Die Schafe sind ihre Wolle los

Die Schafe sind inzwischen ihre Wolle los, und darüber sind sie heilfroh. Morgens haben wir die Schafe in den Unterstand gebracht, und dann hieß es erst einmal: Warten auf den Frisör.vor der Schur

Wie in jedem Jahr hat Herr Schäfer die Mutterschafe, Böcke und Jährlinge routiniert und schnell von ihrer Wolle befreit.

Schafschur

Die Qualität der Vliese ist in diesem Jahr außerordentlich gut, und es gibt kaum verfilzte Stellen. Da werden sich alle Handspinnerinnen freuen, die bereits Vliese vorbestellt hatten.

die Vliese

Nach dem Scheren sehen die Lämmer auf einmal viel größer aus.

nach der Schur

Impressionen von der Gartenreise „Frühling in der Toskana“

Bereits im April fand meine erste diesjährige Gartenreise mit Ziel Toskana statt, auf der eine Vielzahl historischer Gärten und Villen sowie Städte wie Florenz, Lucca und Siena, eine liebliche Landschaft und nicht zuletzt die hervorragende Küche der Region auf dem Reiseplan standen.

Mit dem Zug ging es zunächst nach München und von dort aus mit dem Bus über die Alpen, wo wir am ersten Abend den Garten im Schatten des Paradeis des Weingutes Lageder erreichten. Diesen Gartenbesuch schlossen wir mit einem Gläschen ausgezeichneten Weines ab und stimmten uns so auf die weitere Reise ein.

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eine beeindruckende weiße Wisteria beim Weingut Lageder

Am nächsten Morgen fuhren wir weiter nach Süden. Im toskanischen Apennin machten wir einen Mittagsstopp im Agrituriosmo Massoserpente, wo wir bei einem reichlichen Mittagessen eine erste Begegnung mit der ausgezeichneten toskanischen Küche hatten.

Massoserpente

„Pranzo toscano“ – Mittagessen auf toskanische Art

Danach stand ein Besuch der Villa Gamberaia mit ihrem überaus harmonischen Garten mit dem berühmten Wasser-Parterre auf dem Programm.

Villa Gamberaia

Das berühmte Wasserparterre der Villa Gamberaia“

Der nächste Tag stand ganz im Zeichen der Medici-Villen und führte uns nach Florenz. Der erste Besuch galt der Villa Medicea di Castello mit ihrer enormen Sammlung an Zitrusfrüchten in Terracotta-Kübeln und dem ursprünglich von Tribolo geplanten Rennaissance-Garten.

agrumi a castello

eine historische Zitrussorte aus der Agrumi-Sammlung der Villa Medicea di Castello

In der etwas oberhalb gelegenen Medici-Villa La Petraia waren es vor allem das Innere der einst von König Vittorio-Emmanuele bewohnten Räume und die Garten-Darstellungen von Giusto Utens, die den Besuch hier so spannend machten.

La Petraia

Der mit einem Glasdach überspannte Innenhof der Villa La Petraia

Nach diesen Gartenbesuchen machten wir einen Abstecher zum Weingut La Fattoria di Bacchereto, wo uns Besitzerin Rossella Bencini in ihrem Haus aus dem 17. Jahrhundert mit einem köstlichen Mittagsimbiss empfing und voller Begeisterung über ihre Weine, den Carmignano und den Vin Santo, erzählte, bevor wir uns von ihrer ausgezeichneten Qualität selbst überzeugen durften.

Fattoria di Bacchereto

Blick auf die Olivenöl-Krüge der Fattoria di Bacchereto

In der Nähe von Lucca liegt die Villa Reale di Marlia, in der einst die Schwester Napoleons, Elisa Baciocchi, residierte und zusätzlich zu der vorhandenen barocken Anlage einen Landschaftsgarten anlegen ließ.

Marlia grotto del pan

Die Grotte des Pan im Garten der Villa Reale di Marlia

Der Nachmittag stand dann für einen ausgiebigen Stadtbesuch in Lucca zur Verfügung. Hier genossen die Reiseteilnehmer nicht nur den Sonnenschein in Palazzo und Giardino Pfanner, sondern auch den Bummel durch die historische Stadt mit ihren vollständig erhalten gebliebenen Stadtmauern.

Palazzo Pfanner

Palazzo Pfanner in Lucca

Mit dem Zug erreichten wir am Folgetag Florenz, wo wir nach einer Stadtführung den am Arnohang liegenden Giardino Bardini besuchten, von dem aus man einen atemberaubenden Blick auf den Dom und die Altstadt von Florenz hat.

