Neue Lämmer in Arbeit

Auf der Schafweide hat die Decksaison begonnen. In diesem Jahr kommt „der Neue“ aus dem Weserbergland und macht seine Sache augenscheinlich gut (wie gut, wird sich in knapp fünf Monaten erweisen). Wenn auch bei flüchtigem Hinsehen nicht viel zu bemerken ist, so passiert in diesen Tagen doch einiges in der Herde: ein Schaf nach dem anderen sucht den Bock auf und lässt sich decken. Sichtbar wird das an der Zunahme der roten Flecke auf den Mutterschafen. Da der Bock wie jedes Jahr ein Deckgeschirr trägt (ein farbiger Wachsblock, der mittels Gurten auf seiner Brust befestigt ist), kann ich sehen, welche Schafe bereits gedeckt worden sind, da sie beim Deckvorgang farblich markiert werden – der Bock „hakt sie“ quasi ab.

Der eigentliche Deckvorgang ist recht unspektakulär, und die Schafe wirken manchmal ein wenig gelangweilt (wahrscheinlich sind sie einfach nur tiefenentspannt). Möglich ist das Ganze übrigens nur in gegenseitigem Einvernehmen. Ist der richtige Tag noch nicht gekommen, dann geht das Schaf einfach ein paar Schritte vorwärts, wenn der Bock ihm Avancen macht.

Einige haben bei der ganzen Sache leider das Nachsehen: die Jungböcke sind von den weiblichen Reizen der Mutterschafe natürlich auch nicht unberührt und würden ebenfalls gern zum Zuge kommen. Manchmal stellen sich brünftige Schafe sogar aufreizend zu ihnen an den Zaun. Dumm nur, dass eben der Zaun dazwischen ist.

Sommerausklang in den Niederlanden

Am Ziel für meine dritte diesjährige Garten-Tagesfahrt war  war der trockene Sommer schuld. Ursprünglich war der Besuch dreier Gärten in der Nähe von Löhne geplant, aber da diese  besonders stark unter der Trockenheit gelitten hatten, musste ich mir kurzfristig eine Alternative überlegen. Auf diese Weise gab es in diesem Jahr dann doch noch einen Tagesausflug in die Region Groningen, und in der Rückschau war der Besuch der drei ausgewählten Gärten weit mehr als nur ein Ersatz für die abgesagten Gärten.

Den Anfang machte der ehemalige Hof Tjassensheerd mit seinem Garten. Wie viele wohlhabende Höfe in der Region Groningen, war auch hier im 19. Jahrhundert ein sogenannter Slingertuin, ein Schlingergarten, neben dem imposanten Haus angelegt worden. Ihren Namen hatten diese Gärten von der geschlängelten Wegeführung, orientierten sie sich doch in ihrer Gestaltung mit ihrer ungezwungenen Wegeführung an englischen Landschaftsgärten, wenngleich auf einem wesentlich kleineren Maßstab.

Neben diesem historischen Gartenteil gibt es in Tjassensheerd noch einen modernen formalen Garten, der durch eine Mauer vom Slingertuin abgetrennt ist. Familie Duijnisveld empfing uns auf das Freundlichste und sorgte mit Getränken und Gebäck für einen angenehmen Aufenthalt an diesem sehr warmen Tag.

Unsere zweite Station war die Kleine Plantage, eine Staudengärtnerei mit Schaugarten, die  bereits zum wiederholten Male auf dem Programm der Garten-Tagesausflüge stand. Hier gibt es nicht nur ein verlockendes Angebot ausgefallener Stauden, sondern in den ausgedehnten Schaugärten zeigen Eric Spruit und Fleur van Zonneveld auch gleich, wie die Stauden aus der Gärtnerei wirkungsvoll eingesetzt werden können. Selbst wer hier nicht für den eigenen Garten fündig wurde, konnte manche Anregung für gelungene Staudenkombinationen bekommen. Kaffee, Tee und Gebäck sorgten darüber hinaus für eine entspannte Atmosphäre.

Den Abschluss an diesem Tag bildete der Garten Tuinfleur, ebenfalls ein „alter Bekannter“. Rika van Delden empfing uns in ihrer unvergleichlichen Art: ihr Enthusiasmus und ihre Freude am Garten sind wahrhaftig ansteckend.

Seit dem letzten Besuch ist der Garten noch einmal erweitert worden – nicht zuletzt, weil Rikas Ehemann, der für den Heckenschnitt verantwortlich ist, mit den Hecken, die es auch vorher bereits reichlich gab, offenbar nicht ausgelastet ist. So besteht der abschließende Gartenteil fast ausschließlich aus formstrengen Heckenelementen. Auch hier gab es zum Abschluss noch einmal Apfelkuchen, so dass wir uns gut gestärkt auf den Heimweg machen konnten.

Gartenperlen in Limburg

Meine dritte diesjährige Gartenreise führte uns nach Limburg. Hier, in der überraschend hügeligen Landschaft des südlichsten Zipfels der Niederlande und im angrenzenden Belgisch Limburg gibt es eine ganze Reihe interessanter Gärten, die auf jeden Fall einen Besuch lohnen. So war es für mich nicht schwierig gewesen, ein Programm sehr unterschiedlicher Gärten zusammenzustellen.

