Gartenreise nach Südfrankreich ins Périgord

Leben wie Gott in Frankreich – wo könnte man das besser als im Périgord. Dabei ist nicht nur die Küche dieses historischen Landstrichs im heutigen Département Dordogne berühmt, sondern auch die Qualität der Gärten hat sich – zumindest unter Gartenliebhabern – herumgesprochen.

Vom 18. bis zum 25. Mai führte meine erste Gartenreise 2018 in diese wunderschöne Landschaft, die durch Wälder, Walnusspflanzungen und Hunderte von Burgen entlang des Flusses Dordogne gekennzeichnet ist.

Nachdem uns der Zug nach Paris gebracht hatte, wurden wir dort von Nicola Hahn abgeholt,  die die Reise mit mir zusammen organisiert hatte und uns als fachkundige Dolmetscherin begleitete. Weiter ging es mit dem Bus nach Orléans, wo wir unseren ersten Gartenbesuch hatten.

Was für eine angenehme Überraschung, als wir nach der langen Fahrt vom Besitzer und Gestalter der ‚Gärten von Roquelin‘ mit einer ‚Pithiviers fondant‘, einer regionalen Spezialität von der Loire, sowie Kaffee und Tee empfangen wurden und in diesem wahrhaft bukolischen Garten erst einmal zur Ruhe kommen konnten.

Zur ländlich entspannten Atmosphäre trug nicht nur das ideale Wetter bei, sondern auch die zahlreichen Tiere wie Gänse, Hühner und Schafe, die sich offenbar sehr wohl fühlten. Das Thema der Gärten  sind Rosen, vor allem historische Züchtungen. Zwar war die Rosenblüte noch nicht auf ihrem Höhepunkt angelangt, dafür entschädigten uns erste perfekt geformte Blüten und die Fülle der Knospen, die uns wie ein Versprechen auf die nahe Zukunft mit einer überbordenden Rosenblüte  erschien. Bemerkenswert war die Gesundheit der Rosen in diesem Garten, in dem auf Pestizide vollständig verzichtet wird.

Am nächsten Tag erreichten wir das Périgord, wo das hoch über dem Fluss Vérzére gelegene Château de Losse und seine Gärten unser erstes Ziel waren. Die schlicht gehaltenen formalen Gärten ergänzten die Schlossarchitektur ausgesprochen harmonisch, und eine Führung durch das Schloss entführte uns in die Zeit der Renaissance.

Nachdem wir unser angenehmes familiengeführtes Hotel in Siorac bezogen hatten, besuchten wir am nächsten Tag mit Eyrignac gleich einen der renommiertesten Gärten dieser Region. Als  kleiner Wermutstropfen erwies sich der Umstand, dass die berühmte Weißbuchenallee und die sie umgebenden Pflanzenskulpturen gerade einem starken Rückschnitt unterzogen worden waren, so dass sie nicht den Anblick perfekter grüner Architektur boten. Dafür waren alle übrigen Bereiche dieses vollendet gepflegten Gartens in einem makellosen Zustand. Abgerundet wurde der Besuch dieser Gärten mit einem französischen Mittagessen mit typischen Speisen des Périgord wie Confit de Canard und einem Walnusskuchen zum Dessert.

Am Nachmittag besuchten wir die ‚Jardins de l’imaginaire‘, zeitgenössische Gärten in Terrasson, die von der amerikanischen Lanschaftsarchitektiin Kathryn Gustafson entworfen worden waren. Hier waren es vor allem die originellen Wassergärten, die uns überzeugten und in der Wärme des Tages eine Erfrischung boten.

Den Abschluss des Tages bildete ein Besuch beim biologisch bewirtschafteten Weingut ‚Domaine de la Voie Blanche‘, wo Madame Dalbavie uns eine kleine Einführung in den Begriff des Terroirs gab. Bei der anschließenden Weinverkostung war es eindrucksvoll, wie stark der Charakter und die Aromen des Weines durch die Bodenbeschaffenheiteen der jeweiligen Weinberge  beeinflusst wurden.

