5. Gartenlesung: Die kluge Frau

Im Garten haben mittlerweile wieder die Töpfe mit den Zitronen ihren Platz in meinem kleinen Kräutergarten / Hesperidium bezogen. Und da sie gerade so schön blühen und mit den toskanischen Iris um die Wette duften, könnte man sich fast der Illsuion hingeben, in einem Garten der Toskana zu sein. Das hat mich inspieriert, auf der Suche nach einer Vorlses-Geschichte nach Italien zu schauen.

Die kleine Geschichte, die ich diesmal vorlese, hat zur Abwechslung einmal kein gärtnerisches Thema, sondern ist einer Sammlung von volkstümlichen Renaissance-Novellen des toskanischen Schriftstellers Franco Sacchetti entnommen, der diese ein paar Jahrzehnte nach dem Decamerone von Giovanni Boccaccio im vierzehnten Jahrhundert zusammengetragen hat (auf Deutsch bei Wagenbach unter dem Titel: ‚Die wandernden Leuchtkäfer‘ erschienen).

Bevor Sie sich meine Lesung anhören, muss ich allerdings eine Warnung aussprechen: genau wie bei Boccaccio nehmen auch Sacchettis Novellen kein Blatt vor den Mund und sind mitunter etwas derb.

Dass wir uns doch nicht in der Toskana befinden, verrät der starke, norddeutsche Wind, der auf meiner Aufnahme leider immer wieder zu hören ist. Darüber kann auch die Mönchsgrasmücke, die meine Lesung mit ihrem lauten und wohltönenden Gesang so freundlich begleitet hat, nicht hinwegtäuschen.

Ich wünsche Ihnen dennoch viel Vergnügen beim Anhören!

4. Gartenlesung: Mit den Augen fühlen und mit den Händen sehen

Für meine vierten Gartenlesung habe ich wieder einen Text von Jürgen Dahl ausgewählt, diesmal aus seinem Buch „Neue Nachrichten aus dem Garten“. Diesmal geht es um die sinnliche Wahrnehmung von Pflanzen, ohne den naheliegenden Gesichtssinn zu benutzen. Eine wichtige Rolle in diesem Beitrag spielen die Borretschgewächse, die früher so passsend Rauhblattgewächse hießen.

Ein besonders schöner Vertreter dieser Familie blüht gerade in meinem Garten. Dieser Beinwell mit seinen intensiv blauen Blüten ist ein Mitbringsel von einer meiner Gartenreisen, und zwar aus dem Jardin d’Agapanthe in der Normandie.

Meine Lesung finden Sie hier.

3. Gartenlesung: Vita zu ehren

In dieser Woche habe ich für meine Gartenlesung einen kleinen Beitrag von Jürgen Dahl ausgesucht. Zum Einen knüpft er so schön an meine Gartenlesung der letzetn Woche an, zum anderen blüht die weiße Mondviole bei mir noch. In meinem Garten (oder besser: vor meinem Garten) gibt es nur die weiße Form von Lunaria annua, und nicht die sehr viel häufigere violette. Das verleiht dieser sonst weit verbreiteten Pflanze etwas Besonderes.

weiße Mondviole

Jürgen Dahl war freier Schriftsteller, ständiger Mitarbeiter der Zeit und des WDR und hat einige sehr lesenswerte Bücher über Pflanzen, Gärten und Ökologie geschrieben. Der Text, den ich vorlese und der hier anzuhören ist, ist dem Buch „Vom Geschmack der Lilienblüten – Neueste Nachrichten aus dem Garten“ entnommen.

2. Gartenlesung: Obstblüte und Stiefmütterchen

Durch die vielen positiven Rückmeldungen auf meine erste Gartenlesung ermutigt, habe ich einen weiteren Text zum Vorlesen ausgewählt, diesmal von Vita Sackville-West.

Die bekannte Gärtnerin und Schriftstellerin hat unter dem Titel „In my Garden“ über 25 Jahre lang regelmäßig eine Gartenkolumne für die Zeitschrift „Observer“ verfasst. Auf Deutsch sind einige dieser Beiträge im Piper Verlag unter dem Titel „Mein Garten“ erschienen.

Die Begebenheit, die ich vorlese, trug sich zwar im April zu und ist somit nicht mehr ganz passend zu den ersten Maitage, doch da das Wetter in den letzten Tagen eher Aprilwetter war und die Obstbäume auch noch blühen, erschien mir der Text doch ganz geeignet.

