelche Schwächen zu zeigen. Auf Obstwiesen, die eher nach Südfrankreich zu gehören schienen, standen die Bäume grün und voller Früchte da.

noch hält er durch…

Aber irgendwann wurde es dann doch zu viel, und der eine oder andere Baum beschloss, nun lieber Herbst zu machen, und das schon Anfang August.

junger Birnbaum Mitte August

Von dem reichen Fruchtansatz ist ein erheblicher Teil vorzeitig zu Boden gegangen (manchmal allerdings – vor allem bei den Birnen – der Fruchtlast wegen mitsamt dem dazugehörigen Ast).

für diesen Ast an der ‚Guten Grauen‘ war es zu viel des Guten

Bei den am Baum verbliebenen Früchten ist es schwer zu beurteilen, wann der Zeitpunkt für die Ernte gekommen ist. Erfahrungswerte aus den vergangenen Jahren haben keine Gültigkeit mehr (so musste ich einen Teil von ‚Stahls Winterprinz bereits am 21. August ernten). Hinzu kommt, dass einige Sorten am Baum regelrecht „weichgekocht“ oder großteils glasig sind, so dass sie sich schlecht halten werden.

glasiger ‚Jakob Lebel‘

Für den Apfelsaft ist das natürlich egal. Bereits am, 22. August konnten mein Wwoofer Laurent und ich einen Wagen mit Äpfel vollladen und zur Mosterei fahren. Der diesjährige Saft dürfte geschmacklich ausgezeichnet werden.

Laurent vor dem vollgeladenen Auto

Es gibt natürlich nicht nur Grund zum Klagen. Viele Sorten haben in diesem Jahr eine besonders schöne Ausfärbung, und manche, wie der Gravensteiner, sind  ungewöhnlich süß.

‚Devonshire Quarrenden‘ sind in diesem Jahr so rot wie Tomaten

Und dann gibt es – außer dem Pfirsich – auch noch die anderen Obstarten, die so einen Sommer lieben und sich ganz zu Hause fühlen: meine Zitruspflanzen haben wie die Weltmeister geblüht und Bienen und Hummeln (und natürlich auch mich) damit erfreut.

blühende Zitronatzitrone…

Im kommenden Jahr ist also wieder mit einer guten Zitronenernte zu rechnen. Das ist zumindest ein Lichtblick in diesem doch besorgniserregend trockenen und heißen Sommer.

…und mit Fruchtansatz