Gartenreisen 2018

Für 2018 plane ich bislang zwei Gartenreisen in das europäische Ausland. Vom 18. bis zum 25. Mai wird es zunächst nach Südwest-Frankreich an die Dordogne gehen. Das Périgord in der alten Provinz Aquitanien ist vor allem für sein reiches historisches Erbe, die hoch über dem Fluss Dordogne thronenden Burgen, seine feine Küche und das milde Klima bekannt. Doch gibt es hier auch eine Reihe beeindruckender Gärten, die unbedingt einen Besuch lohnen. Eine ausführliche Beschreibung und weitere Einzelheiten zu dieser Reise finden Sie hier.

Great Dixter Große Rabatte klein

Auf vielfachen Wunsch habe ich für Anfang Juli (1. – 7. 7.) eine Gartenreise nach Sussex und Kent im Südosten Englands geplant. Wir begeben uns auf dieser Reise auf die Spuren von Vita Sackville-West und suchen die Stationen ihres Weges als Gärtnerin auf. Wir schauen uns an, welche Bedeutung und Wirkung die Gärtnerfreundschaft zwischen Beth Chatto und Christopher Lloyd in ihren jeweiligen Gärten hatte. Und schließlich überzeugen wir uns davon, welches gärtnerische Erbe diese berühmten Menschen mit dem grünen Daumen hinterlassen haben, indem wir uns einige zeitgenössische Gärten in einer der lieblichsten Landschaften Englands anschauen. Einzelheiten zu dieser Reise finden Sie hier.

Das Land, wo die Zitronen blühen…

Viel Regen und wenig Sonne im Sommer, Frost im Frühling zur Obstblüte: so mager wie in diesem Jahr, ist die Obsternte auf meinen Wiesen schon lange nicht mehr ausgefallen. Nur wenige Sorten trugen überhaupt Früchte, meist die, die spät geblüht haben und dem Frühjahrsfrost „entwischt“ sind. Auf vielen Bäumen waren so wenige Früchte, dass es kaum lohnte, eine Leiter an die Bäume zu stellen. Wie gut, dass es von den letzten beiden üppigen Jahren noch reichlich Apfelsaft im Keller gibt.

Einen reichlichen Fruchtansatz hatte die Mispel im Garten. Da nur wenig andere Früchte zu verarbeiten sind, wird es in diesem Jahr also wieder einmal Mispel-Marmelade geben. Wegen der großen Kerne ist es zwar nicht ganz einfach, diese nicht sehr bekannten Früchte zu verarbeiten, und von der Farbe her sieht die Marmelade nicht besonders attraktiv aus. Der delikate, Marzipan ähnliche Geschmack lässt die Mühe aber schnell vergessen.

Mispelernte

Zunächst einmal ist aber Geduld gefragt. Nicht umsonst heißt es in England: „Medlars need time and straw“, also: „Misplen brauchen Zeit und Stroh“, denn die bei der Ernte noch harten Mispelfrüchte müssen erst einmal nachreifen, bis sie weich und teigig sind („half-rotten“, wie es so schön in einem englischen Gartenbuch heißt) und zu Kompott oder Marmelade verarbeitet werden können.

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Neben der Mispel war eine meiner Zitronen im Kübel in diesem Jahr mein ertragreichster Obstbaum. Beim Einräumen in das Winterquartier konnte ich von dem kleinen Hochstämmchen ganze 9 Zitronen mit einem Gesamtgewicht von gut 2 kg ernten. Mal sehen, welche Köstlichkeiten sich daraus bereiten lassen. Zusammen mit dem ebenfalls reichlich vorhandenen Knollenfenchel im Gemüsegarten vielleicht ein pikanter italienischer Salat, für den ich das Rezept folgen lasse.

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Fenchelsalat mit Zitrone

2 Fenchelknollen
1 Zitrone
20g grüne Oliven
1 in Öl eingelegte Sardelle
Olivenöl
1 kleine Knoblauchzehe
Salz, schwarzer Pfeffer, Kerbel oder Petersilie

In einem Mixer werden die Sardelle, die Knoblauchzehe, 2 Esslöffel Olivenöl, etwas frisch gemörserter oder gemahlener schwarzer Pfeffer sowie eine kleine Handvoll Kerbel oder Pertersilie zu einer homogenen Sauce verarbeitet.