Firenze dal Giardino Bardini

Blick vom Giardino Bardini auf den Dom von Florenz

Danach ging es in den Giardino di Boboli, der einst für Eleonore von Toledo, die Frau Cosimo I. de‘ Medici, angelegt worden war.

Boboli

Der mit Zitrustöpfen bestandene Isolotto im Giardino di Boboli

Von unserem Hotel aus noch einmal in Richtung Lucca liegt die Villa Torrigiani, deren Garten ebenso wie die einstmals schlichte Renaissance-Fassade im 17. Jahrhundert von ihrem Besitzer nach dem Geschmack des französischen Barock umgestaltet worden war.

Villa Torrigiani

Die Villa Torrigiani mit ihrer barocken Fassade

Nach einem wiederum köstlichen – und typisch toskanischen – Mittagsimbiss wurden wir im Gartenbaubetrieb Oscar Tintori bewirtet. Danach wurde uns die ganze Vielfalt der historischen Zitrussorten präsentiert, die in den Gärten der Medici eine so bedeutende Rolle gespielt hat. Wohl kaum einer der Mitreisenden hatte mit einer solche Sortenvielfalt in dieser Pflanzengruppe gerechnet.

Oscar Tintori

bei Oscar Tintori hängt der Himmel voller Zitronen

Danach führte uns der Weg durch die wunderschöne Landschaft des Chianti in Richtung Siena. Auf dem Weg statteten wir dem Terracotta-Fabrikanten Cotto-Ref einen Besuch ab und ließen uns die Kunst der Herstellung von Terracotta-Kübeln zeigen, bevor wir unser Hotel am Fuße der historischen Festung von Monteriggioni bezogen.

Cotto Ref

die Terracotta-Ausstellung von Cotto Ref in Impruneta

Am nächsten Morgen galt unser Besuch der Villa Chigi in Cetinale. Hier beeindruckte die Reisenden nicht nur die steile Treppe und der grandiose Ausblick von der hoch über dem Garten gelegenen Einsiedelei, sondern auch der perfekt gepflegte Garten, in dem sich Stilelemente italiensicher Renaissancegärten mit solchen aus englischen Gärten des 20. Jahrhunderts auf harmonische Weise mischen.

Villa Chigi

im Garten der Villa Chigi in der Nähe von Siena

Danach besuchten wir Siena mit seinem hufeisenförmigen Hauptplatz, der Piazza del Campo, und dem beeindruckenden Dom.

Siena

Piazza del Campo in Siena

Am nächsten Morgen statteten wir zunächst Monteriggioni einen Besuch ab. Die Festung war einst von den Sienesen zur Verteidigung gegen die Florentiner gebaut worden.

Monteriggioni

Blick auf die Festungsmauern von Monteriggioni

Danach fuhren wir nach Fiesole und hatten von der Villa Medici aus einen grandiosen Blick auf Florenz, genauso wie es der Architekt der Villa, Michelozzi, bereits im 15. Jahrhundert geplant hatte.

Villa Medici Fiesole

Villa Medici in Fiesole mit atemberaubender Lage

Nach einer ausgiebigen Mittagspause und der Gelegenheit, in einem der zahlreichen Restaurants bei schönstem Sonnenschein unter freiem Himmel noch einmal die toskanische Küche zu genießen, ging es mit Zwischenstopp in Verona über München zurück nach Bremen, wohin wir (zumindest für den folgenden Tag) ein wenig toskanischen Sonnenschein mitbrachten.

Weitere Einzelheiten zum Reiseablauf der Reisen finden Sie unter Termine.

Neues aus dem Garten

Bis spät in den Herbst des letzten Jahres hinein verrichtete der Buchspilz, Cylindriocladium buxicola, bei mir im Garten sein Zerstörungswerk. So musste fast der gesamte Buchs aus dem Garten weichen. Den Rahmen um meinen Kräutergarten hatte ich bis auf die beiden Kugeln am Eingang bereits Jahr davor entfernt.

geschaedigter-Buchs-Kraeutergarten

Im Herbst mussten dann auch diese weichen, so dass der Kräutergarten nun gänzlich ohne Rahmen war.

Kraeutergarten-ohne-Buchs

Auch die große „Buchswolke“ vor dem Haus bot seit dem Sommer keinen schönen Anblick mehr.

geschaedigter-Buchs

Hier war das Roden ein geradezu historisches Ereignis, hatte ich diesen Buchs doch bereits bei meinem Einzug vor 24 Jahren im Garten vorgefunden.