Vita Sackville-Wests Beitrag über die Obstblüte und Stiefmütterchen finden Interessierte hier.

Gartenlesung: Rhabarber verlangt nach Wein

Wenn in diesem Jahr alles „nach Plan“ verlaufen wäre, würde ich bereits in holländischen Gärten unterwegs sein und anderen Garten-Enthusiasten zeigen, wie kreativ die holländischen Gärtnerinnen und Gärtner mit Zwiebelpflanzen und Frühlingsblühern umgehen – doch an Reisen ist zurzeit ja nicht zu denken.

Da ich also leider keine Gärten in Holland, Frankreich oder England zeigen kann, habe ich mir überlegt, etwas zu tun, was auch in diesen Zeiten möglich ist: Alle, die Lust haben, in meinen Garten einzuladen und Ihnen eine kleine Geschichte vorzulesen. Vielleicht gelingt es mir, auf diesem Wege – vor allem denjenigen, die keinen eigenen Garten haben – ein wenig Frühlingsatmosphäre zu schicken, denn hier blühen gerade jetzt die Apfelbäume, und der Frühling ist in vollem Gange.

Wer also Lust hat,  sich passend zur Jahreszeit eine kleine Geschichte von Johannes Roth über den Rhabarber anzuhören, schaut einfach hier.

 

Lammzeit

In diesem Jahr beginnt die Lammzeit bei mir am 18. März. Alma ist nicht nur mein neues Leitschaf, das der Herde beim Weidewechsel vorangeht, sondern sie macht auch den Anfang beim Ablammen. Während Alma im letzten Jahr mit einer Totgeburt und einem lebensschwachen Lamm Pech hatte, läuft in diesem Jahr alles vollkommen problemlos ab: zwei gesunde Lämmer mit einem guten Geburtsgewicht von 3,4 und 3,9 kg.

Überhaupt verläuft die diesjährige Lammzeit sehr ruhig und ohne Komplikationen. Insgesamt sind 39 Lämmer geboren worden, und nur eines davon war nicht lebensfähig. Das ist ein sehr gutes Ergebnis.

Es ist immer wieder schön anzusehen, wie souverän auch junge Schafe ihre Lämmer zur Welt bringen und sich hingebungsvoll um sie kümmern.

Hier einige Fotos von einigen der zufriedenen Mütter:

Liese ist schon ein „alter Hase“, was das Lämmerkriegen betrifft

Momos Zwillinge sind mit 4,6 und 5 kg sehr groß

Lykkes Zwillinge sind dagegen eher klein

Tilda hat kaum Zeit, ihr erstes Lamm trocken zu lecken, da ist auch das zweite bereits da

Luna hat gleich beim ersten Mal Zwillinge

Wie hingebungsvoll sie ihre frischgeborenen Lämmer ableckt, kann man sich hier ansehen

Lores Lämmer sind bereits trocken geleckt, als wir morgens zum Füttern auf die Weide kommen

In den meisten Fällen bekomme ich von den Geburten nichts mit, denn die Lämmer werden oft zum Ausgang der Nacht geboren. Bei Isis‘ Geburt war ich jedoch rechtzeitig und konnte miterleben, wie das zweite Lamm zur Welt kam. Das habe ich in einer kurzen Filmsequenz festgehalten. Kaum geboren, leckt die Mutter die Fruchthülle ab. Auch das kann man sich heir anschauen.

Morgenstimmung auf der Weide

Aber das sind wie gesagt eher die Ausnahmen. Meist bietet sich morgens ein friedliches und entspanntes Bild, und auf den ersten Blick ist gar nicht zu erkennen, welche Lämmern erst  in der vergangenen Nacht geboren worden sind.

Während die Mütter gefüttert werden, beginnen die Lämmer schon bald zu spielen. Wer die ganze Lämmergruppe in Bewegung sehen möchte, kann sich das hier anschauen.

Fütterungszeit

Die Lammzeit ist immer eine intensive Zeit im Jahr, und es gibt jede Menge zu tun. In diesem Jahr kann ich wegen der Einschränkungen aufgrund der Corona-Infektionen keine Wwoofer bei mir aufnehmen. Da ist es gut, dass mein Partner Wilhelm mir bei der Versorgung der Tiere hilft.