Der Fenchel, von dem der harte „Kern“ entfernt wurde, und die Zitrone werden in hauchdünne Scheiben gehobelt oder geschnitten und mit der Sauce und den geviertelten Oliven vermischt.

Das Ganze wird wenn nötig nachgesalzen und mit etwas Fenchelgrün dekoriert.

Zitronenernte

 

 

Finale im Präriegarten

Am 20. August ging es für dieses Jahr zum letzten Mal auf einen Garten-Tagesausflug. Wieder einmal war die Provinz Groningen mit ihren zahlreichen interessanten Gärten Ziel dieser Fahrt. Die Wettervorhersage war nicht sehr verheißungsvoll, und so waren alle Mitreisende gut mit Schirm und festem Schuhwerk ausgerüstet.

Garten Meins

Unseren ersten Garten steuerten wird auf dem Weg Richtung Holland bei Rastede an. Rund um ein Kötnerhaus aus dem 18. Jahrhundert hat das Ehepaar Meins hier einen stimmungsvollen Garten angelegt. Die Gartenräume auf dem von alten Bäumen umstandenen Grundstück sind weniger wegen ihrer Pflanzenfülle oder -vielfalt so überzeugend als vielmehr aufgrund des guten Gefühls der Gartenbesitzer für die richtigen Proportionen und gute Kombinationen sowie dank ihres sicheren Geschmacks, was die sparsam platzierten Kunstwerke betrifft. Besonders stimmungsvoll ist der kleine Wassergarten hinter dem Gartenhaus mit der beinahe orientalisch anmutenden kleinen in ein Wasserbecken mündenden Rinne.

Garten Meins Wassergarten

Hatten wir das Glück gehabt, unseren ersten Gatren trocken genießen zu dürfen, so öffnete der Himmel auf dem Weg zum Garten des Ehepaars Bokma im holländischen Scheemda alle Schleusen. Unsere Hoffnung, den zweiten Garten nach den Schauern trocken besichtigen zu können, wurde allerdings nicht ganz erfüllt, denn kaum waren wir aus dem Bus gestiegen, als ein weiterer heftiger Schauer auf uns niederging. Doch nach einer Vietrelstunde heftigen Regens hatten wir tatsächlich das Glück, dass die Sonner hervorkam und die mit sicherer Hand zusmammengestellten Staudenrabatten des Eexterhofes ins rechte Licht rückte.

Rote Rabatte De Eexterhof

In diesem Garten waren es vor allem die Pflanzenvielfalt und -kombinationen, die den Garten so interessant machten. Doch auch die Giederung des Grundstücks und die Betonung der Niveauunterschiede waren von Watze Bokma sehr geschickt ausgeführt worden.

Echinacea-Vielfalt

Nicht weit entfernt lag mit dem Tuingoed Foltz das dritte Ziel unserer Fahrt. Hier waren wir nicht allein, denn Bob Foltz und Andries Bierling hatten an diesem Wochenende zu den „Echinacea- und Präriegartentagen“ eingeladen, so dass außer uns viele weitere Besucher da waren. Das große Angebot der gut sortierten Staudengärtnerei führte so manchen der Mitreisenden in Versuchung, so dass sie die Gepäckräume des Busses schnell mit Tüten voller Stauden füllten. Aber auch die Schaugärten, in denen gezeigt wird, welche Kombinationsmöglichkeiten es für die angebotenen Stauden gibt, lohnten den Besuch.

Praeriegarten Tuingoed Foltz

Auch hier hatte der Himmel ein Einsehen mit uns, so dass wir die weitläufige Anlage nicht nur trocken, sondern sogar mit einigen Sonnenstrahlen besichtigen konnten. Erst auf dem Rückweg goss es dann wieder kräftig, was uns nach diesem ausgefüllten Tag aber herzlich wenig stören konnte.

