Gärten, Kunst und (Ess)Kultur in Paris

Meine erste diesjährige Reise, die ich zusammen mit meiner Kollegin Nicola Hahn durchgeführt habe, war in mehrerlei Hinsicht eine Besonderheit. Zum einen standen Gärten bei dieser Fahrt nicht allein im Fokus, sondern auch die Architektur und Geschichte von Paris und – last but not least – die französische Küche, zum anderen hatten wir vor, uns in Paris mit öffentlichen Verkehrsmitteln fortzubewegen, da ein Reisebus in der Stadt eher hinderlich gewesen wäre.

Blick auf die Île de la Cité

Hin ging es daher mit dem Zug, und wider Erwarten klappte alles ohne Probleme, so dass wir am Abend unser zwar zentral, aber dennoch ruhig gelegenes Hotel Rosalie in der Nähe der Place d’Italie beziehen konnten. Bei unserem ersten Abendessen im Restaurant l’Entracte konnten wir uns gleich von der hohen Qualität der typischen Pariser Bistrot-Küche überzeugen.

Hotel Rosalie

Am nächsten Morgen starteten wir zu unserer Stadterkundung. Als erstes stand der Besuch der zwischen 1922 und 1926 im maurischen Stil erbauten Großen Moschee mit ihren Gärten auf unserem Plan, ein Ziel, das sicherlich nur von wenigen Paris-Touristen aufgesucht wird.

Das Minarett der Großen Moschee

Von hier aus begaben wir uns zum Jardin des Plantes und machten dabei einen Abstecher in eines der ältesten Bauwerke von Paris, die Arena von Lutetia. Dieses ehemalige römische Amphitheater ist heute ein höchst lebendiger Ort, wird es von den Kindern und Jugendlichen der umliegenden Viertel doch für Ballspiele aller Art genutzt.

einer der Gärten der Großen Moschee

Im Jardin des Plantes beeindruckten neben den bis zu 400 Jahre alten Bäumen und den botanischen Sammlungen vor allem die großen Gewächshäuser.

im Jardin des Plantes

Nach einer Mittagspause auf dem Marché de la Bastille machten wir einen Abstecher zum Blumenmarkt auf der Île de la Cité, durchquerten das Quartier Latin, das Universitätsviertel, und gingen zum Jardin du Luxembourg, einem der beliebtesten Parks von Paris, dessen Ursprünge bis in den Anfang des 17. Jahrhunderts zurückreichen.

Medici-Brunnen im Jardin du Luxembourg

Am Abend dieses ausgefüllten ersten Tages hatten wir uns das Abendessen im traditionsreichen Restaurant le Marty mit klassischer Pariser Küche auf hohem Niveau mehr als verdient.

Im Viertel Mouzaïa

Am folgenden Vormittag stand eines der charmantesten und zugleich unbekanntesten Stadtviertel von Paris auf unserem Programm: La Mouzaïa. Hier, wo einst die Arbeiter der umliegenden Steinbrüche und Gipsminen wohnten, sind die kleinen Straßen heute mit zauberhaften Gärten gesäumt, aus denen die Kletterpflanzen schier über die Mauern und Zäune quellen.

der Park Buttes Chaumont

Ganz in der Nähe liegt der erste Landschaftspark von Paris, der Parc des Buttes Chaumont, der auf eben jenen Gipsminen angelegt worden ist und daher spektakuläre Höhenunterschiede aufweist.

Blick auf den Louvre von den Tuilerien aus

Am Nachmittag machten wir einen Spaziergang durch die Tuilerien, den Schlosspark des Louvre und einen der ältesten Parks von Paris, bis zum Musée de l’Orangerie, wo wir in den Genuss von Monets eindrucksvollen wandfüllenden Seerosenbildern kamen.

an der Seine

Von dort ging es über die Place de la Concorde zum Schiffsanleger an der Seine, von wo aus unsere Bootsrundfahrt mit Abendessen an Bord startete.