Niels rodet den Buchs

Niels gräbt den Buchs aus

Inzwischen ist die Buchsumrandung des Kräutergartens durch Zwergeiben ersetzt worden.

Kraeutergarten-mit-Eibe

Ist der neue Rahmen auch noch klein, so ist die Wirkung doch ganz erstaunlich.

Kraeutergarten-mit-Eibe-von-oben

So machte es auch wieder Freude, im Kräutergarten zu arbeiten und Neus zu pflanzen. Das Ergebnis ist sehr befriedigend.

Kraeutergarten Juni 2016

der Kräutergarten im Juni

Clara

Mitte Januar ist mein langjähriges Leitschaf Clara im Alter von 10 Jahren gestorben. Für mich geht damit in meiner Schafhaltung ein Abschnitt zuende, war Clara doch ein besonders intelligents, ja überhaupt ein besonderes Schaf.Clara-Januar-2013

Bereits 2008, als junges Schaf, das noch nicht gelammt hatte, zeigte Clara ihre ungewöhnlichen Führungsqualitäten, als ich sie zur Grünen Woche nach Berlin mitnahm. Seitdem hat sie mit mir zusammen stets die Herde angeführt, wenn es auf eine andere Weide ging. Sie war ungewöhnlich verständig und schien stets zu wissen, was ich von ihr wollte.

Leider war es weder mir noch dem Tierarzt gelungen herauszufinden, was Clara fehlte. Nach ihrem Tode stellte sich heraus, dass sie offenbar an einer Eichelvergiftung gestorben ist.

Einige Eindrücke aus Claras Leben sind hier zu sehen.

Alte Obstsorten neu entdeckt – für Niedersachsen und Bremen

Mit dem neu erschienenen Buch über Alte Obstorten für Niederschsen und Bremen wird endlich eine Lücke geschlossen, gab es doch bislang keine Veröffentlichung mit Empfehlungen für geeignete Obstsorten für diese Region.

Wesentliche Passagen des Textes wurden übernommen aus Hans-Joachim Bannier: „Alte Obstsorten für Westfalen und Lippe“, 2. Auflage. Redaktionell überarbeitet und mit Beiträgen erweitert wurde das Buch von Eckart Brandt, Annette Braun-Lüllemann, Sabine Fortak, Dr. Ute Hoffmann-Deterding, Michael Ruhnau, Marita Tjarks und Jens Türschmann.

alte-obstsorten-neu-entdeckt-niedersachsen-bremenDas umfangreiche Nachschlagewerk für Obstwiesenbesitzer bis Hobbygärtner umfasst:

Sortenlisten, regional und überregional für Äpfel und Birnen, Pflaumen, Zwetschen, Renekloden und Mirabellen, Süß- und Sauerkirschen, Pfirsiche und Aprikosen

– Abbildungen und ausführliche Beschreibungen der Sorten

– Anforderungen an streuobsttaugliche Obstsorten

– Empfehlungen zu den Standorten von Niederung bis Höhenlage, von Moor bis Sand

– Professionelle Hinweise zu Planung, Pflanzung und Schnitt

– Verfahren, um Schäden zu beseitigen und zu verhindern

– Maßnahmen gegen Schädlingsbefall

– Umfangreiche Adressensammlung zu Obstbaum- und Reiserkauf, Sortenbestimmung und Mosten, Vereinen und Bodenuntersuchung

Autoren-Sortenbuch-HB-Niedersachsen

die Autoren des Sortenbuchs v. l. n. r.: Eckart Brandt, Marita Tjarks, Sabine Fortak, Dr. Ute Hoffmann-Dterding, Michael Ruhnau (es fehlen: Hans-Joachim Bannier, Annette Braun-Lüllemann und Jens Türschmann)

Alte Obstsorten neu entdeckt für Niedersachsen – Bremen Sortenwahl, Pflanzung, Pflege
Redaktion: Sabine Fortak
Herausgegeben vom Pomologen-Verein Niedersachsen-Bremen mit Unterstützung der Bingo-Umweltstiftung Niedersachsen
© 2013 Verlag Atelier im Bauernhaus
In der Bredenau 6
28870 Fischerhude
ISBN 987-3-88132-386-4
208 Seiten

Das Buch ist zur Zeit vergriffen, eine Neuauflage ist geplant. Diese kann nach Erscheinen im Online-Shop des Pomologen-Vereins bestellt werden.

