Neue Lämmer in Arbeit

Bei den Schafen ist Deckzeit, und in diesem Herbst ist Jockel der diensthabende Deckbock in meiner Herde.


Deckbock Jockel

Jockel ist im besten Alter und wohnt normalerweise an der Nordseeküste bei Cuxhaven bei einer Züchterkollegin. Bei mir ist er nur zum Deckeinsatz. Mit seiner ausgeprägten Mähne und dem männlichen Profil ist er eine beeindruckende Erscheinung.
Bevor Jockel zu den Mutterschafen durfte, musste er erst einmal eine Woche lang bei den Bocklämmern zubringen. Die „Jungs“ fanden den „gestandenen Mann“ offenbar sehr attraktiv und umringten ihn gleich. Aufmüpfig wurde aber keiner von ihnen, denn die Kräfteverhältnisse waren doch zu eindeutig.


Jockel bei den Jungböcken: jung und alt finden sich offenbar gleichermaßen anziehend

Auch die Schafdamen mmochten ihn anscheinend gleich, denn schon nach einer Woche waren drei Viertel der Schafe gedeckt – gut sichtbar am blauen Fleck auf der Kruppe. Jockel „hakt“ die Damen quasi „ab“, die er bereits begattet hat, und bringt eine blaue Markierung an. Das tut er allerdings nicht bewusst, sondern er trägt ein Deckgeschirr. Das ist ein farbiger Wachsblock, der mit Hilfe von Gurten auf seiner Brust fixiert ist, so dass sich die Farbe beim Aufspringen in der Wolle der Schafe abzeichnet. So kann ich (bis auf ca. eine Woche genau) ausrechnen, wann die Lämmer geboren werden, denn die Tragzeit bei Schafen beträgt ziemlich genau 145 – 153 Tage.


eheliche Pflichten machen augenscheinlich etwas müde

Jockel selbst braucht die Markierung allerdings nicht um zu wissen, ob ein Schaf schon gedeckt ist. Er prüft mit Hilfe seiner Nase, ob die Schafe brünftig sind oder nicht. Sobald er sich einem Schaf nähert, setzt dieses Urin ab, dessen Geruch er mit geschürzten Lippen einsaugt. Dieses Flehmen sieht für menschliche Betrachter immer etwas merkwürdig aus, weil der Bock ganz entrückt wirkt. Ist ein Schaf erst einmal gedeckt, so ist es das in diesem Jahr mit dem Sex gewesen, denn es ist nicht mehr bereit, sich noch einmal vom Bock bespringen zu lassen.


Jockel beim Flehmen – mit etlichen Schafen ist er offenbar schon fertig

Gartenreisen 2019

Für 2019 stehen bislang zwei Termine für Gartenreisen fest:

Vom 18.05.19 bis zum 25.05.19 werden Frau Hahn und ich in bewährter Zusammenarbeit wieder gemeinsam eine Reise durchführen. Diesmal werden die Gärten und Schlösser, die Landschaft und die (Ess-)Kultur an der Loire unser Thema sein. Die Landschaft um Tours wird nicht umsonst der „Garten Frankreichs“ genannt.

Blick auf den berühmten Küchengarten von Schloss Villandry

Meine zweite Reise wird wieder einmal England zum Ziel haben. Vom 23.06.19 bis zum 30.06.19 werden wir uns Gärten und Häuser des Arts & Crafts-Movement anschauen, einer Bewegung, die in England einen bis heute andauernden Einfluss auf die Gestaltung von Gärten ausübt. Die wichtigste und bekannteste Gartengestalterin dieser Bewegung ist Gertrude Jekyll.
Für diese Reise stehen schon einige Details fest:
Die Reise wird uns zunächst nach Sandwich in Kent führen, wo wir uns den Garten von The Salutations ansehen werden, der 1912 von dem Arts & Crafts-Architekten Sir Edwin Lutyens gestaltet wurde. Nach dem Gartenbesuch wird noch Zeit sein, den malerischen Ort zu erkunden. In Sussex steht Standen House & Garden auf unserem Reiseprogramm. Das Haus wurde vom Arts & Crafts Architekten Philip Webb geplant und weist eine Inneneinrichtung von William Morris auf, einem der Begründer der Bewegung.
Mit Kelmscott Manor besuchen das Haus, das William Morris 1871 für sich als Sommersitz entdeckte, und von dessen Garten er ebenso entzückt war wie von der ganzen Umgebung. Damit sind wir schon fast in den Cotswods angekommen, in denen sich das Arts & Crafts Movement besonders stark entwickelte und wo wir uns noch einige weitere Gärten ansehen werden.

In Kelmscott Manor verbrachte William Morris viele Sommer

Mit Rodmarton Manor und seinem verwunschen wirkenden Garten besuchen wir dort eines der letzten großen Häusern, das komplett nach Arts & Crafts Ideen geplant und errichtet wurde und heute noch von der Enkelgeneration der Bauherrenfamilie bewohnt wird.

Im Garten von Rodmarton Manor

Der vor über zwanzig Jahren wieder hergestellte Garten von Upton Grey Manor House ist ein Werk von Gertrude Jekyll, der berühmten Arts & Crafts Gartengestalterin, die in vielen Projekten mit Sir Edwin Lutyens zusammenarbeitete.

Die Reisedaten für eine dritte, kürzere Reise, die voraussichtlich im August stattfinden wird, stehen noch nicht fest. Weitere Einzelheiten folgen in Kürze.

