16. Gartenlesung: Birnen

Es ist erstaunlich, aber diese Jahr ist schon wieder ein Birnenjahr, erstaunlich deshalb, weil es bei mir bereits das dritte gute Birnenjahr in Folge ist. Leider ist für manche Bäume des Guten zu viel: unter der Last der Früchte brechen ganze Äste ab.

 Calebasse a la Reine

Der Birnensegen ist für mich Anlass gewesen, für meine aktuelle Gartenlesung einen Text von Johannes Roth über Birnen aus seinem Buch ‚Die neue Gartenlust‘ auszuwählen. Und auch wenn ich einige der Aussagen des Textes nicht ganz unkorrigiert stehen lassen kann, so gibt er, wie ich meine, doch viele kulinarische Anregungen.

Viel Spaß beim Anhören wünscht

Michael Ruhnau

Thema WWOOFING bei ‚Buten un Binnen‘

Seit über fünf Jahren kommen regelmäßig junge Leute auf meinen kleinen Hof, um mir hier zu helfen und im Gegenzug Erfahrungen mit Tieren, Garten und dem Anbau und der Verarbeitung Obst zu sammeln. Diese Art Austausch wird durch den weltweit aktiven Zusammenschluss WWOOF (world wide opportunities on organic farms) ermöglicht.

Zaunbau

Am 8. August gab es im Regionalprogramm von Radio Bremen um 19:30 Uhr in der Sendung ‚Buten un Binnen‘ einen immerhin elfminütigen Beitrag über WWOOF, in dem die Arbeit der Wwoofer auf zwei Höfen im Landkreis Rotenburg vorgestellt wurde. Auch mein ‚Schaf- und Apfelhof‘ war mit dabei. Haptdarsteller waren meine beiden Wwoofer Laurent und Annika, die beide seit einigen Jahren immer wieder kommen, um mich hier zu unterstützen. Wer also Lust hat, schaut einfach mal rein.

15. Gartenlesung: Unkraut (2. Teil)

Wie bereits angekündigt, lese ich Ihnen in dieser Woche die zweite Hälfte von Jakob Augsteins Kapitel über seine Erfahrungen mit dem Unraut vor, das ich dem Buch Die Tage des Gärtners – vom Glück, im Freien zu sein entnommen habe.


Große Brennessel (Urtica dioica) – bisweilen unangenehm, aber nicht wirklich ein Problem


Eine sommerliche (Garten-)Woche und viel Spaß beim Anhören wünscht

Michael Ruhnau

14. Gartenlesung: Unkraut (Teil 1)

Was ich Ihnen in meiner 14. Gartenlesung vorlese, wird Ihnen allen bekannt vorkommen: kein Garten ohne Unkraut – was dem einen sein Schachtelhalm ist des anderen Giersch. Daher werden Sie sicher mit Jakob Augstein mitfühlen können, der in seinem Buch „Die Tage des Gärtners – vom Glück, im Freien zu sein“ über Unkraut und den Versuch, es loszuwerden, schreibt.

mein Problemunkraut ist die an sich schöne Zaunwinde

Da es sich hierbei um ein unerschöpfliches Thema und damit um ein längeres Kapitel handelt, lese ich Ihnen zunächst die erste Hälfte dieses Textes vor. Die zweite folgt in meiner nächsten Lesung.

Viel Spaß beim Zuhören!

Schaftag 2020 in Stubben

Am 18. Juli trafen sich in diesem Jahr die niedersächsischen Züchter der Pommerschen Landschafe in Stubben, um ihre Schafe bewerten und ins Herdbuch aufnehmen zu lassen.

Momos Tochter auf der Körbrücke

In diesem Jahr nahm Gunda Jung, Schäfermeisterin aus der Uckermark, die Bewertung der Tiere gemeinsam mit Mathias Brockob, Zuchtleiter des Landesschafzuchtverbandes Niedersachsen, vor. Erstmalig wurden vor allem Jährlingsschafe und -böcke vorgestellt.

Manche haben etwas Lampenfieber

Für mich war der Schaftag bei den weiblichen Tieren ganz erfolgreich. Ich konnte den drittbesten weiblichen Jährling in der älteren Altersklasse vorstellen, eine Tochter von Amelie.