Gartenreise nach Mecklenburg, Vorpommern und Rügen

Anfang August begab sich eine Gruppe Garten- und Reiselustiger auf die Spuren Elisabeths von Arnim. Ziel der viertägigen Reise waren Gärten in Mecklenburg, Vorpommern und auf Rügen.k-IMG_5062

Als erstes steuerten wir die Schaalsee-Region an. Formschnitt war das Thema im Garten des Ehepaares Sokolowski, den die beiden rund um die Nebengebäude eines ehemaligen Gutshauses angelegt hatten. Frau Sokolowski entschuldigte sich für den Zustand des Gartens, der durch den vielen Regen in diesem Sommer bedingt war. Gleichwohl waren die Mitreisenden durch die vielen exakt geschnittenen Eibenfiguren zutiefst beeindruckt, und die Fotos, die vor der Instandsetzung der Gebäude und der Gestaltung des Gartens aufgenommen worden waren, machten das ganze Ausmaß der Arbeit deutlich, die in dem Projekt steckte.k-IMG_4997

In „Haus Botanica“ erwartete uns nicht nur ein Garten voller seltener Gehölze, sondern wir wurden auch durch jede Menge Durch- und Ausblicke in diesem in viele Räume aufgeteilten Garten überrascht. Die verlockende Auswahl selbstgebackener Torten, die Frau Wilken auch noch liebevoll verziert hatte, trug ihren Teil dazu bei, dass sich die Reisegruppe ausgesprochen wohl fühlte in diesem sehr individuellen Garten.k-IMG_5012

Jana Kohlschmidt hatte uns bereits im Vorfeld gewarnt, dass ihr Garten nach dem vielen Regen in diesem Jahr besonders feucht sein würde. Dennoch boten sich uns bei ihr am nächsten Morgen eine große Blütenpracht und viele interessante Pflanzenkombinationen. Von den selbst vermehrten Stauden in der kleinen Gärtnerei fand so manche ein neues Zuhause im Garten einer Mitreisenden.k-IMG_5025

Das Ehepaar Reich betreibt in der Nähe von Bad Doberan auf einem historischen Fachwerkhof eine Töpferei und pflegt einen traditionellen Bauerngarten, der zur Selbstversorgung dient. Die beiden führten uns nicht nur durch den Garten, sondern zeigten uns auch den Holz befeuerten Brennofen, in dem auf traditionelle Weise salzglasiertes Steingut hergestellt wird.k-IMG_5040

Am Nachmittag statteten wir dem Pfarrgarten in Starkow einen Besuch ab. Hier bekamen wir eine kurzweilige und ausgesprochen informative Führung von Herrn Dr. Albrecht, der uns die Geschichte des Pfarrgartens nahe brachte, die bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht. Es ist schon beachtlich, was hier nur durch ehrenamtliches Engagement für ein Garten entstanden ist.k-IMG_5070

Am folgenden Tag machten wir einen Ausflug nach Rügen, wo wir zunächst dem Schlosspark von Putbus einen Besuch abstatteten. Der Park von Fürst Malte zu Putbus war quasi die Keimzelle der kleinen klassizistischen Stadt mit ihrem runden Platz, dem Cirkus, der architektonisch eine Besonderheit darstellt.k-IMG_5077

Von Putbus aus ging es ganz in den Südosten der Insel auf die Halbinsel Mönchgut nach Groß Zicker. In dem kleinen ehemaligen Fischerdorf statteten wir dem Pfarrwitwenhaus mit seinem heiteren Sommerblumengarten einen Kurzbesuch ab, bevor wir uns mit Blick auf die Trockenrasen der „Zickerschen Berge“ in einem Restaurant stärkten.k-IMG_5085

Am Nachmittag suchten wir den Gutspark von Klein Kubbelkow auf. Hier hatten die Besitzer des heute als Hotel und Restaurant betriebenen Gutshauses vom Anfang des 20. Jahrhunderts liebevoll für uns die Kaffeetafel im Freien gedeckt, bevor wir den Gutspark mit seinem imposanten Baumbestand erkundeten.k-IMG_5106

Unser vierter Tag, an dem wir die Rückreise antraten, stand wieder ganz im Zeichen der Stauden. Im Garten von Bea Schöttke-Penke und ihrem Mann Dietmar konnten wir nicht nur üppige Staudenkombinationen bewundern, sondern uns auch mit einem liebevoll vorbereiteten Mittagsimbiss stärken.k-IMG_5141

Von hier aus ging es zur Staudengärtnerei von Sylvia Göbel. Angesichst der Fülle interessanter Stauden, die sich alle im norddeutschen Klima bewährt hatten, und der Präsentation in gekonnt kombinierten Staudenrabatten wurden etliche der Mitreisenden noch einmal schwach, und der Bus füllte sich mit Tüten und Kartons voller Pflanzentöpfe.k-IMG_5152

Bevor es nun endgültig wieder zurück nach Hause ging, machten wir noch eine Stippvisite im Kräutergarten neben der Klosterkirche in Rehna, wo sich Heil, Duft- und Bibelpflanzen in hochsommerlicher Fülle präsentierten.k-IMG_5155

Die Fahrtzeit wurde durch das Vorlesen aus zwei Büchern von Elisabth von Arnim verkürzt, die darin nicht nur die Anlage eines Gutsgartens in Pommern Ende des 19. Jahrhunderts beschreibt, sondern auch eine Reise mit der Kutsche nach Rügen – und das alles auf ausgesprochen unterhaltsame Weise.