Auf dem Hinweg besuchten wir zunächst den Garten von Fortmond in der Nähe von Deventer. Ursprünglich war der Besuch eines anderen Gartens geplant, der durch die Trockenheit jedoch so große Schäden erlitten hatte, dass mich die Besitzer gebeten hatten, von einem Besuch Abstand zu nehmen. Der Garten von Fortmond, idyllisch im Außendeichgebiet der Ijssel gelegen, erwies sich jedoch als sehr viel mehr als nur ein „Ersatz“. Rund um das moderne, architektonisch ausgefallene Gebäude mit schrägen dem Gründach haben Josée und Willem de Haan einen Garten mit großzügigen Gruppen von Stauden und Gräsern angelegt, der zu dem modernen Gebäude wunderbar harmoniert.

Die Präriegarten artige Pflanzung bildet darüber hinaus einen hamonischen Übergang zu den weiten Schilfflächen des angrenzenden Naturschutzgebietes, ein Anblick, den wir aus dem Wohraum mit den großen Glasflächen heraus genießen durften.

Danach steuerten wir unser Hotel in Maastricht an, das mitten im lebendigen Stadtteil Wyck gelegen war, und von hier aus erkundeten wir in den folgenden Tagen die Umgebung dieser sehenswerten Stadt. Unser erster Besuch galt dem Garten Fancrever Höfke des Ehepaares Notermanns. Ein langes und sehr schmales Grundstück ist hier durch Formschnitthecken in unterschiedliche Gartenräume eingeteilt, die mit einer Vielzahl von Stauden und Gehölzen bestückt sind.

Die meisten der Gehölze werden durch regelmäßigen Schnitt in Form gehalten, damit sie die engen Grenzen des Gartens nicht sprengen. Neben der großen Pflanzenvielfalt sind die zahlreichen Ornamente aus dem örtlichen Mergelstein ein weiteres Charakteristikum dieses Gartens, die Herr Notermanns mit viel Geschick herstellt und von denen einige als Mitbringsel von den Mitreisenden käuflich erworben wurden.

Als Zweites besuchten wir den Garten De Carishof. Hier wurden wir von Hans de Vree, Henk Govers und Matthijs Smits empfangen, die den Garten rund um den fast 400 Jahre alten Hof mit viel Geschmack und Sinn für die richtigen Proportionen gemeinsam angelegt haben. Hans de Vree führte uns durch den Garten und erläuterte die Ideen, die der Gestaltung zugrunde liegen.

In De Carishof stimmt einfach alles: die gelungene Einbettung in die umliegende Weidelandschaft, die zurückhaltende Verwendung von Stauden und Gehölzen, so dass nie ein unruhiger Eindruck entsteht, und die sorgsame Auswahl der Blütenfarben, die an keiner Stelle den Eindruck unruhiger Farbikeit aufkommen lässt. Den krönenden Abschluss fand unser Besuch mit einem dreigängigen Mittags-Menü im geschmackvollen Esszimmer des Hauses, das fast ausschließlich aus Zutaten aus dem Garten bestand.

Am nächsten Tag machten wir einen Ausflug nach Belgisch Limburg und besuchten den Garten von Dina Deferme. Dinas Staudenkompositionen sind zu Recht weithin bekannt.

Auch hier sorgt die großzügige Gruppierung von Stauden und Gräsern im Zusammenhang mit den perfekt in Form gehaltenen Formschnitthecken bei aller Vielfalt für eine gewisse Ruhe. Da Dina Deferme die Möglichkeit hat, ihre Pflanzen stets ausreichend zu wässern, präsentierten sich die Rabatten trotz des Sandbodens, auf dem der Garten angelegt ist, in schönster Üppigkeit.

Nach einer Mittagspause in Tongeren, der ältesten Stadt Belgiens, mit der imposanten Liebfrauen-Basilika besuchten wir am Nachmittag den Garten Schopsheim, der direkt an der Grenze zwischen dem niederländischen und dem belgischen Limburg liegt. Nachdem es zunächst nicht ganz leicht war, dieses auf einem Hügel liegende Kleinod zu erreichen, führte uns die herzliche und lebhafte Besitzerin, Maria Kapteijns über das Gelände rund um den Doppel-Vieseitbauernhof von 1640.

Beeindruckend waren die weiten Ausblicke in die erstaunlich hügelige Landschaft der „Limburger Schweiz“. Schopsheim, des „Schaf-Haus“, liegt in einem Naturschutzgebiet weitab von verkehrsreichen Straßen, so dass hier eine wunderbare Ruhe herrschte. Neben den Stauden- und Rosenpflanzungen rund um die zahlreichen Terrassen war es vor allem der von den beiden Besitzern des Heerenhofs in Maastricht gestaltete Innenhof mit seiner schlichten Bepflanzung und dem Wasserbecken im Zentrum, der uns am meisten beeindruckte.

Am nächsten Tag hieß es dann schon wieder, Abschied von Maastricht zu nehmen. Auf unserer Rückreise standen noch einmal zwei Gärten mit sehr unterschiedlichen Schwerpunkten auf dem Programm. Zunächst steuerten wir den Hesperidenhof in der Nähe von Venlo an. Wie der Name schon vermuten lässt, dreht sich in diesem Garten (fast) alles um Zitrusgewächse und andere Kübelpflanzen.

Die Gartenbesitzer Ann und Coen Keunen haben sich aus Passion so tief in das Thema eingearbeitet, dass sie inzwischen weithin als Spezialisten auf diesem Gebiet gelten und zahlreiche Raritäten zeigen können. Der Garten selbst ist in drei Abschnitte gegliedert: den hausnahen Kübelpflanzengarten mit dem großen Gewächshaus, ein Waldstück mit einem Teich und vielen interessanten Gehölzen auf einer Düne und den Obstgarten, mit zahlreichen seltenen und besonderen Gehölzen und auch Stauden, der den Abschluss bildet.