Von der Reisegruppe am besten bewertet wurden die ‚Jardins de Cadiot‘, die wir am nächsten Morgen nach einem kleinen Fußmarsch in ein enges Tal erreichten. Kaum jemand hätte an diesem Ort wohl so zauberhafte und vielgestaltige Gärten erwartet. Gemüse- und Obstgarten, Päoniengarten, Labyrinth, Rosengarten, Dichtergarten, toskanischer und englischer Garten, am Ende schließlich Patios, die an Portugal oder Marokko erinnerten: der Einfalssreichtum der Besitzerin schien geradezu unerschöpflich.

Von hier aus ging es nach Saint Julien zu Sylvie Tisserand, die uns eine Einführung in die Besonderheiten der Safrankultur gab und ihre Ausführungen mit selbstgebackenen Safrankeksen sowie einem Kräutertee mit Safran abrundete.

Diesen Tag beschlossen wir mit einem Besuch der ‚Jardins d’eau‘, der Wassergärten in Carsac-Aillac, wo wir auf 550 m langen Holzstegen über dem Wasser wandeln und zahlreichen Seerosen und Lotosblumen bewundern konnten. Beeindruckend waren hier auch die enormen Koi-Karpfen, die sich von den Besuchern sogar streicheln ließen.

Durch die Gärten von Albaréde führte uns Serge Lapouge, der diese natürlich wirkenden Gärten ohne jeglichen Einsatz von Pestiziden pflegt und entwickelt. Neben den Pflanzen zeichnet er auch verantworlich für die Steinmonumente in diesem Garten, die er selbst gestaltet hat. Über seine Erfahrungen mit dem Gärtenern ohne Chmikalien hat das Ehepaar Lapouge ein Buch veröffentlich, das auch auch auf Deutsch erschienen ist.

Unsere Mittagspause machten wir an diesem Tag im malerisch gelgenen Örtchen Beynac hoch über der Dordogne. Der steile Aufstieg durch enge mittelalterliche Gassen wurde mit einem grandiosen Ausblick auf die Dordgne belohnt.

Im Bambusgarten von Planbuisson kamen Gräserliebhaber auf ihre Kosten. Zwischen den üppig wachsenden Bambusstauden kamen wir uns bisweilen ganz klein vor.

Bevor es zurück ins Hotel ging, unternahmen wir in der Höhle von Rouffignac noch eine Zeitreise in die Altsteinzeit und bestaunten die Felszeichnungen von Mammuten, Wollnashörnern, Steinböcken und Wildpferden, die hier von Künstlern vor 15.000 Jahren mit sicherer und harmonsicher Linienführung angebracht worden sind.

Am nächsten Vormittag hatten wir in aller Ruhe Zeit, die Altstadt und den Wochenmarkt von Sarlat-la-Canéda zu besuchen. Hier wurden alle kulinarischenSpezialitäten der Region angeboten, und manch‘ Mitreisender wurde in Versuchung geführt.

Von Sarlat aus ging es nach La Roque-Gageac, wo uns eine Garbare erwartete, der Nachbau eines der für die Region typischen Handelsboote, um uns einen Blick auf die malerische Dordogne-Landschaft vom Fluss aus zu ermöglichen. Bei der anschließenden Erkundung des Örtchens La-Roque-Gageac bildete der ‚Jardin exotique‘ eine kleine Zugabe, die wir gern mitnahmen.

Als letztes besuchten wir an diesem Tag noch die hängenden Gärten von Marqueyssac mit ihren ausgedehnen Pflanzungen ausFormschnitt-Buchsbäumen, die uns immer wieder  Ausblicke auf die Dordogne gewährten, die sich als blaues Band durch die grüne Landschaft schlängelte.

Am nächsten Tag hieß es dann schon wieder Abschied nehmen und in Richtuung Paris aufbrechen. Doch wurde unsere Fahrt durch einen Besuch von ‚Lilianes Garten‘ in der der Nähe von Limoges aufs Angenehmste unterbrochen. Der kleinen und energiegeladenen Besitzerin Liliane Broussaudier, die uns mit vielen Erläuterungen durch ihr grünes Reich führte, nahmen wir ohne weiteres ab, dass sie diesen gleichzeitig wilden und doch geordneten Garten vollständig selbst pflegt.