Kunst & Genuss am Ostefluss

Kunst und Genuss gehören zusammen! Dieses Buch verbindet norddeutsche Malerei mit Krimis und Kurzgeschichten sowie Reportagen über den Anbau naturnaher Lebensmittel im Einzugsbereich der Oste und ihre Vertreter.

Alles über: Holunder – Das Schaf – Buchweizen – Korn – Kartoffel – Huhn & Ei – Das Hausschwein – Die Kuh – Der Apfel – Kürbis & Co. – Fisch

Weitere Einzelheiten zum Inhalt finden Sie hier.

Im Kapitel über das Schaf hat Annette Freudling eine Reportage über meine Schafe geschrieben, und zum Thema Apfel enthält das Buch auch einen Beitrag über meine Sammlung alter Apfelsorten in Bülstedt.

Mit 27 Rezepten zum Nachkochen oder -backen. Herausgegeben von Wolf-Dietmar Stock und Annette FreudlingKunst&Genuss-Oste

Festeinband, 272 Seiten ISBN 978-3-88132-231-7, 19,80 €

Zu beziehen ist das Buch hier

Und hier das Rezept, das ich für dieses Buch beigesteuert habe:

„Weinende Keule“ – Keule mit Kochbirnen und Kartoffeln im eigenen Saft

Für dieses Rezept kann man natürlich eine Lammkeule verwenden. Doch eignet sich genauso gut die Keule eines älteren Schafes oder Bockes. Der Name des ursprünglich französischen Rezeptes, das ich hier etwas abgewandelt habe, rührt daher, dass Keule, Kartoffeln und Birnen ohne Flüssigkeitszugabe im reichlich austretenden Saft garen.

Zutaten: 1 Keule, 150 g gestreifter Speck in dünnen Scheiben, einige Knoblauchzehen, längs in dünne Stifte geschnitten, Kartoffeln nach Belieben, 1 Wurzel, 2 Zwiebeln, 1 Zweig Rosmarin, 2 Zweige Thymian, 2 Lorbeerblätter, Salz, frisch gemahlener Pfeffer, 1 Dutzend ungeschälte und unzerteilte kleine Kochbirnen (zur Not noch nicht ganz reife in Stücke geschnitteneTafelbirnen)

– Einen gusseisernen Schmortopf mit Speckscheiben auslegen (einige zurückbehalten)

– Die Keule gut entfetten und mit Knoblauchstiften spicken

– Die geschälten Kartoffeln in Scheiben schneiden und mit der gewürfelten Wurzel und der in Ringe geschnittenen Zwiebel mischen, mit Pfeffer, Salz, Rosmarin, Thymian und Lorbeer mischen und in den Topf füllen.

– Die Keule auf die Kartoffeln setzen und mit den zurückbehaltenen Speckscheiben bedecken.

– Die Kochbirnen um die Keule verteilen und den Deckel aufsetzen

– Die Keule im gut verschlossenen Schmortopf bei niedriger Temperatur (es genügen 90 °C) 6 – 7 Stunden lang garen. Auf eine Stunde mehr kommt es bei dieser Garmethode nicht an.

Guten Appetit!

Impressionen vom Gartentagesausflug 2015 „Gärten und Musik – Rosenlust und Tulpenwahn“

Am 14. Juni 2015 waren wieder einmal Schloss und Park von Wrisbergholzen Ziel eines Tagesausflugs. Auf dem Weg dorthin machten wir Halt im Garten von Frau Hantelmann, die an diesem Tag zu einem Rosenfest geladen hatte.

Garten Hantelmann

Der blaue Garten

Tatsächlich präsentierten sich ihre Rosen prächtig, und auch der übrige Garten fand viel Zuspruch bei den Mitreisenden.

Buff Beauty

Rosenpracht im Garten Hantelmann

In Wrisbergholzen führte uns Landschaftsplaner Jens Beck durch den Schlosspark und erläuterte uns seine Geschichte. Anschließend durften wir einen Blick in das historische Fliesenzimmer des Schlosses werfen. Die Fliesen sind in der damaligen Fayence-Manufaktur des Schlosses hergestellt worden, die wir uns ebenfalls anschauen konnten. Nach diesem ausgiebigen Besichtigungsprogramm gab es Kaffee und köstlichen Kuchen in der inzwischen restaurierten Orangerie des Schlosses.