Der Traum von England

Unter dem Motto ‚Der Traum von England‘ fand vom 16. bis zum 19. August meine letzte diesjährige Gartenreise ins Dessau-Wörlitzer Gartenreich statt. Dort hat der Fürst Franz von Anhalt-Dessau Ende des 18. Jahrhunderts den ersten englischen Landschaftsgarten auf dem europäischen Kontinent anlegen lassen und damit seinen Traum von England verwirklicht.

Der Wörlitzer Park mit dem Schloss

Doch es gig auf dieser Reise nicht nur um historische Parks und Gärten, sondern wir besuchten am Anreise- und Rückreisetag auch einige zeitgenössische private Gärten. Gleich unser erstes Ziel entpuppte sich zu einem Höhepunkt unserer Reise: auf dem Gelände der ehemaligen Friedhofsgärtnerei in Hannover-Ricklingen hat das Ehepaar Klaffke einen bezaubernden und höchst individuellen Garten angelegt. Kaspar Klaffke und Gesa Klaffke-Lobsien ließen die alten Frühbeetkästen und Geächshausfundamente nicht etwa abtragen, sondern nutzten sie geschickt für die Gestaltung ihres Gartens. In dem blüten- und fruchtreichen Garten fühlte sich dei Reisegruppe nicht zuletzt dank des herzlichen Empfangs der beiden leidenschaftlichen Gärtner ausgesprochen wohl.

zauberhafte Stimmung im Garten Klaffke

Von hier aus ging es weiter nach Gilzum in die Nähe von Braunschweig, wo uns die beiden Garten-Nachbarinnen Frau Pohl und Frau Germer mit Kaffee und Kuchen einen freundlichen Empfang in ihren direkt nebeneinander liegenden Gärten bereiteten.

im Garten von Frau Pohl

Obwohl die Gärtenrinnen bedauerten, dass viele Pflanzen wegen des heißen Wetters bereits verblüht waren oder unter der Trockneheit gelitten hatten, gestltete sich der Besuch hier am Rande des Elm unter den schattigen Garenbäumen sehr angenehm.

…und bei ihrer Nachbarin Frau Germer

Am Abend errichten wir dann mit Wörlitz unser Ziel, wo wir im Landhaus Wörlitzer Hof direkt neben dem Park untergebracht waren.

Am nächsten Tag erkundeten wir den Landschaftsgarten in Wörlitz mit dem dazugehörigen Schloss. Auch mit diesem Gebäude hatte der Fürst Franz und sein Architekt Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff Neuland beschritten, indem sie das erste klassizistische Gebäude auf dem Kontinent errichteten, das von einigen Zeitgenossen wegen seiner Schlichtheit etwas abschätzig als „Fabrikantenvilla“ bezeichnet wurde.

Das Wörlitzer Schloss

Dem Park war die Hitze und Trockenheit dieses Rekordsommers deutlich anzumerken, wies der See doch einen historisch niedrigen Wasserstand auf. Dennoch beeindruckten die geschickt angelegten Sichtachsen mit Tempeln, Kirchen, Häusern und Statuen als Fokuspunkte, die in diesem Garten mehr als eine bloße Staffage sind, sondern in der Regel für das Bekenntnis des Fürsten zu England, der klassischen Antike oder seinen erstaunlich toleranten Geisteshaltung stehen.

Der sogenannte Toleranzblick mit Kirche, Synagoge und Warnungsaltar

Am Nachmittag konnten wir den Park bei Kaffee und Kuchen vom Boot aus genießen und damit aus einer ganz anderen Perspektive noch einmal wahrnehmen.

Kaffeetrinken auf demWörlitzer See

Der folgende Tag führte uns zunächst einmal zurück in die Gartengeschichte mit einem Besuch des Barockgartens von Schloss Oranienbaum, das der Großmutter des Fürsten, Henriette-Catharina gehörte. Hier war besonders die große Orangerie beeindruckend, in der inzwischen wieder eine ausgedehnte Sammlung an Zitrusfrüchten überwintert wird, die den Sommer über den Garten schmücken. Aus der Zeit von Fürst Franz stammt der Chinesische Garten, der ein einzigartiges Zeugnis der Gartengeschichte in Deutschland darstellt.

Die chinesische Pagode in Oranienbaum

Von Oranienbaum ging es nach Schloss Mosigkau, ein Rokokoschloss mit einem Gatren aus derselben Epoche, das eine Tante des Fürsten bewohnte und das noch original eingerichtet ist.

Mosigkau mit den beiden Orangerien als Eingangsgebäude

Den Abschluss des Tages bildete der Besuch des bezaubernden Schlösschens Luisium, das vor allem die Frau des Fürsten, Louise, bewohnte. Leider war der Besuch des Parkes durch zahlreiche Baumaßnnahmen zum Hochwasserschutz getrübt. Eine Entschädigung bot (vor allem auch angesichts der immer noch hohen Tmeperaturen) der Besuch einer nahegelegenen Eisdiele mit kötlichem Eis.

Schloss Luisium

Bevor wir uns am Sonntag auf die Rückreise machten, statteten wir noch dem Bauhaus in Dessau einen Besuch ab, das ebenso wie das Wörlitzer Schloss Architekturgeschichte geschrieben hat und daher nicht unbedingt auf das Besuchsprogramm gehörte, auch wenn es hier keinen Garten zu bestaunen gab. Anschließend ging es zum Mittag in das Ausflugslokal Kornhaus, das vom Bauhaus-Architekten Carl Fieger entworfen wurde und direkt an der Elbe gelegen ist.