In der Mittagspause am Bus sorgten  kleine frische Ziegenkäse ‚Rocamadour‘ und frisches Baguette aus Siorac auf dem nüchternen Parkplatz für ein wenig französisches Flair.

Bevor wir am nächsten Tag in den Zug nach Bremen stiegen, bildete der Besuch des Pariser ‚Marche d’Aligre‘ noch eine kleine, dankbar angenommene Zugabe zu unserem Reiseprogramm. Nicola Hahn, die seit über 30 Jahren in der Stadt an der Seine lebt und sie aufs Beste kennt, machte es Freude, uns diesen ältesten Markt der Stadt mit seinem vielfältigen Angebot an Obst, Gemüse, Käse, Fisch und Flohmarktartikeln zu zeigen.

Auf der Rückfahrt hieß es dann erst einmal, das Erlebte zu verdauen. Kaum zu glauben, dass wir lediglich acht Tage unterwegs waren.

Rückmeldung einer Mitreisenden: „Es war eine wunderschöne Gartenreise, dazu das passende Wetter, Unterkünfte, Betreuung – Danke“

 

Garten-Tagesfahrten 2018

Was gibt für Gartenliebhaber Schöneres, als in anderen Gärten zu Besuch zu sein, sich inspirieren zu lassen, zu genießen und zu fachsimpeln? Für den Sommer 2018 biete ich daher wieder drei Garten-Tagesausflüge in die nähere und weitere Umgebung Bremens an.

Am 24. Juni werden wir uns das erste Mal aufmachen und uns Gärten südlich von Bremen ansehen. Die drei Privatgärten, die auf dem Programm stehen, interpretieren das Thema „ländlicher Garten“ jeder auf seine ganz eigene Weise.

Am 14. Juli machen wir uns in Richtung Niederelbe auf. Hier sind zwei sehr individuelle Gärten und die Spezialitätengärtnerei Variegataplants Ziel unseres Ausfluges. Abschließen werden wir den Tag mit dem Besuch eines ländlichen Hofcafé, das nicht nur hausgemachten Kuchen, sondern auch einen ausgesprochen schönen Garten zu bieten hat.

Einen Monat später, am 4. August, werden drei holländische Gärten südlich von Groningen Ziel unserer Fahrt sein. Wer schon einmal mit auf Gartenfahrt war, weiß, dass die holländischen Gärten sehr inspirierend und so erfrischend anders sind als die hiesigen.

Weitere Informationen zum Ablauf der Fahrten sowie ein Anmeldeformular finden Sie hier.

Die ersten Lämmer sind da

Exakt auf den Frühlingsbeginn (welcher Frühling mag man sich allerdings angesichts der starken Nachtrfröste fargen) fällt in diesem Jahr der Beginn der Lammzeit. Lotti nimmt ihre Aufgabe als Leitschaf offenbar wirklich ernst: sie ist nicht nur beim Anführen der Herde die Erste, sondern in diesem Jahr auch beim Lammen. Am 20.03. liegt ein winziges Bocklämmchen von ihr im Stroh vor dem Unterstand.

Wie so oft in der Lammzeit sind Freud‘ und Leid allerdings nicht weit voneinander entfernt: wie ich feststellen muss, gibt es ein noch kleineres Geschwister zu diesem Lamm, das leider tot geboren wurde.

Am Nachmittag genießen dann Mutter und Tochter zusammen auf der Weide bereits die Frühlingssonne.

In den nächsten Tagen folgen weitere Lämmer dan Schlag auf Schlag, und jetztz verlaufen die Geburten probblemlos:

Ella und ihre beiden Lämmer

Amelie lammt zum ersten Mal: zwei winzige Lämmer, die dank ihrer rührenden Fürsorge jedoch gut gedeihen.

Elises Lamm steht keine zehn Minuten nach der Geburt bereits neben ihr.

Alma bekommt zwei echte Osterlämmer.

Warten auf die Lämmer

Nun dauert es nicht mehr lang, bis die ersten Lämmer kommen. Um den 20. März herum ist es so weit. Man sieht es den Schafen schon an, dass die Lammzeit nicht mehr fern ist. Besonders Maja hat einen gewaltigen Bauch und bewegt sich schon etwas schwerfällig.