Als letzten Garten besuchten wir schließlich den Garten Verheggen in Lottum. Das Ehepaar Verheggen empfing uns sehr herzlich, und Frau Verheggen erzählte uns die Geschichte ihres Gartens, in dem Dahlien eine besondere Rolle spielen. Nach einem stärkenden Picknick erkundeten wir den Garten, und tatsächlich gibt es hier ca. 700 Dahlien zu bewundern. Doch diese sind in der Gestaltung keineswegs dominant, sondern stets mit Gräsern und anderen Stauden kombiniert.

Ein Rausch der Farben war um diese Jahreszeit die Große Rabatte mit einer ausgewogenen Kombination von Dahlien, Gräsern und hochwachsenden Stauden, doch auch die anderen Gartenteile wie der Vier-Farben-Garten, der Romantische Garten und der Englische Rabattengarten wiesen schöne Pflanzenzusammenstellungen auf.

Nach einem herzlichen Abschied von den Verheggens ging es voller Eindrücke wieder zurück nach Bremen.

 

 

 

Ideenvielfalt in Holsteiner Gärten

Am 7. Juli ging es in diesem Sommer zum zweiten Mal auf einen Garten-Tagesausflug. Diesmal war mit Holstein der hohe Norden unser Ziel. Als erstes steuerten wir an diesem Tag den Garten von Frau Woytas, selbst eine begeisterte Gartenreisende, in Oststeinbeck an. Das Wetter war an diesem Tag zunächst noch kühl, und so freuten sich alle Mitreisenden über die angebotenen heißen Getränke und eine Stärkung in Form von Brot und verschiedenen pikanten Aufstrichen. In Frau Woytas blütenreichen Garten gab es eine Vielzahl ungewöhnlicher Stauden in interessanten Kombinationen zu bestaunen. Trotz der Vielfalt, die hier herrschte, war es der Gärtnerin wichtig zu betonen, dass ihr Garten kein Sammlergarten sei, sondern dass jede Pflanze etwas zum Gesamteindruck beitragen müsse, und nicht etwa allein deshalb gepflanzt werde, weil sie selten ist.

Von hier aus ging es weiter zu Herrn Hövermann nach Wensin, dessen Garten in vielerlei Hinsicht einen deutlichen Kontrast zu dem zuerst besuchten darstellte. Während der Führung durch den Gartenbestzer, der ein ein Garten-Landschaftsbau-Unternehmen führt, wurde schnell deutlich: dies ist nicht in erster Linie ein Garten der Staudenfülle oder -vielfalt, sondern hier stand die räumliche Gestaltung des Geländes um das alte reetgedeckte Fachwerkhaus im Vordergrund. Durch Hecken vielfach gegliedert, boten sich immer wieder interessante Ausblicke in die umgebende Landschaft. Nicht zu übersehen war, dass einzelne Teile des Gartens durch Italien- und Englandreisen inspiriert worden waren: durch Formschnitthecken abgegrenzte kleine, geheime Gärten, giardini segreti, offenbarten ganz unerwartet südländisch anmutende Brunnen oder kunstvolle Knotengärten á la Barnsley House.

Unser drittes Ziel an diesem Tag war der Garten von Fenna Graf, der nicht ohne Grund weithin bekannt ist. Hier von einem Garten zu sprechen, ist eine glatte Untertreibung, handelt es sich doch um über zwanzig unterschiedlich gestaltete Gartenräume, die im Einzelnen zwar sehr verschieden sind, in ihrer Gesamtheit jedoch ein harmonisches Ganzes ergeben. Die durchweg ruhige Ausstrahlung der gesamten Anlage begründet sich in Fenna Grafs weitgehende Beschränkung auf eher sanfte, kühle Farben, auf die Verwendung und rythmische Wiederholung großzügiger Gruppen nicht zu vieler unterschiedlicher Stauden und Gräser und die klaren Gestaltungslinien, die dem Blick der Besucher Halt geben. Zur AUfenthaltsqualität in ihrem Garten trug nicht zuletzt auch der freundliche Empfang durch die Gärtnerin bei.

 

Gärten und Häuser der Arts & Crafts-Bewegung

Im Zentrum dieser Gartenreise stand mit der Arts & Crafts-Bewegung ein Thema, das für die englische Kunst- und Designgeschichte von besonderer Bedeutung ist. Von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis etwa 1920 dauerte diese Bewegung, die wie kaum eine andere Einfluss auf  Architektur, Produktdesign und die Gestaltung von Gärten genommen hat und insbesondere in der malerischen Landschaft der Cotswolds ihre Blüte erfahren hat.

Stoffmuster von William Morris

Der erste Tag unserer Reise führte uns zunächst einmal nach Belgien. Auf dem Weg besuchten wir in der Nähe von Utrecht den Garten von Famke van der Kooi. Mit viel Geschmack und Gespür für Proportionen hat sie um das alte Müllerhaus ihren Garten angelegt, in dem sich formale Strenge und die üppig wachsenden Stauden und Gehölze die Waage halten.

Danach ging es weiter zu unserem ersten Hotel in Gent. Die zentrale Lage mitten im Stadtzentrum ermöglichte es uns, einen warmen Juniabend in dieser historischen, dabei jedoch gleichzeitig lebendigen Stadt zu verbringen.

Nach der Fährüberfahrt über den Ärmelkanal war The Salutation unser erstes Gartenziel in Kent, der südöstlichsten Grafschaft Englands. Mit diesem Garten, der – ebenso wie das Haus – von dem berühmten Arts & Crafts-Architekten Sir Edwin Lutyens entworfen worden ist, waren wir beim eigentlichen Thema der Reise angekommen.