Steine, Bienen und grüne Daumen

Am 23. Juli fand meine zweite diesjährige Garten-Tagesfahrt statt. Ziel waren diesmal drei ausgesprochen kontrastreiche private Gärten in der näheren Umgebung Bremens.

Den Anfang machte der Garten Hinse in Wittorf. Wir hatten Glück mit dem Wetter, denn der Regen hörte auf, kurz bevor wir Wittorf erreichten. Dort wurden wir von Herrn und Frau HInse freundlich empfangen und durch den großzügigen, staudenreichen Garten geführt, der immer wieder schöne Ausblicke über die Getreidefelder der Umgebung bot.

Hinse Skulptur

Frau Hinse beantwortete geduldig alle Fragen zu ihren Bienen, und wir wurden auf Köstlichste mit Honigbrot, Kaffee, Tee und Gebäck bewirtet.

Hinse Pavillon

Unser zweites Ziel war der Garten von René Schönfeld in Söhlingen. Beim Betreten des Garten meinte man, in eine gänzlich andere, ein wenig verzauberte Welt einzutreten. René Schönfelds Garten ist ein wahrer Steingarten, ist doch bearbeiteter Stein in diesem Garten omnipräsent.

Schönfeld ingang

Dabei haben Besucher an keiner Stelle das Gefühl, dass die Tröge, Mühlsteine, Steinsockel und anderen Elemente willkürlich verteilt sind, sondern alles ist wohlüberlegt postioniert und darüber hinaus sehr einfühlsam mit Pflanzen kombiniert. Der kleine Trödelladen, das Steinlager und der Pflanzenverkauf stellten für einige Mitreisende eine enorme Versuchung dar, der sie nicht widerstehen konnten.

Garten Schönfeld

Als dritten Garten besuchten wir schließlich das Reich von Ruth und Uli Alt in Stapel. Das Wetter mit Sonnenschein und einem leichten Lüftchen bei angenehmen Temperaturen meinte inzwischen richtig gut mit uns. Das waren die idealen Voraussetzungen, um diesen vielgestaltigen Garten mit seiner entspannenden Atmosphäre und den beeindruckenden Ausmaßen so richtig genießen zu können.

Alt Blick aufs Haus

Das wurde uns durch die Bewirtung mit Kaffee, Tee und Kuchen sowie erfrischenden Kaltgetränken besonders leicht gemacht, zumal zahlreiche Sitzplätze, die im Garten verteilt sind , zum Genießen mit allen Sinnen einluden. Besonders beeindruckend in diesem Garten ist, wie intensiv gestaltete Rabatten mit naturhaften Partien abwechseln.

Alt Blick auf Teich

Auf diese Weise hat das Auge immer wieder die Gelegenheit, sich zu erholen und sich auf den nächsten visuellen Eindruck vorzubereiten. Auch Ruth bot kleine Ableger und Sämlinge ihrer Pflanzenschätze an, wovon die Mitreisenden gern Gebrauch machten.

Voll der Eindrücke kehrten wir nach Bremen zurück, und allen Mitreisenden ist deutlich geworden, dass das Gute und Schöne manchmal sehr nah liegt.

 

Volle Wolle in Bülstedt

Am 15. Juli drehte sich auf meinem Hof wieder einmal (fast) alles um die Wolle.

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Robert von Stärk aus Rostock

Bereits zum 21. Mal trafen sich die niedersächsischen Züchter des Rauwolligen Pommerschen Landschafs, um den aktuellen Lämmerjahrgang ihrer Schafe bewerten und ins Herdbuch aufnehmen zu lassen.

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die gutgelaunten Bewerter

Über 80 Tiere aus 10 verschiedenen Zuchtbetrieben waren an diesem Tag zusammengekommen, um sich den kritischen Augen der Körkommission stellen.