Das Bauhaus in Dessau

Auf dem Rückweg hatten wir dann abschließend noch einen höchst angenehmen Aufenthalt im Garten von Frau Hirschberger in Braunschweig, die uns mit einer Tasse Kaffee empfing. Wer hätte hier hinter einem Bürogebäude am Rande der Innenstadt einen dermaßen schönen und individuell gestalteten Garten erwartet? Nur widerwillig machte sich die Gruppe voller Eindrücke auf, um nicht zu spät am Abend wieder in Bremen anzukommen.

im Garten von Frau Hirschberger

Ein Obstsommer der Extreme

2017 habe ich in meinem Resüme des Obstjahres festgestellt, dass der Sommer durch wenig Sonne und viel Regen gekennzeichnet war. In diesem Jahr trifft das genaue Gegenteil zu: Sonne ohne Ende und fast kein Regen. Dieser Extremsommer hat die Obstbäume auf eine harte Probe gestellt.

Obstbäume, nicht in der Provence, sondern in Bülstedt

Dabei fing alles so gut an: nachdem sich die Bäume im letzten Jahr erholt hatten, weil sie frostbedingt so gut wie gar keine Früchte ernähren mussten (und dafür umso besser wachsen konnten), hatten sie naturgemäß reichlich Blüten angesetzt. Pünktlich zur Obstblüte wurde das Wetter schön und gleich so warm, dass Birnen, Pflaumen, Kirschen und Äpfel fast gleichzeitig blühten. Auch die Hummeln und Bienen mochten das warme Wetter, so dass eine gute Bestäubung und Befruchtung sichergestellt waren.

Hummel auf Apfelblüte

Beste Voraussetzungen also für eine reiche Obsternte. Aber man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, denn auch ein reicher Fruchtansatz kann zunichte gemacht werden, wenn es fast überhaupt nicht regnet, wie es bei uns seit Mai der Fall war.

Die Kirschen mussten unter der Trockenheit noch nicht leiden, und so wird 2018 als das Jahr in unsere Obstchronik eingehen, in dem es reichlich Kirschen gab (und merkwürdigerweise keine Stare, die sie von den Bäumen holten, denn die waren auf einmal verschwunden – wahrscheinlich, um irgendwo anders Kirschen zu ernten). So konnten wir doch tatsächlich einmal wieder Kirschen einmachen und sogar trocknen.

zum Trocknen vorbereitete Süßkirschen

Auch das übrige Steinobst profitierte von dem ungewöhnlich warmen und trockenen Wetter. ‚Oullins Reineclaude‘ war bei uns wohl einen ganzen Monat früher reif als in anderen Jahren. Nicht anders verhielt sich der Pfirsich ‚Kernechter vom Vorgebirge‘, der sich zudem über die mediterranen Verhältnisse freute und uns eine Menge prächtiger Früchte bescherte.

der ‚Kernechte vom Vorgebirge‘ freute sich über die viele Sonne

Aber die Trockenheit hielt an, und von dem reichen Fruchtansatz an Äpfeln und Birnen fiel Etliches zu Boden, nicht zuletzt, weil es in diesem Jahr auch reichlich Obstmaden gibt. Ich habe mich gewundert, wie lange die Bäume die Trockenheit aushielten, ohne irgendwelche Schwächen zu zeigen. Auf Obstwiesen, die eher nach Südfrankreich zu gehören schienen, standen die Bäume grün und voller Früchte da.

noch hält er durch…

Aber irgendwann wurde es dann doch zu viel, und der eine oder andere Baum beschloss, nun lieber Herbst zu machen, und das schon Anfang August.

junger Birnbaum Mitte August

Von dem reichen Fruchtansatz ist ein erheblicher Teil vorzeitig zu Boden gegangen (manchmal allerdings – vor allem bei den Birnen – der Fruchtlast wegen mitsamt dem dazugehörigen Ast).

für diesen Ast an der ‚Guten Grauen‘ war es zu viel des Guten

Bei den am Baum verbliebenen Früchten ist es schwer zu beurteilen, wann der Zeitpunkt für die Ernte gekommen ist. Erfahrungswerte aus den vergangenen Jahren haben keine Gültigkeit mehr (so musste ich einen Teil von ‚Stahls Winterprinz bereits am 21. August ernten). Hinzu kommt, dass einige Sorten am Baum regelrecht „weichgekocht“ oder großteils glasig sind, so dass sie sich schlecht halten werden.

glasiger ‚Jakob Lebel‘

Für den Apfelsaft ist das natürlich egal. Bereits am, 22. August konnten mein Wwoofer Laurent und ich einen Wagen mit Äpfel vollladen und zur Mosterei fahren. Der diesjährige Saft dürfte geschmacklich ausgezeichnet werden.

Laurent vor dem vollgeladenen Auto

Es gibt natürlich nicht nur Grund zum Klagen. Viele Sorten haben in diesem Jahr eine besonders schöne Ausfärbung, und manche, wie der Gravensteiner, sind  ungewöhnlich süß.