Motivfliese Wrisbergholzen

im Fliesenzimmer in Schloss Wrisbergholzen

Einen schönen Abschluss fand diese Tagestour mit einem Konzert des Barockensembles „Les Joyeux“ in der zum Schloss gehörenden Kirche. Das Konzert stand passenderweise unter dem Motto „Tulpenwahn“ und zeichnete musikalisch den Weg der Tulpe vom Orient bis nach Europa nach.

Impressionen vom Gartentagesausflug 2015 „Stauden-Verlockungen in Holland“

In die Provinz Groningen führte der Tagesausflug am 25. Juli.2015. Die Gärten unserer holländischen Nachbarn sind inzwischen für ihre Qualität ebenso bekannt wie die Staudengärtnereien für ihr reichhaltiges Angbot. So war es kein Wunder, dass sich eine recht große Gruppe Interessierter zusammengefunden hatte, um sich in Holland Inspirationen zu holen.

Zunächst stand der Garten des Ehepaares de Winter auf dem Programm. Hier beeindruckte vor allem die große Zahl an prächtigen Kübelpflanzen wie Fuchsien, Thundbergia, Melianthus und viele andere. Im zweiten Teil des Gartens gab es üppige Staudenpflanzungen mit farblich sehr harmonischen Kombinationen um einen eingesenkten Teich zu sehen.

 Tuin de Winter

Fuchsienparade im Tuin de Winter

Unsere Mittagspause machten wir dann in der Gärtnerei De kleine Plantage. Hier gab uns Eric Spruit eine kleine Einführung in die Philosophie der Gärtnerei und erklärte uns den wunderbar gestalteten Garten, in dem er und seine Frau, Fleur, zeigen, wie man die Stauden ihres Sortimentes im Garten vorteilhaft verwenden kann. Wen konnte es da noch verwundern, dass sich die meisten der Mitreisenden vom reichhaltigen Sortiment verlocken ließen und etliche Stauden für den eigenen Garten kauften?

De kleine Plantage

Staudenpflanzung im Garten der kleinen Plantage

Den Abschluss unseres Ausflugs machte schließlich De Tuinerie. Hier hat Gartengestalterin Alie Stoffers auf nur 1200 qm einen vor Farben und Formen nur so strotzenden Garten gestaltet. In den einzelnen durch Hecken aufgeteilten Gartenräumen waren Rabatten zu den unterschiedlichsten Themen zu bestaunen, wobei die Kombinationen offenbar von der sicheren Hand einer Expertin stammen. Besonders reizend war der kleine formale Küchengarten am Ende des Gartens mit seinen Spalieren und den farblich abgestimmten Beetgevierten.

De Tuinerie

Staudenrabatte in Rosa- und Rottönen in der Tuinerie

Impressionen von der Gartenreise 2015 in die westliche Normandie und auf die Kanalinseln

Anfang Juli fand meine erste Gartenreise in 2015 statt. Ziele waren wegen der großen Nachfrage im vergangenen Jahr noch einmal die westliche Normandie und die Kanalinseln Guernsey und Sark.

Auf dem Weg dorthin machten wir einen ersten Gartenbesuch in der Nähe von Apeldoorn im Verborgen Tuin von Bert Loman. Hier überzeugte nicht nur die geschickte Aufteilung des Gartens, die ihn insgesamt viel größer erscheinen ließ, als er in Wirklichkeit ist, sondern es faszinierten vor allem die Objekte, die der gelernte Dekorateur aus verschiedensten Naturmaterialien anfertigt. Dabei erscheinen Samen, Blüten- und Fruchtstände, Rindenstücke und Federn in einem ganz neuen Licht.

Verborgen Tuin

Verborgen Tuin

Am nächsten Tag besuchten wir etwas westlich von Rouen das Château de Boutemont, ein Renaissance-Schloss aus dem 16. Jahrhundert. Es liegt inmitten eines formal gestalteten Gartens, der Anfang des 20. Jahrhunderts angelegt und seitdem kontinuierlich weiter entwickelt wurde, wobei Gebäude und Gartenanlage eine harmonische Einheit bilden.

Chateau de Boutemont

der Garten des Château de Boutemont

Am Abend erreichten wir Granville an der Westküste der Normandie. Vom Frühstücksraum unseres Hotels aus hatten wir einen wunderbaren Blick auf das Meer.