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ein weniger gut gelaunter Bewerteter

Matthias Brockob, Zuchtleiter des Landesschafzuchtverbandes Niedersachsen, und Robert von Stärk, ehemaliger Zuchtleiter Pommerscher Landschafe in Mecklenburg-Vorpommern, bewerteten gut gelaunt die Tiere und erläuterten die Besonderheiten dieser sehr alten Schafrasse.

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kritisches Publikum

Das war nicht nur für die Züchter, sondern auch für die zahlreichen Besucher ausgesprochen interessant, konnten sie doch viel über die besondere Qualität der Pommernwolle erfahren, über korrekte Fundamente (Gliedmaßen) und weitere Kriterien, die bei der Schafbewertung eine Rolle spielen.

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nichts geht ohne Protokoll

In der Mittagspause ließen sich Schafzüchter und Besucher die Schafbratwürstchen vom Grill schmecken.

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Andrang am Grill

Bei dieser Gelegenheit konnten sich alle auch gleich von der Qualität der Wolle Pommerscher Landschafe überzeugen: das junge Start-Up Unternehmen „Nordwolle“ war mit Funktionskleidung aus der Wolle „Grauwoller“ angereist und konnte etliche der Besucher davon überzeugen, dass es sich dabei um einen ganz besonderen Stoff handelt.

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Fachgespräche am Rande

Für die Züchter ist es eine gute Sache, dass Sie sicher sein könne, dass ihnen die Wolle ihrer Schafe zu einem fairen Preis abgenommen und zu hochwertigwen Textilien verarbeitet wird.

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Rutschpartie auf der Körbrücke

Nach dieser Stärkung konnte es mit dem Rangieren der Tiere weitergehen. Einen schönen Erfolg hatte Jungzüchter Nils Subthut aus Barnstedt (Dörverden), der mit zwei seiner weiblichen Lämmer den ersten und zweiten Platz belegte, gefolgt von einem Lamm von Jens Rummel aus Achim.

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Rangierung der weiblichen Lämmer

Bei den Bocklämmern gingen die ersten drei Plätze an Wiebke Knoop aus Lilienthal, Jana und Ralf Bendig aus Burweg und Norbert Gloor aus Hoyerhagen. Bei den Jährlingsschafen belegte Vera Knippenberg aus Cappel die ersten drei Plätze. Den besten Järhlingsbock hatte Christoph Höller aus Rinteln. Auf den zweiten Platz kam mein Jährlingsbock und auf den dritten ein Bock aus der Zucht von Wiebke Knoop.

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Rangierung der Bocklämmer

Im Anschluss an die Veranstaltung fanden sich die Züchter an einer langen Kaffeetafel ein, um züchterische Fragen zu besprechen, Urkunden  für die prämierten Tiere des Vorjahres entgegenzunehmen und die Veranstaltung in geselliger Runde ausklingen zu lassen.

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Züchter-Kaffeetafel

Im nächsten Jahr wird die Herdbuchaufnahme und Körung der Pommerschen Landschafe in Niedersachsen – wie gewohnt am dritten Juli-Samstag – bei Nils Subthut in Barnstedt stattfinden.

Im Nachklapp erschienen einige schöne Presseberichte zu der Veranstaltung wie z. B. in der Wümme-Zeitung und in der Zevener Zeitung (diesen Bericht finden Sie in mehreren Teilen hier: Teil 1, Teil 2, Foto)

 

 

 

 

Gärten im Vechtetal

Am 18. Juni führte uns ein Tagesausflug in das niederländische Vechtetal direkt hinter der Grenze bei Meppen. Zu welch‘ unterschiedlichen Ergebnissen die GDe Kikkerhoek Eingangsbereichartenleidenschaft  verschiedener Menschen führen kann, stellten die drei besuchten Gärten eindrucksvoll unter Beweis. Den Anfang machte Marian und Jan van den Heuvels Garten ‚De Kikkerhoek‘. An der gelungenen Raumaufteilung und den Proportionen der einzelenen Gartenräume konnten Besucher gleich ablesen, dass der grundlegende Entwurf dieses Gartens von einem Profi gemacht worden war. Die makellose Bepflanzung  zeugte nicht nur von der Liebe der beiden Besitzer für ihren Garten, sondern auch davon, dass Jan van den Heuvel als Betreiber einer kleinen Gärtnerei selber vom Fach ist.

