Gartenkunst und Gartenlust in Potsdam und Berlin – ein kurzer Bericht

k-IMG_3879Meine letzte diesjährige Gartenreise führte uns vom 11. bis zum 14. August nach Potsdam und Berlin. Bereits auf dem Weg dorthin machten wir einen ersten Gartenbesuch bei Frau Warnat in Geitelde bei Braunschweig. Das Wetter war noch grau und kühl, aber der reich bestückte Staudengarten von Frau Warnat, der sich über zwei Grundstücke mitten im Dorf erstreckte, ließ das bald vergessen, zumal die Gartenbesitzerin und ihr Mann uns zu unserem mitgebrachten Picknick mit Kaffee und Tee versorgten.

k-IMG_3900Der nächste Garten am Rande von Spandau rief die Geschichte der deutsch-deutschen Trennung in Erinnerung, liegt er doch in der ehemaligen Exklave Eiskeller, und man erreicht ihn nur über den ehemaliegen Grenzpatroullienweg. Das Ehepaar Lüdke hat auf mehreren Wochenendgrundstücken einen vielfältigen Garten voller Besonderheiten angelegt. Beeindruckend waren vor allem die vielen Phloxe, deren Hauptblütezeit zwar vorbei war, die aber immer noch den Garten bestimmten.

In Potsdam bezogen wir am Abend unser Hotel, das inmitten der Altstadt gleich gegenüber dem Holländischen Viertel gelegen war und dessen Lage abendliche Spaziergänge durch die historischen Straßen Potsdams ermöglichte.

k-IMG_3941Am nächsten Morgen besuchten wir zunächst den Garten des Ehepaares Näser und bekamen das Lebenswerk zweier Gartenenthusiasten zu sehen, die ihre Gärtner-Laufbahn vor vielen Jahren in der nahe gelegenen Foersterschen Gärtnerei als Praktikanten begonnen hatten. Dr. Näser ist Staudenexperte und hat selbst etliche Sorten gezüchtet. Seine Frau ist eine große Liebhaberin von Fuchsien, die in über 100 prächtigen Exemplaren in Kübeln im ganzen Garten verteilt waren.

k-IMG_3952Nicht weit davon entfernt befindet sich der Garten von Karl Foerster mit seinem berühmten englisch inspirierten Senkgarten auf, der sich in hochsommerlicher Pracht zeigte. In der Staudengärtnerei gleich nebenan wurde manche Mitreisende schwach, so dass sich der Gepäckraum des Busses zunehmend mit Stauden füllte.

k-IMG_3966Den Park von Sanssouci mit dem Lustschloss Friedrichs II. und den berühmten Weinbergsterrassen nutzten wir für eine ausgedehnte Mittagspause. Danach gab es  genügend Zeit, den barocken Park mit den darin verteilten Schlossgebäuden sowie den ausgedehnten von Peter Josef Lenné gestalteten Landschaftsgarten zu erwandern .

k-IMG_4002Zum Abschluss des Tages ging es noch auf das Belvedere auf dem Pfingstberg, das von Friedrich Wilhelm IV. geplant worden war und – wenn auch in deutlich bescheideneren Ausmaßen – von Wilhelm I. vollendet wurde. Der Pfingstberg ist einer der weniger bekannten Orte in Potsdam, und das Belvedere wurde erst Ende der 90er Jahre vollständig restauriert. Von hier aus hat man einen wundervollen Blick auf die Stadt und die Havellandschaft.

k-IMG_4013Der dritte Tag unserer Reise führte uns nach Berlin, wo wir zunächst die ‚Gärten der Welt‘ in Marzahn besuchten. Für viele Mitreisende dürfte es eine Überraschung gewesen sein, am Rande einer Plattenbausiedlung diesen Park mit seinen zahlreichen überzeugenden Beispielen von Gärten anderer Kulturen vorzufinden. Besonders beeindruckend waren der Islamische Garten, der Chinesische Garten, der Japanische Garten und der Koreanische Garten.

k-IMG_4081Der Weg von Marzahn nach Dahlem bot uns die Möglichkeit einer Stadtrundfahrt, auf der die Ausdehnung und die Unterschiedlichkeit der einzelnen Stadtteile Berlins deutlich wurden. In Dahlem besuchten wir den weitläufigen Botanischen Garten mit seinen großen Gewächshäusern und dem BotanischenMuseum.

k-IMG_4104Danach ging es in die gleich nebenan gelegene ‚Königliche Gartenakademie‘ von Gabreiella Pape. Hier gab es neben qualitätsvollen Gerätschaften für den Garten auch interessante Schaupflanzungen und -gärten zu sehen, wie den erst kürzlich angelegten Japanischen Garten, und nicht zuletzt ein verlockendes Angebot von Pflanzen für den eigenen Garten zu Hause. Im Schatten alter Bäume stärkte sich die Gruppe abschließend bei Kaffee und Kuchen im Gartencafé, bevor es zurück ins Hotel ging.

k-IMG_4121An unserem letzten Tag besuchten wir zunächst noch den Garten des Gatrenhistorikers und Landschaftsarchitekten Clemens Alexander Wimmer in Potsdam. Herr Dr. Wimmer hat hinter seinem historischen Haus einen Garten mit vielfältigen historischen Anklängen angelegt, dessen Gestaltungsideen er uns eingangs erläuterte.

k-IMG_4129Von hier aus ging es noch zur Villa und zum Garten von Max Liebermann am Wannsee, die der Maler in vielen seiner Bilder festgehalten hat. Die Max-Liebermann-Gesellschaft hat sich große Mühe gegeben, insbesondere den Garten in den Zustand zurück zu versetzen, den die Bilder Max Liebermanns zeigen.

Danach brachen wir voll der unterschiedlichsten Eindrücke wieder zurück nach Bremen auf, und mancher Reisegast mag sich gefragt haben, ob wir wirklich nur vier Tage unterwegs waren.