Sie ist auch als eine der ersten dran. wie in jedem Jahr ist es wieder spannend, was die Lammzeit so bringen wird. Unterstützung werde ich in diesem Jahr von Laurent aus Grenoble bekommen, der zumindest zu Beginn der Lammzeit als Wwoofer hier sein wird. Bereits im letzten Jahr hat er mir mehrfach bei den Schafen und auch sonst auf dem Hof geholfen und mich während einer meiner Gartenreisen sogar beim Melken vertreten.

Die Arbeit mit den Schafen hat Laurent so inspiriert, dass er im Sommer eine Aktivreise zu Schäfern nach Südfrankreich begleiten wird. Wer also Lust auf die Welt der Schafe und der Wolle hat, findet hier alle Einzelheiten zu dieser Reise.

Der Wolf hat sich in diesem Winter bislang zum Glück nicht in Bülstedt blicken lassen, anders als im letzten Jahr, als es immer wieder Wolfssichtungen im Umkreis des Dorfes gab. Da ich wohl nicht damit rechnen kann, dass meine Schafe so mutig sind, wie das Schaf  in dem Youtube-Beitrag hier (oder so unerfahren, wie der Wolf in dem Film), bin ich ganz froh darüber. Das Mutterschaf mit seinen beiden Lämmern, das hier in Norwegen einen Wolf in die Flucht schlägt, entspricht mit seinem Verhalten offenbar so gar nicht dem Beuteschema des Wolfes, so dass dieser völlig verunsichert das Weite sucht.

Schließlich möchte ich alle, die diesen Beitrag lesen, darum bitten, eine Petition  zu unterschreiben, mit der die deutschen Schafhalter die Bundesregierung auffordern, die Weidetierprämie einzuführen, um die Schafhaltung zu unterstützen. Diese Prämie wird in 22 anderen EU-Ländern gezahlt – nur Deutschland weigert sich, seinen Schäfern diese Unterstützung zu gewähren. Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, werden zahlreiche Schäferinnen und Schäfer am 13. März vor dem Landwirtschaftsministerium in Berlin zusammen mit einer Schafherde demonstrieren.

Weitere Einzeheiten über die Weidetierprämie gibt es hier nachzulesen und die Möglichkeit, die Petition zu unterschreiben hier.

Der Neue im Einsatz

In diesem Herbst habe ich auf der Bundesschau Pommersche Landschafe in Mecklenburg-Vorpommern einen neuen Zuchtbock gekauft. Benno stammt aus Brandenburg von der Schafgut GbR und gefiel mir sowohl von seinem Körperbau als auch von seiner blaugrauen Wolle her sehr gut, zumal diese überhaupt keine Vrbräunung zeigte. Offenbar teilten auch die Preisrichter meinen Geschmack und bewerteten ihn als den besten Bock in seiner Altersklasse.Rangierung Benno

Benno auf der Bundesschau mit Züchter Norman Utke

Zu Haus angekommen, fand erst einmal eine die Kontaktaufnahme mit seiner neuen Herde statt.

Ausschnitt IMG_0038Benno in seinem neuen Harem

Inzwischen hat „der Neue“ seine Arbeit getan, und alle Mutterschafe sind tragend. Nun bin ich gespannt, ob er seine positiven Eigenschaften an seine Nachzucht vererbt. Ab dem 20 März ist es so weit: dann erwarte ich die ersten Lämmer.

Gartenreisen 2018

Für 2018 plane ich bislang zwei Gartenreisen in das europäische Ausland. Vom 18. bis zum 25. Mai wird es zunächst nach Südwest-Frankreich an die Dordogne gehen. Das Périgord in der alten Provinz Aquitanien ist vor allem für sein reiches historisches Erbe, die hoch über dem Fluss Dordogne thronenden Burgen, seine feine Küche und das milde Klima bekannt. Doch gibt es hier auch eine Reihe beeindruckender Gärten, die unbedingt einen Besuch lohnen. Eine ausführliche Beschreibung und weitere Einzelheiten zu dieser Reise finden Sie hier.