‚Jetske’s Tuin‘, Jetskes Tuin Teichnur wenige Kilometer entfernt, präsentierte sich völlig anders: auf nur 2000 qm erwatete uns eine Fülle unterschiedlicher Pflanzen. Jetske Kelder, eine leidenschaftliche Gärtnerin und Pflanzensammlerin, empfing uns auf’s Freundlichste und sorgte dafür, wass wir uns in ihrem grünen Paradies, das wir für ein Mittagspicknick nutzten, wie zu Hause fühlten.

Einen weiteren kompletten Szenenwechsel bedeutete der Besuch des dritten Gartens an diesem Tag. Ben Bakker hat für die große Fläche rund um ein Bauernhaus aus den Dreißiger Jahren eine höchst individuelle Gestaltung gefunden. Die Unterteilung des großen Gartenraumes durch schwingende Hecken, welche einzelne Gartenräume zwar fließend De Oude Lindeandeuten, aber nicht komplett gegeneinder abgrenzen und gleichzeitig den Blick in die umgebendeLandschaft freigeben, lag ebenfalls in den Händen eines Fachmanns. Die Bepflanzung der großen Staudenbeete mit einer Vielzahl von Stauden und Gräsern spiegelte dagegen allein die Vorlieben des Besitzers wider. Angesichts der Temperaturen und der intensiven Sonneneinstrahlung waren die bereitgestellten Getränke und der Sitzplatz im Schatten genau das richtige, um die Atmosphäre dieses sehr persönlichen Gartens zu genießen, bevor es zurück nach Bremen ging.

Gärten, Kunst und Landschaft in Cornwall

Meine erste diesjährige Gartenreise führte auf vielfachen Wunsch nach Cornwall, dem Mekka aller Liebhaber (englischer) Gärten, mit seiner Jahrhunderte alten Gartentradition, seiner atemberaubenden Landschaft und seiner lebendigen Kunstszene.

Da der Weg nach Cornwall weit ist, legten wir ihn in mehreren EtapIn liefde Bloyendepen zurück. Durch Gartenbesuche unterwegs wurde die Fahrt unterbrochen und der Weg zum Ziel. Ein erster Garten erwartete uns bereits zur Mittagspause in der Nähe von Utrecht. Hier haben sich Jelke Jan und Loes de With einen ganz persönlichen Garten mit einer ruhigen Ausstrahlung, einem weiten Blick und einer großen Blumenwiese geschaffen, wobei der ältere Gartenteil unter Mithilfe der berühmten Gartendesignerin Mien Ruys entstanden ist.

Brüge AltstadtUnsere erste Übernachtung fand in Brügge statt. Das Hotel im historischen Zentrum gab uns die Mögichkeit, noch einen Spaziergang durch die malerische Altstadt Brügges zu unternehmen.

Am nächsten Morgen ging es nach Calais und von dort mit der Fähre nach Dover. Nach einer Fahrt durch Great Compdie Grafschaft Kent erreichten wir mittags Great Comp Garden. Um ein Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert hatte hier das Ehepaar Cameron von 1957 an bis zu seinem Tode einen Garten voller seltener und interessanter PflanzeDartington Liegenden angelegt, der heute durch eine Stiftung weiter erhalten wird.

Nach einer Übernachtung in Somerset galt unser nächster Gartenbesuch Dartington Hall. Hier riefen Leonard und Dorothy Elmhurst nach dem Kauf des mittelaterlichen Herrenhauses und des umliegenden GrundbesitzOld Lady of Dartingtones ein umfassendes Bildungs-, Kunst-, Restaurierungs-  und Gartenprojekt ins Leben. An der Gestaltung des Gartens hat u. a. die amerikanische Gartengestalterin Beatrix Farrand mitgewirkt, und Henry Moores „Liegende“, die das Freilufttheater des Gartens überblickt, wurde einem der Schulleiter von Dartington von dem Bildhauer als Geschenk  übergeben. Eine besondere Faszination auf alle Mitreisenden übte „The Old Lady of Dartington“aus , eine an die 2000 Jahre alte Eibe, aus deren Holz im Mittelalter die bei den Franzosen gefürchteten Langbögen der Engländer hergestellt worden waren.