Street Art im Viertel Butte aux Cailles

Der nächste Vormittag stand zur freien Verfügung. Für alle, die Interesse daran hatten, bot Nicola daneben eine kleine Führung durch das in der Nähe unseres Hotels gelegene Viertel Buttes aux Cailles mit seiner bewegten Geschichte zur Zeit der Pariser Commune und vielen Streetart-Wandbildern.

im Garten des Musée Rodin

Das Programm unseres dritten Paristages sah einen Besuch des Musée Rodin vor mit seinem weitläufigen Garten, in dem viele Skulpturen Rodins platziert sind.

einer der vielen Gärten im Marais-Viertel

Danach durchstreiften wir das Marais-Viertel, eines der wenigen, das von der Hausmannschen Umgestaltung der Stadt weitgehend verschont geblieben ist. Hier waren die teils sehr versteckten Gärten der hôtel particuliers, der Adelsstadtpläste aus dem Mittelalter und der Renaissance, unser Ziel. Im Marais suchten wir dann auch unser Restaurant für diesen Abend auf.

Das Orangerieparterre in Versailles

Auf einer Gartenreise nach Paris darf Versailles nicht fehlen. Der ganze folgende Tag war den imposanten Gartenanlagen des Sonnenkönigs gewidmet. Die Gärten präsentierten sich in einem perfekten Pflegezustand, und auch das Wetter spielte mit. Unser Mittagessen nahmen wir im La Petite Venise, einem ausgezeichneten italienischen Restaurant, im ehemaligen Wohnbezirk der italienischen Gondoliere im Park ein, die zu Zeiten Ludwigs XIV. ihre Gondeln über den Grand Canal steuerten.

im Hameau de la Reine von Versailles

Nach dem großen Park von Versailles bekamen wir noch eine Führung durch den weit weniger bekannten Potager du Roi, den Küchengarten des Königs, der heute von einer Hochschule für Garten- und Landschaftsbau gepflegt wird und mit kunstvollen Obstspalieren beeindrucken kann, die z. T. bereits um 1800 gepflanzt worden sind.

der Potager du Roi

Am folgenden Tag machten wir, nun mit dem Reisebus, einen Ausflug in die nördliche Umgebung der Stadt. Hier stand zunächst der staudenreiche Garten von Madame Becq auf unserer Besuchsliste, der sich im Naturpark Vexin befindet.

im Jardin de Campagne von Madame Becq

Nach einem köstlichen Mittagessen im Chemin des Peintres in Auvers-sur-Oise, dem Ort wo van Gogh begraben liegt, galt unser zweiter Gartenbesuch an jenem Tag der ehemaligen Zisterzienserabtei Royaumont, deren friedvolle Atmosphäre alle Mitreisenden trotz des ausgesprochen warmen Wetters in ihren Bann schlug.

im Kloster Royaumont

Am nächsten Morgen hieß es dann schon wieder Abschied nehmen von Paris, das alle Mitreisenden, die länger nicht dort gewesen waren, durch die vielen neu geschaffenen Grünflächen ebenso beeindruckt hatte wie durch die zahlreichen Radfahrer. Unser erstes Ziel an diesem Tag war das zauberhafte Rosendorf Gerberoy in der Picardie. Hier gibt es gleich zwei besondere Gärten: den des Impressionisten Henri le Sidaner auf den Überresten einer ehemaligen Burg …

im Garten von Henri le Sidaner

… und den Jardin des Ifs, den Eibengarten, in dem sich ein vielfach ausgezeichnetes Restaurant befindet.

auf der Terrasse des Restaurants im Jardin des Ifs

Hier genossen wir bei schönstem Sommerwetter auf der Terrasse des Restaurants unser Abschiedsessen mit Köstlichkeiten, die mit Kräutern aus dem Garten aromatisiert waren.

die Speisen im Restaurant des Jardin des Ifs waren nicht nur schön anzusehen…

Nach einer Übernachtung in Valenciennes kurz vor der Grenze zu Belgien unterbrachen wir unsere Rückreise am folgenden Tag noch einmal für einen letzten Gartenbesuch im privaten Garten von Diana und Rob Kohlen in Limburg, den die bekannte Gartengestalterin Dina Deferme angelegt hat. Neben einem herzlichen Empfang erwarteten uns hier köstliche Sandwiches als Mittagsstärkung.

im Tuin in de Mehre