Auf vielfachen Wunsch habe ich für Anfang Juli (1. – 7. 7.) eine Gartenreise nach Sussex und Kent im Südosten Englands geplant. Wir begeben uns auf dieser Reise auf die Spuren von Vita Sackville-West und suchen die Stationen ihres Weges als Gärtnerin auf. Wir schauen uns an, welche Bedeutung und Wirkung die Gärtnerfreundschaft zwischen Beth Chatto und Christopher Lloyd in ihren jeweiligen Gärten hatte. Und schließlich überzeugen wir uns davon, welches gärtnerische Erbe diese berühmten Menschen mit dem grünen Daumen hinterlassen haben, indem wir uns einige zeitgenössische Gärten in einer der lieblichsten Landschaften Englands anschauen. Einzelheiten zu dieser Reise finden Sie hier.

Mitte August (16.8. – 19.8.) tauchen wir im Dessau-Wörlitzer Gartenreich in die Geschichte der Entstehung des Landschaftsgartens in Deutschland ein und damit in eine der spannendsten Epochen der Gartengeschichte.
Am liebsten wäre der Fürst Franz zu Anhalt-Dessau Ende des 18. Jahrhunderts nach England ausgewandert. Da er das nicht konnte, machte er seinen Traum von England wahr und verwandelte stattdessen sein kleines Fürstentum in einen Landschaftsgarten nach englischem Vorbild. Neben Gärten aus drei unterschiedlichen Stilepochen stehen einige zeitgenössische private Gärten auf dem Programm dieser Reise sowie ein Besuch des Bauhauses zu Dessau. Alle Einzelheiten zu dieser Reise finden Sie hier.

Das Land, wo die Zitronen blühen…

Viel Regen und wenig Sonne im Sommer, Frost im Frühling zur Obstblüte: so mager wie in diesem Jahr, ist die Obsternte auf meinen Wiesen schon lange nicht mehr ausgefallen. Nur wenige Sorten trugen überhaupt Früchte, meist die, die spät geblüht haben und dem Frühjahrsfrost „entwischt“ sind. Auf vielen Bäumen waren so wenige Früchte, dass es kaum lohnte, eine Leiter an die Bäume zu stellen. Wie gut, dass es von den letzten beiden üppigen Jahren noch reichlich Apfelsaft im Keller gibt.

Einen reichlichen Fruchtansatz hatte die Mispel im Garten. Da nur wenig andere Früchte zu verarbeiten sind, wird es in diesem Jahr also wieder einmal Mispel-Marmelade geben. Wegen der großen Kerne ist es zwar nicht ganz einfach, diese nicht sehr bekannten Früchte zu verarbeiten, und von der Farbe her sieht die Marmelade nicht besonders attraktiv aus. Der delikate, Marzipan ähnliche Geschmack lässt die Mühe aber schnell vergessen.

Mispelernte

Zunächst einmal ist aber Geduld gefragt. Nicht umsonst heißt es in England: „Medlars need time and straw“, also: „Misplen brauchen Zeit und Stroh“, denn die bei der Ernte noch harten Mispelfrüchte müssen erst einmal nachreifen, bis sie weich und teigig sind („half-rotten“, wie es so schön in einem englischen Gartenbuch heißt) und zu Kompott oder Marmelade verarbeitet werden können.

k-IMG_0059

Neben der Mispel war eine meiner Zitronen im Kübel in diesem Jahr mein ertragreichster Obstbaum. Beim Einräumen in das Winterquartier konnte ich von dem kleinen Hochstämmchen ganze 9 Zitronen mit einem Gesamtgewicht von gut 2 kg ernten. Mal sehen, welche Köstlichkeiten sich daraus bereiten lassen. Zusammen mit dem ebenfalls reichlich vorhandenen Knollenfenchel im Gemüsegarten vielleicht ein pikanter italienischer Salat, für den ich das Rezept folgen lasse.

k-IMG_0104

Fenchelsalat mit Zitrone

2 Fenchelknollen
1 Zitrone
20g grüne Oliven
1 in Öl eingelegte Sardelle
Olivenöl
1 kleine Knoblauchzehe
Salz, schwarzer Pfeffer, Kerbel oder Petersilie

In einem Mixer werden die Sardelle, die Knoblauchzehe, 2 Esslöffel Olivenöl, etwas frisch gemörserter oder gemahlener schwarzer Pfeffer sowie eine kleine Handvoll Kerbel oder Pertersilie zu einer homogenen Sauce verarbeitet.