Das Haus, das heute ein Hotel ist, weist nicht mehr die Merkmale von Lutyens‘ frühem, eher ländlichen Stil auf, sondern steht für seine späte, klassische Phase, ist es doch im Queen Anne-Stil gehalten. Der dazugehörige Garten wurde erst 2013 restauriert und strahlt die Gelassenheit und Eleganz aus, die für viele edwardianische Gärten so charakteristisch ist.

Am nächsten Tag galt unsere Besuche wiederum charakteristischen Beispielen für Arts & Crafts-Häusern und Gärten. Da war zunächst Standen, das vom Architekten Philip Webb gleichzeitig traditionell und für die damalige Zeit hochmodern für seine Auftraggeber, das Ehepaar Beale, geplant wurde und noch komplett im Arts & Crafts-Stil eingerichtet ist.

Den zugehörigen Garten hatte Webb in Zusammenarbeit mit Margret Beale entworfen, die eine versierte Gärtnerin und Pflanzenkennerin war. Der zwischenzeitlich vollkommen vernachlässigte Garten ist in den letzten Jahren vom National Trust sukzessive wiederhergestellt worden, wobei der Nutzgarten von einer großen Gruppe Freiwilliger gepflegt wird, die während unseres Besuches gerade in Aktion waren.

In Vann Garden trafen wir auf die Spuren der berühmten Arts & Crafts-Gartengestalterin Gertrude Jekyll. Sie hatte in unmitterlbarer Nachbarschaft zu Vann gewohnt und war mit den damaligen Besitzern befreundet, so dass davon ausgegangen werden kann, dass sie nicht nur Pflanzen aus ihrer Gärtnerei beigesteuert hat, sondern auch mit Ratschlägen an der Entstehung des Garten beteiligt war.

Für uns war die private Ausstrahlung dieses Gartens, der heute noch von der über 80-jährigen Mary Caroe gepflegt wird, im wahrsten Wortsinne bezaubernd und schlug uns alle in seinen Bann.

Nach einer weiteren Zwischenübernachtung im geschäftigen Reading galt unser erster Besuch am Folgetag Englefield House Garden. Inmitten eines großen Landschaftsparks mit einem beachtlichen Bestand an Hirschen gelegen, verkörpert diese Anlage mit ihren eleganten „italienischen“ Terrassen so ganz den typischen viktorianischen Garten.

Allerdings hat in Englefield auch das 20. Jahrhundert seine Spuren hinterlassen, und zwar in Gestalt ausgedehnter Staudenrabatten, die auf einen Entwurf des bekannten englischen Gartengestalters Russel Page zurückgehen.

Nach einer Mittagspause im kleinen Städtchen Wantage fand am Nachnmittag unsere erste Begenung mit der Welt von William Morris statt, einem der Begründer der Arts & Crafts-Bewegung. In dem kleinen Dörfchen Kelmscott verbrachte dieses umtriebige Universal-Genie mit seiner Familie von 1871  bis zu seinem Tode die Sommer.

Das bescheidene Cottage aus dem 17. Jahrhundert, im typischen Cotswold-Kalkstein erbaut, ist noch heute mit Möbeln, Teppichen, Wandbehängen, Tapeten und anderen EInrichtungsgegenstaänden aus der Produktion seiner Firma, Morris & Co., bestückt, so dass die Arts & Crafts-Bewegung beim Gang durch das Haus vor unseren Augen lebendig wurde.

Der rund um Kelmscott Manor angelegte Garten mit seinen intime Gartenräumen „kleidet“ das Haus harmonisch ein, ganz so, wie Morris es in seinen Schriften gefordert hatte.

An diesem Abend machten wir für die nächsten drei Tage in Cheltenham Station, dem Regency- Badeort am Rande der Cotswolds. Von hier aus besuchten wir gleich am nächsten Morgen Miserden Garden, den wir zu so früher Stunde fast ausschließlich für uns hatten.

Von der Terrasse des  Landhauses hat man einen wundervollen Blick auf den Park mit seinem alten Baumbestand (darunter ein Maulbeerbaum vom Beginn des 17. Jahrhunderts) und in die malerische Hügellandschaft der Cotswolds. Dabei vervollständiget das Blöken der Schafe (die an diesem Tag geschoren wurden) den pastoralen Eindruck, den diese Landschaft unweigerlich hinterlässt.

Edwin Lutyens hat auch im Garten von Miserden seine Spuren hinterlassen, und zwar in Gestalt eines Formschnitt-Eibenganges, der mit seinen Bögen die Formen der Loggia aufnimmt, die der Architekt als Erweiterung des Hauses entworfen hatte.

Nach einer Mittagspause im zwar malerischen, inzwischen jedoch leider viel zu überlaufenen Bourton-on-the-Water galt unser Besuch am Nachmittag dem Garten von Barnsley House, eine Schöpfung der in England berühmten Gartengestalterin Rosemary Verey. Das Haus wurde nach ihrem Tode 2001 in ein Luxus-Hotel umgewandelt.

Hier genossen wir erst einemal einen typisch englischen Afternoon Tea, bevor wir uns ausgiebig im Garten umsahen und den berühmten Potager, den Knotengarten und den kleinen Tempel am formalen Wasserbecken in Augenschein nahmen.

Mit Rodmarton Manor stand am nächsten Tag eines der letzten großen Arts & Crafts-Landhäuser auf unserem Reiseplan. Die Führung durch das Haus, das erst nach 20 Jahren Bauzeit fertiggestellt worden war, weil die Besitzer darauf bestanden, dass alle Arbeiten durch örtliche Handwerker in Handarbeit ausgeführt wurden, machte deutlich, dass es sich bei Rodmarton Manor um eine soziale Utopie handelt.