Cotehele-2Unser erster Garten in Cornwall war Cotehele, ein ebenfalls mittelalterliches Herrenhaus, das heute vom National Trust erhalten wird und inmitten eines ausgedehnten terrassierten Gartens liegt der das Tal des Tamar überblickt.

Am Abend kamen wir in unserem Hotel in der Nähe von Falmouth an. Niemand hätte sich wohl eine passendere UnMeudon Hotelterkunft auf einer Gartenreise vorstellen können: das Meudon-Hotel liegt selbst in einem wunderbaren Garten, der jeden Morgen und Abend einen längeren Spaziegang durch das schmale Tal bis ans Meer möglich machte.

Die „Lost Gardens of Heligan“ sind weit über die Grenze Cornwalls hinaus als ein mutiges und erfolgreiches Garten-Restaurations-Projekt bekannt geworden. Der Niederländer Tim Smit hat hier mit eiHeliganner Gruppe von Freunden einen großen Landhausgarten des 19. Jahunderts aus dem Dornröschenschlaf geweckt und ihm neues Leben eingehaucht, wobei es in Heligan alles vom viktorianischen Küchengarten mit Ananas-Treibbeeten und Melonenhäusern bis hin zum DschungelgMarsh Villaarten mit gigantischen Rhododendren zu bestaunen gibt.

Am Nachmittag besuchten wird den privaten Garten von Marsh Villa. Hier wird allen Mitreisenden sicherlich das reizende Besitzer-Ehepaar Stephens in lebhafter Erinnerung bleiben. Die Rüstigkeit und Tatkraft der beiden jung gebliebenen „plantspersons“ die einen faszinierenden Gatren entstehePoppy Cottagen ließen, wird jedem Gärtner Mut gemacht und bestätigt haben, dass Gärtnerinnen und Gärtner ein hohes Alter erreichen.

Ein weiterer privater Garten erwartete uns am nächsten Tag. Poppy Cottage hatte gerade die Besitzer gewechselt, und es war ermutigend zu sehen, dass das junge Ehepaar Kinsey diesen Garten voller besonderer Stauden und Gehölze mit neuer Tatkraft weiter betreiben wird.

BosvigoIn Bosvigo House bekamen wir nicht nur einen wunderbaren Garten mit einer gekonnten Balance zwischen dem Formalen und Informellen zu sehen, sondern wir wurden von Wendy Perry auch durch das historische Haus geführt, wobei die Führung im SchlafzimmerSt Michaels Mount endete, wo sich ausgewählten Personen hin und wieder der Geist des ehemaligen Besitzers aus dem 17. Jahrhundert zeigt.

Unser nächster Reisetag führte uns an beide Küsten Cornwalls. An der Südküste statteten wir St. Michaels Mount einen Besuch ab. Es war schon atemberaubend, was für ein Garten fast senkrecht an dBarbara Hepworthen Klippen dieser alten Abtei-Insel, des Gegestücks zum französischen Mont Saint Michel, hier entstanden ist.

Danach ging es zur Nordküste in den Künstlerort St. Ives. Zwar galt unser Besuch vor allem dem Barbara Hepworth Museum mit dazugehörigem Garten, den die Bildhauerin zu ihren Lebzeiten hier angelegt hat, doch nutzten viele die Gelegenheit, auch die Tate-Gallery in St. Ives zu besuchen und durch die engen und ziemlich vollen Gassen des Städtchens zu bummeln.

Hanham Court lunchAm nächsten MorHanham Courtgen hieß es dann, Abschied zu nehmen von Cornwall. Um die lange Rückreise auf angenehme Art zu unterbrechen, machten wir eine Mittagspause im Garten von Hanham Court in der Nähe von Bristol. Hier erwartete uns nicht nur ein stimmungsvolles, köstliches und liebevoll angerichtetes Mittagspicknick, sondern außerdem ein Garten, der in seiner PerfektionFahner und „Englishnes“ kaum zu übertreffen war. Schade nur, dass die Fähre (nicht) auf uns wartete, so dass wir viel zu bald wieder aufbrechen mussten.

Unsere Rückreise durch die Niederlande fand noch einmal eine angenehme Unterbrechung in der Staudengärtnerei Fahner, wo alle, die sich bislang noch keine Pflanzen mitgebracht hatten, dies ausgiebig nachholen konnten, mit dem Ergebnis, dass wohl jeder freie Platz im Gepäckraum des Busses bei unser Ankunft in Bremen ein Gartenschätzchen beherbegte.Hanham Court Eingang

Lammzeit und Melksaison 2017

Die Lämmer 2017 sind da und inzwischen schon einJannek & Annegret ganzes Stück gewachsen. Auch das Gras ist endlich – wenn auch nur zögerlich, wegen des anhaltend kühlen Wetters – so langsam in Gang gekommen, und so tollen die Lämmer durch das frische Grün.