‚Devonshire Quarrenden‘ sind in diesem Jahr so rot wie Tomaten

Und dann gibt es – außer dem Pfirsich – auch noch die anderen Obstarten, die so einen Sommer lieben und sich ganz zu Hause fühlen: meine Zitruspflanzen haben wie die Weltmeister geblüht und Bienen und Hummeln (und natürlich auch mich) damit erfreut.

blühende Zitronatzitrone…

Im kommenden Jahr ist also wieder mit einer guten Zitronenernte zu rechnen. Das ist zumindest ein Lichtblick in diesem doch besorgniserregend trockenen und heißen Sommer.

…und mit Fruchtansatz

Gärten südlich von Groningen

Meine letzte Gartentagesfahrt in diesem Jahr war von dem ungewöhnlich lang anhaltenden trockenen Sommerwetter geprägt. Einer der Gärten, die eigentlich auf dem Programm standen, konnte wegen der Trockenheit nicht besucht werden, und auch der Garten des Ehepaares Wieringa war durch den fehlenden Regen gezeichnet. Dabei hatten sich die ausgedehnten Steingartenpartien von Herrn Wieringa, in denen er so manches Schätchen kultivierte, noch erstaunlich gut gehalten, und einige Pflanzen, wie der Mönchspfeffer, der in voller Blüte stand, genossen das mediterrane Klima ganz offenbar. Eine angenehme Erfrischung bot – neben den bereitgestellten Getränken – eine Schale mit eigenen Tomaten, die hier in den Gewächshäusern auf das Üppigste gediehen.


Keuschlammstrauch oder Mönchspfeffer, Vitex agnus castus

Im Garten der Zeit ging es weniger um Stauden, Sommerblumen oder Blütengehölze als vielmehr um interessante Perspektiven, Sichtachsen und Spiegelungen, die einen immer wieder neuen und ungewöhnlichen Blick in den Garten, das angrenzende Wäldchen und die umgebende Landschaft boten. Femke van Dams Skulpturen und Installationen wirkten durch das reflektierte Licht transparent und holten den Himmel und das Licht auf den Boden zwischen die Pflanzen.


eine der Spiegelskulpturen von Femke van Dam

Den Abschluss machte schließlich der Garten von Cocky Stottelaar, der uns einen mehr als würdigen Ersatz für den Garten bot, den wir wegen der Trockenheit nicht besuchen konnten. Dicht gefüllte Staudenrabatten mit einem harmonischen Farbverlauf und einer guten Höhenstaffelung und ein sicherer Blick für interessante Wuchsformen und Blattstrukturen zeichneten den Pflanzstil in diesem Garten aus. Das galt nicht nur für die sonnigen Partien dicht am Haus, sondern auch für den ausgedehnten schattigen Bereich weiter hinten im Garten. Die mehr als angenehme Aufenthaltsqualität auf der Terrasse, wo sich die Reisegruppe mit Tee, Kaffee und Gebäck stärken konnte, hatte zur Folge, dass sich die Gruppe nur ungern von diesem Garten trennte.


eine der gut komponierten Staudenrabatten im Garten von Cocky Stottelaar

So bot dieser Tag trotz der etwas ermüdenden Wärme und der Trockenheit ausgesprochen interessante Einblicke in die Gartenkultur unserer Nachbarn.

Garten- und Pflanzenschätze auf der Stader Geest

Am Samstag, dem 14. Juli, ging es abermals auf eine Garten-Tagestour, diesmal in Richtung Stade und Altes Land. Unser erstes Ziel war der Garten von Frau Welzel, die selber  regelmäßig mit auf Gartenfahrt kommt. Da bleibt es nicht aus, dass sie immer wieder neue und interessante Pflanzen mitbringt und in ihren Garten integriert. Dementsprechend erwartete uns auf 1000 qm rund um ihr Haus eine Fülle ausgewählter Stauden und Gehölze, die nicht nur farblich, sondern auch im Hinblick auf abwechslungsreiche Blattformen und -strukturen perfekt zusammengestellt waren – hier verriet sich die erfahrene Floristin. Bereitgestellte Getränke und ein kleiner Snack rundeten diesen Gatrenbesuch aus angenehmste ab.

Nur einige Häuser weiter betreibt Thomas Ahrens seine Spezialitätengärtnerei Variegataplants, und tatsächlich gab es hier manche Besonderheit zu entdecken. Insbesondere seibn enorm großes Sortiment an Hosta stellte die Funkienliebhaber unter den Mitreisenden vor die Qual der Wahl.

Von hier aus ging es zum Bioland-Obstbaubetrieb Behr in Westerladekop. Frau Behr empfing uns auf das freundlichste und zeigte uns ihren vielfältigen Garten, den sie rund um die Betriebsgebäude und vor allem auch entlang des Grabens angelegt hat, der ihren vom Nachbarbetrieb trennt. Einige der hier versammelten besonderen Gehölze gaben uns botanische Rätsel auf, und auch unter den Stauden gab es manche Besonderheit. Frau Behr hatte eine Sammlung regelrechter Kostbarkeiten zusammengetragen, die im fruchtbaren Boden der Elbmarsch teilweise enorme Dimensionen angenommen hatten. Auch bei den Behrs wurden wir mit Getränken und den gerade reifen Kirschen gut versorgt.

Zum Abschluss unserer Tour kehrten wir im Hofcafé Vollmer in Himmelpforten ein, wo wir  nicht nur den hausgebackenen Kuchen, sondern auch den schön angelegten Garten von Frau Vollmer genossen. Frau Vollmer ist Mitglied der Gesellschaft der Staudenfreunde, und der Garten ist ihr mindestens ebenso wichtig wie ihr Kuchenangebot. Einige ihrer Schätzhen, die sich gut vermehren, bietet sie Gartenfreunden auch getopft zum Kauf an.