Wilhelm im Einsatz

Nun ist es auch höchste Zeit, dass der Bock, der den ganzen Winter bei den Mutterschafen verbracht hat, zusammen mit den beiden Jungböcken auf eine separate Weide kommt. Die beiden jungen Kerle wollen es natürlich gleich wissen und forderen den älteren heraus, doch schon nach wenigen Kopfstößen ist klar, wer der Chef auf der Weide ist. Ich habe das Ganze in einem kleinen Film festgehalten, den man sich hier anschauen kann.

Schafe müssen über Nacht in den Stall

Dass es im Landkreis Rotenburg bereits seit einigen Jahren wieder Wölfe gibt, war mir natürlich klar. Aber dasss sie in so großer Anzahl ganz in der Nähe herumstreifen, wurde mir durch einen Beitrag in der Wümme-Zeitung vom 7. Januar sowie durch Gespräche mit ortsansässigen Jägern schlagartig bewusst.

Auf einer Drückjagd in der Feldmark des Nachbardorfes Steinfeld stöberten Jäger am 4. Januar gleich sieben Wölfe auf. Die Tiere, allesamt von ausgewachsenem Format, verhielten sich alles andere als scheu und ließen die Jäger bis auf 30 Schritte an sich herankommen. Eines der Tiere drehte sich um und betrachtete einen der Jäger in aller Ruhe, bevor sich das Rudel ohne Eile seines Weges trollte (weitere Einzelheiten dieser Begegnung sind hier nachzulesen).

Wolf, Foto: Zahkthar

Für einen Schafhalter sind das natürlich alles andere als beruhigende Nachrichten. Zwar sind die Wölfe hier in der Region zur Zeit unauffällig, was Nutztierrisse betrifft (es gab bislang lediglich mehrere, offensichtlich von Wölfen gerissene Damhirsche im Wald, der direkt an Bülstedt angrenzt). Aber ich kann mir doch nicht sicher sein, dass sie sich nicht eines Tages an meinen Schafen vergreifen. Eine Herde Schafe des Nachts auf der Weide muss für ein herumstreifendes Wolfsrudel schon sehr verlockend sein. Hinzu kommt, dass sie die menschliche Nähe offensichtlich nicht scheuen, so dass sie auch um Ortschaften nicht unbedingt einen großen Bogen machen werden (wer sich dafür interessiert, wie es um die Anzahl der Nutztierrisse in Niedersachsen bestellt ist, kann dies, ebenso wie die Entwicklung der Wolfspopulation, hier nachlesen).

Da die Situation nicht grundsätzlich neu ist, habe ich bereits im letzten Jahr damit begonnen, alle Unterlagen für einen Antrag auf finanzielle Förderung wolfsabweisender Einzäunungen zusammenzutragen und diesen Antrag um den Jahreswechsel abgeschickt. Die zuständige Behörde ist wegen zahlreicher Anträge jedoch so stark überlastet, dass die Bearbeitung wahrscheinlich Monate dauern wird. So hoffe ich, dass mir wenigstens demnächst gestattet wird, auf eigenes Risiko vorzeitig mit meinem Vorhaben zu beginnen, ohne dass dies zu einer Ablehnung des Antrags führt. Immerhin geht es um mehr als 6000 €, eine Summe, die sich mit einer Schafherde meiner Größe so leicht nicht verdienen lässt.

Schafe in der Scheune

Gar nichts zu tun, war in dieser Situation für mich aber auch keine Option oder nur eine, die zu schlaflosen Nächten geführt hätte. Die kurzfristige (vorübergehende) Lösung bestand für mich daher darin, für die Schafe provisorisch einen Bereich in meiner Scheune abzuteilen, damit ich sie über Nacht hereinholen kann. Das macht mir zwar zusätzliche Arbeit, und die Schafe sind es nicht gewohnt, da sie bislang ihr ganzes Leben auf der Weide verbracht haben. Aber es wenigstens zur Folge, dass ich wieder ruhig schlafen kann. Spätestens bis Mitte März zur Lammzeit muss ich jedoch eine andere Lösung gefunden haben, denn auf so engem Raum würde das Ablammen mit Sicherheit zu Problemen führen, da die Gefahr bestünde, dass sich die Lämmer falschen Müttern zuordnen. Das würde mir viele von ihren Müttern verstoßene Lämmer bescheren, die mit der Flasche großgezogen werden müssten – und damit zusätzliche Arbeit und Kosten.