Der Fenchel, von dem der harte „Kern“ entfernt wurde, und die Zitrone werden in hauchdünne Scheiben gehobelt oder geschnitten und mit der Sauce und den geviertelten Oliven vermischt.

Das Ganze wird wenn nötig nachgesalzen und mit etwas Fenchelgrün dekoriert.

Zitronenernte

 

 

Finale im Präriegarten

Am 20. August 2017 ging es für diese Saison zum letzten Mal auf einen Garten-Tagesausflug. Wieder einmal war die Provinz Groningen mit ihren zahlreichen interessanten Gärten Ziel dieser Fahrt. Die Wettervorhersage war nicht sehr verheißungsvoll, und so waren alle Mitreisende gut mit Schirm und festem Schuhwerk ausgerüstet.

Garten Meins

Unseren ersten Garten steuerten wird auf dem Weg Richtung Holland bei Rastede an. Rund um ein Kötnerhaus aus dem 18. Jahrhundert hat das Ehepaar Meins hier einen stimmungsvollen Garten angelegt. Die Gartenräume auf dem von alten Bäumen umstandenen Grundstück sind weniger wegen ihrer Pflanzenfülle oder -vielfalt so überzeugend als vielmehr aufgrund des guten Gefühls der Gartenbesitzer für die richtigen Proportionen und gute Kombinationen sowie dank ihres sicheren Geschmacks, was die sparsam platzierten Kunstwerke betrifft. Besonders stimmungsvoll ist der kleine Wassergarten hinter dem Gartenhaus mit der beinahe orientalisch anmutenden kleinen in ein Wasserbecken mündenden Rinne.

Garten Meins Wassergarten

Hatten wir das Glück gehabt, unseren ersten Gatren trocken genießen zu dürfen, so öffnete der Himmel auf dem Weg zum Garten des Ehepaars Bokma im holländischen Scheemda alle Schleusen. Unsere Hoffnung, den zweiten Garten nach den Schauern trocken besichtigen zu können, wurde allerdings nicht ganz erfüllt, denn kaum waren wir aus dem Bus gestiegen, als ein weiterer heftiger Schauer auf uns niederging. Doch nach einer Vietrelstunde heftigen Regens hatten wir tatsächlich das Glück, dass die Sonner hervorkam und die mit sicherer Hand zusmammengestellten Staudenrabatten des Eexterhofes ins rechte Licht rückte.

Rote Rabatte De Eexterhof

In diesem Garten waren es vor allem die Pflanzenvielfalt und -kombinationen, die den Garten so interessant machten. Doch auch die Giederung des Grundstücks und die Betonung der Niveauunterschiede waren von Watze Bokma sehr geschickt ausgeführt worden.

Echinacea-Vielfalt

Nicht weit entfernt lag mit dem Tuingoed Foltz das dritte Ziel unserer Fahrt. Hier waren wir nicht allein, denn Bob Foltz und Andries Bierling hatten an diesem Wochenende zu den „Echinacea- und Präriegartentagen“ eingeladen, so dass außer uns viele weitere Besucher da waren. Das große Angebot der gut sortierten Staudengärtnerei führte so manchen der Mitreisenden in Versuchung, so dass sie die Gepäckräume des Busses schnell mit Tüten voller Stauden füllten. Aber auch die Schaugärten, in denen gezeigt wird, welche Kombinationsmöglichkeiten es für die angebotenen Stauden gibt, lohnten den Besuch.

Praeriegarten Tuingoed Foltz

Auch hier hatte der Himmel ein Einsehen mit uns, so dass wir die weitläufige Anlage nicht nur trocken, sondern sogar mit einigen Sonnenstrahlen besichtigen konnten. Erst auf dem Rückweg goss es dann wieder kräftig, was uns nach diesem ausgefüllten Tag aber herzlich wenig stören konnte.