Den vermögenden Bauherren, den Biddulphs, war es ein Anliegen, mit dem Bau traditionelle Handwerkstechniken wiederzubeleben und den Menschen ind er Umgebung des Hauses Arbeit zu geben. Der Garten von Rodmarton Manor mitz seiner für die Arts & Crafts-Bewegung charakteristischen Unterteilung in einzelne Gartenräume hat sich bis heute seine verwunschene Atmosphäre erhalten, der sich wohl kein Besucher entziehen kann.

An diesem Tag machten wir unsere Mittagspause in Tetbury mit seiner Markthalle aus dem 17. Jahrhundert, den verlockenden Antiquitätenläden und mannigfaltigen Möglichkeiten, ein typisch englisches Mittagessen einzunehmen.

Hatte es sich bislang bei den von uns besuchten Gärten vor allem um größre Anlagen rund um die Landhäuser einer vermögenden oberen Mittelschicht gehandelt, so stand mit Hookshouse Pottery Garden am Nachnmittag ein überschaubarer Garten auf unserem Programm. Lise und Christopher White empfingen uns aufs Herzlichste und führten durch ihren typischen Cottagegarten, der bei den Mitreisenden wegen seiner privaten Atmosphäre einen tiefen Eindruck hinterließ.

Am nächsten Tag mussten wir uns wieder so langsam, auf den Rückweg begeben. Unterwegs statteten wir dem Garten von Upton Grey Manor House einen Besuch ab, und damit dem wohl am vollständigsten retsaurierten, kleineren Garten von Gertrude Jekyll.

Hier konnten wir uns von der Vielseitigkeit ihrer Entwürfe  überzeugen, weist der formale Garten hinter dem Haus mit den Staudenrabatten, dem terrassierten Rosen- und Päoniengarten und der Pergola doch eine ganz andere Gestaltungsidee auf als der informelle ‚Wild Garden‘ vor dem Haus, mit natürlichem Teich und in die Bäume rankenden Ramblerrosen.

Als letztes Haus in England besuchten wir schließlich noch Red House und kehrten damit zu den Ursprüngen des Arts & Crafts Movement zurück. 1860 eigens für William Morris von seinem Freund, dem Architekten Philip Webb entworfen, versinnbildlicht das Gebäude die Mittelalter-Leidenschaft von Morris und seinen Künstlerfreunden.

Morris wollte es zu einem „Tempel der Kunst“ machen und ließ Möbel und Einrichtungsgegenstände eigens für das Haus bauen und die Wände mit großflächigen Wandbildern durch seine Freunde schmücken, die ihn und seine Frau als mittelaterliches Königspaar darstellen.

Nach einer nächtlichen Färhüberfahrt machten wir am letzten Tag unserer Reise noch einmal einen Gartenstopp in den Niederlanden, bevor es endgültig zurück nach Bremen ging.

Im Plantzoentje (dem „Pflanzenküsschen“) empfing uns Anja Broekhuis offen und herzlich und schilderte uns die Geschichte ihres Gartens voller interessanter Stauden in gekonnten Kombinationen, den sie mit einer schier unerhörten Energie und Leidenschaft pflegt.

 

 

 

 

 

 

 

Ländliche Stauden- und Rosenfülle

Am 15. Juni ging es in diesem Jahr das erste Mal auf einen Tagesausflug in Gärten der Umgebung Bremens. Diesmal hatten wir es nicht weit, um uns drei sehr individuelle private Gärten anzusehen. Als erstes stand das „Grüne Wohnzimmer“ von Carola und Hans Ahrens in Hemsbünde auf unserem Programm. Zu Beginn des Besuches erläuterte uns Carola kurzweilig die Geschichte ihres Gartens, berichtete von Ideen, Fehlschlägen, neuen Ideen und Erfahrungen, die letztendlich zu dem Garten geführt haben, wie wir ihn bestaunen konnten. Rund um das Siedlungshaus aus den 60er Jahren haben die beiden einen arten- und sortenreichen Stauden- (und Gehölz-) Garten angelegt und dabei die unterschiedlichen Bereiche geschickt für Pflanzen mit ganz unterschiedlichen Standortansprüchen genutzt. So ist auf 1300 qm ein enorm vielgestaltiger Garten entstanden, der durch die vielen Sitzplätze eine schöne Aufenthaltsqualität besitzt und von der Reisegruppe in aller Ausführlichkeit plaudernd und mit der Gärtnerin fachsimpelnderweise genossen wurde. Das eine oder andere Staudenschätzchen, das Carola aus ihrem Garten vermehrt hatte, fand am Ende auch noch einen neuen Besitzer.


im Garten von Carola und Hans Ahrens

Von Hemsbünde ging es dann nach Bülstedt, wo zwei weitere Gärten auf uns warten. Annegret Puvogel erzählte uns, wie sie zu ihrem Garten rund um die historische Wassermühle gekommen ist. Nachdem das Mühlengebäude aus dem 19. Jahrhundert – bei der Grundstücksübernahme nicht mehr als eine Ruine – saniert worden war, konnte sich Annegret – ohne jedewege Vorkenntnisse – dem Garten zuwenden. Sie bekannte freimütig, dass ihr Pflanzennamen auch heute noch weitgehend ein Graus sind und dass sie pflanze, wie es ihr gefalle und richtig erscheine. So tastete sie sich, vom Haus ausgehend, Stück für Stück in die Außenbereiche des malerischen Grundstücks vor, und damit ist sie noch lange nicht fertig. Herausgekommen ist auf dem Gelände rund um die Mühlenteiche ein romantischer Rosengarten mit vielen ergänzenden und harmonisch gruppierten Stauden.