Solchermaßen gestärkt – und um einige Pflanzenschätze reicher – ging es nach einem Tag voller schöner Eindrücke zurück nach Bremen.

Gartenreise nach Südost-England

Auf die Spuren berühmter Gärtnerinnen und Gärtner begaben wir uns auf meiner zweiten diesjährigen Gartenreise, die den Südosten Englands, die Grafschaften Kent und Sussex, zum Ziel hatte.


die Lutyens-Bank im Rosengarten von Sissinghurst

Einen ersten Zwischenstopp machten wir im Garten ‚De Pullenhof‘ in den Niedrlanden südlich von Utrecht. Hier empfing uns Gartenbesitzerin Helma Sjamaar sehr herzlich und bot uns erst einmal einen Kaffee bzw. Tee an. Für ihren Garten hatte der inzwischen verstorbene Henk Gerritsen einen ersten Entwurf gemacht, und man konnte gut die für ihn typischen Gestaltungsprinzipien – eine straffe Form aus Hecken und eine kontrastierende, weil naturhafte Bepflanzung – wahrnehmen.

Nach dieser angenehmen Unterbrechung ging es weiter nach Calais, wo wir die Fähre nach Dover bestiegen. Nachdem uns die „White Cliffs of Dover“ begrüßt hatten, erreichten wir am Abend unser typisch englisches Hotel in Ashford.

Am nächsten Morgen begaben wir uns ins nahe gelegene ‚Godinton House‘ und besuchten damit gleich einen englischen Landsitz par excellence: Der malerische Blick auf die North Downs, der perfekt gepflegte Garten mit wunderbar zusammengestellten Rabatten und nicht zuletzt der typisch englische „Morning Coffee“, mit dem wir empfangen wurden, ließen uns gleich ganz und gar in die Welt der englischen Landhausgärten eintauchen.

Unsere Mittagspause machten wir in dem reizenden Städtchen Tenterden. Hier könnte ohne weiteres eine Folge der Inspector-Barnaby-Serie gedreht worden sein, und die Zeit verging schnell mit einem Mittagsimbiss und dem Besuch einiger der zahlreichen attraktiven Läden.

Am Nachmittag suchten wir den Garten und die Gärtnerei von ‚Kings John’s Lodge‘ auf. Bei „tea & cake“ konnten wir an diesem idyllischen Ort so richtig entspannen. Das Haus aus dem 16. und 17. Jahrhundert thront malerisch inmitten des Gartens, in dem die auch in Südengland herrschende Trockenheit leider ihre Spuren hinterlassen hatte.

Der nächste Tag brachte uns auf die Spuren von Vita Sackille-West, und wir besuchten zunächst den Landsitz der Sackvilles, Knole, in dem die Schriftstellerin und Gärtnerin aufgewachsen ist. Hier war weniger der Garten von Interesse als vielmehr das beeidnruckende Landhaus im jakobinischen Stil, das bereits Virginia Wolf stark beeindruckte, und das sie in ihrem Roman ‚Orlando‘ verewigte.

Danach besuchten wir die zweite Station im Lebensweg von Vita Sackville-West: Longbarn House, wo sie zusammen mit ihrem Mann, Harold Nicolson, ihren ersten Garten anlegte. Heute befinden sich Haus und Garten im Besitz von Rebecca Lemonius und ihrem Mann. Der Aufenthalt im Garten von Longbarn House wurde von der Gruppe sicher auch deshalb so angenehm empfunden, weil Rebecca, die sich hingebungsvoll um den Garten kümmert, uns mit Tee, Kuchen, vielen Fotos aus der Zeit der Nicolsons und interessanten Gespächen das Gefühl vermittelte, dass wir als Garteninteressierte herzlich willkommen waren.

Bevor wir am folgenden Tag Sissinghurst besuchten, machten wir am Morgen einen Abstecher zu ‚Merriments‘, einer ausgesprochen gut sortierten Gärtnerei, die einen anregenden Schaugarten unterhält. Hier wird mit gekonnt zusammengestllten Pflanzungen gezeigt, wie die Stauden und Gehölze, welche in der Gärtnerei angeboten werden, im eigenen Garten verwendet werden können.

Der ganze restliche Tag stand für die Erkundung des Lebenswerkes von Vita Sackville-West und Harold Nicolson zur Verfügung, so dass der Garten von Sissinghurst und seine Umgebung bis zu seiner Schließung von den Mitreisenden genossen werden konnte. In Sissinghurst macht sich die Tätigkeit des neuen Headgardeners, Troy Scott Smith, überzeugend bemerkbar, die dazu geführt hat, dass die Bepflanzung des Gartens wesentlich weniger steif und wieder sehr viel romantischer wirkt als noch vor ein paar Jahren.

Am nächsten Vormittag besuchten wir einen Garten ganz anderer Art. Dazu mussten wir uns in die flache Landschaft der Romney-Marsh begeben, wo sich an einem unwirtlichen Kiesstrand in unmittelbarer Nähe zum Atomkraftwerk Dungeness der auf seine Art beeindruckende Garten Filmemachers Derek Jarman befindet. Es ist schon faszinierend zu sehen, wie Jarman, der in den 90er Jahren an AIDS verstarb, rund um die schwarz gestrichene Fischerhütte mit den gelben Fenstern eine Pflanzengemeinschaft versammelt hat, die hier den widrigen Elementen in Gestalt glühender Hitze und salziger Winde trotz und gleichzeitig in ihrer Farbintensität ein Zeichen der Hoffung zu setzen scheint.