Gartenreise nach Mecklenburg, Vorpommern und Rügen

Anfang August 2017 begab sich eine Gruppe Garten- und Reiselustiger auf die Spuren Elisabeths von Arnim. Ziel der viertägigen Reise waren Gärten in Mecklenburg, Vorpommern und auf Rügen.k-IMG_5062

Als erstes steuerten wir die Schaalsee-Region an. Formschnitt war das Thema im Garten des Ehepaares Sokolowski, den die beiden rund um die Nebengebäude eines ehemaligen Gutshauses angelegt hatten. Frau Sokolowski entschuldigte sich für den Zustand des Gartens, der durch den vielen Regen in diesem Sommer bedingt war. Gleichwohl waren die Mitreisenden durch die vielen exakt geschnittenen Eibenfiguren zutiefst beeindruckt, und die Fotos, die vor der Instandsetzung der Gebäude und der Gestaltung des Gartens aufgenommen worden waren, machten das ganze Ausmaß der Arbeit deutlich, die in dem Projekt steckte.k-IMG_4997

In „Haus Botanica“ erwartete uns nicht nur ein Garten voller seltener Gehölze, sondern wir wurden auch durch jede Menge Durch- und Ausblicke in diesem in viele Räume aufgeteilten Garten überrascht. Die verlockende Auswahl selbstgebackener Torten, die Frau Wilken auch noch liebevoll verziert hatte, trug ihren Teil dazu bei, dass sich die Reisegruppe ausgesprochen wohl fühlte in diesem sehr individuellen Garten.k-IMG_5012

Jana Kohlschmidt hatte uns bereits im Vorfeld gewarnt, dass ihr Garten nach dem vielen Regen in diesem Jahr besonders feucht sein würde. Dennoch boten sich uns bei ihr am nächsten Morgen eine große Blütenpracht und viele interessante Pflanzenkombinationen. Von den selbst vermehrten Stauden in der kleinen Gärtnerei fand so manche ein neues Zuhause im Garten einer Mitreisenden.k-IMG_5025

Das Ehepaar Reich betreibt in der Nähe von Bad Doberan auf einem historischen Fachwerkhof eine Töpferei und pflegt einen traditionellen Bauerngarten, der zur Selbstversorgung dient. Die beiden führten uns nicht nur durch den Garten, sondern zeigten uns auch den Holz befeuerten Brennofen, in dem auf traditionelle Weise salzglasiertes Steingut hergestellt wird.k-IMG_5040

Am Nachmittag statteten wir dem Pfarrgarten in Starkow einen Besuch ab. Hier bekamen wir eine kurzweilige und ausgesprochen informative Führung von Herrn Dr. Albrecht, der uns die Geschichte des Pfarrgartens nahe brachte, die bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht. Es ist schon beachtlich, was hier nur durch ehrenamtliches Engagement für ein Garten entstanden ist.k-IMG_5070

Am folgenden Tag machten wir einen Ausflug nach Rügen, wo wir zunächst dem Schlosspark von Putbus einen Besuch abstatteten. Der Park von Fürst Malte zu Putbus war quasi die Keimzelle der kleinen klassizistischen Stadt mit ihrem runden Platz, dem Cirkus, der architektonisch eine Besonderheit darstellt.k-IMG_5077

Von Putbus aus ging es ganz in den Südosten der Insel auf die Halbinsel Mönchgut nach Groß Zicker. In dem kleinen ehemaligen Fischerdorf statteten wir dem Pfarrwitwenhaus mit seinem heiteren Sommerblumengarten einen Kurzbesuch ab, bevor wir uns mit Blick auf die Trockenrasen der „Zickerschen Berge“ in einem Restaurant stärkten.k-IMG_5085

Am Nachmittag suchten wir den Gutspark von Klein Kubbelkow auf. Hier hatten die Besitzer des heute als Hotel und Restaurant betriebenen Gutshauses vom Anfang des 20. Jahrhunderts liebevoll für uns die Kaffeetafel im Freien gedeckt, bevor wir den Gutspark mit seinem imposanten Baumbestand erkundeten.k-IMG_5106

Unser vierter Tag, an dem wir die Rückreise antraten, stand wieder ganz im Zeichen der Stauden. Im Garten von Bea Schöttke-Penke und ihrem Mann Dietmar konnten wir nicht nur üppige Staudenkombinationen bewundern, sondern uns auch mit einem liebevoll vorbereiteten Mittagsimbiss stärken.k-IMG_5141