Gartenreisen 2020

Für 2020 habe ich Gartenreisen zu den folgenden Zielen geplant:

  • Vom Donnerstag, 23.04.2020 bis Sonntag 26.04.2020 wird unter dem Motto Tulpenwahn eine „Bloembollen-Tour“ in die Umgebung von Groningen stattfinden.

Spätestens seit dem 17. Jahrhundert, als Tulpenzwiebeln in den Niederlanden ein Spekulationsobjekt waren, das zum ersten Börsencrash der Geschichte geführt hat, sind unsere niederländischen Nachbarn berühmt für ihre Blumenzwiebel-Kultur. Dabei gibt es weit mehr als den weithin bekannten Keukenhof mit seinen Tulpen-Massenpflanzungen. Auch in vielen privaten Gärten beginnt das Gartenjahr farbenreich mit Tulpen und anderen Frühlingsblühern, die mit den austreibenden Stauden zauberhafte Gartenbilder ergeben.

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Garten Tuinfleur

Wir werden auf dieser viertägigen Reise eine Reihe privater Gärten besuchen, die das Thema Blumenzwiebeln und Frühlingsblüher jeweils ganz individuell umsetzen. Groningen, unser Hotelstandort, ist zudem eine interessante Stadt, die auch für sich einen Besuch wert ist und an den Abenden und einem Nachmittag erkundet werden kann.

Der Reisepreis im Doppelzimmer beträgt 795 € (Einzelzimmerzuschlag: 156 €). Weitere Einzeheiten zum Ablauf dieser Reise finden Sie hier.

  • Vom Montag, 20.07.20, bis zum Sonntag, 26.07.20,  führt uns  eine weitere Gartenreise unter dem Thema Gärten, Küche und Kultur im Elsass nach Frankreich.

Auf dieser Reise in die kleine, dabei aber überraschend vielfältige Region Elsass werden wir zauberhafte Privatgärten entdecken, regionaltypische Produkte probieren und die vielfältige Landschaft des Elsass kennenlernen.

Riedgarten
Riedgarten

Diese Reise werde ich wieder in der bewährten Zusammenarbeit mit Frau Hahn durchführen, die uns Einblicke aus erster Hand in das Leben und die Kultur unserer französischen Nachbarn geben kann, da sie bereits seit über 30 Jahren in Paris lebt.

Der Reisepreis im Doppelzimmer beträgt 1.475 € (Einzelzimmerzuschlag 280,50 €). Weitere Informationen zum Ablauf dieser Reise finden Sie hier.

  • Vom 08. – 15.09.2020 wird es schließlich noch einmal die Möglichkeit geben, die wärmende  Sonne südlich der Alpen zu genießen. Venetien und Venedig – Gärten, Landschaft, historische Städte und die Architektur Palladios sind die Themen der dritten Gartenreise, die uns in die Region zwischen Gardasee und der Lagune von Venedig führen wird.

Neben interessanten und historisch bedeutsamen Gärten wird auch die Architektur des berühmten Renaissance-Architekten Andrea Palladio auf unserem Reiseprogramm stehen. In keiner anderen Region findet man eine solche Anzahl von Bauwerken dieses vielleicht einfussreichsten Architekten des 16. Jahrhunderts.

Isola del Garda
Isola del Garda

Mit Padua, Vicenza, Verona und natürlich Vendig selbst stehen auch einige historische Städte auf dem Reiseprogramm, und auch die kulinarischen Spezialitäten Venetiens werden nicht zu kurz kommen. Das Gartenprogramm dieser Reise beinhaltet u. a. einen exklusiven Besuch auf der Isola del Garda, die sich im privaten Besitz der Familie Cavazza befindet. Ein weiterer Höhepunkt ist der Besuch Venedigs, wo wir eine Führung in einige private Gärten der Lagunenstadt bekommen werden.

Der Reisepreis im Doppelzimmer beträgt 1.795 € (Einzelzimmerzuschlag: 200 €). Weitere Informationen zum Ablauf der Reise und den besuchten Gärten finden Sie hier.