Wie anders präsentierte sich dann am Nachmittag, nachdem wir in der Mittagspause das malerische Rye erkundet hatten, der üppige und farbenreiche Garten von Great Dixter. Die Rabatten mit den teils mutigen Farbzusammenstellungen – ein Erbe des langjährigen Besitzers von Great Dixter, Christopher Lloyd, – schienen fast übervoll, und so war es nicht verwunderlich, dass einigen Mitreisenden der in sich ruhende ‚Sunken Garden‘ am besten gefiel.

Der nächste Reisetag stand thematisch noch einmal im Zusmmenhang mit Vita Sackville-West und Harold Nicolson. In Perch Hill Farm hat SarahRaven, die Frau von Adam Nicolson, des Enkels von Vita und Harold, einen stimmungsvollen Garten mit ganz eigenem Charakter angelegt. Sie stammt selbst aus einer Botanikerfamilie und gibt Koch- und Gartenkurse, für die ihr Garten das Material und die Anregungen liefert.

Als letzte Station in England steuerten wir die Gärten der kürzlich im Alter von 95 Jahren verstorbenen Beth Chatto an. Wir waren beeindruckt, wie schön sich ihr Kiesgarten trotz der wochenlangen Trockenheit präsentierte. Beth hat damit ein überzeugendes Vermächtnis hinterlassen und ein Zeichen für den sorgsamen Umgang mit Wasser im Gatren gesetzt, ein Thema, dass ihr sehr am Herzen lag und das sie wiederholt in ihrem Briefwechsel mit Christopher Lloyd behandelte.

Danach machten wir noch einen Abstecher in das malerische Städtchen Lavenham mit seinen vielen Fachwerkbauten aus dem 15. und 16. Jahrhundert, wo wir in einem typisch englischen Pub zu Abend aßen, bevor es auf die Fähre nach Hoek van Holland ging.

Nach der Färhüberfahrt bildete der Besuch des ‚Fanatasiegartens De Kronkel‘ den Schlusspunkt unserer Reise, die einen schönen Querschnitt durch die englische Gartenkultur geboten hat.

Ländliche Gärten voller Überraschungen

Zu Johanni, am 24. Juni, fand mein erster diesjähriger Garten-Tagesausflug statt. Diesmal mussten wir nicht weit fahren, um in drei private Gartenparadiese südlich von Brmen einzutauchen; keines davon war weiter als 50 km von Bremen entfernt.

Nach Wochen der Wärme und Trockenheit waren unsere Erwartungen an die Blütenpracht in den Gärten gedämpft, hatten alle Mitreisenden in ihren eigenen Gärten doch feststellen müssen, wie schnell die meisten Pflanzen verblühten. Umso überraschter waren wir, beim Ehepaar Östhus eine solche Blütenfülle vorzufinden. Nicht nur, dass etliche Rosen noch üppig in Blüte standen, auch die Hortensien boten ein farbenprächtiges Bild. Beeindruckend in diesem Garten war, wie schnell sich der inzwischen ausgewachsene Baumbestand, der dem Garten eine parkartige Atmosphäre verlieh, in den ca.40 Jahren seit Bestehen des Gartens entwickelt hat.

Auf einer historischen Hofstelle angelegt war der Garten des Ehepaares Zempel in Asendorf. Die Sichtachsen und geraden Linien, die durch die Hecken vorgegeben wurden, passten gut zur Symmetrie de Hausfassade und zum historischen Kontext der ganzen Anlage. Einzelne Gartenräume konnten sich so, abgeschirmt durch die Hecken, in ganz unterschiedlicher Stimmung präsentieren, wie z. B. der Teichgarten und der beinahe mediterran wirkende Innenhof. Besonders beeindruckt waren die Mitreisenden von dem ausgedehnten und perfekt gepflegten Nutzgarten. Hier verhießen unterschiedlichste Obst- und Gemüsesorten eine reiche Ernte.

Den Abschluss der Gartenbesuche machte der Garten im Hachetal, auch dieser auf einer alten Hofstelle angelegt. Die Geschichte eines Gartens reicht hier bis in das 17. Jahrhundert zurück. Das Ehepaar Vehring hat um das alte Fachwerkhaus, das nach einem Brand an Stelle eines viel älteren Gebäudes errichtet worden war, mit viel Feingefühl einen Garten angelegt, der geschickt die Balance zwischen dem Formalen und Informellen hält. Auch hier gliedern Hecken den Gartenraum, aber da es auf der gesamten Hofanlage keine einzige gerade Achse gibt, beschränken sich die Hecken darauf, intime Gartenräume zu umgrenzen oder interessante Durchblicke freizugeben. Köstlicher selbstgebackener Kuchen mit Kaffee und Tee rundete den Besuch des Gartens ab, durch den uns Herr Vehring mit kurzweiligen Erläuterungen führte.

Pünktlich zum Ende dieses Gartenbesuches setzte etwas intensiverer Nieselregen ein, den die Mitreisenden, die ja allermeist selber Gärten hatten, nach der langen Trockenheit gern in Kauf nahmen, zumal es nun im Bus gut gegen den Regen geschützt zurück nach Bremen ging.