Rangierung der älteren weiblichen Jährlinge

Auch der beste weibliche Jährling in dieser Klasse stammte aus meiner Zucht und wurde von Christina Schmidt aus Hessen vorgestellt, die im letzten Jahr Zuchttiere bei mir gekauft hatte. Das zweitbeste Tier kam aus der Zucht von Bernfried Dobben aus der Grafschaft Bentheim. Chrsitina Schmidts Jährling, eine Tochter von Tilda wurde immerhin zweitbestes Tier in der Gesamtwertungder weiblichen Jährlinge. Auf Platz 1 kam ein Schaf von Jens Rummel

Tildas Tochter (rechts) auf Platz 2 in der Gesamtrangierung der weiblichen Jährlinge

Bei den Böcken wurde der Sieger von Thomas Gerken gestellt. Auf den zweiten Platz kam ein großer, dunkler Bock von Wiebkle Knoop, auf den dritten ein ebenfalls sehr dunkler aus der Zucht von Vera Knippenberg.

Rangieren der Böcke

13. Gartenlesung: Jelängerjelieber

In dieser Woche geht es in meiner Gartenlesung um die kletternden Geißblätter. Den Text, den ich vorlese, habe ich dem Buch von Johannes Roth ‚Die neue Gartenlust‘ entnommen, das als Insel-Taschenbuch erschienen ist. Anlass für das Thema meiner Lesung war diesmal das üppig blühende Geißblatt Lonicera similis ‚delavayi‘ in meinem Garten, das ich mir vor Jahren von einer Gartenreise nach England mitgebracht habe.

Lonicera similis ‚delavayi‘

Ich wünsche viel Vergnügen beim Anhören!

12. Gartenlesung: Die goldenen Äpfel der Hesperiden

Für diese Gartenlesung habe ich eine griechische Sage ausgewählt, in der es um einen Garten geht. Der Halbgott und Held Herakles (bei den Römern Herkules), musste für König Eurytheus eine ganze Reihe von Aufgaben lösen, wobei der König im Stillen (vergeblich!) hoffte, dass Herakles dabei scheiterte und ums Leben käme. Die letzte Aufgabe des Helden bestand darin, die sagenhaften goldenen Äpfel der Hesperiden zu stehlen.

Agrumen-Töpfe in den Boboli-Gärten in Florenz

Heute können wir diese goldenen Äpfel auf jedem Wochenmarkt und und jedem Supermarkt kaufen, wurden sie doch spätestens im 17. Jahrhundert mit den Zitrusfrüchten gleichgesetzt. Nicht zuletzt diese Gleichsetzung diente den Fürsten dieser Zeit als Vorwand, eine möglichst große Sammlung unterschiedlichster Zitrusgewächse in ihren Schlossgärten zu versammeln.

Viel Spaß beim Zuhören wünscht

Michael Ruhnau

Transhumanz

Das Schafjahr hier auf meinem Hof ist in diesem Jahr durch einige Schafswanderungen gekennzeichnet. Wenn ich auch nicht wirklich zwischen Sommer- und Winterweiden hin und her wandere, also keine echte Transhumanz mache, so gehen meine diesjährigen „Schafspaziergänge“ doch deutlich über die Weidewechsel hinaus, die ich jedes Jahr hier im Dorf zu Fuß mache.

Schafwanderung

Alles fing damit an, dass mir ein Freund und Obstbaumschnitt-Kollege eine seiner Obstwiesen in Badenstedt zur Beweidung anbot. Da die Fläche auf einem Lehmbuckel liegt, ist das Gras dort besonders gut. Der Nachteil ist, dass diese Fläche ca. 10 km von Bülstedt entfernt liegt. Aber da das Frühjahr schon wieder so trocken anfing wie in den letzten beiden Jahren, konnte ich dem Angebot dennoch nicht widerstehen und zäunte sie mit Elektronetzen ein.

die Schafe auf Fabians Obstwiese

Das erste Mal haben wir die Schafe dorthin mit einem Anhänger gebracht. Das war keine angenehme Aktion. Da die Mutterschafe mit ihren Lämmern immerhin eine Gruppe von über 50 Tieren bilden, musste ich dreimal fahren, und die Schafe waren nicht sehr begeistert, auf den Anhänger verladen zu werden – entsprechend unkooperativ waren sie. Alles in allem dauerte die Aktion über vier Stunden.