Von hier aus ging es zur Staudengärtnerei von Sylvia Göbel. Angesichst der Fülle interessanter Stauden, die sich alle im norddeutschen Klima bewährt hatten, und der Präsentation in gekonnt kombinierten Staudenrabatten wurden etliche der Mitreisenden noch einmal schwach, und der Bus füllte sich mit Tüten und Kartons voller Pflanzentöpfe.k-IMG_5152

Bevor es nun endgültig wieder zurück nach Hause ging, machten wir noch eine Stippvisite im Kräutergarten neben der Klosterkirche in Rehna, wo sich Heil, Duft- und Bibelpflanzen in hochsommerlicher Fülle präsentierten.k-IMG_5155

Die Fahrtzeit wurde durch das Vorlesen aus zwei Büchern von Elisabth von Arnim verkürzt, die darin nicht nur die Anlage eines Gutsgartens in Pommern Ende des 19. Jahrhunderts beschreibt, sondern auch eine Reise mit der Kutsche nach Rügen – und das alles auf ausgesprochen unterhaltsame Weise.

Steine, Bienen und grüne Daumen

Am 23. Juli 2017 fand meine zweite Garten-Tagesfahrt statt. Ziel waren diesmal drei ausgesprochen kontrastreiche private Gärten in der näheren Umgebung Bremens.

Den Anfang machte der Garten Hinse in Wittorf. Wir hatten Glück mit dem Wetter, denn der Regen hörte auf, kurz bevor wir Wittorf erreichten. Dort wurden wir von Herrn und Frau HInse freundlich empfangen und durch den großzügigen, staudenreichen Garten geführt, der immer wieder schöne Ausblicke über die Getreidefelder der Umgebung bot.

Hinse Skulptur

Frau Hinse beantwortete geduldig alle Fragen zu ihren Bienen, und wir wurden auf Köstlichste mit Honigbrot, Kaffee, Tee und Gebäck bewirtet.

Hinse Pavillon

Unser zweites Ziel war der Garten von René Schönfeld in Söhlingen. Beim Betreten des Garten meinte man, in eine gänzlich andere, ein wenig verzauberte Welt einzutreten. René Schönfelds Garten ist ein wahrer Steingarten, ist doch bearbeiteter Stein in diesem Garten omnipräsent.

Schönfeld ingang

Dabei haben Besucher an keiner Stelle das Gefühl, dass die Tröge, Mühlsteine, Steinsockel und anderen Elemente willkürlich verteilt sind, sondern alles ist wohlüberlegt postioniert und darüber hinaus sehr einfühlsam mit Pflanzen kombiniert. Der kleine Trödelladen, das Steinlager und der Pflanzenverkauf stellten für einige Mitreisende eine enorme Versuchung dar, der sie nicht widerstehen konnten.

Garten Schönfeld

Als dritten Garten besuchten wir schließlich das Reich von Ruth und Uli Alt in Stapel. Das Wetter mit Sonnenschein und einem leichten Lüftchen bei angenehmen Temperaturen meinte inzwischen richtig gut mit uns. Das waren die idealen Voraussetzungen, um diesen vielgestaltigen Garten mit seiner entspannenden Atmosphäre und den beeindruckenden Ausmaßen so richtig genießen zu können.

Alt Blick aufs Haus

Das wurde uns durch die Bewirtung mit Kaffee, Tee und Kuchen sowie erfrischenden Kaltgetränken besonders leicht gemacht, zumal zahlreiche Sitzplätze, die im Garten verteilt sind , zum Genießen mit allen Sinnen einluden. Besonders beeindruckend in diesem Garten ist, wie intensiv gestaltete Rabatten mit naturhaften Partien abwechseln.

Alt Blick auf Teich

Auf diese Weise hat das Auge immer wieder die Gelegenheit, sich zu erholen und sich auf den nächsten visuellen Eindruck vorzubereiten. Auch Ruth bot kleine Ableger und Sämlinge ihrer Pflanzenschätze an, wovon die Mitreisenden gern Gebrauch machten.

Voll der Eindrücke kehrten wir nach Bremen zurück, und allen Mitreisenden ist deutlich geworden, dass das Gute und Schöne manchmal sehr nah liegt.