Gartenreise nach Südfrankreich ins Périgord

Leben wie Gott in Frankreich – wo könnte man das besser als im Périgord. Dabei ist nicht nur die Küche dieses historischen Landstrichs im heutigen Département Dordogne berühmt, sondern auch die Qualität der Gärten hat sich – zumindest unter Gartenliebhabern – herumgesprochen.

Vom 18. bis zum 25. Mai führte meine erste Gartenreise 2018 in diese wunderschöne Landschaft, die durch Wälder, Walnusspflanzungen und Hunderte von Burgen entlang des Flusses Dordogne gekennzeichnet ist.

Nachdem uns der Zug nach Paris gebracht hatte, wurden wir dort von Nicola Hahn abgeholt,  die die Reise mit mir zusammen organisiert hatte und uns als fachkundige Dolmetscherin begleitete. Weiter ging es mit dem Bus nach Orléans, wo wir unseren ersten Gartenbesuch hatten.

Was für eine angenehme Überraschung, als wir nach der langen Fahrt vom Besitzer und Gestalter der ‚Gärten von Roquelin‘ mit einer ‚Pithiviers fondant‘, einer regionalen Spezialität von der Loire, sowie Kaffee und Tee empfangen wurden und in diesem wahrhaft bukolischen Garten erst einmal zur Ruhe kommen konnten.

Zur ländlich entspannten Atmosphäre trug nicht nur das ideale Wetter bei, sondern auch die zahlreichen Tiere wie Gänse, Hühner und Schafe, die sich offenbar sehr wohl fühlten. Das Thema der Gärten  sind Rosen, vor allem historische Züchtungen. Zwar war die Rosenblüte noch nicht auf ihrem Höhepunkt angelangt, dafür entschädigten uns erste perfekt geformte Blüten und die Fülle der Knospen, die uns wie ein Versprechen auf die nahe Zukunft mit einer überbordenden Rosenblüte  erschien. Bemerkenswert war die Gesundheit der Rosen in diesem Garten, in dem auf Pestizide vollständig verzichtet wird.

Am nächsten Tag erreichten wir das Périgord, wo das hoch über dem Fluss Vérzére gelegene Château de Losse und seine Gärten unser erstes Ziel waren. Die schlicht gehaltenen formalen Gärten ergänzten die Schlossarchitektur ausgesprochen harmonisch, und eine Führung durch das Schloss entführte uns in die Zeit der Renaissance.

Nachdem wir unser angenehmes familiengeführtes Hotel in Siorac bezogen hatten, besuchten wir am nächsten Tag mit Eyrignac gleich einen der renommiertesten Gärten dieser Region. Als  kleiner Wermutstropfen erwies sich der Umstand, dass die berühmte Weißbuchenallee und die sie umgebenden Pflanzenskulpturen gerade einem starken Rückschnitt unterzogen worden waren, so dass sie nicht den Anblick perfekter grüner Architektur boten. Dafür waren alle übrigen Bereiche dieses vollendet gepflegten Gartens in einem makellosen Zustand. Abgerundet wurde der Besuch dieser Gärten mit einem französischen Mittagessen mit typischen Speisen des Périgord wie Confit de Canard und einem Walnusskuchen zum Dessert.

Am Nachmittag besuchten wir die ‚Jardins de l’imaginaire‘, zeitgenössische Gärten in Terrasson, die von der amerikanischen Lanschaftsarchitektiin Kathryn Gustafson entworfen worden waren. Hier waren es vor allem die originellen Wassergärten, die uns überzeugten und in der Wärme des Tages eine Erfrischung boten.

Den Abschluss des Tages bildete ein Besuch beim biologisch bewirtschafteten Weingut ‚Domaine de la Voie Blanche‘, wo Madame Dalbavie uns eine kleine Einführung in den Begriff des Terroirs gab. Bei der anschließenden Weinverkostung war es eindrucksvoll, wie stark der Charakter und die Aromen des Weines durch die Bodenbeschaffenheiteen der jeweiligen Weinberge  beeinflusst wurden.

Von der Reisegruppe am besten bewertet wurden die ‚Jardins de Cadiot‘, die wir am nächsten Morgen nach einem kleinen Fußmarsch in ein enges Tal erreichten. Kaum jemand hätte an diesem Ort wohl so zauberhafte und vielgestaltige Gärten erwartet. Gemüse- und Obstgarten, Päoniengarten, Labyrinth, Rosengarten, Dichtergarten, toskanischer und englischer Garten, am Ende schließlich Patios, die an Portugal oder Marokko erinnerten: der Einfalssreichtum der Besitzerin schien geradezu unerschöpflich.

Von hier aus ging es nach Saint Julien zu Sylvie Tisserand, die uns eine Einführung in die Besonderheiten der Safrankultur gab und ihre Ausführungen mit selbstgebackenen Safrankeksen sowie einem Kräutertee mit Safran abrundete.

Diesen Tag beschlossen wir mit einem Besuch der ‚Jardins d’eau‘, der Wassergärten in Carsac-Aillac, wo wir auf 550 m langen Holzstegen über dem Wasser wandeln und zahlreichen Seerosen und Lotosblumen bewundern konnten. Beeindruckend waren hier auch die enormen Koi-Karpfen, die sich von den Besuchern sogar streicheln ließen.