Blick auf das Meer vom Hotel

Frühstück mit Meerblick

Der folgende Tag führte uns in die Region um die historische Stadt Bayeux. Hier besuchten wir zunächst den Jardin de Castillon-Plantbessin. Diesen Garten als Schaugarten einer Baumschule und Gärtnerei zu bezeichnen, weckt vollkommen falsche Vorstellungen, denn die Anlage ist überraschend persönlich gestaltet, und die Verwendung der Pflanzen zeugt vom Geschick und den Kenntnissen der Besitzerin, Mme Sainte-Bevue.

Italienischer Garten Castillon Plantbessin

Die große Staudenrabatte des Jardin Castillon Plantbessin

Nach diesem Gartenbesuch stand erst einmal eine ausgiebige Mittagspause in der historischen Altstadt von Bayeux mit dem restaurierten Gerberviertel auf dem Programm. Hier war ausreichend Zeit, durch die Straßen der Altstadt zu bummeln und z. B. eine Gallette mit einem Glas Cidre zu genießen oder den fast 1000 Jahre alten Teppich von Bayeux anzuschauen.

Bayeux

Das Gerberviertel von Bayeux

Danach sorgte der zweite Garten an diesem Tag für einen anregenden Kontrast. Die Anlage rund um das Château de Brécy aus dem 17. Jahrhundert ist perfekt gepflegt und verweist in ihrer Formsprache noch auf die Renaissance.

Chateau de Brecy

Der terrassierte Garten des Château de Brécy

Auf dem Weg zum Fährhafen St. Malo stand am nächsten Tag der Besuch der Ferme des Aulnays auf dem Programm. Auf diesem biologisch wirtschaftenden Hof machen Annie et Jérôme Legoff aus der Milch ihrer Jersey-Kühe köstlichen Camembert.

Jerseys Ferme des Aulnays

Die Jersey-Kühe der Ferme des Aulnays

Bevor wir uns von dem sympathischen Ehepaar verabschiedeten, um uns nach Guernsey einzuschiffen, deckten wir uns noch mit einem Karton Camemberts und einigen Flaschen Cidre für ein Picknick an Bord ein.

Camembert Ferme des Aulnays

Camembert im Reiferaum der Ferme des Aulnays

In St. Peter Port auf Guernsey angekommen, ging es über die engen Straßen der malerischen Insel zu Jennifer Monachan und ihrem Garten La Petite Vallée. Die enthusiastische Gärtnerin führte uns durch ihr üppiges Reich mit seiner subtropisch anmutenden Vegetation.

Petite Vallee

Subtropische Gewächse in La Petite Vallée

Am Abend erreichten wir unser Hotel am Icart Point, nur wenige Schritte vom Küstenwanderweg entfernt, mit einem herrlichem Blick auf die Steilküste Guernseys.

Guernsey Steilkueste

Blick auf die Südküste von Guernsey

Am nächsten Tag stand ein Tagesausflug auf die Nachbarinsel Sark auf dem Programm. Hier war der Garten des Seigneur von Sark unser Ziel. Der ummauerte ehemalige Küchengarten war ein einziger Farbrausch. Vieles, was bei uns nur als Kübel- oder Zimmerpflanze gedeiht, sprießt hier üppig im Schutz der Mauern.

La Seigneurie Sark

La Seigneurie auf Sark

Nach dem Gartenbesuch erkundeten wir die Insel mit der Pferdekutsche, dem einzigen Transportmittel außer den Traktoren.

Kutschfahrt Sark

Kutschfahrt auf Sark

Geradezu dschungelhaft präsentierte sich am nächsten Tag der Garten Mille Fleurs ganz im Westen der Insel. Wegen des milden Klimas gedeihen hier selbst Baumfarne und andere Pflanzen von der Südhalbkugel.

Mille Fleurs

Baumfarne in Mille Fleurs

Von hier aus machten wir uns zu James Meller auf, dem einzigen Cider-Produzenten der Insel. Hier wurden wir nicht nur aufs Köstlichste bewirtet (ein herzlicher Dank an seine Frau Emma!), sondern wir schauten uns auch seine Apfelplantagen an, die den Grundstoff für seinen Rocquette-Cider liefern.

Picknick bei Rocquette Cider

Picknick bei Rocquette Cider

Während ein Teil der Reisegruppe das Wohnhaus von Victor Hugo in St. Peter Port besuchte, schauten sich die übrigen Mitreisenden in der kleinen Hafenstadt um. Wir beschlossen den Tag mit dem Besuch des mitten in der Stadt gelegenen Gartens Grange Court. Zum Abschluss lud uns Gartenbesitzer und Hausherr Pat Johnson hier zu einem Apéritif als Einstimmung auf den Abend ein.