Puvogels Garten rund um die alte Wassermühle

Die dritte und letzte Station des Tages war der Garten von mir und meiner Mitbewohnerin. Der Startschuss für unseren Garten war im selben Jahr gefallen wie der für Puvogels Garten, nämlich 1992. Entstanden ist rund um das alte Backstein-Bauernhaus ein durch Hecken in einzelen Räume gegliederter Garten, in dem im Juni die Alten Rosen mit einer Vielzahl von Stauden – darunter einige Spezialitäten, die ich von meinen Gartenreisen mitgebracht habe – um die Wette blühen. Im Kräuterrondell  vertrömten die Zitronen einen betörenden Duft, und hier war es vor allem eine Nachtkerze, die das Interesse vieler Gartenbesucher weckte. Neben Stauden und Blütengehölzen spielen auch die Tiere in unserem Garten eine wichtige Rolle, wie z. B. die Hühner mit ihren Küken und die Lämmer auf der Obstwiese mit der Sammlung alter Obstsorten, die sich hingebungsvoll kraulen ließen. Da inzwischen auch die Sonne das Ihre zum Gelingen dieses Garten-Tagesausflugs beitrug, konnte der Besuch bei Kaffee, Tee und Kuchen in aller Gelassenheit ausklingen.


interessierte Fragen im Kräutergarten

Gartenreise an die Loire

Unter dem Thema „Gärten, Schlösser, Landschaft und Kultur an der Loire“ fand meine erste diesjährige Gartenreise vom 18. bis zum 25. Mai statt. Los ging es mit dem Bus ab Bremen, und da der Weg an die Loire weit ist, haben wir den Weg zum Ziel gemacht und bereits unterwegs einige Gärten angeschaut.


Im Garten von Djoeke van Zwetselaar…

Unseren ersten Besuch machten wir im Garten von Djoeke van Zwetselaar in der Nähe von Utrecht. Frau van Zwetselaar ist Bildhauerin, und etliche Inspirationen zu ihren Tierskulpturen bezieht sie aus ihrem sehr entspannt wirkenden Garten rund um die alte Remise, die einst ihr Großvater aufgekauft und zu einem Wohnhaus umgebaut hatte. In diesem Garten wirkt nichts gezwungen, und die sorgsam arrangierten Pflanzungen erweckten den Eindruck, als wären sie ganz ohne das Eingreifen einer ordnenden Hand enstanden.


…wirkt alles ganz natürlich

Nach einer ersten Übernachtung in der historischen Altstadt von Leuven trafen wir am nächsten Tag in Senlis mit Nicola Hahn zusammen, die bereits seit einigen Jahren gemeinsam mit mir die Frankreich-Reisen organsiert und durchführt und mich mit ihren Sprach- und Landeskenntnissen unterstützt. Bevor wir unser zweites Hotel in Montargis aufsuchten, statteten wir noch den Gärten des Grand-Courtoiseau einen Besuch ab.


die Eibenhecken geben dem Garten Struktur

Hier empfing uns der Besitzer, der ein altes Landgut aus dem 17. Jahrhundert mit zugehörigem Herrenhaus instand gesetzt und vor allem auch den Garten behutsam restauriert hat und ihn gänzlich ohne den Einsatz von Pestiziden pflegt. In einem Rahmen aus perfekt geschnittenen Eibenhecken konnten wir unterschiedliche Gartenräume mit verschiedenen Themen durchwandern, wie den Italienischen Garten, den Exotischen Garten und den Obstgarten.


der Italienische Garten im Grand-Courtoiseau

Ein weiteres Herrenhaus stand am nächsten Morgen nach einer Übernachtung in Montargis auf unserem Reiseprogramm. La Javelière stammt aus derselben Epoche wie der Grand-Courtoiseau, und auch hier gab es unterschiedliche Themengärten zu bewundern, die hinter dem Herrenhaus und geschickt in den Park aus dem 19. Jahrhundert integriert waren.


der japanisch anmutende Garten in La Javelière

Ergänzt wurde das Ganze durch eine ausgedehnte Sammlung von Wildrosen, die rund um einen großen Teich auf der anderen Seite des Herrenhauses angepflanzt waren. Trotz des kühlen und etwas feuchten Wetters beeindruckte dieser Garten sehr durch seine Gestaltung.


Rosa harisonii in der Wildrosensammlung

Weiter ging es in die Sologne zum Jardin de Chantal, der allein aufgrund seiner bescheideneren Größe aber auch wegen seiner sehr persönlichen Gestaltung einen Kontrast zu den beiden bislang besuchten Domänengärten darstellte. Die Besitzerin, Chantal, hat auf einer Fläche von 2400 m² mehr als eintausend Pflanzenarten und -sorten versammelt, darunter über 200 Rosensorten.


im verwunschenen Jardin de Chantal

Das prägende Element in ihrem Garten stellten um diese Jahreszeit die zahlreichen Schneeballarten und -sorten dar. Chantals Garten ist – nicht zuletzt weil auch sie gänzlich auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichtet – ein Paradies für zahlreiche Vogelarten, die unseren Besuch mit ihrem Gesang untermalten.


einer der zahlreichen Schneebälle

Bevor wir unser Hotel in Saumur aufsuchten, begaben wir uns noch auf eine Weinprobe zur Domaine de Montcy, wo Laura Semeria nach biodynamischen Grundsätzen typische Weiß-, Rot- und Schaumweine der Loire produziert und uns den jährlichen Zyklus der Reben erläuterte sowie die Prinzipien der Weinherstellung. Eine Besonderheit war ihr AOC Cour Cheverny aus der autochthonen Weißweinrebsorte Romorantin, die ausschließlich in dieser Region auf nicht mehr als 60 ha ihre weltweite Anbaufläche hat.  Neben Wein stellt Laura Konfitüren aus zahlreichen Früchten her, die sie aus unterschiedlichsten Regionen Frankreichs bezieht, wobei sie Wert darauf legt, dass es sich ebenfalls ausschließlich um biologisch produzierte Früchte handelt.