Durch die Gärten von Albaréde führte uns Serge Lapouge, der diese natürlich wirkenden Gärten ohne jeglichen Einsatz von Pestiziden pflegt und entwickelt. Neben den Pflanzen zeichnet er auch verantworlich für die Steinmonumente in diesem Garten, die er selbst gestaltet hat. Über seine Erfahrungen mit dem Gärtenern ohne Chmikalien hat das Ehepaar Lapouge ein Buch veröffentlich, das auch auch auf Deutsch erschienen ist.

Unsere Mittagspause machten wir an diesem Tag im malerisch gelgenen Örtchen Beynac hoch über der Dordogne. Der steile Aufstieg durch enge mittelalterliche Gassen wurde mit einem grandiosen Ausblick auf die Dordgne belohnt.

Im Bambusgarten von Planbuisson kamen Gräserliebhaber auf ihre Kosten. Zwischen den üppig wachsenden Bambusstauden kamen wir uns bisweilen ganz klein vor.

Bevor es zurück ins Hotel ging, unternahmen wir in der Höhle von Rouffignac noch eine Zeitreise in die Altsteinzeit und bestaunten die Felszeichnungen von Mammuten, Wollnashörnern, Steinböcken und Wildpferden, die hier von Künstlern vor 15.000 Jahren mit sicherer und harmonsicher Linienführung angebracht worden sind.

Am nächsten Vormittag hatten wir in aller Ruhe Zeit, die Altstadt und den Wochenmarkt von Sarlat-la-Canéda zu besuchen. Hier wurden alle kulinarischenSpezialitäten der Region angeboten, und manch‘ Mitreisender wurde in Versuchung geführt.

Von Sarlat aus ging es nach La Roque-Gageac, wo uns eine Garbare erwartete, der Nachbau eines der für die Region typischen Handelsboote, um uns einen Blick auf die malerische Dordogne-Landschaft vom Fluss aus zu ermöglichen. Bei der anschließenden Erkundung des Örtchens La-Roque-Gageac bildete der ‚Jardin exotique‘ eine kleine Zugabe, die wir gern mitnahmen.

Als letztes besuchten wir an diesem Tag noch die hängenden Gärten von Marqueyssac mit ihren ausgedehnen Pflanzungen ausFormschnitt-Buchsbäumen, die uns immer wieder  Ausblicke auf die Dordogne gewährten, die sich als blaues Band durch die grüne Landschaft schlängelte.

Am nächsten Tag hieß es dann schon wieder Abschied nehmen und in Richtuung Paris aufbrechen. Doch wurde unsere Fahrt durch einen Besuch von ‚Lilianes Garten‘ in der der Nähe von Limoges aufs Angenehmste unterbrochen. Der kleinen und energiegeladenen Besitzerin Liliane Broussaudier, die uns mit vielen Erläuterungen durch ihr grünes Reich führte, nahmen wir ohne weiteres ab, dass sie diesen gleichzeitig wilden und doch geordneten Garten vollständig selbst pflegt.

In der Mittagspause am Bus sorgten  kleine frische Ziegenkäse ‚Rocamadour‘ und frisches Baguette aus Siorac auf dem nüchternen Parkplatz für ein wenig französisches Flair.

Bevor wir am nächsten Tag in den Zug nach Bremen stiegen, bildete der Besuch des Pariser ‚Marche d’Aligre‘ noch eine kleine, dankbar angenommene Zugabe zu unserem Reiseprogramm. Nicola Hahn, die seit über 30 Jahren in der Stadt an der Seine lebt und sie aufs Beste kennt, machte es Freude, uns diesen ältesten Markt der Stadt mit seinem vielfältigen Angebot an Obst, Gemüse, Käse, Fisch und Flohmarktartikeln zu zeigen.

Auf der Rückfahrt hieß es dann erst einmal, das Erlebte zu verdauen. Kaum zu glauben, dass wir lediglich acht Tage unterwegs waren.

Rückmeldung einer Mitreisenden: „Es war eine wunderschöne Gartenreise, dazu das passende Wetter, Unterkünfte, Betreuung – Danke“

 

Garten-Tagesfahrten 2018

Was gibt für Gartenliebhaber Schöneres, als in anderen Gärten zu Besuch zu sein, sich inspirieren zu lassen, zu genießen und zu fachsimpeln? Für den Sommer 2018 biete ich daher wieder drei Garten-Tagesausflüge in die nähere und weitere Umgebung Bremens an.

Am 24. Juni werden wir uns das erste Mal aufmachen und uns Gärten südlich von Bremen ansehen. Die drei Privatgärten, die auf dem Programm stehen, interpretieren das Thema „ländlicher Garten“ jeder auf seine ganz eigene Weise.

Am 14. Juli machen wir uns in Richtung Niederelbe auf. Hier sind zwei sehr individuelle Gärten und die Spezialitätengärtnerei Variegataplants Ziel unseres Ausfluges. Abschließen werden wir den Tag mit dem Besuch eines ländlichen Hofcafé, das nicht nur hausgemachten Kuchen, sondern auch einen ausgesprochen schönen Garten zu bieten hat.

Einen Monat später, am 4. August, werden drei holländische Gärten südlich von Groningen Ziel unserer Fahrt sein. Wer schon einmal mit auf Gartenfahrt war, weiß, dass die holländischen Gärten sehr inspirierend und so erfrischend anders sind als die hiesigen.

Weitere Informationen zum Ablauf der Fahrten sowie ein Anmeldeformular finden Sie hier.