Grange Court

Grange Court

Am nächsten Vormittag gab es noch einmal Zeit für einen ausgiebigen Stadtbummel in St. Peter Port, bevor uns das Schiff zurück in die Normandie brachte. In der Stadt fielen vor allem die fast an jedem Gebäude angebrachten prächtigen Sommerblumenarrangements in Hanging Baskets und Pflanztrögen auf.

Blumenschmuck St. Peter Port

Blumenschmuck in St. Peter Port

Den Abend genossen wir bei herrlichstem Sonnenschein in der alten Korsarenstadt St. Malo.

Auf dem Rückweg durch die Normandie machten wir wieder einen Abstecher zum Jardin Plume. Dieser zeitgenössische Garten hatte bereits auf der ersten Normandiereise auf dem Reiseplan gestanden, und alle, die ihn 2013 bereits gesehen hatten, waren gespannt, wie dieser Garten zu einer anderen Jahreszeit wirken würde. Die Mitreisenden wurden nicht enttäuscht, zeigte sich der Garten mit seinen Gräsern und Hochstauden doch in seiner ganzen sommerlichen Pracht.

Jardin-Plume

hochsommerliche Stimmung im Jardin Plume

Nach einer letzten Übernachtung in Lille ging es am folgenden Tag endgültig nach Hause zurück. Ein letzter Gartenbesuch galt De Dijkgard in den Niederlanden, wo uns Besitzerin Joke Vos mit einem köstlichen Lunch bewirtete. De Dijkgard wurde von seinen Besitzern, dem Ehepaar Vos, über die letzten 20 Jahre zu einer harmonsichen Anlage aus überraschend unterschiedlich gestalteten Gartenräumen entwickelt.

De Dijkgard

Staudenrabatte in De Dijkgard

Impressionen von der Gartenreise 2015 nach Wales

Anfang August 2015 war das Ziel einer meiner Gartenreisen das wenig bekannte Wales. Bereits auf dem Weg zur Fähre nach Zeebrügge stand ein erster Zwischenstopp im Garten von Lily und Fried Frederix in Persingen in den Niederlanden auf dem Programm. Ihr Garten, der um das Haus, genannt „die Villa„, angelegt ist, nutzte die schönen Ausblicke in die für holländische Verhältnisse hügelige Landschaft. Besonders beeindruckend war der jüngste Gartenteil, ein Präriegarten mit großzügigen Stauden- und Gräserflächen.

Tuin de Villa

Blick über den Teich zum Präriegarten des „Tuin de Villa“

Nach einer ruhigen Überfahrt mit der Nachtfähre nach Hull durchquerten wir am nächsten Tag England, um in den Norden von Wales zu gelangen. Dabei machten wir in zwei sehr unterschiedlichen Gärten Station. Beim ersten handelte es sich um Dove Cottage, eine Staudengärtnerei mit dazugehörigem Garten. Hier hatten Kim und Katie Rogers für englische Verhältnisse ungewöhnliche Stauden- und Gräswerkombinationen zusammengestellt, die einerseits „kontinentale“ Einflüsse aus niederländischen und deutschen Gärten nicht leugnen konnten, andererseits doch eine ganz eigene „wnglische“ Handschrift zeigten.

Dove Cottage

„englische“ Präriegarten-Kombination in Dove Cottage Garden

Ganz etwas Anderes fand die Gruppe dann in Henbury Hall in Cheshire vor. Inmitten eines englischen Parks mit friedlich grasenden Schafen thronte ein Landhaus im Stil von Palladios Villa Rotonda auf einer Anhöhe. Park und Küchengarten sind über die letzten Jahre mit viel Einsatz in alter Pracht wiedererstanden.

Henbury Hall

Blick in den Park von Henbury Hall

Am Abend erreichten wir dann mit Llundudno unser erstes Ziel an der Nordküste von Wales.

Von hier aus erkundeten wir in den folgenden Tagen die landschaftlich beeidnruckende Region um den Snowdonia Nationalpark und suchten hier einige Gärten auf. Bodysgallen Hall ist inzwiswchen in ein Luxushotel umgewandelt worden, doch der Garten mit einem wunderbaren Ausblick auf Conwy Castle wird immer noch hervoragend gepflegt.