Anmeldungen können wie immer bei der Firma Schmätjen vorgenommen werden: 0 42 88 – 2 34, info@schmaetjen.de

 

Neue Lämmer in Arbeit

Auf der Schafweide hat die Decksaison begonnen. In diesem Jahr kommt „der Neue“ aus dem Weserbergland und macht seine Sache augenscheinlich gut (wie gut, wird sich in knapp fünf Monaten erweisen). Wenn auch bei flüchtigem Hinsehen nicht viel zu bemerken ist, so passiert in diesen Tagen doch einiges in der Herde: ein Schaf nach dem anderen sucht den Bock auf und lässt sich decken. Sichtbar wird das an der Zunahme der roten Flecke auf den Mutterschafen. Da der Bock wie jedes Jahr ein Deckgeschirr trägt (ein farbiger Wachsblock, der mittels Gurten auf seiner Brust befestigt ist), kann ich sehen, welche Schafe bereits gedeckt worden sind, da sie beim Deckvorgang farblich markiert werden – der Bock „hakt sie“ quasi ab.

Der eigentliche Deckvorgang ist recht unspektakulär, und die Schafe wirken manchmal ein wenig gelangweilt (wahrscheinlich sind sie einfach nur tiefenentspannt). Möglich ist das Ganze übrigens nur in gegenseitigem Einvernehmen. Ist der richtige Tag noch nicht gekommen, dann geht das Schaf einfach ein paar Schritte vorwärts, wenn der Bock ihm Avancen macht.

Einige haben bei der ganzen Sache leider das Nachsehen: die Jungböcke sind von den weiblichen Reizen der Mutterschafe natürlich auch nicht unberührt und würden ebenfalls gern zum Zuge kommen. Manchmal stellen sich brünftige Schafe sogar aufreizend zu ihnen an den Zaun. Dumm nur, dass eben der Zaun dazwischen ist.

Sommerausklang in den Niederlanden

Am Ziel für meine dritte diesjährige Garten-Tagesfahrt war  war der trockene Sommer schuld. Ursprünglich war der Besuch dreier Gärten in der Nähe von Löhne geplant, aber da diese  besonders stark unter der Trockenheit gelitten hatten, musste ich mir kurzfristig eine Alternative überlegen. Auf diese Weise gab es in diesem Jahr dann doch noch einen Tagesausflug in die Region Groningen, und in der Rückschau war der Besuch der drei ausgewählten Gärten weit mehr als nur ein Ersatz für die abgesagten Gärten.

Den Anfang machte der ehemalige Hof Tjassensheerd mit seinem Garten. Wie viele wohlhabende Höfe in der Region Groningen, war auch hier im 19. Jahrhundert ein sogenannter Slingertuin, ein Schlingergarten, neben dem imposanten Haus angelegt worden. Ihren Namen hatten diese Gärten von der geschlängelten Wegeführung, orientierten sie sich doch in ihrer Gestaltung mit ihrer ungezwungenen Wegeführung an englischen Landschaftsgärten, wenngleich auf einem wesentlich kleineren Maßstab.

Neben diesem historischen Gartenteil gibt es in Tjassensheerd noch einen modernen formalen Garten, der durch eine Mauer vom Slingertuin abgetrennt ist. Familie Duijnisveld empfing uns auf das Freundlichste und sorgte mit Getränken und Gebäck für einen angenehmen Aufenthalt an diesem sehr warmen Tag.

Unsere zweite Station war die Kleine Plantage, eine Staudengärtnerei mit Schaugarten, die  bereits zum wiederholten Male auf dem Programm der Garten-Tagesausflüge stand. Hier gibt es nicht nur ein verlockendes Angebot ausgefallener Stauden, sondern in den ausgedehnten Schaugärten zeigen Eric Spruit und Fleur van Zonneveld auch gleich, wie die Stauden aus der Gärtnerei wirkungsvoll eingesetzt werden können. Selbst wer hier nicht für den eigenen Garten fündig wurde, konnte manche Anregung für gelungene Staudenkombinationen bekommen. Kaffee, Tee und Gebäck sorgten darüber hinaus für eine entspannte Atmosphäre.

Den Abschluss an diesem Tag bildete der Garten Tuinfleur, ebenfalls ein „alter Bekannter“. Rika van Delden empfing uns in ihrer unvergleichlichen Art: ihr Enthusiasmus und ihre Freude am Garten sind wahrhaftig ansteckend.

Seit dem letzten Besuch ist der Garten noch einmal erweitert worden – nicht zuletzt, weil Rikas Ehemann, der für den Heckenschnitt verantwortlich ist, mit den Hecken, die es auch vorher bereits reichlich gab, offenbar nicht ausgelastet ist. So besteht der abschließende Gartenteil fast ausschließlich aus formstrengen Heckenelementen. Auch hier gab es zum Abschluss noch einmal Apfelkuchen, so dass wir uns gut gestärkt auf den Heimweg machen konnten.