Obstwiesenpflege durch die Schafe

Auf der Wiese selbst verhielten sich die Schafe (fast) vorbildlich: sie ersparten meinem Kollegen Fabian durch das Abweiden das Mähen, und da sie sich zum Wiederkäuen in den Schatten unter die Bäume zurückzogen, düngten sie diese ganz nebenbei. Ganz ohne Rindeschäden ging es aber doch nicht ab – die jungen Bäume waren einfach zu lecker. Abhilfe schaffte das Einstreichen der Baumrinde mit Schafkot.

das Gras ist alle

Die unangenehme  Erfahrung mit dem Hintransport per Anhänger ließ bei mir die Idee aufkommen, den Rückweg zu Fuß zu machen – immerhin haben Schafe Beine und können sich selbst fortbewegen. Mein Partner Wilhelm und ich erkundeten zunächst den besten Weg, und dabei stellte sich heraus, dass wir Straßen weitgehend vermeiden und fast ausschließlich auf Feld- und Wirtschaftswegen laufen konnten.

unterwegs

Mit reger Beteiligung von Wwoofern und Freunden, die alle Lust auf die erste Bülstedter Transhumanz hatten, ging es dann an einem wunderschönen Morgen Ende Mai los, als die Obstwiese so weit abgegrast war, dass die Schafe auf eine neue Weide mussten.

Mittagspause für die Schafe

Alles klappte wunderbar, auch wenn sich der anfängliche Schwung bei den Schafen, die noch in voller Wolle waren, bald verflüchtigte, so dass sich das Tempo deutlich verlangsamte und eine kleine Gruppe am Ende der Herde immer wieder etwas angetrieben werden musste. Aber, wir hatten eine Pause eingeplant: auf einer Naturschutzfläche auf halber Strecke konnten sowohl Treiber als auch Schafe eine ausgiebige Mittagspause machen.

Mittagspause für die Treiber

Frisch gestärkt ging es danach weiter, wenn auch nicht mit dem alten Schwung, denn die Schafe hätten ihre Mittagspause gern weiter ausgedehnt und in Ruhe wiedergekäut. Insgesamt dauerte die ganze Aktion auch nicht länger als mit dem Anhänger – dafür war sie sehr viel angenehmer.  Eine kleine Video-Sequenz von unserer Transhumanz kann man sich hier anschauen.

die neue Fläche auf halber Strecke

Inzwischen konnte ich – wiederum mit Hilfe meiner Wwoofer – eine weitere Naturschutz-Fläche auf halber Strecke für die Schafe als Weide einzäunen, so dass sie hier in Zukunft einen längeren Zwischenstopp einlegen können und wir nicht die ganze Strecke auf einmal gehen müssen. Das konnten wir vor einigen Tagen ausprobieren.

2. Transhumanz

Diese zweite, kleinere Transhumanz von ca. 5 km war für die Schafe ein Klacks, und nun weiden sie auf der neuen Fläche, auf der zwar viele Binsen wachsen, daneben aber auch schmackhafes Gras und noch schmackhaftere Weidengebüsche.

beim Erkunden der neuen Weide

 

11. Gartenlesung: Englands schönster Garten (Teil 2)

In dieser Gartenlesung fahre ich wie versprochen mit der Geschichte „Englands schönster Garten“ von Eva Demski fort.

Der Garten von Alfriston Clergy House in der südenglischen Grafschaft Sussex

Wenn Sie also Lust haben, den zweiten und letzten Teil der Geschichte über den Garten von Alfriston Clergy House zu hören, dann klicken Sie einfach hier.

10. Gartenlesung: Englands schönster Garten (Teil 1)

Da ich in diesem Jahr bislang keine Gartenreisen veranstalten konnte, habe ich für meine wöchentliche Gartenlesung diesmal einen Text ausgewählt, mit dem ich quasi virtuell auf Gartenreise gehe: „Englands schönster Garten“ heißt die Geschichte, die diesmal von Eva Demski stammt.

Ich selbst war vor vielen Jahren in dem Garten, den Eva Demski beschreibt, und auch auf mich hat er – obgleich für englische Verhältnisse klein und unspektakulär – einen nachhaltigen Eindruck gemacht und mit seiner Atmosphäre verzaubert, so dass ich Eva Demskis Urteil durchaus nachvollziehen kann.

Zu finden ist der Text in dem Buch „Gartengeschichten“, das als Insel-Taschenbuch erschienen ist. Da die Geschichte sehr viel umfangreicher ist als meine bisherigen Beiträge, habe ich meine Lesung diesmal aufgeteilt. Den Anfang der Geschichte finden Sie hier. Den zweiten und letzten Teil lese ich Ihnen nächste Woche vor. Ich wünsche wieder einmal viel Vergnügen beim Anhören!