Laura Semeria erläutert uns den biodynamischen Weinanbau

Von Saumur aus, wo die Lage unseres Hotels direkt in der Altstadt es uns erlaubte, nach dem Abendessen noch Spaziergänge durch die Stadt oder hinauf zum Schloss zu unternehmen, unternahmen wir die nächsten vier Tage Ausflüge zu weiteren Gärten entlang der Loire.


Blick auf die Loire vom Schloss in Saumur

Als erstes standen die weltberühmten Garten des Schlosses Villandry auf unserer Agenda. Die Gärten, die 1906 von Dr. Jochim Cavallo zum Teil nach historischem Vorbild neu angelegt und von seinen Nachfahren erweitert wurden, präsentierten sich in einem makellosen Pflegezustand.


der Potager nach alten Vorlagen

Erfreulich, dass auch der Potager, der formale Küchengarten, der direkt aus dem architektonischen Buch Les plus excellents Bastiments de France von Du Cerceau aus dem 16. Jahrhundert zu stammen scheint, inzwischen komplett organisch bewirtschaftet wird.


Detail des Küchengartens

Nach diesem Gartenbesuch konnten wir uns auf dem Ziegenhof Le Vazereau vergewissern, dass die französische Käsekultur ihren ausgezeichneten Ruf zu Recht besitzt. Gatien Laurent Vazereau zeigte uns nicht nur seine Ziegen, die sich offensichtlich sehr wohl fühlten, sondern erläuterte uns auch die Besonderheiten des herkunftsgeschützten Sainte Maure de Touraine, eines Rohmilch-Ziegenkäses in Rollenform mit dem charakteristischen Strohhalm im Zentrum.


die Ziegen von Le Vazereau

Danach ließ er uns seine köstlichen Produktionen ausgiebig verkosten. Außerdem erfuhren wir ganz nebenbei, dass die Tradition der Ziegenhaltung und Käsebereitung in dieser Region auf die Araber zurückgeht, die hier nach der Niederlage ihres Heeres im Jahr 732 bei Poitiers ihre Frauen und Haustiere zurückließen und aus deren Sprache sich wahrscheinlich auch der Familienname der Hofbetreiber ableitet.


die Ziegenkäsespezialitäten von Le Vazereau konnten auch Skeptiker überzeugen

Im Park und in den Gärten des Château du Riveau stellten Rosen und Märchen die Hauptthemen dar. In 14 Märchengärten, wie dem Gemüsegarten von Gargantua, dem Garten von Rapunzel und dem Zauberwald wurden die Themen traditioneller Märchen und fantastischer Erzählungen facettenreich umgesetzt.


fantasievolle Figuren bevölkern die Märchengärten von Château du Rivau

Die über 450 Rosensorten waren leider noch nicht auf dem Höhepunkt ihrer Blütezeit, doch konnten wir bereits einigen Nasen voll der köstlichen unterschiedlichsten Rosendüfte genießen und uns an der Bepflanzung aus Stauden und Zwiebelpflanzen erfreuen.


Eremurus macht den Schlosstürmen Konkurrenz

Der folgende Tag war ganz dem Internationalen Gartenfestival von Chaumont sur Loire gewidmet und reichte doch kaum aus, um hier alles zu sehen. Vor der Kulisse des historischen Loire-Schlosses präsentierten sich die Ausstellungsgärten, die in diesem Jahr unter dem Motto „Paradies“ standen, und zahlreiche Interpretationen dieses Begriffes boten. Das Ausstellungsgelände präsentierte sich in einem mehr als perfekten Pflegezustand, doch wurde unser Erleben dadurch getrübt, dass wir Zeuge wurden, auf welche Weise dieser Zutand offenbar erreicht wird: die Begleitpflanzungen werden vollständig in Kunststoff-Gewebesäcken vorkultiviert und bei Bedarf ausgelegt und wieder eingesammelt. Dieses alles andere als nachhaltige Zugeständnis an einen minimalen Pflegeaufwand vor Ort ist nur unter Einsatz von enormen Mengen Kunststoff möglich und stand im Widerspruch zur Problematisierung des Themas „Plastik“ in einem der Ausstellungsgärten.


einer der Ausstellungsgärten problematisierte das Thema Plastik

Versöhnt wurden wir durch den wunderschönen Park rund um das Schloss mit Blick auf die Loire und einem beeindruckenden Baumbestand, der zahlreiche Landart-Kunstwerke beherbergt.


im Park von Chaumont

Am nächsten Morgen wurde es mit dem Besuch der Pilzhöhle Le Saut aux Loups noch einmal kulinarisch. Hier erfuhren wir nicht nur viele interessante Einzelheiten zur Pilzkultur, sondern auch viele Details zur Gewinnung des Kalksteins, aus dem an der Loire Schlösser, Kirchen und Häuser gebaut sind.