In diesem Jahr gibt es zwei Flaschenlämmer, die bei den Hühnern im Auslauf wohnen und immer sehnsüchtig warten, wann es die nächste Flasche gibt. Dabei werde ich von Nachbar Jannek unterstützt.

Auch mit dem Melken und Käse machen habe ich wieder begonnen. In diesem Jahr hilft mir Wwoofer Laurent aus Grenoble dabei und vertritt mich, wenn ich auf Gartenreise bin.Laurent beim Melken

 

Wie in den letzten Jahren

Uphuser Tietjenapfel – Apfel des Jahres 2017

Der Tietjenapfel aus Uphusen, einem Ortsteil der südlich an das Bremer Stadtgebiet angrenzenden Stadt Achim, wurde im Februar 2017 in Hamburg zum Apfel des Jahres ernannt. Die Apfelsorte mit dem süßsäuerlichen Geschmack und der typischen, leicht holzigen Note wurde Ende des 19. Jahrhunderts von dem Heimatdichter und Lehrer Friedrich Seebode in den Achimer Dünen gefunden und von ihm zusammen mit seinen Schülern im Schulgarten vermehrt. Bei dem Ursprungsbaum handelte es sich vermutlich um einen Zufallssämling, also einen nicht gezielt gezüchteten und angepflanzten Baum. Seebode Sortenportraet Tietjenapfelbenannte die Sorte nach seiner Frau, einer geborenen Tietjen. Da der Tietjenapfel robust und reich tragend ist und auch auf schlechten Sandböden wachsen kann, wurde er in einer Sortenliste der Landwirtschaftskammer Hannover von 1907 zum Anbau empfohlen und erlangte so eine gewisse Verbreitung im Achimer Raum.

Über die Jahre geriet der Tietjenapfel in Vergessenheit, und Ende der 90er Jahre wusste niemand, der sich für alte Obstsorten interessierte, ob noch letzte Bäume des Tietjenapfels existierten. 1999 kam Eckart Brandt auf die Idee, den Tietjenapfel anlässlich eines Apfelmarktes, den der BUND veranstaltete, über einen Zeitungsaufruf zu suchen. Tatsächlich meldete sich ein Herr Mühlenbruch, in dessen elterlichem Garten in Mahndorf, einem Bremer Stadtteil, der an Uphusen grenzt, noch zwei Exemplare der Sorte standen. Als sich noch eine weitere Person auf den Aufruf hin mit übereinstimmenden Früchten einfand, wurde klar, dass es sich bei beiden Muehlenbruchs&TietjenapfelFruchtproben offenbar um die gesuchten Tietjenäpfel handelte. Kurze Zeit später besuchte ich die Familie Mühlenbruch und ließ mir die Bäume in ihrem Garten zeigen.

Dass es den Tietjenapfel überhaupt noch gibt, haben wir Menschen wie den Mühlenbruchs zu verdanken. In ihrer Familie war es üblich, dass erwachsene Kinder, die das Haus verließen und eine eigene Familie gründeten, einen Apfelbaum mit auf den Weg bekamen. In ihrem Fall war das der selbst veredelte Tietjenapfel.

Nun, da wieder Originalbäume der Sorte gefunden worden waren, konnte aus geschnittenen Reisern neue Bäume gezogen werden, so dass die Sorte inzwischen wieder in einigen Baumschulen angeboten wird.

Auch auf meiner Obstwiese wachsen seit dieser Zeit Tietjenäpfel und tragen fast jedes Jahr zuverlässig. Die in der Literatur beschriebene Robustheit des Apfels hat sich bestätigt: selbst in ausgesprochen feuchten Jahren leidet die Sorte kaum unter Pilzerkrankungen wie Schorf.Uphuser Tietjenapfel

Eine schöne Zusammenfassung der älteren und jüngeren Geschichte des Tietjenapfels findet sich im Jahresheft des Pomologen-Vereins, Jahrgang 2016, von Uwe Ciesla, das hier zu beziehen ist.