Bodysgallen Hall

Bodysgallen Hall thront hoch über seinem Garten

Vorbei am Mount Snowdon, der sich leider in Wolken hüllte, ging es zum Garten des Architekten Sir Clough Williams-Ellis, Plas Brondanw, der alle Charakteristika eines Arts & Crafts Gartens zeigte. Hier ging es nicht um Pflanzenfülle und -vielfalt, sondern in erster Linie um grüne Architektur.

Plas Brondanw

Pldas Brondanw ist ein typischer Arts & Crafts Garten

Der folgende Tag bot mit dem Pflanzensammler-Garten Crûg Farm und dem zum National Trust gehörenden Bodnant Garden wieder zwei sehr unterschiedliche Gärten.

Crug Farm

bisweilen dschungelhaft wirkte der Garten von Crûg Farm

Waren in Crûg Farm jede Menge neu eingeführter Pflanzenschätze aus Japan, Korea und Thailand zu bewundern, so beeindruckten in Bodnant Garden die Ausblicke in das Conwy-Tal genauso wie die Vielfalt seltener Gehölze, die perfekt gepflegten Pflanzflächen und die Staudenrabatten.

Bodnant Garden

Bodnant Gardern ist zu Recht weit über die Grenzen von Wales hinaus bekannt

Danach durchquerten wir das ganze Land vom Norden bis an die Südküste. An der Grenze zu England schauten wir uns den zu recht berühmten Garten von Powis Castle mit seinen über 300 Jahr alten Formschnitteiben und den beeindruckenden riesigen Eibenhecken an.

Powis Castle

Powis Castle mit seinen Terrassengärten und den Formschnitteiben aus dem 17. Jahrhundert

Am Nachmittag waren die Cambrian Mountains unser Ziel, wo wir Bill Beasdale und Chava Richman und ihre Cider-Farm Prospect Orchard besuchten. Die beiden sympathischen jungen Leute zeigten uns ihr mit viel Optimismus betriebenes Projekt und ließen uns unterschiedlichste, traditionell hergestellte Cider (Apfelweine) verkosten. Am Abend erreichten wir unser Hotel an der Südküste.

Welsh Mountain Cider

Bill zeigt der Reisegruppe die Obstwiese von Welsh Mountain Cider

Von diesem Standort aus besuchten wir den Nationalen Botanischen Garten von Wales, der auf dem Gelände der heute nicht mehr existierenden Middelton Hall errichtet wurde. Beeindruckend ist hier vor allem das zur Jahrhundertwende gebaute Glashaus des Stararchitekten Norman Foster mit einer Pflanzenkollektion aus den unterschidlichen Gebieten der Welt mit einem mediterranen Klima.

Botanic Garden Wales

Norman Fosters Glashaus dominiert den Nationalen Botanischen Garten von Wales

In Aberglasney Garden waren die Mitreisenden vor allem dadurch beeindruckt, was hier innerhalb weniger Jahre aus dem beinahe komplett zur Ruine heruntergekommenen Landhaus neu entstanden ist. Überraschend war hier vor allem das Ninfarium, ein tropischer Garten inmitten der Maueren des alten Hauses.

Aberglasney Garden

Das Ninfarium im Innenhof von Aberglasney House

Am folgenden Tag hieß es, von Wales wieder Abschied zu nehmen. Auf dem Weg zum Fährhafen von Harwich in Ostengland besuchten wir mit Veddw House einen letzten privaten Garten in Wales, den die Besitzer durch fantasievoll geschnittene Hecken in unterschiedliche, beinahe labyrinthisch wirkende Räume unterteilt hatten.

Veddw House

Die Heckenkulisse vor dem schwarzen Wasserbecken

Eine vollkommen andere Ausstrahlung hatte der ebenfalls private englische Garten Ridleys Cheer, der durch seine Bepflanzung vor allem Gelassenheit und Ruhe ausstrahlte. Nach einem Abendessen in einem Pub in Nayland bestieg die Gruppe die Nachtfähre nach Hoek van Holland.

Ridleys Cheer

Sandwich-Lunch im Garten von Ridleys Cheer

Auf der Rückfahrt nach Bremen gab es am letzten Tag der Reise noch einen weiteren holländischen Garten zu sehen. Hier war es neben dem gekonnt gestalteten Garten auch die freundliche Bewirtung von Chris Bruinsma und seiner Frau, die für einen gelungenen letzten Gartenaufenthalt sorgten.

Garten Chris Bruinsma

Staudenpflanzung im Garten von Chris Bruinsma