Erläuterungen zum Abbau von Kalkstein

Nach einer Mittagspause in Tours statteten wir dem weltberühmten Schloss Chenonceau mit den Gärten von Katharina de Medici und Diane de Poitiers, dem Park mit dem Labyrinth und dem Blumen- und Gemüsegarten einen Besuch ab.


Blick über den Garten von Diane de Poitiers auf das Schloss

Die einmalige Lage dieses in harmonischen Proportionenerbauten Schlosses als Brücke über dem Cher übt auf Besucher einen unwiderstehlichen Reiz aus.

Am nächsten Tag machten wir uns wieder auf den Rückweg in Richtung Deutschland und besuchten als letzten französischen Gaten den Jardin de Roquelin. Hier in seinem Garten voller üppiger Rosensträucher und Stauden, belebt von zahlreichen gefiederten Bewohnern, empfing uns Besitzer Stephane Chassine gastfreundich mit einem Picknick.


der Rad schlagende Pfau passt harmonisch zur Bepflanzung

Sandwiches, Käse, selbstgebackene Pithiviers-Torte und ein Glas Wein sorgten für einen rundum angenehmen Aufenthalt an diesem wahrhaft paradiesischen Ort.


Picknick im Jardin Roquelin

Nach einer letzten Zwischenübernachtung in Metz stand als letzte Station unserer Reise der Garten Hortvs von Peter Janke auf unserem Programm. Ganz offensichtlich angeregt von den Erfahrungen, die er im Garten der „Grand Old Lady“ der englischen Gartenkultur, Beth Chatto, sammeln konnte, hat Peter Janke in Hilden bei Düsseldorf seine ganz eigene Interpretation ihrer Maxime der „right plant right place“ umgesetzt und zahlreiche kreative Stauden- und Gehölzkombinationen entwickelt.


der Kiesgarten in Peter Jankes Hortvs

Im Hinblick auf Staudenreichtum und Einfallsreichtum bei deren Verwendung bildete dieser Garten zum Abschluss noch einmal einen Höhepunkt unserer Reise.


im Silbergarten

 

Trauriges Ereignis bei den Schafen

Am 30. April fanden mein derzeitiger kanadischer Wwoofer Javaid und ich mein Leitschaf Lotti tot auf der Weide. Ich war vollkommen überrascht, denn noch zwei Tage zuvor hatte Lotti die ganze Herde wie gewohnt angeführt, als wir die Weide wechselten. Auch am nächsten Morgen war noch alles in Ordnung, und Lotti kam wie immer als erste an den Zaun.

Da sie offenkundig kerngesund war, drängt sich der Verdacht auf, dass sie sich vergiftet hat – allerdings ist mir vollkommen unklar womit. Eine Kontrolle der gesamten Weide brachte keine Erkenntnis.

Lotti war ein ungewöhnliches Schaf, die von Jugend an zeigte, dass sie bereit war, die Herde anzuführen. Sie hatte offenkundig Spaß an „besonderen Aufgaben“ und stand immer sofort vor mir, wenn ich mit der Leine zur Weide kam.

Nun sind ihre beiden Lämmer mutterlos zurückgeblieben. Wenigstens sind sie alt genug, um auch ohne Milch überleben zu können. Für Lotti einen Ersatz als Leitschafun zu finden, wird sicher nicht einfach, und auch sonst fehlt sie einfach inder Herde.

 

Lammzeit

Mitte März fing in diesem Jahr die Lammzeit bei mir an – wenn ich das eine Lamm nicht rechne, das von Mutterschaf Grid einen Monat früher außer der Zeit geboren wurde, da sie im Herbst bereits gedeckt zu mir gekommen war. Vom 15. März an ging es dann Schlag auf Schlag, und keine zwei Wochen später tollten bereits 30 kleine schwarze Lämmer über die Weide. Einige Eindrücke von der diesjährigen Lammzeit folgen:


Tilda war in diesem Jahr eine der Ersten.


Während bei Liese die Geburt beginnt…


…ist Momos erstes Lamm schon da.


Lieses Erstgeborenes sucht bereits nach dem Euter…


…da hat Momo schon ihr zweites Lamm geboren.


Doch auch bei Liese gibt es noch ein zweites Lamm…


…und bei Momo schließlich drei.


Magda ist sehr besorgt um ihre Lämmer.


Auch das gehört zur Lammzeit: Annika sammelt die Nachgeburten ein.


Lottis zweites lamm ist winzig.


Entspannen in der Heuraufe.

Doch es gibt nicht nur schöne Momente in der Lammzeit. So hat eines von Momos Drillingen  leider nicht überlebt, und auch bei zwei anderen Schafen gab es Totgeburten. Aber auch das gehört dazu, und man muss lernen, sich an den Lämmern zu freuen, die es schaffen und springlebendig über die Weide tollen.

 

Das erste Lamm

Etwas unerwartet kam in diesem Jahr das erste Lamm. Schon am 12. Februar lag das kleine schwarze Etwas im Schafunterstand. Ich selber war an dem Tag nicht zu Hause, aber Wwoofer Tom hatte alles im Griff.

Die Mutter ist ein Schaf, das ich von einem Freund übernommen habe. Als sie zu mir kam, ließ sie sich von meinem Zuchtbock nicht decken. Die naheliegende Erklärung war, dass sie bereits gedeckt war. Das hat sich nun bestätigt. Bis die anderen Lämmer ab Mitte März geboren werden, wird die Kleine schon deutlich gewachsen sein und den anderen als große Schwester zeigen können, wo es langgeht.

Tom mit dem kleinen Lamm